Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 25 (21.6.1907)
- Date
- 1907-06-21
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 25 Vr. Blmtz's Wochenschrift. Seite 417 Vermiscbtes. Goldene Hochzeit. Am 29. d. M. feiert in Hietzing das Ehepaar M o r i z und Rosa Popper das goldene Hochzeitsfest. Das Ehepaar etfreut sich eines hohen Ansehens und ungeteilter Verehrung in allen Kreisen der Bevölkerung ohne Unterschied des Standes und der Konfession. Der Ehe entsprossen 5 Söhne, 4 Töchter, 17 Enkel, 1 Urenkel. Von Amerika und England kommen Kinder zu dem schönen Feste, das im engsten Familienkreise gefeiert wird. Einer der Söhne ist der wohlbekannte langjährige Vizepräsident des Kaufmännischen Vereines, der Schöpfer und Kuratoriums-Präsident der Neuen Wiener Handelsakademie, Herr Isidor Popper, der erste Anreger und eifrigste Förderer des Galizischen Hilfsvereines. Kaiserlicher Rat Ignaz Wilhelm. Der Herausgeber und verantwortliche Redakteur der „Korrespondenz Wilhelm", kaiserlicher Rat Ignaz Wilhelm, wurde vom Kaiser durch die Verleihung des Ordens der Eisernen Krone dritter Klasse ausgezeichnet. Vor einigen Monaten vollendete die „Korrespondenz Wilhelm" das vierzigste Jahr ihres Bestandes; kaiserlicher Rat Wilhelm hat es unterlassen, dieses seltene Jubiläum zu feiern, er verbat sich auch die Bemühungen seiner Freunde, die die vierzigste Wiederkehr des Gründungstages nicht vorübergehen lassen wollten, ohne den Mann, der mit seltener Gewissenhaftigkeit aufopferungsvoll seinem schwierigen Journalistenberufe obliegt, zu feiern. Nun ist er neuerlich vom Kaiser ausgezeichnet worden. Die hohe Auszeichnung hat in den weiten Kreisen, in denen kaiserlicher Rat Wilhelm sich großer Wertschätzung erfreut, lebhafte Genugtuung hervorgerufen. Verein zur Abwehr des Antisemitismus. Die Generalversammlung findet, wie bereits in voriger Nummer angezeigt, Samstag den 22. d. M. in Ruppert's Restauration, I., Johannesgaffe 4 (kaufmännischer Verein), abends 7^ Uhr, statt. Zu Beginn wird Herr Dr. Bernhard Münz die Gedenkrede auf den im Jahre 1906 verstorbenen Vizepräsidenten Herrn Dr. Heinrich Coudenhove-Kalergi halten. Gäste willkommen. Wien. (Verlobungen.) Herr Friedrich Seligmann, Sohn des Herrn Karl S e l i g m a n n, Obmann des israelitischen Tempelvereines in Wien, X., hat sich mit Fräulein Helene Schick, Tochter des Herrn Kommerzialrates Berthold Schick, Direktors der Unionbank, verlobt. — Fräulein Irene SS ermann hat sich mit Herrn Heinrich Engel, Beamter der israelitischen Kultusgemeinde, verlobt. Wien. (Trauung.) Montag den 24. Juni l. I. findet in Frankfurt a. M. die Trauung Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners Dr. Armin Abeles mit Fräulein R e n a t e K a h n statt. Wien. (Trauung.) Sonntag den 23. d. M. um dreiviertel 4 Uhr nachmittags findet im Stadttempel, I., Seitenstettengasse, die Trauung des Fräulein Irene L ö w y mit Herrn Josef Frischmann statt. Wien. Der Ausschuß des Verbandes der israelitischen Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen hielt am 6. Juni eine Sitzung unter dem Vorfitze seines Obmannes Herrn Rabbiner Dr. Feuchtwang ab, in welcher die Mitwirkung des Mittelschullehrer-Verbandes in Böhmen von deffen Gründung und Konstituierung mit Befriedigung zur Kenntnis genommen und dem Wunsche Ausdruck gegeben wurde, daß es im Vereine mit demselben gelingen werde, die Standesintereffen der Berufsgenoffen möglichst zu fördern. Hierauf wurden einige wichtige Angelegenheiten eingehend besprochen und Vorbereitungen für den im Dezember dieses Jahres abzuhaltenden Verbandstag in Wien gepflogen. Wien. Am 13. d. M. veranstaltete die Vereinigung jüdischer Hochschüler aus Galizien im Vereine mit den Korporationen „Theodor Herzl" und „Theologia" eine Exkursion auf den alten jüdischen Friedhof (IX., Seeg. 11).. Dr. Wachstein, Bibliothekar der israelitischen Kultusgemeindc, hatte