Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-11-08 · 45 (8.11.1907) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
45 (8.11.1907)
Date
1907-11-08
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021710-3021756--16832-3041674
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 46 Vr. Lloch'S WvchrnZchriN. Seite 755 fahren, wählen Sie einen anderen Beruf und Sie werden auch dort Ihren Mann stellen" Harry atmete erleichtert auf; ein Alp schien von ihm gewichen und seine frühere frohe Laune kehrte wieder. Auf vieles Bitten und Zureden gab ihm der Vater die Erlaubnis, sich dem Studium der Medizin zu widmen. Rabbiner Rosen hatte sich in den Plan schon so hiueiugelebt, daß sein Sohn einst sein Nachfolger im Amte sein werde, und nur schwer konnte er sich entschließen, diesem liebsten seiner Wünsche zu entsagen, doch Harry behauptete, er hätte nicht die Fähigkeit dazu, auch fehle ihm jede Begeisterung zur Verkündigung des Gotteswortes, und so mußte er sich ins Unvermeidliche fügen. (Fortsetzung folgt.) Kterat«». Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde. Herausgegeben von Dr. Max Grunwald, 24. Heft, 55 S., Calvary [.& Mo.,.. Berlin. Eingelestet von einem manches, für viele überraschend, Neue bietenden illustrierten Aufsatz „lieber jüdische Miniaturkunst", von Dr.- Rieger, in dem die Beziehungen dieses Kunstzweiges mit der altorientalischen, zum Teil von Juden gepflegten Teppichweberei berührt werden, bringt das Heft einen zweiten von Dr. Grunwald herausgegebenen und ergänzten Nachtrag zu Albert Wolfs s. A. grundlegender Arbeit über ältere jüdische Kunst; als Anhang ein vom Herausgeber zusammengestelltes Künstlerverzeichnis zur ganzen Arbeit. Hierauf folgen Beiträge zur Kenntnis des jüdischen Volksglaubens nach sieben Manuscripten, als zweite Fortsetzung von Grunwalds „Aus Hausapotheke und Hexenküche". Die letzten Seiten bringen eine Bücher- und Zeitschriftenschau. Das Heft bildet einen würdigen Abschluß des zehnten Jahrganges der Zeitschrift, die der wärmsten Empfehlung würdig ist. Moses und der Schilderung seiner imposanten Persönlichkeit ist einer der neuesten Bände der im Vertag Seemann Nachfolger zu Berlin NW. 87 erscheinenden Serie „Kulturträger" gewidmet, und wenn für irgend einen aus jenen Zeiten die Bezeichnung „Kulturträger" Geltung hat, so ist es Moses, der als.Befreier seines Volkes und als religiöser und politischer Gesetzgeber seine Wirksamkeit tief und fest in die Geschichte aller monotheistischen Religionen eingegraben hat. „Ein Liebling Gottes und der Menschen, sein Andenken bleibe in Segen", so singt schon der alttestamentarische Jesus Sirach von ihm, und ähnlich begeisterte Lobredner findet er in der spätchristlichen und spätjüdischen Literatur bis in unsere Tage hinein. Und doch fehlte es bis heute an einer guten, allgemein verständlichen Darstellung dieser Jahrtausende überdauernden Persönlichkeit und an einem Buch, das die Quintessenz aus den zahlreichen, besonders in den letzten Jahren immer häufiger gewordenen Quellenforschungen und wissenschaftlichen Spezialarbeiten zog. Dr. I. Reiner hat auf Grund fleißiger Vorarbeiten und mit feinem Geschmack die Aufgabe gelöst und sein Buch „M o s e s und sein Werk", das mit einer Porträtstudie frei nach Michelangelo geziert und für eine Mark in jeder Buchhandlung zu haben ist, bietet in etlichen neun Kapiteln wohl alles, was ein Gebildeter unserer Tage über Moses Persönlichkeit, seine Bedeutung für das israelitische Volk, seine Stellung in der heutigen Bibelkritik und seine Einwirkung auf die Fortentwicklung des gesamten religiösen und sittlichen Empfindens der Menschheit wissen muß. Neue Bücher. Moritz Gugel: „Wirklichkeit und Dichtung". Aufschlüsse in und zu 1. Mose 2—4; 6, 1—14; d, 18—27; 11 und 12, 1—6. Mit zwei Karten. Verlag von Wilhelm Baensch, Dresden, 1907. Briefkasten. „Taffo" in Galatz. Ungeeignet. Abr. W. in Lodz. Für drei Jahre und zwei Monate Abonnement X (-3.ZO. B. S. „Koscher Brat- und Fettgänse" „f ü r A l l e r h e i l i g e n" ist eine Golusspezialität und wird ausgeboten von G. Tauber