Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 44 (1.11.1907)
- Date
- 1907-11-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 44 Vr. BLvch's WochenfttzrM. Seite 735 Affia, Pachlin, Peltlin, Paeczel, Perline, Plueme, Boran, Phebel, Vrawenhail, Draehel, Gertraud, Genanna, Gentel, Grazza, Halle, Hannsuezze, Hendlin, Hestra (Istier), Gaila (Kalia), Joseppin, Liebei (Libusch), Minnlin, Mirl, Nechel, Rechlin, Raedlin, Ramel, Riffka, Schawlein, Suezzel(Suzzlina),Slava, Swarza, Toechterlein, Wyschna, Zerl, Zitzlin; Ybbs: Heczlin 1376; Zell: Merchlein 1406, Hatschim 1370; Z n a i m: Hestra 1435. Den breitesten Raum nimmt in den Regesten die Familie S t e u s s ein. 1352 verkauft David S t e u s s, Haendleins von Neuenburg Sohn [»Pluemens Enenchel« (Rahmers Litrbl, XX 124)], Liegenschaften, die ihm aus der Schuld einer Adeligen verfallen sind, an einen adeligen Herrn. 1360 bestätigt ihm der Kanzler des Herzogs Rudolf V. den Empfang eines Darlehens. 1362 verkauft Steuss einen Hof. 1364 soll ihm auf Befehl der Herzogs, seines Schuldners, die Stadt Wien von der Bürgersteuer 2000 Pfund Pfg. bezahlen. 1366: David als Gläubiger auf 54 Pfd. Pfge. 1367: Es ist von Schuldabtragungen an ihn, zum Teil in Naturalien, die Rede. J ä k 1 e i n Steuss, sein Schwager Tröstlein u. a. bürgen für einen flüchtigen Juden (vgl, Scherer, Rechtsverhältnisse 377). 1368: von 2000 Pfd., die ihm Adelige schulden, 1368 von einem David verkauften Hause, 1371 von Liegenschaften zu Ulrichskirchen, Pilichdorf und Neusiedel, die ihm nebst anderen Juden verfallen sind und die er verkauft. 1372: ein Hauskauf Steussens, 1373 ein Guthaben seines Sohnes Jäklein. 1373: Kauf Davids, Verkäufe seines Schwiegersohnes Troestl, Guthaben seines Sohnes Haendlein, 1375 Herzog Albrecht schuldet David Steuss 800 Pfd. Wiener Pfg. Nr. 3332. 1375, Dez. 6, Schottwien. Albr. Herzog v. Oesterreich beurkundet,- dass er David Staeuzzen, Juden zu Wien, 850 Pfd. Pfg. schuldet. Der Herzog hat davon 500 Pfd. bar erhalten (zur Reise nach Schwaben zu seinem Bruder Herzog Leopold), und für die 350 Pfd. hat er dem Juden das Haus zu Wien abgekauft, in dem nun seine Kanzlei ist und das der gen. Jude als Pfand von des Herzogs Kanzler, weiland Bischof Johansen von Brixen, innegehabt hat. Der Herzog will diese 850 Pfd. Pfg. aus seiner Kammer von nächsten Weihnachten ab in 1 Jahr bezahlen. 1376: ein Verkauf Davids. Schuld der Herzoge: Nr. 3335. 1376, Sept. 12. Die Brüder Albrecht und Leupolt, Herzoge zu Oesterreich, beurkunden, dass sie »Daviden dem Steuzzen vnserm Juden ze Wienn, weilent Hendleins von Newmburg zun«, 500 Pfd. W. Pfg., welche »er vns ze vnsern gegenwärtigen herzog vnd der rays wider die Venedier beraits gelihen hat«, schuldig sind und bis nächsten sand Jörgenlag zahlen sollen und geben darum »zu selbgescholn vnd purgeln [Bürgen] Haidenreichen von Meissaw, Obristen Schenken in Oesterreich, Hansen von Liechtenstein von Nicolspurg, vnsern des egenanten herezog Albrechtz hofmaister, Leupolten, pharrer ze Medlik, vnsern herczogs Leupolts amptman, vnd Thoman den Swemmlein, Herman von Eslarn vnd Stephan den Leyttner, vnser purger ze Wienn«. Wird die Zahlung innerhalb vorbestimmter Frist nicht geleistet, so soll derjenige Bürger, der vom Juden benannt wird, am nächsten Tage einen ehrbaren Knecht selbandern mit 2 Pferden zu Wien oder einer andern vom luden bezeichneten Stadt in ein ehrbares Gasthaus senden, die bis zur völligen Begleichung der Schuld Einlager halten müssen. 