Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 42 (18.10.1907)
- Date
- 1907-10-18
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3020846-3021710-3021753--16774-3041613- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 700 Nr. 42 Dr. Llocb's MocbenscbrM, Anläßlich des Ablebens des sel. Emil Löw: Von Familie Ä. Epstein L 20.—, kais. Rat Erich Schaffer 30.—, Max Socholler 2».—, Sigmund Löwy 20.— , S. Otto 20.—, Albert Kohn 20.—, Dr. Moriz Schwesnburg 20.—, Josef Offer 20.—, Salo und Eamilla Cohn 50.—, Dr. Schick und Frau 20 —, Martin und Mathilde Cohn 30.—, Dr. Max isnd Hel. Hitschmann K 20.—. Zasam. K 290.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Wilhelm Flor: Von Braunstein & Komp. K 100.—. Wie«. (Auszeichnung.) Der Sultan hat dem Rabbiner der türkisch-israelitischen Gemeinde in Wien Michael P a p o und dem Oberkantor Jakob Bauer in Anerkennung ihres langjährigen ausgezeichneten Wirkens den Medschidje- Orden verliehen. Wie«. (Siumfeier.) Sonntag den 13. d.!• feierte der Verein „Thorah-Ez-Chajim" (Beth-Hamidrasch der Schiffschul) in den Lokalitäten der streng rituellen Speiseanstalt des Vereines „Einheit" den Sium auf den Traktat Pesachim und seine Adnexe. Die von nahezu 100 Personen besuchte Feier verlief in sehr animierter Stimmung. Die inhaltsvollen Vorträge des Herrn Rabbiners Fürst (Schiffschul) und des Vortragenden des Beth-Hamidrasch. Rabbiners Baumgarten, fanden reichen Beifall. Auch Herr Ignaz Weiß hielt einen lehrreichen, talmudischen Vortrag. Ueber Anregung eines Vereinsmitgliedes wurde eine Sammlung veranstaltet, um in Jerusalem für die baldige Herstellung unseres kranken Kaisers Gebete verrichten zu laffen. Die Versteigerung des „Benschen" ergab 200 Kronen für Vereinsmitglieder. Oesterreichisch-Jsraelitische Union, IX.. Universitätsstraße 8, Telephon 19277. Mittwoch den 23. d. M., halb 8 Uhr abends, findet im großen Saale des „Hotel Guth", II., Stephanicstraße 14, eine Vereinsversamm lung statt. Tagesordnung: 1. Mitteilungen des Präsidiums. 2. Bericht des Rechtsschutzbureaus. 3. Die neue parlamentarische Lage -Md die Juden. "—Referent : Vizepräsident Herr Heinrich Pollak. 4. Diskussion. Verein zur Hebung der Gewerbe. Sonntag den 20. d. M. um 9 Uhr vormittags findet eine Exkursion nach dem k. k. Po stsparkass en-Gebäude, ferner Niederösterreichische Handel s- und Gewerbekammer, I., Biberstraße, statt. Zu dieser hochinteressanten Exkursion um Vz9 Uhr Zusammenkunft im Caf6 Edison", I., Franz- Josess-Kai 13. D o n n e r s t a g den 24. d. M. um 1/28 Uhr Abends findet im Saale des Hotel de France, I., Schottenring 3, ein Diskussionsabend statt. Tagesordnung: „Die Krise im Baugewerbe" und die Mittel zur Behebung derselben. Die Diskussion wird von Herrn Stadtbaumeister und Bezirks'rat Edmund Melcher eingeleitet. Wie«. (Spenden.) Für die Mutter des Leopold Hilsner in G.-Meseritsch sind uns vom Eduard Vadasz in Budapest K 4.—, für die armen russischen und rumänischen Emigranten find uns unter M. K. je K 5.— zugekommen. Wien-Ottakring. Der Verein zur Ansspeisung armer israel. Schulkinder des XVI. und XVII.Bezirkes veranstalret Sonnlaq den 27. Oktober 1907, nachmittags '/.3 Uhr, im Carttheater eine Wohltätigkeits-Vorstellung. Zur Aufführung gelangt das mit großem Beifall aufgenommene Stück „Angot, die Tochter der Halle". Da das Erträgnis einem eminent humanen Zwecke, der Verköstigung hungernder israelitischer Kinder, gewidmet ist, bitten wir unsere geehrten Gönner, zahlreich diese Vorstellung zu besuchen. Dieser Verein speist täglich 120 Kinder aus und hat außerdem mit Beginn des heurigen Schuljahres einen Knaben- und Mädchenhort errichtet. Wir appellieren daher an das wohltätige jüdische Herz, unser edles Werk durch Lösung von Emtrittskarten zu dieser Vorstellung zu unterstützen. Karin sind beim Obmanne Herrn Leopold Trebitsch, XVI., Gangelbauergasse 38 und au der Kassa des Earltheaters zu haben. — Glaubensgenossen I Idlterstiötzt unsere edle Institution, um unsere Jugend vor körperlicher und geistiger Verkümmerung zu bewahren. Wien. Donnerstag den 3. Oktober l. I. veranstaltete die Wiener jüdische akademische Ferialverbindung ..Zephyra" im CafS Marienbrücke einen Vortragsabend für die jüdische Mittelschuljugend, bei welchem Dr. Nathan Birnbaum und Dr. Hermann K a d i s ch über „Jugend und Judentum" referierten und an dem sich gegen 500 