Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 22 (31.5.1907)
- Date
- 1907-05-31
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 22 Wr. Swü^s Lvortzrnzürr^L. Seite;>7i Eines Tages erschien ein Bauer bei ihm, als er gerade dem Holzkoffer etwas entnahm. Der Bauer warf einen Blick auf die sonderbaren Tapeten, „ja Hirsch was hast du denn da?" „Was soll es denn sein, ein Paar Bilderln, die ich geschenkt bekommen habe." „Das sind aber schöne und teure Bilder, das sind ja Tausenderbanknoten; da bist du ja ein reicher Mann." (Fortsetzung folgt.) Neue Bücher. Grunwald Mt., Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde. Heft 23. Dieses soeben erschienene 3. Vierteljahrsheft des laufenden Jahrganges ist in der Hauptsache der jüdischen Kunstgeschichte gewidmet. 8. Schlosz berichtet über die jüdischen Zigeunerkapellen Ungarns in Vergangenheit und Gegenwart. Eine Fußnote des Herausgebers verweist auf ein Urteil Liszt's, daß die ganze Zigeunermusik jüdischen Ursprunges sei. — S. Goldberg beschreibt eine Holzsynagoge in Kurnik in der Preuß. Provinz Posen, Dir. Prof. Brinckmann die jüdischen Kultgegenstände in dem von ihm geleiteten Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. Dr. S. W e i ß e n b e r g gibt seine nicht immer erhebenden Impressionen auf einer Wanderung durch jüdische und Jüdisches enthaltende andere Museen wieder. — Dr. Dietrich-Leipzig stellt unter dem Titel „Jüdisch-griechische Schnurren" die einzeln schon früher behandelten Berichte in Talmud und Midrasch über Begegnungen von Jerusalemern mit Atheniensern zusammen. — Eine ausgiebige Bücher- und Zeitungsschau behandelt manche empfehlenswerte Erscheinung der einschlägigen Literatur. F. 8. Ost und West. Illustrierte Monatsschrift für modernes Judentum. Herausgegeben von Leo Winz. Verlag Ost und West. Berlin W. 8. Organ der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft der Alliance Jsraelite Universelle. 7. Jahrgang. Heft 5. Mai 1907. Inhalt: M. A. Klausner: Der Ausstand in Rumänien: G. K u t n a: Lucien Levy- Dhurmer. Samuel Meisels: Junghebräische Lyrik (II). Scholem Alechem: Beim Doktor (Monolog). Josef Lin: Die ostjüdische Presse. Bogumil Zepler: „Wo Du hingehst." Bar-ami: Aus der jüdischen Sagen- und Märchenwelt. Mitteilungen aus dem Deutschen Bureau der „AllianceJsraölite Universelle": I. Das Schul- und Lehrlingswerk der Alliance Jsraelite Universelle (mit 5 Illustrationen). II. Theodor Oschinsky, Breslau (mit Porträt). III. Mein Aufenthalt in Palästina. Reiseerinnerungen von Theodor Oschinsky (mit 6 Illustrationen). IV. Jerusalem. V. Die Vorkommnisse in Rumänien. VI. Notizen. Spenden für Rumänien. Sitzung des Bezirks-Komitees Nürnberg. Eine historische Anekdote. Bezugnehmend auf die in der letzten Nummer dieses Blattes von Herrn Dr. M. Gr. aufgeworfene Frage: wer noch andere Varianten über dieses Thema wisse, erlaube ich mir eine Anekdote zu erzählen, die ich vor etwa 40 Jahren gehört habe. Kommt da einmal ein armer Jude in das Vorzimmer des alten Baron Anselm Rothschild und bittet den Diener um Einlaß zum Herrn Baron. Der Diener weist ihn mit dem Bemerken ab, daß der Herr Baron jetzt nicht gestört zu werden wünscht. Der Jude dringt in den Diener, ihn doch zu melden, er werde den gnädigen Herrn nicht lange aufhalten, er habe ihm nur ein Wort zu sagen. Der Diener läßt sich erweichen und trägt diese Bitte wortgetreu seinem Herrn vor, kommt auch alsbald mit der Antwort zurück, der Jude dürfe eintreten, jedoch nur ein einziges Wort sprechen. „Gut", sagte dieser, „werde ich nur ein Wort reden". So trat er in das Zimmer des Bankiers ein, machte den herkömmlichen Bückling und sprach: tnüJ. Baron Rothschild wurde aufmerksam und sagte: „Jetzt erklärt mir, was Ihr mit dem Worte meintet." Nach abermaliger Verbeugung antwortete der Jude: Das Wort ist die Abkürzung und Zusammenziehung der Worte: „Guten Morgen Reb Amschel!" Dieser lachte. „Was wollt Ihr eigentlich von mir, machts kurz." Der Jude sagte wieder rnaa. „Was soll dies jetzt bedeuten? „Das bedeutet", sprach der Fremde etwas