Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-08-23 · 34 (23.8.1907) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
34 (23.8.1907)
Date
1907-08-23
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3020846-3021710-3021745--16630-3041461
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Dr. Bloches WochrnjchrM» Nc. 34 Seite 564 losesten Weise auf das Ersprießlichste wirkt. Herr Dr. Sachs! erfreut sich ob feines liebenswürdigen entgegenkommenden Wesens allseits der wärmstens Sympathien und werden die zahlreichen Freunde des Jubilars dessen 70. Geburtstag gewiß mit den besten Glückwünschen begleiten. Triest. Aus Triest erhalten wir die Trauernachricht von dem Hinscheiden des greisen Oberrabbiners M e l l i. Der Heimgegangene erfreute sich in Triest allgemeiner Verehrung, lieber 52 Jahre wirkte er im Amte und sein Wirken hat Se. Majestät der Kaiser durch Verleihung des Franz Joseph- Ordens gnädig ausgezeichnet. Oberrabbiner M e l l i hat alle jüdischen Schulbücher ins Italienische übersetzt und herausgegeben und sich dadurch um den jüdischen Religionsunterricht in Italien ungemein große Verdienste erworben. Er war ein treuer Freund der' „Oesterr. Wochenschrift" seit dem Bestehen des Blattes, und er hat auch die Streitschriften Dr. B l o ch s gegen Professor Rohling ins Italienische übersetzt und in Italien verbreiten lassen. Seit vier Jahren hatte Oberrabbiner M e l l i sich aller rabbinischen Funktionen enthalten; das Amt leitete vollständig selbständig Herr Rabbiner Dr. B r e t t h o l z, der in kurzer Zeit die Kenntnis der italienischen Sprache vollständig sich angeeignet und das Vertrauen der Gemeinde erworben hat. Am vergangenen Freitag hat die Beerdigung des Oberrabbiners M e l l i unter zahlreicher Beteiligung der gesamten Gemeinde stattgefunden, welches noch einmal Zeugnis ablegte von der Anhänglichkeit und Liebe, die die Gemeinde dem verewigten Oberrabbiner über das Grab hinaus bewahrte. Ein Rothschild in Marokko. Dr. Baron Henri de Rothschild hat sich, nach einer Meldung des Pariser «Figaro", mit dem französischen Kriegs¬ und dem Marineministerium in Verbindung gesetzt, um in Tanger eine ärztliche Ambulanz zu organisieren, welche die Verwundeten von Casablanca gufnehmen wird. Dr. Baron Rothschild, der die Kosten dieser Samariteraktion trägt, hat sich bereits nach Spanien begeben, um alle nötigen Vorkehrungen zu treffen. Sobald er die nötigen Verbindungen mit den Behörden in Tanger angeknüpst haben wird, soll ihm sein Personal folgen. — Baron Henri Rothschild, dessen patriotisches Unternehmen in Frankreich natürlich die größten Sympathien findet, ist Doktor der Medizin, stammt aus der sogenannten «Londoner Linie" der Rotschilds, lebt aber ständig in Paris. Er ist 35 Jahre alt, mit Mathilde v. Weisweiler vermählt und Vater von drei Kindern. vermiscbtes. Wie». (Silberne Hochzeit.) Der im II. Bezirk bestbekannte Papier- und Galanteriewarenhändler Adolf Hatschek beging am 20. August mit seiner Gattin Amalie geb. Lazar das Fest der silbernen Hochzeit im Kreise seiner Familie. Wien XVI. Sonntag den 1. September a. c. begeht der Inkassant der israelitischen Kultusgemeinde Herr David Kopstein das 25jährige Dienstjubiläum. Vorträge im Beth-Harnidrasch „Ohel Abraham". Der Vorstand des Beth-Hamidrasch «Ohel Abraham", IX, Grüne Thorgafie 28, bringt hiermit zur Kenntnis, daß in diesem Bethause allabendlich Vorträge über den laufenden Wochenabschnitt, über die Haftorah, über Perek und über anderes Wisienswerte des jüdischen Lebens abgehalten werden. Diese Vorträge, welche bis jetzt nur den Vereinsmitgliedern galten, sollen nunmehr allen, die dafür Interesse haben, zugänglich gemacht werden. Hiedurch bietet sich allen Glaubensgenossen, die ihr jüdisches Fühlen und Denken noch bewahrt haben, Gelegenheit, ihrer Liebe zu unserer Lehre, zu unserem Volke Ausdruck zu verleihen. Insbesondere möchte der Vorstand die Herren Kaufleute und Angestellten aufmerksam machen, diese Gelegenheit, ihr jüdisches Empfinden zu stärken, recht fleißig zu benützen. Wien. Der Israelitische Humanitätsverein zur Ausstattung heiratsfähiger Mädchen (Wien, II., Große Sperlgasse Nr. 34) hält am Sonntag den 1. September d. I., präzise halb 2 Uhr nachmittags, in E. Herlinger's Saallokalitäten, Wien, II., Taborstraße Nr. 36, eine außerordentliche Generalversammlung ab. