Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 45 (8.11.1907)
- Date
- 1907-11-08
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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«Är7S0 Dr. Llocb's Mlocdenscbrm. Nr. 48 Kultusvorsteher kais. Rat Kauders und Genoffen richten eine Interpellation an den Präfidenten betreffend den Antrag der Friedhofkommiffion, die Parteien, welche Gräber auf der israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofes erwerben, zu verpflichten, zur Wahrung des konfeffionellen Charakters mindestens einige hebräische Zeichen auf dem Grabsteine anbringen zu lassen. Der Präsident bemerkt hiezu, daß das Vertreter-Kollegium bereits Beschluß gefaßt habe und daß diese Angelegenheit der nächsten Plenarsitzung vorgelegt werde. Dem Tempelvereine „Bne-Brith" wird die Bewilligung für sein ständiges Bcthaus im XX. Bezirk, Unterberggasse 3, bis auf weiteres erteilt. Die Mitteilung des Tempelvereines im XIX. Bezirke, daß für das laufende Jahr für die Abhaltung von Predigten im Vereinsbethause genügend Vorsorge getroffen wurde, wird zur Kenntnis genommen. Im Sinne des Vertreterbeschlusses vom 25. September 1907 wird beschlossen, daß das Ergebnis der Sammlungen bei Trauungen im Stadt- und Leopoldstädter Tempel nach wie vor zur Hälfte der Armenanstalt und zur Hälfte dem Bethausvorstande zur Erteilung von Ausstattungsbeiträgcn an arme verwaiste Bräute zugewiesen werde. Zur Erhöhung der mit Rücksicht auf die zahlreichen Bewerbungen um solche Ausstattungsbeiträge unzureichenden Dotation des Bethausvorstandes wird bis auf weiteres ein Betrag von K 1000.— p. a. aus Gemeindemitteln votiert. Ueber die Einteilung der kantoralen Funktionen bei Trauungen im Stadttempel und bei Leichenbegängnissen entwickelt sich eine eingehende Debatte, deren Fortsetzung jedoch als 1. Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Plenarsitzung gestellt wird. Nach Erledigung von Steuer- und Stiftungs-Angelegenheiten wird die Sitzung um 2 Uhr nachmittags geschlossen. Tempel-Spenden. Bethausspenden iin „Hote l Post" a n d e n h o h e n Feiertagen. Dr. Alfred Berger Kronen 100.—, Simon Horwitz 8. —, Schönhauser 10.—. Filipp Fischer 10.—, Fried 10.—, Kohn 15.—, Spiegel 16.—, Weiner 20—, Ignaz Biß 15.—, Sigmund Biß 25.—, S. Herzfeld 100.—, L. Großlicht 30.—, Leopold Ornstein 10.—, Leopold Rotter 5—, Lustig 10.—, SalomonLöwin 5.—, ReichStaler 20.—, Löwy 10.—, Samuel Wasservogel 30.—, Jakob Zimmer 5.—, M. Monat 10.—, S. Chieger 50.—, Rudolf Engländer 10.—, in Summa K 523.—. Bethausspenden im Gemeindetempel Leopoldstadt. Heinrich Grätzer Kronen 120.—, Oskar Grätzer 60.—, Julius Schönwald 30.—. Bethausspenden im Gemeindetempel Währing an den hohen Feiertagen. Moritz Krakauer L 1.—, Wilhelm Fantl 2.—, Josef Klein 6.—. Simon Klein 4.—. Wilhelm Fantl 3.—, Bernhard Löwie 1.—, Fil'pp Frank 1.—, Alexander Winterberg 1.—, Oskar Fantl 10.—, S. I. Stern 50.—, Hermann Grün 12.—, Rudolf Pick 10.—, Ferdinand Wiener 15 —, David Gottesmann 20.—, Dr. Ignaz Winter 30.—, Josef Hoffmann 15.—, Leo Steiner 50.—, Jakob Jokl 15.—, Mendel Pordes 40.—, Johann Kohn 40.—, Emanuel Kohn 10.—, Edm. Kohn 70.—, Herrn. Gottesmann 20.—, Sigm. Kohn 30.—, Josef Nofsik 30.—, Josef Schermann 15.—, Dr. David Feuchtwang 5.—, Salomon Nessel 20.—, Richard Bergmann 10.—, Friedrich Traub 25.—, Nathan Neumann 7.—, Leop. Neu mann 3.—, Sal. Löwy 1.—, Glottlieb Surion 6.— , Bernh. Löwy 4.—, Rud. Spiegler 20.—, Filipp Drechsler 20.—, Wilhelm Meiländer 40.—, Emil Taufsig 25.—, Moritz Wolf 2.—, Wilhelm Drill 10.—, Emanuel Hoffmann 30.—, Ignaz Katz 20.—, Julius Jokl 20.—, Markus Zernick 10.—, Dr. Michael Alt 20.—, Heinrich Spiegler 5.—, Dr. David Feuchtwang 5.—, Albert Friedmann .«0.—, Aron Kollek 2.—, Josef Klein 8.—, Rndolf Bauer 20.—, ‘ Wilhelm Weiler 25.—, Israel Rosenberg 6.—, Jakob Adler 6.—, Friedrich Pick 20 —, Leop. Löwy 2.—, B. Löwy 5.—, Dr. Max Fried 30'—, H. Freiberger 10. -, E. Fleischer 1.—, Dr. Jg. Winter 16.—, Em. Hoffmann 10.—, Sim. Fleischer 20.—, Pick jun. 10.—, H. Paschkes 9. —, D. Tumin 7.—, M. Pordes 20.—, H. Pordes 20.—, Doktor Gabriel Hesky 6.—, F. Ullmann 15.