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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-08-23 · 34 (23.8.1907) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
34 (23.8.1907)
Date
1907-08-23
Page
– (sequence 12)
Language
German
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@ctte 560 m. Lwcv s MocvenscvrtN. Nr. 34 diesen Kongreffen brauchen durchaus nicht Aktionäre der Company zu sein, und nicht mehr als ein Sechstel der Delegierten, welche am Kongreffe 1905 in Basel teilnahmen, waren Aktionäre der Company, wie dies durch die Tatsache bewiesen wurde, daß an der Versammlung der Aktionäre, welche während des Kongresses abgehalten wurde, höchstens 100 Personen teilnahmen, während auf dem Kongreß über 600 anwesend waren. Die auf der Versammlung der Aktionäre im Jahre 1906 vertretene Stimmenanzahl repräsentiert in keiner Weise eine bedeutende Majorität oder irgend eine wirkliche Majorität der Aktionäre, wie dies aus der Tatsache hervorgeht, daß nicht mehr Stimmen, als auf 4488 gewöhnliche Aktien Bezug hatten, abgegeben wurden, aus einer Gesamtzahl von 253.265 Aktien, welche stimmberechtigt waren, und nicht nur waren die Delegierten auf dem Kongresse größtenteils keine Aktionäre, sondern die Wähler, welche sie repräsentierten, bestanden, obwohl sich unter ihnen Aktionäre befanden, in großer Anzahl aus Nicht-Aktionären, da ein jeder, welche einen Schilling zahlt, zur Wahl berechtigt ist. 3. Ich war ein intimer, persönlicher Freund des verstorbenen Herrn Dr. Theodor Herzl, des Begründers der Bewegung, und mit seinen Anschauungen und Meinungen vertraut. In seinem Werke „Der Judenstaat", welches die zionistische Bewegung einleitete, ließ Herr Dr. Herzl die Frage unentschieden, ob die vorgeschlagene Kolonisation in Palästina oder Argentinien betrieben werden sollte, und obgleich er loyal die Entscheidung des ersten Kongresses akzeptierte, wpnach Palästina zum Ziele auserkoren wurde, erregte die Erfolglosigkeit seiner- Unterhandlungen mit dem Sultan in ihm den Wunsch, vollends alle im Memorandum gegebenen Machtbefugnisse zur Kolonisation in anderen Ländern und zu irgend welchen sonstigen Zwecken auszunutzen, welche die Erreichung der im Paragraph 2 des Abschnittes III des Memorandums ausgedrückten Endziele herbeiführen könnten. Paragraph 2/m lautet: „Zu fördern, zu entwickeln, zu betreiben und auszuführen Emigration und Immigration von oder nach irgend einem Lande oder irgend welchen Ländern in irgend einer Weise, welche dem Aufsichtsrate nutzbringend für die jüdische Raffe in irgend einem Lande oder Gebiete erscheinen mag." In seiner Rede auf dem Kongreffe im Jahre 1903 sagte Dr. Herzl: „Nach dem Mißerfolg der letzten Unterhandlungen in Konstantinopel und im Hinblick auf das wachsende Elend mußten wir andere Wege finden." Und bezüglich des ostafrikanischen Vorschlages sagte er: „Ich glaube, daß der Kongreß Mittel finden kann, sich dieses Angebot zunutze zu machen." Und nachdem der Kongreß entschieden hatte, eine Kommission zu entsenden, das Gebiet zu erforschen, schrill» Dr. Herzl am 14. September 1903 an die „Jewish Colonisation Association", die Körperschaft, welche über die vom Baron de Hirsch hinterlassenen Millionen verfügt, und forderte dieselbe auf, einen Teil der Kosten zu tragen. In diesem Briefe sagte er: „Es geht aus den Schriften bezüglich dieser Sache und aus Berichten der Regierung hervor, daß dieses Gebiet fruchtbar und wohlgeeignet für die Besiedelung durch Europäer ist. Mau darf daher annehmen, daß das lange gesuchte Asyl für die leidenden, heimatlosen, unglücklichen Wanderer unseres Volkes gefunden worden ist, obgleich es nicht Zion ist und niemals sein kann." Es ist meine entschiedene Ansicht, daß es den Interessen des jüdischen Volkes zuwider wäre, wenn die Kolonisations-Operationen auf solche Länder des Orientes beschränkt würden, von deren Herrschern die zionistischen Führer noch niemals während ihrer zehnjährigen Tätigkeit die geringste Konzession erlangt haben. Es würde unserem Volke alle anderen Möglichkeiten rauben, ohne in irgend einer Weise die Kolonisation in den besagten Ländern zu sichern. 