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht; 2. Beschlußfassung über bevorstehende Ausheiratungen; 3. Beschlußfassung über die Einhebung der Heiratsausstattungsbeiträge; 4. Anträge und Interpellationen. LSjähriges Jubiläum eines Knabenpensionats. Das von dem bekannten Pädagogen B. N a s s a u musterhaft geleitete Knabenpensionat, 2. Bezirk, Czerninplatz 4, feiert am 27. d. M. seinen 25jährigen Bestand. Demselben werden die Söhne der besten und vornehmsten Familien des In- und Auslandes zur Erziehung und Bewachung ihrer Studien anvertraut, um sich hier für ihren zukünftigen Beruf auszubilden. Die Zöglinge finden in dem Institut ein angenehmes Heim, genießen daselbst die sorgfältigste Verpflegung, besuchen die öffentlichen Schulen und werden in ihren Studien durch Nachhilfe von tüchtigen Lehrern unterstützt, so daß sie dieselben mit bestem Erfolge zurücklegen. Aus fast allen Weltteilen kommen dem Leiter dieses vorzüglichen, wohl jedem Privathause vorzuziehenden Instituts schon jetzt von früheren Zöglingen Glückwünsche und Dankesbezeugungen zu. Die ehemaligen Zöglinge befinden sich fast ausnahmslos in geachteten, teilweise hohen Stellungen und gedenken mit Freude ihrer früheren Studienstätte. Zu gleicher Zeit feiert der Jubilar seine silberne Hochzeit. Ihm zur Seite steht seit 25 Jahren seine treffliche Gattin, die nicht minder in ihrem Berufe als Erzieherin und Pflegerin der ihr anvertrauten Kinder wirkt und sich mit Eifer und Liebe ihrer Aufgabe widmet. Das Jubelpaar hält sich gegenwärtig in seinem eigenen Ferienheim, Vöslau, Schlumbergerstraße 16, auf. Wien. Herr Abraham Broch, der Evidenzhaltungsdirektor und Vorstand des Triangulierungs- und Kalkulbureaux im Finanzministerium, wurde schon vor acht Jahren zum Hofrat ernannt und erhielt den Orden der Eisernen Krone. Jetzt, aus Anlaß der von ihm erbetenen Uebernahme in den dauernden Ruhestand, erhielt er vom Kaiser das Komthurkreuz des Franz Joseph-Ordens, die höchste Auszeichnung, die einem Zivilisten zuteil wird, Herr Hofrat Abraham Broch steht seit 40 Jahren im Staatsdienste, hat von der Pike auf gedient und durch sein ruhmvolles Wirken sich bis zur höchsten Stelle aufgeschwungen. Er ist ein bescheidener, edler Mensch, voll Güte und Wohlwollen, und bei allen Anlässen wohltätig. Er ist ein geborener Proßnitzer und Präsident des Vereines der Proßnitzer und hat viel Gutes für seine Landsleute erwirkt. Er hält treu zum jüdischen Glauben in allen Lagen seines Lebens. Zum Beweise diene, daß er seinen alttestamentarischen Namen beibehalten hat (Abraham). Dr. Michael Holzmanu. Der Unterrichtsminister hat den Amanuensis an der Universitätsbibliothek in Wien, Dr. Michael H o l z m a n n, ad personam zum Skriptor daselbst ernannt. In dieser außertourlichen Beförderung ist wohl eine Anerkennung für die vielfachen Verdienste zu suchen, die sich Dr. Hvlzmann aus dem Gebiete der Bibliographie erworben hat. Dr. Holzmann ist der Verfasser der Lexika der Anonymen und Pseudonymen, die als Nachschlagebücher von unschätzbarem Werte sind und in keiner Bibliothek fehlen dürften. Große israelitische Vergnügungsreise nach Palästina, Syrien, Egypten, Griechenland und Konstantinopel. Die vom Reisebureau „Tabor", A. Grajevsky L Ko., Jerusalem, im Herbst l. I. veranstaltete Vergnügungsreise nach dem Orient findet starken Anklang unter allen Schichten des Judentums; es ist bereits aus Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Holland, Dänemark und Rußland eine solche Anzahl von Anmeldungen zur Reise eingetroffen, welche das Stattfinden der Reise sichert. Die Reise wird demzufolge am bestimmten Datum ab Wien und Budapest anfangen. Herr A. Grajevsky, Direktor des Reisebureaus „Tabor", fährt am 16. September von Jerusalem nach Konstantinopel ab, um dort die letzten Arrangements auf dem ihn dort erwartenden Dampfer zu treffen, von wo aus er sich nach Budapest, „Hotel Royal", begibt, um daselbst die Teilnehmer zu erwarten. Diejenigen, welche die Ab-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.