Personen beteiligten. Nach den einleitenden Worten des Erstchargierten jur. Bondy, der die Verhältnisse an den Hochschulen und die Stellung der jüdischen Studenten an denselben erörterte und die nationale Organisierung als zur Hebung des Ansehens und Besserung der Existenzbedingungen notwendig bezeichnete, begann Dr. Birnbaum seinen Vortrag, der durch seinen geistvollen Gehalt tiefen Eindruck auf die Anwesenden machte. Er führte aus, national sein liege in der Natur eines jeden Menschen und sei durchaus nicht kulturfeindlich, im Gegenteile, die nationale Gruppierung sei für die Menschheit etwas Unerläßliches. Das streng ausgeprägte jüdische Bewußtsein im Osten sei durchaus nicht Orthodoxie, sondern reines Volksempfinden und der beste Beweis für die nationale Existenz des Volkes. Dieses Volk habe sich sogar eigene Sprache, eigene Literatur, eigene Kunst geschaffen. Der Ausdruck „Jargon" fei nur eine von den westlichen Juden gewählte gehässige Bezeichnung. Mit dem Ausdrucke der Zuversicht, daß die nationale Ueberzeugung die gesamte Judenschaft vereinen werde, schloß Redner seinen Vortrag. Dr. Hermann K a d i f ch führte aus, daß die Jugend das köstlichste Kleinod des Volkes bilde, auf dem alle Hoffnungen desselben beruhen. Besonders in der gegenwärtigen Periode des Ueberganges, in welcher die Beziehungen der Individuen und Nationen, der Raffen und Klaffen einer vollständigen Wandlung entgegengehen. Ein Blick auf die Lage der Juden in den verschiedenen europäischen Staaten, auf die überall nm sich greifende antisemitische Strömung beweise, daß eine allgemeine Judenfrage existiere. Der jüdische Nationalismus schließt nicht aus sondern ein und stehe auch nicht im Gegensätze zu einer wahrhaft demokratischen und radikal sozialen Politik Die jüdische Moderne, die die vollständige nationale Gleichberechtigung für das eigene Volk reklamiere, werde auch niemals die Hand zur Unterdrückung anderer Volksstämme bieten. Am Schluffe seiner Ausführungen forderte Redner die Jugend auf, mit aller Begeisterung den hier dargelegten Idealen stets treu zu bleiben. Nach einer anregenden, längeren Diskussion schloß der Vorsitzende gegen Mitternacht den Vortragsabend. Wien. Am 13. d. M. ist inUngarisch-Br o d Herr Hermann Kohn in hohem Alter verschieden. Der Heimgegangene war ein frommer, edler Mann, der einen geachteten Namen sich erworben und wegen seines Charakters und seiner gutjüdischen Gesinnung viele Sympathien gefunden, und das Oberhaupt einer großen Familie, von welcher mehrere Mitglieder geachtete Stellungen in der Gesellschaft einnehmen. Wien. (Das Los rumänischer Flüchtlinge.) Am 11. Abends um 9 Uhr fanden Passanten unter dem Tor des Hauses Leopoldstadt, Große Pfarrgasse 7 ein junges Mädchen, das sich nicht bewegen konnte, sorgsam auf einem Federpolster gebettet. Niemand war bei der Kranken. Man berief die Rettungsgescllschaft. Der Arzt stellte fest, daß die Kranke ein schweres Leiden hat. Sie gab an, die Faßbinderstochtcr Jentel Gleischner zu sein und sei mit ihren Eltern, die gezwungen wurden, Rumänien zu verlassen, aus Botuschani hieher zugereist. Die Familie kam nachmittags hier an. Da die Eltern noch keine Wohnung haben, betteten sie die 15jährige Tochter in der Einfahrt eines ihnen ganz fremden Hauses, und gingen weg, Wohnung zu suchen. Das Mädchen wurde in Spitalspflege gebracht. Spät nachts meldeten sich die Eltern, die selbst obdachlos waren. Baden. Herr Anton Schneider feiert am 20. Oktober seinen' 60. Geburtstag. In Folge seiner Tätigkeit auf kulturellem und humanitärem Gebiete verdient es erwähnt zu werden, daß er vor mehr als 34 Jahren die Chewra-Kadischa in Baden begründete und seit dieser Zeit ununterbrochen als Vorsteher fungiert. Er ist der Mitbegründer der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde, in der er viele Jahre an erster Stelle war und die meisten inneren Einrichtungen der Gemeinde seine Arbeiten sind. Er ist auch Mitbegründer und Beirat des hiesigen Frauen-Wohltätigkeitsvereines, sowie Vorstandsmitglied des Vereines zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Männer in Wien. Czernowitz. (Jüdisch-nationale akademische Verbindung „Zephirah".) Die Chargenwahlen für das XXI. Semester hatten folgendes Ergebnis: cand. jur. Wolf Herzberg (*), Präses; cand. jur. Hermann Bardach (**), Vizepräses; cand. jur. Juda Ebner (***), Schriftführer.