Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 24 (14.6.1907)
- Date
- 1907-06-14
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 24 Dr. Lwcv's Mlocvenscvrm. Seite 401 Vermischtes. Wien. Die 34. ordentliche Generalversammlung der „Israelitischen Allianz zu Wien" findet am Montag den 17. Juni 1907 um 6 Uhrabendsim Saale der israelitischen Kultusgemeinde I., Seitenstettengasse 4, 2. Stock, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht über die Tätigkeit des Vereines im Jahre 1906; 2. Bericht über die finanzielle Gebahrung im Jahre 1906; Genehmigung der Kooptation eines Vorstandsmitgliedes im Sinne der Statuten § 6, al. 3; 4. Wahl von fünf Vorstandsmitgliedern mit vierjähriger Funktionsdauer; 5. Etwaige Anträge der P. T. Mitglieder (Z 8 der Statuten). Der Eintritt in das Versammlungslokal ist nur gegen Vorweisung der auf Namen lautenden Einladungen gestattet. Der im Druck bereits erschienene Jahresbericht wurde dieser Tage an die Mitglieder versandt. Wien. Der Verein zur Abwehr des Antis emitismus beruft seine diesjährige Generalversammlung für Samstag den 22. Juni a. c. ein. Außer den üblichen Verhandlungsgegenständen und einer Gedenkrede für den verstorbenen Vizepräsidenten Dr. Heinrich Grafen Coudenchove- K a l e r g i findet eine Diskussion über den „Antisemitismus vom Tage" statt. Gäste willkommen. Wien. Die Vereinigung jüdischer Hochschüler aus Galizien „Bar Kochba" in Wien, VIII., Piaristengasse 46, veranstaltet Samstag den 15. Juni um yu9 Uhr abends im Saale des „Hotel Continental", II., Taborstraße 6, einen Schlußkommers zu Ehren der jüdisch-nationalen Reichsratsabgeordneten. Wien. (Trauung.) Sonntag den 23. Juni d. I. um halb 2 Uhr nachmittags findet die Trauung des Frl. Wilma V o g l h u t, Tochter des Herrn Fabrikanten Jakob V o g l h u t, mit Herrn Paul D u s ch i n s k y statt. Wien. Sonntag den 2. Juni l. I. fand im Tempel VIII., Neudeggergasse die Trauung des Frl. Regina Löwy, Tochter des Herrn Max Löwy und Enkelin des ehemaligen Bezirksrabbiners von Amstetten Herrn Adolf Löwy s. A., mit Herrn Oskar Pisk statt. Den Tempel füllte ein zahlreiches distinguiertes Publikum. Die Trauung vollzog Herr Rabbiner Dr. Bauer, die kantoralen Funktionen Herr Oberkantor Quart in in gewohnter Meisterschaft. Wien. (Verlobung.) Herr Julius Weiler, Sohn des Herrn Sigmund Weiler, Obmann der Chewra-Kadischa im XVI. und XVII. Bez., hat sich mit Frl. Mizzi Frischmann verlobt. Israelitischer Bethausverein „Bolkert". Der Bethausverein „Bolkert", II., Fugbachgafse 7, hat Herrn Emil Groß nach beifälligem Probevortrage am 15. Mai d. I.. zum Oberkantor einstimmig gewählt und hat derselbe am 1. Juni sein Amt angetreten. Wien. (S p e n d e.) Aus dem Vermögensnachlasse des verstorbenen k. k. Kommerzialrates Herrn Leopold T r e b i t s ch wurde dem Vereine zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder Wien, XII—XV seitens der Erben K 3000.— überwiesen und damit diesem eminent philanthropischen Vereine ein sichtbarer Beweis der Anerkennung geliefert. Wien. An der am Sonntag den 9. d. M. vom israelitischen Religionslehrerverein „E s r a" veranstalteten Exkursion zur Besichtigung der Grabmäler im alten jüdischen Friedhofe beteiligten sich nicht nur die Mitglieder des „Esra"-Bereines, sondern auch viele Gäste, die alle den hochinteressanten Ausführungen des Führers der Exkursion, Herrn Bibliothekars Dr. W a ch st e i n, folgten. Ein großes Stück Geschichte der Juden Wiens wurde dabei im Anschlüsse an die Erklärung der Grabsteine von dem in diesem Fache gut versierten Führer berührt. Bei dieser Gelegenheit wurden die auf diesem Gebiete neuesten Forschungen, welche bisher im Drucke noch nicht erschienen find, von demselben mitgeteilt, welche von den Teilnehmern der Exkursion mit sichtlichem Interesse ausgenommen wurden. Zum Schlüsse sprach der Obmann des Vereines, Herr Breuer, im Namen