1377, 8, Apr. erwirbt David mit Bestätigung des Herzogs die Feste Rabenstein bei St. Pölten, 1380 die Feste Schauenberg bei Neustift. Er besitzt 47 Holden, viele Aecker und Weinberge, ist Eigentümer des Gerichtes mit Stock und Galgen und verwaltet zahlreiche Meierhöfe (Rahmers Litrbl. XX 135, »Im deutschen Reich« 1908, 8. 140). 1378: Guthaben Davids bei Rudolf von Waltsee (Landmarschall von Oesterreich) u. a. 1379. David verkauft einen Weingarten. 1380. David stellt dem Grafen Herrn, v. Gilly eine Quittung aus. Vor dem Herzog verklagt er Schuldner. 1385: zwei Grafen in seiner Schuld. 1387: ähnl. 1388. Jacob (Jäklein), H e n d 1 e i n und Jona, Davids Söhne, Gläubiger. IssacharTiem ihr Sachwalter. Albrecht sichert auch ihnen die Gnade zu, dass ihr Gerichtsstand nur der Herzog sein soll (vgl. Scherer 398 f). 1389. Tiem klagt (wie 1388) als Vormund der Kinder Davids wegen eines an ihren Baumgarten angrenzenden Hofstaatweingartens. 1391. Hauskauf Hendleins und Jonas. Bürgermeister, Richter und Schöllen der Stadt Brünn als ihre Schuldner. 1393. Tiem gewinnt jenen Prozess. 1396. Die Steuss erlassen dem Hofmeister des Herzogs Wilhelm eine Bürgschaft. 1397. Herzog Albrecht IV. schenkt seinem Kämmerer seine Hälfte des öden Hauses, das einst den Steuss gehört hat. 1398. Der Bischof von Passau wird von den Herzogen von Oesterreich seiner Schuld an die Steuss ledig gesprochen, [lieber dieses Brieftöten s. Roscher, Nationalökonomie 1892, III, 288. Das Verkaufen und Verleihen von Juden: Ltrbl. a. a. O., Scherer 378.] Nr. 4202. 1396, Aug. 28. Passau. Georg Bischof zu Passau hat wegen der Feste zu Swabdorf und »auch von der merkleichen geltschulde wegen, die wir den Stewssen, Juden ze Wienn, schuldig sein gewesen vnd gelten selten«, mit den Brüdern Wilhelm und Ernst, Herzogen von Oesterreich, Folgendes vereinbart: Die beiden Herzoge haben den Bischof von der Geldschuld völlig freigemacht und ihm den Schuldbrief, welchen die Juden inne hatten, eingehändigt. Der Bischof hatte den Juden schon 3000 Pfd. W. Pfg. abgezahlt. Für die merkliche Summe, welche der Schuldrest noch ausmacht, gibt der Bischof die Passau’sche Feste Swabdorff den beiden Herzogen als Leibgeding. Sie soll nach beider Tod wieder an das Bistum Passau zurückfallen. [Beziehungen des Erzbischofs von Salzburg zu dem Juden Heslein von Friesach s. Scherer 377.] 1399: Der Hofmarschall des Herzogs Wilhelm in der Steussen Schuld. 1402. Jona Steuzz kauft vom Stadtrichter. 1493: Jona und Haendlein als Gläubiger. 1404: Jacob und Hendel verzichten zugunsten Jonas auf ihren.Erbanteil an einem Weinberg. 1412: Steuss als Kläger vor dem Stadtrichter. 1416: Jona Gläubiger. 1417: Jona vermietet einen Weingarten an Christen. Er als Gläubiger. 1419. Dasselbe. 1421. Albrecht schenkt Haus und Garten, die einst Jona gehört, dem Wiener Bürgermeister Mustrer. (Hebr. Bibliogr. X V 8. 53, Scherer 415.) Es lag »zenechst Davids haus im Turm.« Von David und Jona Steuzz zählt Schweinburg-Eibenschütz 28 Gerichtsbriefe. Ueber Steuss (1378) s. auch Bl. d. Ver. f. Ldskde., XVIL, 42, Gesch. d. Stadt Wien, II, 184. Zu dem Hause Steuss gehörten noch: Josef, David St.’s Vetter (1369); Hannsuezze (vergl. Abersuez und ähnliche Judennamen), Davids Tochter, — als ihr Bevollmächtigter tritt (ihr Sohn) Salman, »Meister Maireins Sohn«, auf; Riffta, Meister Abrahams Hausfrau, war vielleicht eine andere Tochter Davids —; der Jude Chisel (1379) ist Davids »Schaffer«, Aschir (1377 Hausbesitzer) sein »scriptor« (Buchhalter). David Steuss wohnte (1371) »innerhalb des Werdertors«. Meister Meirein aus Erfurt ist R. Meir halevi (Schüler des R. Süsslein in Erfurt), Lesier — Chajim Elieser Or zarua, Meister Baruch — sein Sohn (Rev. et. juiv. 68), Meister Pesach sein Korrespondent [Mtsschr. 