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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-09-27 · 39 (27.9.1907) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
39 (27.9.1907)
Date
1907-09-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 39 2>r Llocb's MocdenscbE Seite 639 in einer seinen letzten Predigten Veranlassung, das Fest unseres-»nicht bekannt worden. Vielleicht sieht sich ein Leser dieses Blattes gewesenen Präses zu berühren, wobei er den Jubilar als einenMin Kubin durch diese Zeilen veranlaßt. Näheres darüber zu Mann feierte, an dem das Psalmistenwort zur Wahrheit ge-Mberichten und das Epitaph auf dem Grabstein des R. Efraim worden: Gunst und Ansehen verleiht Gott; er versagt nicht dasWhier mitzuteilen. Wie man Schreiber sagte, leben noch einige Glück denen, die redlich wandeln. Sonntag erschien beim Jubel-Mandere Abkömmlinge des R. Efraim, also Anverwandte der paar eine Deputation des hiesigen Frauen-Wohltätigkeitsvereines,M Freiherren v. Kubinzky, in sehr dürftigen Verhältnissen in bestehend aus den Damen: Ehrenpräfidentin Frau DoktorMKubin, dessen voller Name eigentlich Als6-Kubin ist. 8t. . .. Laura Bloch, Präsidentin Henriette Grünwald, Vize-I Präsidentin Frau Babette Rosenmann, Frau KassierinR Ernestine Dickes, Frau Kontrolorin Therese Grünwald, Hen-A riette Glaser, Gisela Stein, Antonie Blatt, Margarethe Treibt,R Gisa Pollak, und überbrachte nachstehende Adresse: & Euer Wohlgeboren! Sehr geehrte Herr und Frau Dr. Jakob König! El Das Fest der silbernen Hochzeit, das Sie in gewohnter Be-Z scheidenheit fernab von der Gemeinde am 86. Juli begingen, ist flirI Ihre zahlreichen Freunde und Verehrer bedeutend und wichtig genug,f als daß sie dasselbe, wenn auch etwas verspätet, nicht mitfeiernf würden. Gehörte doch Ihr vor 25 Jahren gegründetes Haus zu den führenden und tonangebenden unserer Gemeinde und ist doch Ihre ‘ Wirksamkeit auf allen Gebieten des jüdisch-sozialen Lebens bis zur Stunde eine ebenso einflußwie segensreiche! (v Unser Verein zumal, welcher die Fürsorge für die israelitischen Armen und Bedürftigen des XXI. Wiener Gemeindebezirkes sich zur Aufgabe gestellt, ist Ihnen beiden, sehr geehrtes Jubelpaar, zu; besonderem Danke verpflichtet! i Sie, geehrter Herr Doktor, standen unserem Vereine als Arzt in selbstloser Weise bei, und Sie, sehr geehrte Frau Dr., widmeten der Leitung unseres Vereines seit Jahren Ihr warmes, von Menschen- ' liebe getragenes Interesse. Diese Ihre geschätzten Verdienste um unser humanes Vereinswesen sind bereits früher durch Ihre Ernennung zu Ehrenmitgliedern gewürdigt worden. Es erübrigt uns daher heute bloß, Ihnen nochmals Dank, vielen Dank für Ihr edles Wirken zu sagen und hieran den Wunsch zu knüpfen: Gott erhalte Sie beide im Kreise Ihrer lieben Angehörigen, sowie im Kreise Ihrer Sie hochschätzenden Freunde recht lange . . .! Zur Abstammung der Familie der Freiherren v. Kubinzky. Die Familie Kubinzky gehört keineswegs zu den ganz alten Prager Familien. Erst der Ur- oder gar nur Großvater des vor Kurzem in Wien verstorbenen Emil Freiherrn von Kubinzky war nach Prag gekommen. Er stammte aus Kubin im Arvaer Komitat in Ungarn und legte sich darum den Familien« namen Kubinzky bei. Es war dies wahrscheinlich unter Kaiser Josef II. Nach Prag dürfte ihn der weitgehende Ruf des damaligen Oberrabbiners, des berühmten Ezechiel Landau, geführt haben. Denn dessen Lehrhaus war der Sammelplatz hunderter talmudbeflissener Jünglinge (Bachurim) aus den entferntesten Ländern. Der nach Prag als Bachur gekommene Kubinzky war nämlich der Sohn des Kubiner Rabbiners R. Efraim, der der erste Rabbiner dieser Gemeinde und zugleich Rabbiner des ganzen Arvaer Komitates war. Er selbst nämlich, R. Efraim, hat — wahrscheinlich nachdem sein Sohn das väterliche Haus bereits verlassen hatte — den Familiennamen Pollatschek angenommen. Als Schreiber dieses, der selbst aus Kubin stammt, vor mehreren Jahren nach seinem Geburtsort kam und den dortigen Friedhof besucht hat, wurde ihm der Grabstein des Ahnherrn der Freiherren v. Kubinzky, des R. Efraim, gezeigt, den die Gemeinde in dankbarer Pietät gelegentlich der kurz vorher stattgefundenen Erweiterung des Friedhofes hatte renovieren lassen. Auch nach der Renovierung war der Stein nur ein kleiner unansehnlicher Sandstein geblieben, und der Kontrast zwischen diesem Grabsteine auf dem jüdischen Friedhofe in Kubin und dem