die Freundlichkeit, die zahlreich besuchte Exkursion zu leiten. In einem gediegenen Vortrage setzte Dr. Wachstein die Geschichte des Friedhofes und seiner Merkwürdigkeiten auseinander und erklärte an der Hand sehr interessanter Grabinschriften manche wichtigen Momente in der Geschichte der Juden, speziell der Juden Wiens. Jüdisch-Akademische Ferialverbindung „Zephyra" in Wien. Da in der Wiener jüdischen Studentenschaft Gerüchte kursieren, daß die Wiener jüdische Ferialverbindung „Zephyra" (IX., Grünethorgaffe 34) sich zu einer Jahresverbindung auszugestalten beabsichtigt,' dementieren wir auf das Entschiedenste alle derartigen, jeder Grundlage entbehrenden Behauptungen.. Hochachtungsvoll Für d. A. C. der Jüdisch-Akademischen Ferialverbindung „Zephyra", Wien meä. Bernhard K o h n, Karl B o n d y, Dz. * * * Dz. * Marienbad. (R e l i g i o n s p r ü s u n g.) Zu der für Sonntag nachmittag festgesetzten Religionsprüfung versammelten sich in unserem prachtvollen städtischen Schulgebäude die jüdischen Schüler und Schülerinnen sämmtlicher Klassen sowie zahlreiche Mitglieder der Kultusgemeinde und der Vorstand. An der Tafel hing die Wandkarte von Palästina, darüber das Kaiserbild, an den Wänden hebräische Lesetabellen und Bilder aus der biblischen Geschichte. — Vor 2 Uhr erschienen Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Goldberger und der Vorsteher Herr Dr. Steiner, Advokat Hierselbst, von den Kindern mit dem hebräischen Gruße „Boruch. habo Beschem ad" begrüßt. — Nach dem im Chore gesprochenen Eröffnungsgebete Na-Iorva hielt Herr Rabbiner Dr. Goldberger eine Ansprache über Lehrziel, Lehrstoff, Lehrplan, Lehr- und Lernmittel in ihrer Beziehung zum jüdischen Religionsunterricht. Sodann kam der praktische Teil an die Reihe. Sämmtliche Lehrgegenstände, als: hebräisch Lesen, Uebersetzen der Gebete sowie der Bibel im Urtexte, biblische Geschichte und Geographie des heiligen Landes, wurden stufenweise vorgeführt. Knaben und Mädchen boten zufriedenstellende und teilweise überraschende Leistungen, ein Bild der zielbewußten und erfolggekrönten Arbeit und Lerntätigkeit. Nach dem Schlußgebete ermahnte der Vorsteher Herr Dr. Steiner die Schüler zu weiterer fleißiger Arbeit und wandte sich dann mit Worten des herzlichsten Dankes an Herrn Rabb. Dr. Goldberger. Dieser dankte für die Anerkennung, die neben den Bewußtsein erfüllter Pflicht jedem Lehrer ein neuer Ansporn, dem Lehrer der jüdischen Religion aber besonders wohltuend sei. Mit dem Hinweis auf den Wahlspruch des Landesvaters, unseres Kaisers, „Viribus Unitis" schloß Herr Rabbiner Dr. Goldberger, in der Hoffnung, daß bei vereintem Wirken von Schule und Haus, Gemeinde und Rabbiner der Lohn nicht ausbleiben werden. Seiner Aufforderung folgend, stimmten die Schüler sowie die Versammelten die Kaiserhymne an, mit der die schöne Prüfungsfeier ihren Abschluß fand. Purgstall. Sonntag den 16. Juni hielt der Rabbinatskandidat Herr Dr. Chajim G. B e r t i s ch in Groß-Pöchlarn einen Probevortrag, der sich allgemeinen Beifalles erfreute. Herr Dr. Ch. G. Bertisch wurde hierauf einstimmig zum Rabbiner für die israelitische Kultusgemeinde Amstetten ernannt. Karlstadt (Kroatien). Anläßlich des vierzigjährigen Krönungsjubiläums Sr. Majestät fand Samstag den 8. Juni um 11 Uhr vormittags im hiesigen Tempel ein Dankgottesdienst statt, bei welchem sämtliche Zivilfind Militärbehörden durch Deputationen vertreten waren. Herr Rabbiner Doktor Schick hielt eine schwungvolle, kroatische Festrede, welche auf alle Zuhörer einen tiefen Eindruck machte. Den gesanglichen Teil exekutierte Herr Oberkantor David M e i s e l mit Begleitung des gemischten Chores und Orgel in gewohnter Weise mit ausgezeichnetem Erfolge. Die Deputationen, sichtlich befriedigt, äußerten dem Kultusvorsteher Herrn Sanitätsrat Dr. Stern gegenüber beim Abschiede aus dem Tempel in begeisterten Worten ihre Zufriedenheit.