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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-11-08 · 45 (8.11.1907) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
45 (8.11.1907)
Date
1907-11-08
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Sette 748 Dr. Llocb's Mocbenscbrtrr. Nr. 45 die unentbehrliche Wahlhyäne sofort auf freien Fuß setzen. Der Bezirksrichter lehnte es ab, die ihm unterstellten Adjunkten zu beeinflussen, da sie als Richter unabhängig find. Der entrüstete Krainski drohte, er werde sein Recht anderwärts zu finden wiffen, er fuhr deswegen zum Statthalter Grafen Potocki, der sich tatsächlich sofort mit dem Oberlandesgerichtspräfidenten Tschornicki in Verbindung setzte. Ein Telegramm meldet nun dem Bezirksgericht Sokal, daß ihm die Untersuchung abgenommen werde. Gleichzeitig wird der Staatsanwalt Prokopowicz nech Sokal entsendet, damit er den Richtern hindernd in den Arm fallen könne, wenn fie die Gesetze allzu eifrig handhaben sollten. Trotz der Uebertragung der Untersuchung an das Landesgericht Lemberg konnte nämlich das Bezirksgericht Sokal immerhin noch in unaufschiebbaren Fällen Verfügungen treffen. Ein zweites Telegramm brachte den Auftrag des Landesgerichtes in Lemberg, den Langweber sofort auf freien Fuß zu setzen. Jetzt konnte auch Aufpaffer seinen Schlupfwinkel verlassen. Da aber der einmal ergangene Haftbefehl noch immer wirksam war, so verfügte der Richter die Verhaftung Aufpaffers. Bevor aber Aufpaffer einvernommen werden konnte, kam schon ein Telegramm aus Lemberg, das seine Enthaftung verfügte. Kurz darauf erschien der Untersuchungsrichter des Landesgerichtes Lemberg. Er vernahm neuerdings die Belastungszeugen, die ihre Aussagen unverändert wiederholten. Nach seiner Rückkehr erschienen in den Tagesblättern von Lemberg Notizen und Artikel denunziatorischen Inhaltes gegen die Richter in Sokal und gegen das ganze Gericht. Von einer eingeleiteten Disziplinaruntersuchung gegen die Richter wurde darin gefaselt u. dgl. Die amtliche Berichtigung, die der Gerichtsvorsteher entworfen hatte, durste jedoch an die Zeitungen nicht versendet werden, weil der Herr Oberlandesgerichtspräfident Tschornicki es nicht erlaubte. Inzwischen wird ein Richter nach Sokal geschickt, um das Material für einen Bericht an den Jnstizminister zu sammeln, und wieder erschienen in den Zeitungen unwahre Notizen, daß die Disziplinaruntersuchung gegen die Richter im Zuge sei. Die Untersuchung in der Hauptsache nahm unterdeffeu ihren weiteren Lauf. Aber keiner im Lande oder außerhalb des Landes ist so naiv, zu glauben, daß es zu einer Anklage gegen den Bezirkshauptmann oder eines seiner Organe kommen werde. Ihr Kandidat ist inzwischen Vizepräsident des Abgeordnetenhauses geworden. Und die bange Frage ist wirklich nur die, was mit den bösen Richtern geschehen wird, die so vermessen waren, die Pflichten gegen die geheiligten Traditionen ihres Landes zu vergessen und das Gesetz zu achten." Sam. Davis, Sohn des Jack Davis, eines russische« Emigranten in Amerika. Unter der Ueberschrist: „28 as den Frauen am besten am Manne gefällt, von Mrs. T. P. O'Connor." [Copyright in the United States of America.] enthält das „Berliner Tageblatt" vom 27. Oktober d. I. einen Artikel, dem wir nachstehende Stelle entnehmen: „Vor kurzem ist in Tenneffee ein Denkmal für einen der tapfersten Burschen, die je gelebt haben, errichtet worden, dessengleichen in der Geschichte keines Krieges vorkommt — er starb lieber, als daß er einem Feinde sein Wort gebrochen hätte. Im November 18-3 mußte General Bragg fich Gewißheit darüber verschaffen, ob die Bundesarmee zur Verstärkung von Chattanooga von Nashville nach Corinth marschierte. Für diese Aufgabe wurden vier Mann auSerwablt, unter ihnen Sam Davis, ein Bursche von 20 Jahren. Von ihnen gelang es Sam David, sich die wichtigsten Nachrichten zu verschaffen; er stellte die Zahl der Mannschaften in jedem Regiment fest, erfuhr, daß fich auf Ehattanv'ga vorrückten, und vermochte vollständige Pläne der Befestigungen in Nashville und an anderen Punkten in seinen Besitz zu bringen. Er war tapfer bis zur Tollkühnheit. Auf dem Rückweg war die Bund-skavallerie hinter ihm her; er entkam ihnen aber im Dunkel der.Nacht, und um ihnen die Vortrefflichkeit seines Pferdes zu zeigen, schlug er ihren Pferden im Vorbeireiten