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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-10-18 · 42 (18.10.1907) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
42 (18.10.1907)
Date
1907-10-18
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Sir. 42 2>r. JBlocD’a Mocvenscvrin. Sette 701 Budapest. (Auszeichnung.) Dem pensionierten Obericchnungsrat im Handelsministerium Simon Telkes wurde vom König der erbliche ungarische Adel mit dem Prädikate „de Kelenföld" und dem Präsidenten des „Ungarischen Jnformationsvereines" Max Guttmann in Anerkennung seiner Verdienste auf dem Gebiete des Handels der Titel eines „Königlichen Rates" verliehen. Uug.-Brod. In der Sitzung des k. k. Bezirksschulrates Göding vom 9. d. M. wurde die Oberlehrerstelle an der Volksschule der Jsraelitengemeinde Ung.-Brod mit Stimmeneinhelligkeit dem vom Ortsschulrate xrimo loco vorgeschlagenen Bewerber, Herrn Lehrer Ignaz Freschl, verliehen. Diese Ernennung hat allenthalben die lebhafteste Genugtuung und Befriedigung hervorgerufen. Während seiner 14 jährigen Wirksamkeit an der hiesigen Volksschule hat sich Herr Lehrer Freschl die Hochachtung und die Sympathien der ganzen Gemeinde sowie aller Kreise, die mit ihm in Berührung kamen, erworben. Salzburg. Unsere israelitische Gemeinde erfreut sich in den jüngsten Wochen einer ganzen Reibe von erbebenden und schonen Feierlichkeiten und Veranstaltungen. Zuerst war es am 1b. August d. I. die würdige Jnstallierungsseier unseres neuen Rabbiners Herrn Adolf Altmann und die gleichzeitige Amtseinführung des neuen Kantors Heiru Hermann Ko hn. Unmittelbar auf diese weihevolle und imposante Feier folgte das wirklich in allen Phasen gelungene Kaiserfest am 18. August, endlich reihte sich an den heiligen Feiertagen eine überaus sinnige, unserer ganzen Gemeinde zur Ehre gereichende festliche Tat an. Am ersten Sukkotb-Tage wurde ein prachtvolles und kostbares Prauches, ein spontanes Geschenk des israelitischen Frauenhilfsvereines, mit festlichem Gepränge — dessen Mittelpunkt der diesbezügliche Passus in der Rede unseres Herrn Rabbiner gewesen war — eingeweiht. Und schließlich, was den lebhaft erwachten, jüdisch idealen Sinn unserer Gemeinde am besten kennzeichnet und der Reihe der Veranstaltungen die Krone aufsetzt, ist der am 7. d. M. im Kursalon stattgefundene, sehr stark besuchte Vereinsabend des Vereines für jüdische Geschichte und Literatnr. Dieser Verein, der nunmehr schon mehrere Jahre, ohne ein bedeutendes Lebenszeichen von sich zu geben, darniederlag, sollte nun den rechten Impuls bekommen. Mit voller Begeisterung aller Anwesenden wurde der Verein zu neuem Leben erweckt und wurden gewählt: Herr Rabbiner Altmann, Obmann; k. k. Rechnunqsrevident Pollak, Obmann-Stellvertreter; Herr Julius Levi, Kassier; Herr Bernheim und Herr Otto Löwy, Schriftführer. An der bei dieser Gelegenheit stattgefundenen Diskussion beteiligten sich die meisten Anwesenden. Triest. Wie mir aus Lemberg mitgeteilt wird, ist am Sonntag den 6. Oktober d. I. Michael End zu Grabe getragen worden. Ich bin seit meiner frühesten Jugend mit der ganzen Familie eng befreundet und so iühle ich mich verpflichtet, dem verdienstvollen Manne einige Worte des Nachrufes zu widmen. Michael End geboren am 23. September 1851 in Stanislau als Sohn der seinerzeit sehr angesehenen Familie Abraham Hersch End; schon in seiner frühen Jugend zeigte Michael End eine besondere Vorliebe für die Wissenschaft des Judentuns. Mit besonderem Eifer vertiefte er sich in die Philosophie und Geschichte desselben. Wenngleich in Galizien in dieser Zeit mehr oder weniger alle gebildeten Juden hebräisch gekannt haben, hat selten einer so rein klassisch das Hebräische beherrscht, wie Michael End. Sein Beispiel und Muster war Erter. Im Jahre 1875 verheiratete er sich mit der Tochter des bekannten Autodidakten und hervorragenden Philosophen Salamon Rubin, später mit dem Doktortitel geschmückt; Schwiegervater und Schwiegersohn arbeiteten gemeinsam in ihren freien Stunden, ihre Erholung und Zerstreuung war das Vertiefen in ihre liebgewonnene Beschäftigung. Nach kurzer glücklicher Ehe verlor Michael End seine treue Gefährtin, doch das einmal angeknüpfte geistige Band zwischen Rubin