aller Teilnehmer dem Vortragenden den Dank für seine Führung und die gediegenen, sachlichen Erklärungen aus. VVre». (Todesfall.) Die am 1. d. M. nach kurzem, schweren Leiden im 43. Lebensjahre verstorbene Frau Adelheid G o l d s ch m i d geb. Mautner war eine wahrhaft edle Frau deren jäher Heimgang nicht nur im engeren Kreise ihrer Familie, sondern auch von allen Jenen, die sie kannten, als herber Verlust empfunden wird. Sie war ungemein wohltätig, allerdings nicht vor der großen Oeffentlichkeit, sie wirkte vielmehr im Stillen und war jedesmal glücklich, wenn es ihr gelungen war, eine wankende Existenz zu retten oder harte N»t zu lindern. Diese schöne Art, Wohltaten zu üben, entsprang ihrer Gottergebenheit und ihrem tiefreligiösen Sinne, der sich nicht an äußerlicher Frömmigkeit genügte, sondern tief im Innern wurzelte. Der Vater der Verblichenen, der bekannte, bereits vor Jahren Heimgegangene Großindustrielle Jsak Mautner in Nachod, war ein sehr frommer und wohltätiger Mann und ihre Mutter, die ganz im Sinne und Geiste ihres Gatten lebte und wirkte, war eine Tochter des gelehrten Nachoder Rabbiners Rosenfeld. Das Leichenbegängnis dieser edlen Frau fand unter lebhafter Teilnahme statt. Im Trauerhause, I., Mölkerbastei 5, fanden sich die Verwandten, die Familien Goldschmid, Mautner, Schur, Wärndorfer, Dr. Breuer, ferner die Freunde des Hauses in großer Zahl ein. Nach Vortrag der Trauerpsalmen durch Oberkantor Singer wurde der Sarg gehoben und die Leiche auf den Zentralfriedhof überführt. In der Zeremonienhalle widmete Oberrabbiner Dr. Güdemann der Verstorbenen einen tiefempfundenen Nachruf. Mödli '.g. Der seit dem 1. Mai d. I. neuengagierte Kantor unserer Gemeinde. Herr Ignaz Falk, dem die ersten kantoralen Funktionen in der Gemeinde obliegen, erfreut sich durch seine vorzüglichen kantoralen und stimmlichen Leistungen des allgemeinen Beifalls der Tempelbesncher. Auch am verflossenen Schebnothfeste fanden seine Vorträge allgemeine Anerkennung. Herr Kantor Falk hat. seine kantorale, stimmliche und musikalische Ausbildung in Frankfurt a. M. genossen. Erlach (Niederösterreich). Am 6. d. M. ist Herr Simon Hacker, Begründer der Firma Hacker u. Sohn, im Alter von 75 Jahren eines Plötzlichen Todes verschieden. Der Verblichene erfreute sich wegen seines biederen Charakters und seines geraden, offenen Wesens allgemein großer Wertschätzung. Den Glaubensgenossen hier und in der ganzen Umgegend war er ein treuer Berater; für ihre religiösen Bedürfnisse baute er ein eigenes Bethaus. Seiner Heimatsgemeinde Kobersdorf und ihren Armen stand er Zeit seines Lebens helfend zur Seite. Dort wurde er auch Freitag, den 7. d. M., zu Grabe getragen. Die Herren Rabbiner Lifschitz und Moses König würdigten in beredter Weise den frommen Lebenswandel des Verstorbenen, deffen Andenken bei allen, die ihn kannten, ein gesegnetes bleiben wird. Jglau Das Vorgehen des Abgeordneten Dr. Groß hat so manchem jüdischen Wähler die Augen geöffnet und nun find die Stadtverordnetenwahlen vor der Tür, da finden wir in der Kandidatenliste wieder Juden, die sich noch immer als Schleppträger der Jglauer Rathausklique verwenden laffen. Wir hätten geglaubt, daß der Fußtritt des Abgeordneten Dr. Groß die wohltätigsten Folgen gezeitigt hätte, leider ist dies bisnun nicht der Fall und so finden wir im „Mähr. Grenzboten" vom 9. d. M. einen Bericht über die am 8. d. M. abgehaltene Stadtverordnetenversammlung, in welcher dem Abgeordneten Dr. Groß ein Vertrauensvotum ausgedrückt wurde mit Ausnahme zweier Stimmen (nichtjüdischer). Das Interessanteste bei dieser Sache ist, daß dem Stadtverordneten-Kollegium drei Juden angehörcn, die dieser Sitzung fernblieben, die also nicht den Mut hatten, im Namen der jüdischen Wählerschaft Jglau gegen das jesuitische Borgehen des Abgeordneten Dr. Groß auf das Energischeste zu protestiere;'. Jaden Jglaus, zeiget, daß Ihr