mit seiner Mütze auf die Nasen. Aber er hatte das Unglück, am nächsten Tag in Gefangenschaft zu geraten. Ein Kriegsgericht verurteilte Davis mm Tode durch den Strang. Seine Jugend und sein männliches Auftreten erweckten in General Dodge solches Mitleid, daß er ihm seine Freiheit zu schenken versprach, wenn er ihm den Namen des Mannes nenne, von dem er die Papiere habe; doch Davis antwortete ihm: „Herr General, ich kenne die Gefahr meiner'Lage und bin Willens, die Konsequenzen zu tragen." General Dodge sagte ihm dann, er wisse, daß es jemand beim Hauptquartier oder jemand, der das Vertrauen des Stabes genieße, sein müsse, und er drängte in Davis, ihm den Mann anzugeben. Davis aber sagte: „Herr General, Sie tun Ihre Pflicht als Soldat, und ich tue die meine. Ich würde lieber sterben, als mein Wort, selbst einem Feinde gegenüber, brechen. Seien Sie ganz sicher, daß ich nie das in mich gesetzte Vertrauen täuschen werde." Er wurde wieder in Haft gebracht und nochmals alles versucht, um ihn zu bewegen, daß er den Namen seines Gewährsmannes nenne, aber er sagte: „Und wenn ich tausend Leben hätte, würde ich sie alle hingeben, ehe ick meine Freunde oder das Vertrauen meines Gewährsmannes verriete." Im allerletzten Augenblick machte General Dodge nochmal einen Versuch. Er sagte ihm. wenn er rhm nur den Namen angebe, würde er sofort in Freiheit gesetzt, erhalte sein Pferd, seinen Degen und sicheres Geleit zu den Linien der Konföderierten zurück. Abermals sagte Davis: „Ich habe nur ein Leben hinzugeben, aver meine Ehre kann ich mit mir nehmen in eine ande.e Welt." Da wollten die Mannschaften, in deren Augen Tränen flimmerten, das Urteil nicht vollstrecken; Davis gab selbst den Befehl, indem er sagte: „Wartet nicht, — tut euere Pflicht, Leut-; ich bin bereit." Sicher ist dieser Mann das Ideal eines jeden Weibes in der Welt, und Gott sei Dank beweist sein Tod, daß es kein Ideal, sondern etwas Wirkliches ist, und ich bin überzeugt, daß es auch heute viele Männer gibt, die, wenn sie auf die Probe gestellt würden, sich so treu und so heldenhaft verhalten würden wie dieser junge Held." Wir haben dem Vorstehenden nur hinzufügen, daß Sam. Davis, der Sohn eines jüdischen Emigranten aus Rußland, Jack Davis, war. Die Bibel in 400 Sprachen. In „Harper's Magazine" schreibt Mr. W. G. Fitz Gerald über die Bibel in 400 Sprachen. Er legt klar, mit welchen Schwierigkeiten oft die Uebersetzungen in die Sprachen'der Naturvölker verbunden sind. In einer Sprache waren „Schwein", „Ratte" und „Hund" die allein bestehenden Tiernamen; für „Stadt", „Weizen" oder „Gerste" gab es keine Ausdrücke und für Minerale nur vier Bezeichnungen. Das Auslassen eines einzigen Buchstabens ist oft die Ursache, daß aus dem Bibeltext der größte Unsinn wird. Das Tahitische hat keinen Ausdruck für „Ehrlichkeit" oder „Gewissen", die Sprache der Maori keine für „Hoffnung" und „Gesetz". In Uganda wartete ein Uebersetzer einmal fünf Jahre lang, um die Bezeichnung „Plage" in einem bestimmten Dialekt zu erfahren. Schließlich kam er durch Zufall darauf. Die Länder, die der Bibel aus einem oder dem anderen Grunde noch verschlossen bleiben, sind: Arabien, Persien, Nepal, der Sudan (aus politischen Gründen) Albanien und Abyssinien. In Albanien kennt man das Evangelium und die Psalmen schon seit vielen Jahren; sie sind im toskischen Dialekt mit albanischen Buchstaben geschrieben. Den übrigen Büchern sperrt die hohe Pforte den Eingang. _ Emmy Kohn. Die Juden in den „Urkunden der Stadt Wien“. Berichtigung des Verfassers: In dem Ariikel „Die Juden in den Urkunden der Stadt Wien“ ist infolge Ausbleibens einer letzten Korrektur folgendes nachzutragen: S. 724, Z. S&X Rabbi Israel 1385; 8. 725 links, Z. 16; Pfge. (etwa — 2.450 Kronen), rechts. Z. 33: Isserleins Urgrossvater. Herr 8. Spinner schreibt uns: Sehr geehrter Herr Redakteur! In der letzten Nummer der „Oesterreiehischen Wochenschrift“ veröffentlicht Herr Dr. M. Gr. einen Artikel: Die Juden in den Urkunden der Stadt Wien. Ich erlaube mir einige darin vorkommende Notizen bezüglich der Rabbinen in Niederösterreich richtigzustellen. Der unter Krems in einer Urkunde vom Jahre 1?85 erwähnte R Israel ist nicht, wie dort angegeben, R. Israel Isserlein, sondern R. Israel aus Krems. Dieser wird nur so genannt,

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