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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-07-05 · 27 (5.7.1907) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
27 (5.7.1907)
Date
1907-07-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 448 auch außerhalb Berlins in anderen Großgemeinden abzuhalten, um dort das Interesse für die Gesellschaft und ihre Ziele zu wecken. Der Ausschuß kooptierte endlich an Stelle seiner verstorbenen Mitglieder die Herren Professor Dr. C o h n-Breslau und Dozent Dr. I. E l b o g e n-Berlin, bewilligte eine Reihe von Subventionen und beschloß zuletzt die Ernennung des Herrn General- Konsul E. Philippson in Brüssel, der sich um die Gesellschaft durch wiederholte größere Zuwendungen in hohem Maße verdient gemacht hat, zum Ehrenmitgliede der Gesellschaft. Vermischtes. Wie«. Kommerzialrat Leopold Baß, Direktor der Firma Gottlieb Taussig, wurde vom k. k. Handelsgerichte zum beeideten Sachverständigen und Schätzmeister für die Parfümerie- Brauche ernannt. Wie«. Der k. k. niederösterreichische Landesschulrat hat mittelst Erlasses vom 20. Juni den wirklichen Lehrer am Sophien-Gymnasium Herrn Rabbiner Dr. Jakob Reiß zum t 1 Professor ernannt. Wie«. (Auszeichnung.) Der Kaiser hat dem Publizisten Dr. Johannes H o r o w i tz den Orden der Eisernen Krone dritter Klaffe verliehen. Johannes Horowitz fungiert als Syndikus des Verbandes der auswärtigen Preffe und ist seit 29 Jahren Vertreter des „Daily Chronicle" in Wien. In den letzten Jahren leitete er eine rege literarische Aktion ein, die zum Zwecke hatte, durch Artikel über Oesterreich in der englischen Preffe den englischen Touristenstrom nach Oesterreich herbeizuleiten, wodurch auch die Oesterreichische Ausstellung in London verdienstlich vorbereitet wurde. Joachim Simon Perlberger, kaiserlicher Rat und Großindustrieller zu Kladno bei Wieliczka. Ein treuer Sohn des Judentums ist mit dem Hinscheiden des biederen und wackeren Großindustriellen, kaiserlichen Rates Joachim. Simon Perlberger zu seinen Vätern heimgegangen. Frühzeitig hat dieser edle Mann die schönste Ausbildung im jüdischen Wissen erlangt. Das Elternhaus war ein wahrhaftes Patrizierhaus, in welchem viel Gutes und Wohltätiges geübt wurde. Dieser I. S. Perlberger hatte ftühzeitig für industrielle Bestrebungen, geweckt durch die Anweisungen seines Vaters Hirsch Perlberger, Sinn bekundet und kraft seines Fleißes eine Spiritusraffinerie erster Größe in Wieliczka gebaut, so daß man es wert gefunden, vielfach diesen strebsamen Mann auszuzeichnen und zum kaiserlichen Rat zu ernennen. Eine mustergiltige Erziehung wurde seinen Kindern zu teil und spielen diese gleichfalls eine lobenswerte Rolle im industriellen und gewerblichen Leben. Dem Schreiber dieser Zeilen ist ein edler, treuer Freund mit I. S. Perlberger durch den unerbittlichen Tod entriffen worden. Möge der edle Geist des Vaters auf den wohlerzogenen Kindern ruhen und dessen Andenken zum Segen sein. Albert Löw. Ueber das Leichenbegängnis wird uns gemeldet: Unter sehr großer Beteiligung aus allen Schichten der Bevölkerung vo t Kilasno, Wieliczka und Krakau fand Sonntag den 30. Juni das Leichenbegängnis statt. Sämtliche Behörden der Stadt Wieliczka und sehr viele Honoratioren aus Krakau, Tarnow n. haben an demselben teilgenommen. Rabbiner Fränkel hielt dem Verblichenen einen ergreifenden Nachruf; sodann folgte eine Rede des Kultus-Präsidenten Herrn Pinkas Z i m m e l s. Im Namen der Familie sprach ein Bruder des Verstorbenen, Herr Josef Perlberger aus Lemberg. Im Namen der Beamten sprach der Buchhalter Herr Moriz Templer. Nr. 27 Theologischer Verein der Hörer an der Jsrael.