prachtvollen Mausoleum aus kostbarem Marmor, das der verstorbene Baron auf dem jüdischen Friedhofe in Prag für die Familienangehörigen hat errichten lassen, dürfte gerade so groß sein, wie jener, der zwischen dem Rabbiner Efraim und den freiherrlichen Nachkommen obwaltet. Dem Schreiber dieses tuts jetzt leid, daß er sich damals keine Abschrift von dem Epitaph des Steines gemacht hat. Uebrigens war ihm gesagt worden, daß die Gemeinde Kubin sich an den Freiherrn wegen Vergütung ihrer Auslage und Errichtung eines monumentalen Denkmals wenden werde. Ob dies denn geschehen ist, ist ihm 1 Klattau. Unsere neurenovierte Synagoge wurde am |8. d. M. feierlichst eingeweiht. Nach einem unter der Leitung zdes Herrn Dr. Reiser gesungenen Choräle rezitierte Herr Oberkantor Grünwald einen Psalm, worauf Herr Rabbiner l/Dr. Bret in Gegenwart des Vorstandes, dessen Mitglieder, U geführt vom Ehrenvorsteher Herrn Porges und Vorsteher Herrn?7JUDr. Fleischer, die Bundeslade umstanden, das ewige Licht mit einer paffenden Ansprache entzündete. Hierauf hielt der ^genannte Seelenhirt eine gediegene Festrede, in der er ins- " besondere die Opferwilligkeit der Gemeinde und deren Mitglieder wie der jüdischen Ortsvereine hervorhob und der gewissenhaften ' Tätigkeit des Baukomitees, an dessen Spitze die Herren Feig! und Löwy gestanden, gedachte. Mit der Abfingung der Volkshymne schloß die würdige Feier, an der sich die Gemeinde mit sämtlichen Mitgliedern und deren Damen beteiligte. Die Synagoge ist prachtvoll in orientalischem Stile gemalt, erhielt eine neue, ausgiebige Beleuchtung und Ventilation, schöne Ehrenfitze und eine neue Kanzel; der Totaleindruck ist ein erhebender. — An der zweiklassigen, israelitischen, mit dem Oeffentlichkeitsrechte versehenen hiesigen Volksschule wurde Herr A. Baum als Oberlehrer, Frl. R. Ueberall als Lehrerin zweiter Klasse vom k. k. Bezirksschulräte Klattau bestätigt. — Am 17. d. M. wurde die im 86. Lebensjahre verstorbene Frau Franziska Treichlinger. geborene Klinger, unter reger Beteiligung aller Bevölkerungsschichten beerdigt. Die Verblichene war die Mutter des seligen verdienstvollen Kultusvorstehers Herrn Josef Treichlinger. Leiynik. Am 15. d. M. ist unserer Stadt die besondere Ehre zuteil geworden, daß uns Herr David Ritter von G u t m a n n, der hochverdiente Sohn der hiesigen altehrwürdigen Gemeinde, mit seinem Besuche beehrte. In seiner Begleitung waren Herr und Frau Baron Mayer und Herr und Frau Graf Sacerdotti, sowie auch Herr Dr. Sigmund Münz aus Wien, auch ein Leipniker, Sohn des seligen Herrn Jakob Münz. Die Anwesenheit des Herrn David Ritter von G u t m a n n galt vorwiegend dem Besuche der hier untergebrachten fünf russischen Waisenkinder, denen er seit ihrem Hiersein unverändert seine besondere Fürsorge angedeihen läßt und an deren Tun und Lassen er das größte Interesse an den Tag legt. Ueber das Aussehen und über die Fortschritte derselben äußerte sich Herr v. Gutmann lobend. Sodann besuchten die illustren Gäste in Begleitung des Kultusvorstehers Herrn David Spitzer und der Beiräte Herren Moritz Tauber und Jakob Grünberger das von demselben in Gemeinschaft mit seinem Neffen Herrn Max Ritter v. Gutmann gestiftete Altersversorgungshaus, welches in allen Räumen, sowie auch der im Hause befindliche Winter-Tempel, besichtigt wurde. Die Herrschaften verließen das Wohltätigkeits-Institut befriedigt. Leider war der Aufenthalt unserer Gäste hier nur ein sehr kurzer, weil drohende Gewitterwolken am Himmel auszogen und dieselben veranlaßten, die Rückreise nach Schloß Tobitschan bald mittelst Automobil anzutreten. Durch den Bau und die Einrichtung des Altersversorgungshauses haben die Herren Ritter von Gutmann in unserer Gemeinde ein Wohltätigkeitsinstitut geschaffen, mit welchem einem dringenden Bedürfnisse unserer Kultusgemeinde entsprochen wurde und in welchem arme, alte Leute eine gute Unterkunft und Pflege finden. Diese verrichten täglich inständige Gebete für das Wohlergehen der hohen Stifter und find voll Dankbarkeit für dieselben. Möge dieser hochherzige Wohltätigkeitsakt der Herren Ritter v. Gut mann auch den anderen Abkömmlingen unserer alten Gemeinde, welche jetzt außerhalb derselben ihren Wohnsitz haben, ein Ansporn sein und diese veranlassen, bei verschiedenen fteudigen und traurigen Gelegenheiten ihrer Heimatsgemeinde durch Wohltätigkeitsstif-

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