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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-11-08 · 45 (8.11.1907) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
45 (8.11.1907)
Date
1907-11-08
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 45 L>r. Lwcb's MocbenscbrM Seite 753 Verein „zur Bekleidung armer isr. Männer «nd Frauen" der Bezirke XII—XV. Am 31. Oktober 1907 fand im Cafe Schwenderhvs, XIV., Mariahilferstraße 189, im Klublokal die Bekleidung von 30 armen alten Männern und Frauen mit vollständigen Winterkleidern statt und haben anläßlich dessen die Frau Regine Landeis 15 Herrenhemden, die Frau Philippine Weiß 15 Seidenschawls gespendet, wofür ihnen der herzlichste Dank gebührt. Anschließend fand an den sehr verdienstvollen, gewesenen Obmann des Vereines, Herrn Anton Stern, die Ueberreichung eines Ehrendiplomes statt. Auch will es die Leitung nicht unterlassen, allen Gönnern und Spendern dieses Vereines, welche es ermöglicht haben, diese Wohltaten auszuüben, nochmals den herzlichsten Dank auszudrücken, mit der Bitte, dieses Vereines eingedenk zu sein und denselben durch Spenden, Beitritt zum Vereine, oder durch Acquirierung von Mitgliedern unterstützen zu wollen und bittet, derartige Anmeldungen oder Zuschriften an den sehr rührigen Obmann-Stellvertreter, Herrn Moritz Weiß, XIV., Geibelgasse 18, zu richten. Die Vereinsleitung des Vereines zur Bekleidung armer, alter israel. Männer und Frauen für die Bezirke XII—XIV. Bethausverein „Montefivre" Der Eröffnungsvortrag im neugegründeten Beth-Hamidrasch „Montefivre" findet Sonntag den 10. November a. c. im Bethause, II., Taborstraße 38, um 5 Uhr abends statt. Herr Rabbiner I. Hoffmann wird an diesem Abend über das Wesen und die Bedeutung des Midrasch sprechen. Weitere Vorträge jeden Sonntag aus Midrasch-Rabba, jeden Mittwoch Psalmen, nach dem jeweiligen Abend Gottesdienste. Gäste sehr willkommen. Verein der Kinderfreunde für den XVI. uns XVII. Bezirk. Samstag den 9. November d I. findet in S t a l e b n e r s künstlerisch adaptierten, neueröffneten Prachtsälen das Bekleidungsfest dieses humanitären Vereines statt, in Verbindung mit einer Wohltätigkeitsakademie und Tanstränzchen. - Durch 26 Jahre entfaltet dieser Verein seine segensreiche Tätigkeit in den westlichen Bezirken, jedoch immer größer sind die Ansprüche, welche an die Leistungsfähigkeit desselben gestellt werden. Das t tsächlich vorhandene unverschuldete Elend der armen israelitischen Bevölkerung der genannten Bezirke ist aber ein wahrhaft großes. Mögen alle Menschenfr unde beitragen, das Los der frierenden und hungernden armen israelitischen Schulkinder zu lindern, zum Segen der Heranwachsenden Jugend und nicht zuletzt zum Wähle der menschlichen Gesellschaft selbst. Der Verein bittet daher, durch zahlreiches Erscheinen bei dem Feste ihn in seinen Bemühungen zn unterstützen. Karten sind erbältlich im Festlokale oder beim Obmann Herrn Dr. Jakob Deutsch, XVII., Hernalser Hauptstraße 78, an den auch gütige Spenden für die armen Schulkinder zu richten sind. Wien, 6. November. Gestern ist hier Frau Rosalia Wahle, eine hochfinnige, edle Dame, der in weiten Kreisen Verehrung gezollt wurde, gestorben. Sie war die Mutter des Professors der Philosophie an der Universität in Czernowitz Dr. Richard Wahle und des bekannten Violinkünstlers Fritz Wahle. Wien. Am Sonntag den 3. November verschied hier nach langem Leiden der in den weitesten Kreisen der Leopoldstadt bekannte Herr Emanuel Zeisl im 67. Lebensjahre. Welche Sympathien sich sein biederer offenherziger Charakter und sein unermüdlicher, nur im Stillen wirkender Wohllätigkeitssinn erwarb, zeigte sein am 5. d. M. stattgehabtes Begräbnis. Eine stattliche Trauerversammlung gab ihm das letzte Geleite. Unter anderen waren erschienen: Dr. Frischauer samt Frau, Dr. Fritsch samt Frau, Fabrikant Ripper. Frau Gemeinderat Klebinder, Jonas Fleischer, Präsident des Vereines „Nächstenliebe", Kohlengroßhändler Jokl» Josef Bloch, Architekt Oberländer, Tepvlchwebereibesitzer Ludwig Reichmann, Hotelier Witzmann, Mineraloge Böhm, Großhändler Josef Milch, Buchhändler Zinner Maschinenfabrikanten Otto und Siegfried Saphier, Schuhwarenfabrikant Jaroslav Mischköuig und Frau. Nachdem Oberkantor Gullmann die Trauergesänge beendet, hielt Rabbiner Doktor David einen ergreifenden Nachruf. Der Verstorbene hinterläßt eine gramgebeugte Wltwe, mit der er mehr als vier Jahrzehnte in glücklichster Ehe lebte, drei Söhne und drei verheiratete Töchter. Einer seiner Schwiegersöhne ist der bekannte Kaufmann Karl D. Boscovitz, Ehrenmitglied des Leopoldstädter Vereines zur Bekleidung alter jüdischer Männer. 