Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 27 (5.7.1907)
- Date
- 1907-07-05
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 27 Dr Biocb’s Mocdenscdrrn. Seite 44H Bürgerschule und der Lehrkörper der Volksschule in Hosterlitz. In der Zeremonienhalle des hiesigen Friedhofes hielt Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Schorstein dem Dahingeschiedenen einen tiefempfundenen Nachruf. Herr Oberlehrer Löwy und Herr Salomon König als Obmann des Ortsschulrates widmeten dem seiner Familie und unserer Schuljugend so frühzeitig Entrissenen Worte des Dankes und der Anerkennung. Jreiftadt. Am 27. v. M. fand hier eine öffentliche Religions- Prüfung unter ziemlich großer Beteiligung von Gemeindemitgliede-n „ statt. Der Erfolg des Unterrichtes war ein ausgezeichneter, worüber die Herren Kultusvorsteher Dr. Albert Mayer und Vorstandsmitglied Leopold Elsner dem Herrn Rabbiner Dr. M. G Mehrer nnd dem Religionslehrer Herrn Leopold K e r n b l u m ihre . vollste Anerkennung ausdrückten. Zum Schluffe der Prüfung hat ein Schülergottesdienst stattgefunden, bei welchem Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. M. G. Mehrer den Kindern gute Lehren ans Herz legte. Mit Absingnng der Volkshymne schloß die hübsche Feier Olmütz. Herr Samuel Krakauer, Nikolsburg, wurde in den Landesgewerberat der Markgrafschaft Mähren gewählt. In der Sitzung vom 23. März d. I. beschloß der mährische Landtag, einen Landesgewerberat ins Leben zu rufen, um, wie der Motivenbericht des Gewerbeausschuffes betonte, die wirtschaftlichen und kulturellen Bestrebungen der Gewerbetreibenden besser fördern zu können. Dem Gewerberate gehören an Vertreter: a) der Handelstreibenden 4; b) von anderen Gewerbetreibenden 26; e) der Handelskammern 4; ä) des Landesausschuffes 4; e) der Regierung -; f) die Genossenschaftsinstruktoren des Handelsministeriums 2 und g) 2 Mitglieder des Landesausschusses, je die Hälfte der gewählten Mitglieder ist der deutschen, respektive der tschechischen Nation zu entnehmen. Nach der Wahl der 2 Gewerberäte aus dem deutschen Handelsstande hielt der Obmann des Verbandes der deutschen Genossenschaften Mährens, Herr F. Galle, Olmütz, eine bemerkenswerte Rede, er sagte unter anderem: Ich begrüße es, daß die Wahl auf Herrn Krakauer gefallen ist, wir haben in unserem Verbände Herrn Krakauer als tüchtiges, arbeitseifriges Miglied schätzen gelernt. Ich begrüße das Resultat dieser Wahl umsomehr, als uns hiemrt die ersehnte Gelegenheit geboten wurde, öffentlich zudem onstrieren, daß wir in unserem Verbände jedwede Politik vermeiden und uns bei unseren Aktionen nur von wirtschaftlichen Motiven leiten lassen, und ich bitte Sie, meine Herren, treten Sie gegenteiligen Bestrebungen in den Genossenschaften aufs Schärf st e entgeg e n. Galgocz. Die 25jährige Jubiläumsfeier des Schuldirektors Max V a j d a, welche am 23. v. M. stattfand, nahm einen glänzenden Verlauf und gab einen Beweis der Liebe und Wertschätzung, deren sich der Jubilar in allen Schichten der hiesigen Bevölkerung erfreut. Der geräumige und für diese Gelegenheit reich dekorierte Schulhof füllte sich bis auf das letzte Plätzchen mit einem feiertägig geschmückten Publikum. Der Jubilar wurde in schwungvollen Reden namens der Gemeinde durch Se. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Rosenfeld und im Namen des Schulstuhls durch den Schulpräses Herrn Dr. Szilard gefeiert. Herr kgl. Rat Schulinspektor v. Libertiny zollte nach Hervorhebung der ausgezeichneten pädagogischen Wirksamkeit des Jubilars der israelitischen Kultusgemeinde seine vollste Hochachtung für das mit schweren Opfern errichtete, sowohl in pädagogischer als auch in sanitärer Richtung vollkommen entsprechende schöne Schulgebäude und überreichte dem Jubilar eine die pädagogischen und patriotischen Verdienste des Schuldirektors würdigende Zuschrift vom k. k. Unterrichtsministerium. Ferner hielten Reden: Schuldirektor Benö Berger, Pozsony, namens des ungarischen israel. Landeslehrervereines; Dr. Jzidor Rosenfeld namens der gewesenen Schüler. Bügerschuldirektor Läzar und Frau Bella Schwartz-Großmann als Vorsteherin des durch Herrn Vajda gegründeten und in religiöser und nationaler Beziehung eine sehr wohltätige Wirksamkeit entfaltenden „Jüdischen Mädchenvereines", an dessen Spitze der Jubilar als Direktor steht. Die Gefühle der jetzigen Schüler des Jubilars drückte ein Zögling der vierten Klaffe, Jenö Szold, aus. die der unmittelbaren