4. Die auf dem Zionistenkongrcffe im Jahre 1905 abgegebenen Stimmen repräsentieren nur eine temporäre Majorität, die in einem ausnehmend chaotischen Momente im Zionismus erlangt wurde, der dem im Jahre 1904 erfolgten Tode des besagten Herrn Dr. Herzl zuzuschreiben ist und von deffen Wirkung die zionistische Bewegung sich noch nicht erholt hat. Eine beträchtliche Anzahl von russischen und anderen Delegierten auf dem Kongreffe im Jahre 1905 glaubte, daß dieser Kongreß unrechtmäßig konstituiert war, da die Mandate der Delegierten nicht genügend geprüft worden waren, und als Protest gegen die behauptete Illegalität weigerte sich diese Minorität, an der Abstimmung teilzunehmen und zog sich vom Kongreffe zurück. Ueberdies war Herr Dr. Max Nordau, der Präsident des Kongresses, gegen die Entscheidung des Kongresses und Unterzeichnete meine Resolution zugunsten einer Aktion in Ostafrika und griff spater die Entscheidung des Kongresses als eine verräterische Handlung gegen das jüdische Volk an. 6. Auf dem Kongreffe im Jahre 1903, auf dem der besagte Herr Dr. Herzl den Vorsitz führte, war die Partei, welche gegen die Beschränkung der Kolonisation auf Palästina ist, in der Majorität, uud ein Vorschlag, daß eine Kommission entsandt werde, das Gebiet für die in Vorschlag gebrachte Kolonisation in Britisch-Ostafrika zu besichtigen, wurde mit 295 gegen 177 Stimmen angenommen. Ich war auf diesem Kongresse anwesend, und der jetzige Versuch, das Memorandum der Company zu ändern, ist ein ungerechter und Unterdrückung bezweckender seitens einer temporären Majorität, um künftighin das Jnbetrachtziehen der Forderungen der Kolonisation im weiten und gewöhnlichen Sinne als entgegengesetzt der Besudelung von Palästina zu verhindern und um die jetzige temporäre MinorijLt zu vernichten und zu paralysieren. Falls das Memorandum aber in seiner alten Form gelassen werden würde, würde es in keiner Weise die Macht der Majorität von 1905 beeinträchtigen, zu tun, was sie beliebt, solange sie eben eine Majorität bleibt. 6. Die Agitation zwecks der vorgeschlagenen Abänderung war von Russen, welchen westliche, politische und finanzielle Handlungsweisen fremd sind, organisiert, und die englischen Direktoren des Trust einschließlich Herrn Greenberg und Herrn Josef Cöwen haben öffentlich gegen die Abänderungen protestiert. Herr Greenberg sandte einen Brief an die Versammlung der Aktionäre in Basel, welchen ich verlesen hörte und in welchem er sie bat, die Abänderungen nicht vorzunehmen. Herr Cowen, obgleich aus anderen Gründen als es die meinigen sind, stellte sich an die Spitze der Agitation gegen die Abänderungen und ersuchte mich um Vollmachten, welche ich ihm gab, indem ich ihm auch auf andere Weise in seinem Agitationskampfe half. Stets, wenn diese Frage in zionistischen Versammlungen besprochen wurde, gab es große Meinungsverschiedenheiten, wie z. B. auf der Versammlung der English Zionist Federation, über die ein wahrer und richtiger Bericht im „Jewish Chronicle" vom 3. Juli 1906 erschienen ist, welcher mir jetzt vorgelegt wird und den Vermerk „A" trägt. 