48, 447], Meister Abraham — R. Abraham Klausner, Isak in W.-Neustadt vielleicht Sohn des R. Schalom b. Isak, des dortigen Rabbiners; Meister Israel von Krems (s. Sohn Hetschel) ist R. Israel Isserlein (1365 Mose, der Enkel Israels aus Marburg, wohl sein Bruder, Aeserlein [Azriel] in W.-Neustadt sein Verwandter 1384). Der R. Jona, der 1420 zur Selbstentleibung aufforderte, dürfte Jona Steuzz sein. Dazu würde »Meister« Jöklein (sein Bruder) stimmen. R. Nissim (auch Guetmann, dessen Sohn Esra 1337) könnte mit dem Kommentator des Sefer hateruma, Nissim Schalom, identisch sein. Von besonderem Interesse sind noch folgende Regesten: 1341 wurde der Abt von Zwetl [der Abt von Melk, Rahmers Ltrbl. XX, 135, Kloster Seyz in Steiermark: das.] und sein Konvent durch Herzog Albrecht von Schulden an Aron Schwiegersohn der Plueme, befreit, »wofür sie ihm und seinen Vorderen einen Jahrtag nach ihres Ordens Gewohnheit begehen sollen«. 1396 schuldet der Hofmeister des Herzogs Wilhelm den Aeserlin in W.-Neusadt. 1413 erkauft mit Genehmigung des Bürgermeisters von Wien, des Münzmeisters in Oesterreich, der Jude Hocz die ihm verfallene »halbe Wechselbank« Hannsen des Rokken. 1433 verkauft Albrecht V. ein Haus, genannt »die Cantorei«, das nach dem Judenbrennen 1421 an ihn gekommen; 1439 ersucht der Herzog den König um die Erlaubnis, dass die Wiener den »Venedigern«, die seinem Juden Josef eine Summe Geldes abgenommen haben, diesen Betrag vorenthalten. Der König rät davon ab, da der, besonders für Oesterreich, wichtige Handel mit Venedig dadurch Schaden nehmen könnte. Aus der Familie Wallich (vergl. Frankel’s Monatsschrift 1905) begegnen uns hier: Slemuel Wallich Samudl b. Sabbatai, Schwiegersohn Isak Or zaruas s. Revue d. e. j. LIII 68] (~ Slumlinus Gallicus), sein Sohn Josef (1370) Schefftel, der Walch (1398), Eferlein, Jekl Wellichleins Sohn (1412), (Jacob u. Hesman, Söhne des Schefftel von Ofen 1373), 1379 wird ein domus Hospitalis Iudaeorum in der Wiener Judengasse erwähnt. 1368: Der Landmarschall von Oesterreich Schuldner Judmanns, des Juden. 1369, Jan. 18. Albr. v. Oesterreich beurkundet, dass er seinen Hofmarschall Hansen den Kneuzzer um der treuen Dienste willen, die er ihm geleistet hat, von Müschen, dem Juden zu Berchtolizdorf, und von Jodmann, vnserm Juden ze Wienn, vmb fomf brief, die si von im gehabt habent, deren ersterauf 347 Pfd., der zweite auf 66 Pfd., der dritte auf 66 Pfd. Pfg., der 4. auf 7 Pfd. und der fünfte auf 4 Pfd., alles Wiener Pfg., Hauptgutes und daraufgegangenen Schadens lauteten, geledigt hat. Die fünf Schuldbriefe sollen ihm und den Bürgen nicht schaden, den Juden nicht frommen. 1365, März 17. Herzog Rudolf IV. verfügt, dass Bischof Johann von Gurk, der 2000 Gulden zum Bau der Stift- und Domkirche Aller Heiligen zu Wien verheissen hat, dieser Summe samt 400 Gulden Hauptgutes von Musch, dem Juden, Isserleins Enkel von Marichpurg, ledig und los sein werde. (Orig, im bischöfl. Archiv zu Klagenfurt.) 1386, Febr. 4. »Für das Haus das da genannt ist Muschais suns haus dez juden«, das Herzog Rudolf den Carmelitem hatte schenken wollen, erhalten sie von Albrecht III. andere Häuser. 1328, Mai 11, Wien. Der römische König Friedrich bestätigt die wegen seines Bruders Herzogs Albrecht von Oesterreich zwischen dem Abte von Admont und dem Juden Puezlein um 300 Mark geschehene Taidung so, dass dem genannten Juden die 300 Mark in drei Jahren von der Judensteuer verrichtet werden.