8. 0. Graz. (Rabbiner-Wahl.) Der Kultusrat der Grazer israel. Kultusgemeinde hat in seiner Sitzung vom 20. Oktober d. I. den einstimmigen Beschluß gefaßt, für die seit dem Tode Dr. Samuel Mühsams erledigte Rabbinerstelle den Herrn Rabbiner Dr. David Herzog in Prag-Smichov, Dozenten an der k. k. deutschen Carl Ferdinands-Universität, zum Rabbiner von Steiermark, Kärnten und Krain zu berufen. Eger Am 1. d. fand im hiesigen Tempel, anläßlich der Beeidigung der Rekruten, anschließend an das Schacharisgebet ein solenner Gottesdienst statt. Erschienen waren: Herr Kultusvorsteher I. Zuckermann, Tempelvorsteher Herr Edmund K o h n und mehrere Ausschußmitglieder. Se. Ehrw. Herr Dr. P r o ß n i tz richtete eine Ansprache an die jungen Krieger, ausgehend vom Texte des Wochenabschnittes: Waaschbiacho badonoj . . . sodann verrichtete er das Kaisergebet bei offener Bundeslade, worauf der Chor mit Orgelbegleitung die Nolkshymne anstimmte. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor W i l k o w i t s ch unter Affistenz des Herrn Kantor Lederer in gewohnt schöner Weise. Pakrae. Lasar Schönfeld, Bezirksrabbiner in Pakrac, verlobte sich mit der Tochter des Oberrabbiners Franz Fürth in Nagy-Karoly. Vorträge des Zerubabelvereines ir; Birovitiea für de» Wintersemester Nach de« Sommerferieu, welche ziemlich lang anhielten, hat der Zerubabelverein seine Tätigkeit wieder aufgenommen. Am 23. Oktober etwa um halb 9 Uhr abends eröffnete der Vereinspräses Rabbiner Dr. Kaufmann die Versammlung, bei der auch auswärtige jüdische Vereinigungen vertreten waren, wie beispielsweise Daruvar durch Herrn Dr. M. Frankfurter, mir einer Begrüßungsansprache, nach welcher er dem unmittelbar vor den Feiertagen verschiedenen Rabbiner ans Vinkovce, weiland Salomon Neumann einen warmen Nachruf hielt. Hierauf betrat der gelehrte Rabbiner aus St. Lörii'cz, Herr Doktor S. Großmann, Verfasser des historischen Werkes „Hoadim l’simcha“ die Tribüne und l.ielt einen einstündigen lehrreichen Vortrag über den Schriftführer des höchsten jüdischen Gerichtshofes (Synhedrion) zn Jerusalem, Nachum, den libsllas (-,^2^.1). Die klare, leichtfaßliche Auseinandersetzung im Verein mit dem köstlichen Humor, welchen der Vortragende entwickelte, hat die Hörer geradezu gefeffelt. Als nun der Herr Rabbiner Großmanu seine Ausführungen mit der bescheidenen Bemerkung schloß, man möge ihm entschuldigen, wenn er so wenig geboten, widersprach man ibni und der stürmische Beifall, der minutenlang anhielt, bewies dem Vortragenden, daß er das Auditorium im Sturme erobert hat. An der darauffolgenden Diskussion, die über den Vortrag eröffnet wurde und die bis i Uhr nach Mitternacht währte, beteiligten sich Rabbiner Dr Kaufmann. Rabbiner Doktor Frankfurter und Jan ko Krauß, Schwester des Herrn Dr. Bela Neumark aus Keszthely. Bern. (Preisgekrönt.) Vom hiesigen Internationalen Friedensbureau ist die Arbeit: Ursprung, Theorie und Geschichte der Friedensidee mit Frcs. 1500 prämiiert worden. Verfasser der vortrefflichen Arbeit, die später im Druck erscheinen soll, ist Herr S. M. Melamcd in Bern, der bereits den zweiten Band seines Friedenswerkes „Geschichte der Friedensbewegung" in Arbeit genommen hat. Wir gratulieren dem strebsamen Verfasser, der in drei Jahren fleißiger Arbeit jetzt den wohlverdienten Lohn seiner Tätigkeit für die Friedensidee gefunden hat, herzlich zu seinem Erfolg, der uns umsomehr freut, als Herr Melamed ein gelegentlicher geschätzter Mitarbeiter unseres Blattes ist. („Berner Tagblatt".) Die Wahl des Großrabbiners von Frankreich. Als aussichtsreiche Kandidaten für die Wahl zum Großrabbiner von Frankreich werden genannt die Herren: Israel L e v y, Rabbiner von Paris und ein Schwiegersohn Zadok Kahns, I. H. D r e y f u s, Oberrabbiner von Paris, Alfred L e v y, Oberrabbiner von Lyon, Jsüc L e v y, Oberrabbiner von Bordeaux, Lehman, Direktor des jüdischen Seminars, und Blue, Oberrabbiner von Nancy.

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