—, statt, wobei nach Absolvierung der statutarischen Tagesordnung auch die Beteilung von 50 Schulkindern mit kompletten Winterkleidern durch die Vorstandsdamen dieser humanistischen Institution stattfindet. An dem Tage des 15. November a. c. sind es eigentlich 25 Jahre, seitdem diese Wohlfahrtseinrichtung durch die Damen Therese Jacobi, Marie und Charlotte Lichtblau bei einer Festlichkeit in den Sälen „Zu den 3 Engeln" begründet wurde; der Verein hatte gleich im ersten Jahre seiner Tätigkeit einen lebhaften Zuspruch an Mitgliedern und vergrößerte sich seit 1883 wesentlich. Seit 1884, wo die erste Winter-Bekleidung stattfand, wurden zirka 1000 Kinder, Mädchen und Knaben, beteilt und zirka 50.000 Kronen an Handspenden an Wöchnerinnen aufgewendet. Die stete Harmonie unter den Vorstandsdamen, sowie der intime Verkehr mit den Mitgliedern und unter den Mitgliedern, bildet den festen Kitt des Vereines und läßt hoffen, daß dem Verein sein segensreiches Walten noch lange erhalten bleiben wird; auf den Jahresbericht und die Generalversammlung kommen wir noch zurück. Lehrerverein im 2. Bezirk. Anläßlich seines 30jährigen Bestandes hielt der Lehrerverein im 2. Bezirk am 31. Oktober in Guths Saallokalitäten eine Festversammlung ab. Nach einer kurzen Rückschau, welche der Vereinsobmann Hermann Ascher in lichtvollen Worten erstattete, wurde ein Huldigungstelegramm an den Monarchen abgesandt. Zum Schluffe vereinigte eine intime Feier die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste des Vereines. Zum frohen, vollen Gelingen des gemütlichen Teiles gaben ihr Bestes: durch stimmungsvoll abgerundeten, fein interpretierten Vortrag einiger Lieder und Opernarien Fräulein Bleier und Fräulein Zollschan (Schule Frau Prof. Weiß) und Herr Gotthold Friedländer, Frau Popper durch heitere Deklamation, Herr Fritz Saphir durch sein vollendetes Cellospiel und Herr Tellheim mit seinem musikalisch-deklamatorischen Programm, das lebhaften Beifall erweckte. Das Akkompagnement besorgten die Herren Kapellmeister Hans Mayer und Blum in glänzender Weise. Eine Tanzunterhaltung, die darauf folgte, hielt die Jugend noch lange beisammen. Wien. (Eine interessante Gerichtsverhandlung.) Vor dem hiesigen Gewerbegerichte kam jüngst ein Streitfall zur Verhandlung, der so recht zeigt, daß der jüdische Handelsangestellte oft selbst bei einem jüdischen Chef, wenn es sich um eine religiöse Frage handelt, nicht das geringste Entgegenkommen findet. Der Verhandlung lag die Klage des jüdischen Komptoiristen S. gegen den jüdischen Besitzer einer Pfandleihanstalt F. auf Zahlung eines vollen Monatsgehaltes zu Grunde, da ihn sein Chef ohne Kündigung entlasten habe, weil er am Neujahrsfeste nicht ins Geschäft kam. Der Vorsitzende ermahnte den Chef, freiwillig die Klagesumme zu zahlen, „da sein Vorgehen, als eines Juden einem Glaubensgenossen gegenüber doppelt inhuman erscheine." Der geklagte Chef erklärte, daß er selbst am Versöhnungstage das Geschäft geschlossen halte, doch müsse er es an den Neujahrstagen offen halten, weil die Bedingungen der Konzession dies vorschreiben. (?) Er mußte auch deshalb mit der Entlassung Vorgehen, weil sonst die Disziplin unter seinen zahlreichen Angestellten, von denen fünf Juden sind, gelockert würde. Sollte das Gericht ihn verurteilen, so müßte ihn das veranlassen, in Zukunft prinzipiell keinen Juden mehr änzustellen. Der Kläger deponierte, daß sein Chef von ihm am 1. Neujahrstage ein Entschuldigungsschreiben erhalten habe. Er sei zunächst aus religiöser Ueberzeugung und' auf ausdrücklichen Wunsch seines , greisen Vaters vom Geschäfte ferngeblieben. Nun kam das von israelitischen Kultusgemeinde eingeholte Gutachten Hzur Verlesung, welches dahin lautete, daß nach mosaischem Ge- S. Kugel 10.—, Alexander Winterberg 2.—, Jakob Grotte 15.—, Moritz Bratmann 55, Leopold Neustadtl 15.—, in Summa K 1263.—.;, der Wiener Jsraelrtrscher Frauen-Wohltätigkeitsverein Wieden und MarZarethen. “ ^setze wohl der Sabbath als Hauptfest- und Ruhetag gelte, doch Wie eine Kundmachung in diesen Blättern zeigt, findet^komme dem Neujahrs- und Versöhnungsfeste gleichfalls eine am 15. d. M., vormittags halb 11 Uhr, im Bereinslokal dieMeminente Bedeutung zu, so sehr, daß der Volksglaube diese 24. ordentliche Jahresversammlung des genannten VereinesWFeste über den Sabbath und die übrigen Festtage stelle. Das