in Linz. Kr. Die Tatsache wurde aus Sofia gemeldet: Als nun vor einiger Zeit hier eine Gymnasiallehrerstelle frei wurde, bewarb sich der jüdische Lehrer um dieselbe, und um seinem Gesuche mehr Nachdruck zu verleihen, wechselte er nicht nur selbst den Glauben, sondern zwang auch seine Frau und Kinder, zum Christentum überzutreten; bloß sein erwachsener Sohn wies eine solche Zumutung zurück und verließ das Elternhaus. Als der Unterrichtsminister hievon erfuhr, wies er das Gesuch des getauften Juden mit der Begründung ab, daß einem, der fern Bolk und seinen Gott verleugnet, nicht die Erziehung der bulgarischen Jugend überantwortet werden kann. F. L. Der auf solch tragische Weise aus dem Leben geschiedene Chefredakteur des „Pester Lloyd" Leo Beigelsberg wurde als Sohn des Kis-Köröser Rabbiners im Jahre 1814 geboren und war anfangs jüdischer Bolksschullehrer. Sein großes allgemeines Wissen hat sich Leigel.'berg, wie so viele Juden seinerzeit, als Autodidakt erworben. Veigelsberg, der stets ein gurer Jude war und auch seinen Kindern eine jüdische Erziehung gab, pflegte in Freundeskreisen oft zu erzählen, daß er die Geistesschärfe und den stilistischen Schönheitssinn, der an ihm so bewundert wurde, jener talmudischen Disziplin zu danken habe, welche für seine Erziehung im Elternhause maßgebend war. Veigelsberg war auch Vorstandsmitglied verschiedener jüdischer Anstalten, denen er durch seine geistvollen Anregungen viele gute Dienste leistete. R. B. Samuel Herschka, der vor einigen Tagen in Jassy gestorben ist, erreichte das Alter von 115 Jahre». Israelitisch« Kultusgemeinde Wien. KUNDMACHUNGEM. Aus (len Zinsen der Fanni Jeiteles’schen Stiftung für Hörer der juridisch-politischen Wissenschaften gelangen für das Schuljahr 1907/08 vier Stipendien k X 188.— an israelitische Hörer der juridischen Fakultät zur Verleihung. Bewerber haben ihre Gesuche, belegt mit Studien-, Geburts-, Moralitäts- und Miitellosigkeitszeugnissen, bis 20. November 1907 im Einreichungsprotoäolle der israelitischen Xultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, während der Amtsstanden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Bewerber, welche im abgelaufenen Schuljahre im Genüsse dieses Stipendiums standen, haben bei Fortdauer ihrer stiftbrief gemässen Kompetenz und Würdigkeit den Vorzug. Später einlangende Gesuche werden nicht berücksichtigt. Aus den Zinsen der Fanni Jeiteles’schen Stiftung für Hörer der medizinischen Wissenschaften gelangen für das Schuljahr 1907/08 vier Stipendien ä X 188.— an israelitische Hörer der medizinischen Falkultät zur Verleihung. Bewerber haben ihre Gesuche, belegt mit Studien-, Geburts*, Moralitäts¬ und Mittellosigkeitszeugnissen, bis 20. N0V6Qll)8r 1907 im Einreichungsprotokoile der israelitischen Xultusgemeinde Wien, 1., Seitenstettengasse 4, III. Stock, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Bewerber, welche im abgelaufenen Schuljahre im Genüsse dieses Stipendiums standen, haben bei Fortdauer ihrer stiftbriefgemässen Kompetenz und Würdigkeit den Vorzug. Später einlangende Gesuche werden nicht berücksichtigt. Aus den Zinsen der Fanni Jeiteles’schen Heirats-Ausstattungs-Stiftung gelangt der Betrag von X 588.— an eine arme hier ansässige Braut, israelitischer Konfession, für das Jahr 1907 zur Verleihung. Die Gesuche, belegt mit Geburts-, Sitten- und Mittellosigkeitszeugnissen, ferner mit dem Nachweise, dass die Bewerberin sich bereits im Brautstande befindet, sind bis 20. No* vamber 1907 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Später einlangende Gesuche werden nicht berücksichtigt. Aus den Zinsen der Fanni Jeiteles’schen Stiftung für Studierende der jüdischen Theologie, gelangen im Studienjahre 1907/1908 zwei Stipendien ä X 188.— zur Verleihung. Bewerber haben ihre Gesuche, belegt mit Studien-, Geburts-, Moralitäts-, und Mittellosigkeitszeugnissen, bis 20. klOVSMdOk 1907 im Einreichungsprotokolle der Israel. Kultusgemeinde Wien, 1., Seitenstettengasse 4, III. Stock, während der Amtsstunden,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.