Lehrer Abraham Galgöczi und die des Nyitraer israelitischen Lehrkörpers Ignatz Fischer, langjähriger Freund des Jubilars. Unter den mannigfachen Ehrungen ist besonders hervorzuheben die Gründung eines „Vajda Miksa"-Fondes. dessen Erträgnis ein in der ungarischen Uebersetzung des hebräischen Bibeltcxtes die besten Fortschritte machender Schüler erhält. Ferner ließ die Schulkommission das Bild des Jubilars anfertigen, das, mit schönem Rahmen versehen, iu der Direktionskanzlei seinen Platz finden wird. Nebst kostbaren Silberstücken wurde ihm auch ein Ehrendouceur in Goldstücken übergeben. Bei dem um 8 Uhr abends im Prachtsaale des Hotels „Zum Hirschen" veranstalteten Bankette, an welchem die Honoratioren und die Intelligenz der Stadt teilnahmen, sprachen noch: Israelitischer Gemeindepräses Herr Jakob Fuchs, der in Begleitunq einer gelungenen Ansprache dem Jubilar auch das Geschenk der Gemeinde, einen wertvollen silbernen Pokal, überreichte; ferner Stuhlrichter Somogyi, städtischer Notar, Karl Svoboda, Bernhard Deutsch, Lehrer Fischer aus Nyitra u. n. a. Das hiesige Lokalblatt brachte in seiner Tags darauf erschienenen Festnummer das wohlgetroffene Bild des Jubilars. Das gelungene Arrangement iü'l'or-.M'iich zu da, ken dcn verdrossenen Bemübungem des Schulpräses Herrn Dr. Szilärd und den Kollegen des Gefeiertem; Frau Professorsgattin Balla-Breuer, Herren Sandor Erdälyi, Albert Almüßi und Abraham Galgüczi. Oftrowo. Die Wahl des Rabbiners Dr. F r e i m a n n* Holleschau zum Rabbiner der hiesigen Gemeinde ist nicht bestätigt worden, weil der Gewählte Ausländer ist und keine Aus»! ficht auf seine Naturalisation besteht. Breslau. Landesgerichtsrat Goldfeld in Breslau ist vom Justizminister zum Oberlandesgerichtsrat ernannt und an das Obergericht in Celle berufen worden. Derselbe hat jedoch den ehrenvollen Ruf mit Rücksicht auf seine persönlichen Verhältnisse abgelehnt. Breslau. Der Sohn der bekannten Schriftstellerin Frau Regina N e i s f e r in Breslau, Dr. K. N e i s s e r, Assistent am Allgemeinen Krankenhaus in Breslau, hat sich mit Fräulein Th. Rieß daselbst verlobt. Wir übermitteln der hier noch von ihren Vorträgen im vergangenen Winter in bestem Andenken stehenden Dame unsere herzlichsten Glückwünsche. Aus der terrilurialiftischeu Bewegung. Memphis. U. S. A. Die neue Emigrations-Bewegung: nach G a l v e st o n bildete den wichtigsten Beratungs-Gegenstand des hier abgehaltenen Benai-Berith-Tages. Das erste Referat erstattete Mr. Ralph I. Schwartz aus N e w-O r l e a n s, welcher u. a. sagte: „Es gibt in den Vereinigten Staaten viele Gebiete, wo eine Einwanderung nicht nur nicht willkommen, sondern tatsächlich eine Wohltat, wenn nicht gar eine Nützlichkeit wäre. Sollte es uns gelingen, unser Volk in diesen Distrikten anzusiedeln — und das ist es, was wir tun wollen — dann würden wir nicht allein dazu beitragen, ein nationales Immigrations-Problem zu lösen; nicht nur die Entwicklung gewisser Teile unseres Landes fördern helfen, sondern wir würden dadurch auch die Entstehungs- und Verbreitungs-Möglichkeit einer starken antisemitischen Strömung in den Vereinigten Staaten mit all ihren Konsequenzen verringern. Unsere Glaubensgenossen hätten dann die Pflicht, Frieden, Erholung und Hoffnung den Tausenden und Abertausenden zu bringen, bei denen jetzt nur Not, Kummer und Elend wohnen." Der Konvent empfahl die Einberufung eines lokalen Logentages, der den Zweck hätte, die besten Maßnahmen für die Regulierung des neuen Emigrations-Stromes zu treffen. Eine große Minorität war für die Gründung großer landwirtschaftlicher Kolonien. Feuilleton. Chajim auf der Ieschidah. Von Dr. F. Rich. Heinschet. (Fortsetzung.) Ehajim kehrte ins Wohnzimmer zurück, wünschte angenehme Ruhe, begab sich zu Bette und schlief bis in den lichten Tag hinein. Spitzer war ein Frühaufsteher und entfernte sich geräuschlos, um Chajim nicht zu wecken. Frau Katz stand bereits im Laden. „Guten Morgen, Frau Katz," grüßte Spitzer. Frau Katz dankte ihm nicht. „Was hat dieser Gawsenik ') wieder," brummte Spitzer vor sich hin. „Jochanan, Du brauchst nicht mehr zum Schlafen zu kommen," schrie Frau Katz aus dem Laden heraus; Spitzer dachte, Reb Löb sei unerwartet von der Reise zurück und schritt seinem' Elternhause zn. Spitzer kam gleich nach dem Frühstück ins „Beshamidrasch" 2) und Chajim erzählte ihm. was in der letzten Nacht vorgefallen, ohne aber Simchah zu verraten. ') stolz; hochmütig. l) Lehrzimmer.