7. In Erwiderung auf Par. 10 des Gesuches sage ich, daß die Company noch nie zu kolonisieren begonnen hat, und obgleich eine Erforschungskommission nach der Sinai-Halbinsel gesandt wurde, worüber ich den endgiltigen Bericht zusammenfaßte, hat die Kolouisationsfrage nie eine praktische Verwirklichung gefunden, bis das Angebot der Britischen Regierung eines in Ost-Afrika gelegenen Gebietes besprochen und, wie bereits oben gesagt, vom Kongresse im Jahre 1903 günstig entgegengenommen wurde. Die Teile der Erde, auf welche die Kolonisationsoperationen des Trust beschränkt werden sollen, nämlich: Asiatische Türkei, Sinai und Cypern, bieten der jüdischen Kolonisation besondere Hindernisse. Cypern ist eine kleine Insel von nur 3584 Quadratmeilen und hat eine Bevölkerung von nahezu 70 per Quadratmeile. Herr Rt. Hon. Joseph Chawberlain sagte mir aus seiner Erfahrung als Kolonialminister, und ich glaube dieses auch, daß jüdische Kolonisation in Cypern unmöglich ist. Sinai ist eine Steinwüste, und die Unterhandlungen des Jewish Colonial Trust mit der britischen und egyptischen Regierung betreffs dieses Gebietes haben sich bereits als fruchtlos erwiesen. Noch minder erfolgreich haben sich die Unterhandlungen mit dem Sultan bezüglich Palästinas und noch anderer Teile der asiatischen Türkei erwiesen. Der Jewish Colonial Trust hat während der acht Jahre seines Bestehens weder einer einzigen Person zur Auswanderung verholfen, noch einen einzigen Morgen Landes kolonisiert und die gewünschten Beschränkungen werden nur dazu dienen, das Vermögen für eine unbestimmt lange Zeit, soweit der wahre Zweck in Frage kommt, unangetastet zu lassen. 8. Ich glaube, und so glaubt eine Anzahl Zionisten einschließlich des Herrn Greenberg, des Direktors des Trust, welcher im Namen Dr. Herzls mit der britischen Regierung bezüglich der Kolonisation in Ostafrika verhandelte, daß selbst, wenn der Zweck der Trust angenommen wird, als ein im engsten Sinne mit Palästina verknüpfter, daß es eine Verwechslung des Endzieles und der Mittel zu diesem Ziele ist, Kolonisation auszuschließen, welche durch Hebung des Status und Förderung der Einigkeit der Juden, ihre Macht erhöht, dieses historische Endziel zu erreichen. Herr Greenberg hat oft der Idee Ausdruck gegeben, daß es ebenso eine moralische wie eine geographische Nähe zu Palästina geben könne. Die vorgeschlagene Abänderung des Memorandums würde alle solche Mittelwegschritte ausschließen, ebenso die Möglichkeit, mit dem Sultan diplomatisch umzugehen. Die Gesuchsteller, kurz gesagt, verwechseln die Mittel mit dem Ziele und beschränken die Mittel zu unserem gemeinsamen Ziele. 9. Ich deponiere bezüglich vorbesagter Tatsachen aus eigenem Wissen und selbsterworbener Information mit Ausnahme solcher Fälle, die ich besonders erwähne. Erklärung drs Herrn M. S. Uriaschsohn aus Grodno. M. S. Uriaschsohn aus Grodno (Rußland) erklärt feierlich: 1. Da ich an der Lösung der Judenfrage und der Bewahrung des jüdischen Volkes vor Verfolgungen liefen Anteil nehme, veranstaltete ich im Jahre 1899 jüdische Volksversammlungen in Grodno und dessen Distrikt. Ich war dazu autorisiert von Gregori Lourie aus Pinsk, einem der Direktoren der obenerwähnten Bank. Als Resultat dieser Versammlungen gelang es mir, über 2500 Sbares der Company in Grodno, 2600 in Byelostok und andere an anderen Orten zusammen über 6000 zu plazieren. Ueber siebzig Perzent dieser Aktien waren und sind im Besitze von Personen, die keine Zionisten sind, und diese Personen haben mir erzählt und ich glaube, daß es eine Tatsache ist. 1. daß sie keine Aktien der Bank gekauft hätten, wenn die Kolonisations-Möglichkeiten nur auf Palästina beschränkt würden, 2. daß sie ausdrücklich die Aktien zu dem Zwecke gekauft haben, um die Bewegung zu fördern für Kolonisation von Juden in irgend einem Teile der Welt (einschließlich Palästina), der sich für deren Aufnahme eignet, und weil sie geglaubt hätten, daß die obgenannte Company das beste Mittel sei. das durchzuführen. Die meisten dieser Leute haben mich aufgesucht und protestierten gegen die geplante Aenderung der Statuten und haben mich beauftragt, alle Schritte zu tun, um gegen die Genehmigung der projektierten Statutenänderung durch das Gericht

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