- theologischen Lehranstalt in Wien. Alle Zuschriften und Sendungen für den Theologischen Verein sind während der Sommermonate an den Ferialleiter Herrn Josef L ö w y, I., Schönlaterngaffe 6, zu richten. Bon Kosaken überfallen und erschossen. Vierzehn russische Kosaken überfielen ein Gasthaus an der Landstraße nach der russischen Grenzstadt Radziwillow und plünderten den daselbst wohnhaften Getreidehändler Ascher Einoch aus. Die Kosaken bemächtigten sich alles Bargeldes und aller Wertsachen und wollten sich dann entfernen, kehrten aber bald zurück, schossen Einoch und deffen Frau nieder und verwundeten Einochs Vater schwer. Der Schwiegertochter Einochs wurden beide Hände abgeschnitten, ein zwölfjähriger Knabe wurde lebensgefährlich verletzt. Zuletzt wurde das Gasthaus in Brand gesteckt. Die Kosaken wollten dann über die Grenze flüchten, aber zwei von ihnen wurden noch auf österreichischem Gebiet von Gendarmen festgenommen. Prag. (S t e r b e f a l l.) Am 22. Juni l. I. verschied plötzlich in Prag an einem Herzschlage der Großkaufmann Herr Sigmund Witrofsky, der vormals lange Zeit in Jglau domizilierte. Der Verblichene war durch seine eminente kaufmännische Begabung, seine streng rechtliche Geschäftsgebahrung und sein freiherziges, weltgewandtes Wesen eine in den weitesten Gesellschaftskreisen, besonders Mährens und Böhmens, beliebte und hochgeschätzte Persönlichkeit. Auch auf dem Gebiete der Wohltätigkeit war der Verstorbene eine Zierde des Judentums, denn er wirkte seit Dezennien als eifriges Mitglied verschiedener jüdischer Humanitätsvereine und unterstützte die bedrängten Glaubensgenossen, die an seinen hilfsbereiten Sinn appellierten in großzügiger, ja aufopferungsvoller Weise. Der Entschlafene war der liebevollste Gatte und Vater und bewies selbst den fernstehendsten Verwandten gegenüber den sprichwörtlichen jüdischen Familiensinn. Trotz moderner Lebensauffassung gehörte der Verstorbene zu den heutigen Tages so seltenen Juden, die durch ihre jüdische akademische Bildung bei den Fachgelehrten Ansehen genießen. Das Hinscheiden dieses edlen, hilfreichen und guten Mannes wird daher bei Allen, die ihn kannten, die auftichtigste Teilnahme Hervorrufen. Er ruhe in Frieden! Laibach- Der hiesige deutsche Korrespondent hatte am Sonntag das Bedürfnis, in seinem Sprachrohr „Die Deutschen Stimmen aus Kram", Beilage des „Grazer Tagblatt", die Aufstellung einer größeren Anzahl von Bänken in der Lattermannsallee zu fordern und hiebei auch der hiesigen wenigen Juden zu gedenken, indem er die Wendung gebrauchte, daß die dort angebrachten Bänke zumeist von den Juden und deren Mischpoche für ganze Nachmittage okkupiert werden. Diese Gemeinheit und Lüge eines präpotenten Saufbruders gegenüber einer Anzahl Steuerträger verdienen angenagelt zu werden. Bruder Suff regt sich in der letzteren Zeit über die hiesigen Juden allzusehr auf. die ihm überdies nur mit Verachtung antworten. ZNifflitz. Unsere Gemeinde wurde durch den Tod des langjährigen und verdienstvollen Lehrers der hiesigen Volksschule Herrn Josef Hahn, welcher am 21. Juni d. I. im 57. Lebensjahre plötzlich verschied, in tiefe Trauer versetzt. Herr Lehrer Josef Hahn, welcher einer gelehrten Nikolsburger Familie entstammte, wirkte durch 36 Jahre an der öffentlichen Volksschule der Jsraelitengemeinde Mißlitz in aufopferndster Weise und hat während dieser langen Zeit durch sein eminentes Wissen auf profanem und jüdisch-wissenschaftlichem Gebiete die schönsten Lehrerfolge erzielt. Die Trauer um den verblichenen Lehrer gab sich bei der am 23. v. M. stattgefundenen Bestattung in beredter Weise kund. Eine große Trauerversammlung gab dem vielverdienten Jugenderzieher das letzte Geleite. Unter anderen die Vertretungen der Jsraelitengemeinde, der Kultusgemeinde, der Chewra-Kadischa und des Frauenvereines, sowie sämtliche Lehrer und Lehrerinnen der hiesigen Volks- und Dr. Mocb's MocbenscbriN.

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