und End ist dadurch nicht gelockert worden. Michael End hinterläßt eine trauernde Witwe. (In seiner zweiten Ehe war er verheiratet mit der Tochter des seinerzcitigen Großkaufmannes Moses Menkes). Ein beredtes Zeugnis der Beliebtheit und allgemeinen Anerkennung legte die große Teilnahme an seinem Leichenbegängnisse ab. Als sich vom Trauerhause der Leichenzug in Bewegung setzte, wurde derselbe auf dem Wege zum Friedhofe vor zwei Tempeln angehalten und daselbst feierlich eingesegnet. Pas Andenken dieses stillen Gelehrten sei in Ehren! Rabbiner Dr. U. Brettholz aus Triest. Lodz. (Große Spende.) Der hiesige Fabrikant Herr I. Herz spendete 100.000 Rubel zur Gründung eines jüdischen Lehrerseminars. Wir erinnern bei dieser Gelegenheit, daß anläßlich des Jubiläums des Barons Güuzburg ebenfalls zum Zwecke der Errichtung einer jüdischen Lehranstalt mehr als 100.000 Rubel gesammelt wurden. Die beteiligten Faktoren bemühen sich nun, die Vereinigung dieser beiden Stiftungen herbeizuführen und an die baldige Errichtung einer großen jüdischen Lehranstalt in Russisch-Polen zu schreiten. Konstantinopel. Die hiesige deutsch-österr.-ungar. israelitische KultnSgememde hat Herrn Jsak Klinkovstein aus Brod a. Save als Oberkantor engagiert, nachdem genannter Herr während seiner Probezeit von 3 Monaten sowohl durch den würdevollen Vortrag der Gebete an den hoben Feiertagen, als auch durch seinen außerordentlich guten Charakter sich die Zuneigung, ja sogar Freundschaft aller erworben hat. Herr Klinkovstein kann im wahren Sinne des Wortes ein Schliach Zibur genannt werden; denn durch seinen gefühlvollen Gesang, der eine ausgezeichnete Schulung verrät, hat er das Herz der ganzem Gemeinde gewonnen. Herr Klinkovstein ist ein Schüler des Herrn Oberkantors A. B. Birnbaum, Czenstochau (Rußland). Nach Beendigung seiner musikalischen Studien auf dem Konservatorium zu Warschau war Herr Klinkovstein Oberkantor in Mähr.-Ostrau, später in Brod a. Save, wo er 6 Jahre lang sich der größten Zufriedenheit seiner Gemeinde erfreute. jfemUeton. Zn Ehren Gottes. (Aus dem Englischen.) II. Am nächsten Morgen verließ Mendel zu früher Stunde sein Lager. Es war ein wichtiger Tag für ihn, eine Staatsangelegenheit. Vor einigen Tagen hatte er den Befehl erhalten, daß er dem! Vaterlande zu dienen habe, und heute mußte er sich in der Kaserne in der Hauptstadt einfinden. Er verließ mit vielen anderen Konskribierten das Dorf, um nach dreistündiger Wagenfahrt den Ort zu erreichen, wo das Los entscheiden sollte, ob er oder ein anderer das Glück haben werde, die Uniform Sr. Majestät des Zaren durch vier Jahre zu tragen. Natürlich sah Mendel dem Ergebnis des heutigen Tages voller Aufregung entgegen; wenn er die weiße statt der roten Karte zog, könnte ihn nur eine größere Geldsumme von Dienen befreien. Auch seine alten Eltern verbrachten den Tag in ängstlicher Erwartung. „Wenn er die weiße Karte zieht, bedeutet das unser Hab und Gut, unser Vermögen von 400 Rubeln." „Gott behüte uns davor, Simon," sagte seine Frau. „Man soll den Mund nicht zum Bösen öffnen." Und die beiden Alten setzten sich zu ihren Psalmenbüchern und wiegten ihre Leiber hin und her in der Extase ihrer Frömmigkeit. Auch Freide war gekommen und hatte sich neben den alten Leuten niedergelaffen, um den Tag im Gebete zu verbringen. An Jonas hatte Niemand gedacht, seine Gebete hätten sie nicht als Unterstützung geachtet. Aber weder die Psalmen der alten Leute, noch die kindlichen Gebete des jungen Mädchen hatten etwas vermocht. Als Mendel am Abend nach Hause kam, lasen sie es alle auf seinem Gesichte, daß er das rote Los gezogen. Aber der alte Simon war ein praktischer Mann. Er zog bedauernd die Schultern in die Höhe und frug: „Wann muß das Geld zur Befreiung erlegt werden." „Uebermorgen zu Mittag; wenn es nicht zur festgesetzten Stunde abgegeben wird, muß ich dienen," erwiderte Mendel. „Es wird pünktlich bezahlt werden," sagte der alte Mann entschloffen. Am nächsten Tage begab sich Simon zum Rabbiner deS nächsten Städtchens, bei dem er das Geld deponiert hatte. Seit Jahren hatte er mühselig daran gespart; die 400 Rubel repräsentierten gar viel Arbeit und Entbehrungen. Aber es

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