zögernd, „gebt m > Reb Amschel!" „Ah so! Ihr wollt was? Da habt Ihr", griff in die Lasche, zog eine Münze heraus Der Jude nahm den dargcreichten Thaler in Empfang, konnte aber seine Enttäuschung über diese kärgliche Uiilcrstiitzung nicht verbergen und sprach betrübt: sraa. „Was meint Ihr jetzt damit?" fragte Rothschild. Der Jude sprach mit Lränenumflorier Stimme: „Gebt mehr, Reb Amschel." Lachend überwies nun der einem guten Witze geneigte Bankier dem zudringlichen aber witzigen Bittsteller eine Summe, welche hinreichte, dessen momentane Notlage zu mildern. Babette Fried — Prag. Kriefkaste«. S. K. Ter Rabbiner Dr. Ferrucio Servi hat vor kurzem einen jüdischen Kalender („Lunario israelitico“) für das Jahr 5667 (vom 20. September 1906 bis zum 9. September 1907) veröffentlicht und darin, wie wrr in der „Gazette dio Torino" lesen, inreressante Angaben über die jüdische Bevölkerung der Welt gemacht. Es gibt im ganzen 11 Millionen Judep; von diesen leben 9 Millionen in Europa, 1,500.000 in Amerika, 160.000 in Asien, 350.000 in Afrika» und 50.000 in Australien. Oesterreich hat eine jüdische Bevölkerung von 1,224.890 Juden; Belgien von 12.000; Bosmen von 8215; England von 235.000; Bulgarien von 33.660; Dänemark von 5000; Frankreich von 86.885; Deutschland von 586.960; Griechenland von 8350; Holland von 103.985; Polen von 1,3:6.775; Portugal von 1200; Rumänien von 269.015; Rußland von 3,872,625; Serbien vou 5100; Spanien von 5000; «Schweden und Norwegen von 5000; die Schweiz V0! 12.550; die Türkei von 282.285; Ungarn von 851.380. Die jüdische Bevölkerung Italiens beläuft sich auf 53.115 Seelen. B. Schulhof. Die Reformgemeinde in Berlin. Ihre Mitglieder zählen insofern noch zum Judentum, als sie auch Steuerzahler der großen jüdischen Gemeinde sind. Notizen. Das Erwache» deS Frühlings! Die Frühlingsluft bringt allen Leidenden erneute Hoffnung, auf Genesung. Darunter sind auch viele, die durch eine schlechte Verdauung und bereu unangenehme Folgeerscheinungen gequält werden. Allen diesen Personen möchten wir raten, den Versuch zu machen, nur solche Speisen zu genießen, die mit „E e r e s" - S p e i s e f e t t zubereilet werden, denn der Hauptgrund der lästigen Verdauungsbeschwerden ist oft der Genuß schwerverdaulicher Fette. „E e r e s"- Speisefett ist, wie durch wissenschaftliche Untersuchungen festgestellt wurde, wohl am leichtesten verdaulich. ES ist absolut frei von allen fremden und schädlichen Beimengungen. Seine Erzeugung steht vom Anfang an unter strenger behördlicher Kontrolle, wodurch die Sicherheit gegeben ist, daß es in jeder Beziehung einwandfrei im Handel erscheint. 20.000 Kronen beträgt der Haupttreffer der Waisenhaus Lotterie. Wrr machen unsere geehrten Leser darauf ausmerkiam, das; die Ziehung unwiderruflich am 6. Iuni 1907 statrsiudet und empfehlen angelegentlichst, dieses patriotische und humanitäre Unternehmen durch Ankauf eines Loses zum Preise von nur 1 Krone zu unterstützen. Rosalia Mlntz’sc&e Witwen-Stifiung. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien gibt bekannt, dass aus den Erträgnissen obiger Stiftung vier israelitische Witwen mit dem Betrage von je K 175-— für das Jahr 1907 zu unterstützen sind. Die Bewerberinnen haben ihre mit dem Nachweise ihrer Armut und des Witwenstandes versehenen Gesuche bis 30. JilDl 1907 im Einreichungsprotokolle der Israel. Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israel. Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich; es genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Andreas Feigl’scbe Witwen-Stiftimg. Am 21. Elul, das ist am 31. August 1907, werden aus obiger Stiftung acht arme israelitische Witwen je mit dem Betrage von K 102.— beteilt. Die Bewerberinnen haben ihre mit dem Nachweise ihrer Armut und des Witwenstandes versehenen Gesuche bis längstens 30. Juni 1907 im Einreichungsprotokolle der israel. Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich verabfolgt werden, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israel. Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt.