Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 34 (23.8.1907)
- Date
- 1907-08-23
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Vr. Blortz's Wochrnsttzrist. Nr. 34 Seite 561 zu protestieren, und ich bin eigens zu diesem Zwecke nach England herübergekommen. 2. Durch Artikel 152 der Statuten der Company ist folgendes angeordnet: „Mit Ausnahme derjenigen Fälle, in denen es durch diese Statuten ausdrücklich anders vorgeschrieben ist, kann eine Bekanntmachung durch die Gesellschaft an irgend ein Mitglied dadurch erfolgen, daß dieselbe einmal in den vom Aufsichtsrate jeweilig dafür bestimmten Zeitungen eingerückt wird." Es ist keinerlei Nachricht gemäß diesem Artikel über die Versammlungen der Company zum Zwecke der Statutenänderung den Aktionären gegeben worden. Keiner der Aktionäre, die durch mich ihre Aktien erhielten, hatte Kenntnis von den Versammlungen der Compai y, auf denen die erwähnten Resolutionen beantragt und genehmigt wurden. Keine Ankündigungen über die Versammlungen erschienen in russischen Zeitungen, soviel ich unterrichtet bin, oder sonst in einer Zeitung, die unter solchen Aktionären zirkuliert. Anderseits bin ich informiert und glaube es auch wahrhaftig, daß diejenigen, die an der Aenderung des Memorandums interessiert sind, privatim sich an ihre Freunde in Rußland wandten und Vollmachten zugunsten der Abänderung sammelten. Die Versammlungen waren also tatsächlich keme Vertretungen der Aktionäre der Bank. 3. Vor drei Wochen erschien in der ..Volksstiuime", einem Järgonblatt, und im „Hasman", einer hebräischen Zeitung, beide in Wilna verbreitet, eine Ankündigung in dem Sinne, daß die Aenderung der Bankstatuten bereits vollzogen sei, und das batte zur Folge, daß es für mich schwierig wurde, Vollmachten von Personen, die gegen die Aenderung sind, einzusammeln. Ich hatte allerdings bereits Vollmachten für die Anwälte zum Zwecke des Protestes gegen die Aenderung im Interesse von einer großen Zahl von Aktionären, die ungefähr 2000 Aktien besitzen, gesammelt. 4. Ich habe eine große Zahl von Aktionären der Bank aufgesucht, und die große Mehrheit von denen, die ich aufgesucht habe, sind dafür, daß die Bank eine Kolonisationsgesellschaft für irgend ein Gebiet der Welt (einschließlich Palästinas) sei, und diese Stimmung unter den Aktionären ist so stark, daß sie erklärten, sie würden lieber auf ihre Aktien verzichten, falls das Statut der Company geändert würde, und von der Company das Geld, das sie für die Aktien gezahlt haben, zurückfordern. Korrespondenzen. Das Geburtstagsfest Sr. Majestät des Kaisers wurde in sämtlichen Gotteshäusern der österreichischen Knltusgemeinden in diesem Jahre mit besonderer Feierlichkeit begangen. Auch in sämtlichen Tempeln der Wiener Kultusgemeinde, sowie der Bethausvereine fanden gottesdienstliche Veranstaltungen statt. Im Tempel der Seitenstettengasse wurde die Feier mit dem Abfingen des von Professor Salomon S u l z e r vertonten Festpsalm 111 durch Oberkantor Singer mit dem Chorpersonal eingeleitet, hierauf hielt Oberrabbiner Dr. G ü d e m a n n die Festpredigt. Dem Festgottesdienste wohnten bei: der Präsident der Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern mit dem Vorstandsmitgliede Max Frank, dem ersten Sekretär kaiserlichen Rat Dr. Theodor Lieben und vielen Beamten, Bethausvorsteher Karl L e m b e r g e r, der Vorsteher der israelitischen Armenanstalt Josef Jelinek, Stadtbaumeister Donat Z i f f e r e r. viele Vorstandsmitglieder humanitärer und Kultusvereine u. a. m. Im israelitischen Tempel der Leopoldstadt hielt die Festpredigt vor einem zahlreichen Publikum Rabbiner Dr. S ch m i e d l, die kantoralen Funktionen versah Oberkantor Guttmann mit dem Chorpersonal. Im israelitischen Tempel in Fünfhaus sprach Rabbiner Dr. G r u n w a l d, die kantoralen Funktionen versah I. Kantor I. Schleifer. Im israelitischen Tempel zu Währing hielt Rabbiner Dr. F e u ch twa n g die Festpredigt und I. Kantor S i l b e r m a n n versah die kantoralen Funktionen. Im Gemeindetempel Ottakring hielt Rabbiner Dr. Bach die Festpredigt und die kantoralen Funktionen versah 1. Kantor Matyas. Im Gemeindetempel des XXI. Bezirkes, Floridsdorf, sprach Rabbiner Dr. Rosenmann und versah Kantor Rosenberg die kantorale Funktion. Im israelitischen Tempel des IX. Bezirkes hielt Rabbiner Dr. G e l b h a u s die Festpredigt, die kantoralen Funktionen versah Oberkantor Kläger. Im israelitischen Tempel des Bethausvereines für die westlichen Wiener Bezirke sprach Rabbiner Dr. T a g l i ch t, die kantoralen Funktionen versah Oberkantor D ü n m a n n. Im israelitischen Tempel des XX. Bezirkes, Brigittenau, hielt Rabbiner Dr. A b e l e s die Festpredigt. Die kantoralen Funktionen versah Oberkantor B a s s e r. Im israelitischen Tempel der Josefstadt sprach Rabbiner Dr. Bauer, die kantoralen Funktionen versah Oberkanlvr K w a r t i n. In der Synagoge des Vereines „Beth Israel" sprach Rabbiner Mayersohn und die kantoralen Funktionen versah Oberkantor Schorr. Gleiche Berichte kommen uns aus P r a g, Brünn. Krakau, Lemberg. Czernowitz zu. Im Smichower Tempel hielt der Herr Doz. Rabbiner Dr. Herzog die Festpredigt, die kantoralen Funktionen versah Oberkantor Otto Goldbaum. In B i s e n z hielt Rabbiner Dr. Hoff eine patriotische Ansprache; dem Gottesdienst wohnte bei die Kultusrepräsentanz und die gesammte Schuljugend. In Neuhans hielt Rabbiner Dr. S ch w e n g e r die Festrede, die kantoralen Funktionen versah Kantor Julius Nürnberg. In A m st e t t e n fand der Festgottesdienst in Anwesenheit des k. k. Bezirkshauptmannes Herrn Baron Lederer statt. Die Predigt hielt Herr Dr. B e r t i s ch, die kantoralen Funktionen versah Herr Kantor und Religionslehrer S. Fried aus Purgstall. In I a m n i tz hielt bei der gottesdienstlichen Veranstaltung Herr Dr. M a r m o r st e i n die Festpredigt. Die kantoralen Funktionen versah der Schulleiter und Kantor Herr Adolf B l ü m e l. Dem Festgottesdienste wohnten bei: Der Kultusvorsteher Samuel Kohn mit den Vorstandsmitgliedern Moritz Mayer, Dr. I. G l e i ß n e r, die Tempelvorsteher Emanuel P o l l a k und Ludwig Mayer, sowie ein zahlreiches im Festkleide erschienenes Publikum. Einweihung des Bereinshauses Bnei-Brith. (XX., Karajangaffe 20.) In überaus solenner Weise fand Sonntag am 4. August die feierliche Einweihung der ehemaligen, zu einem Betsaale adaptierten Toynbeehalle statt. Es hatten sich hiezu eine überaus große Anzahl von Vereinsmitgliedern, mehrere Deputationen, sowie zahlreiche Gäste eingefunden. Der Obmann des Vereines, Herr Heinrich G a tz n e r. eröffnete die Feier mit einer herzlichen Ansprache und begrützte die Anwesenden, unter Anderen den Kultusvorsteher und Obmann des Bethausvereines am Volkert Herrn Adolf S ch r o m e k und Herrn W B a n d l e r, den Polizeibezirksleiter Herrn Tauber, die Deputation des Brigittenauer Tempelvereines, bestehend aus den Herren Dr. R o t t, Juwelier Jakob Kohn und Jakob G o l d n e r, eine Abordnung der Rembrandt-Synagoge, Herrn Oberkantor Schorr in Vertretung des Vereines Tomech Ewjonim. die Deputation des Vereines Mikdosch Mjad und Meches Jeschua u. a. m. Herr Obmann Gaßner sprach sodann dem löblichen Kultusvorstand den Dank für seine munifizeute Unterstützung aus, ferner der geehrten Bezirkskommission des II. und XX. Bezirkes, sowie allen seinen Kollegen im Ausschüsse für deren aufopfernde und werktätige Beihilfe, insbesonders dem Obmanne des Baukomitees Herrn Dr. Ernst Müller, ebenso auch allen Gönnern und Spendern, unter anderen Herrn Führer, welcher die prächtige Bundeslade gestiftet hat. G^Herr Religionslehrer Löw-Vogl nahm das Anzünden des „ewigen Lichtes" vor und hielt hierauf die Festrede. Den gesanglichen Teil besorgte Herr Kantor Basser mit seinem Chor. Anläßlich dieser Feier wurde auch eine von Gönnern gespendete Thorarolle eingeweiht, deren kostbaree Ausschmückung die Herren Dr. Müller und Münz stifteten. Den Schluß des Festes bildete das K a i s e r g e b e t mit der Volkshymne. In dankbarer Anerkennung sei auch gedacht des bekannten Architekten Herrn I. Reiser, der in uneigennütziger Weise die Pläne zur Einteilung und zur dekorativen Ausschmückung und Ausgestaltung des Betsaales geliefert und die Ausführung dieser Arbeiten geleitet und beaufsichtigt hatte. Den konstruktiven Teil der Arbeiten hat Stadtbaumeister Gieskann in anerkennenswerter Weise durchgeführt. Eine prächtige Arbeit hat der bekannte Dekorationsmaler S. Feuer geliefert, der hiedurch wieder einmal gezeigt hat, datz er den erstklassigen Malern unserer Stadt würdig an die Seite gestellt werden kann.