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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-05-31 · 22 (31.5.1907) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
22 (31.5.1907)
Date
1907-05-31
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 368 Bloch's WochrnjchrM> Nt. 23 deuten der österreichischen Richtervereinigung Hofrat Elsner rc. und wird Interessenten auf Verlangen zugesandt. Der nächste Diskussionsabeud des Vereines findet am 5. Juni im Restaurant, I., Johannesgaffe 4, statt, bei dem alle, die sich für den Kampf gegen das Duell intereffieren, insbesondere die Mitglieder der Damenvereinigung der Allgemeinen Antiduelliga, als Gäste willkommen find. Es dürften in dieser Versammlung iutereffante Fragen zur Sprache kommen. Grotz - Euzersdorf. (Errichtung eines israelitischen Matrikenamtes.) Gleichzeitig mit der Neukreierung der den Gerichtsbezirk Groß-Enzersdorf umfaffenden israelitischen Kultusgemeinde wurde auch für diesen Bezirk ein israelitisches Matrikenamt mit dem Amtssitze in Groß-Enzersdorf errichtet. Zum Matrikenführer wurde Kantor und Religionslehrer Herr Samuel Eigner ernannt, welcher in dieser Eigenschaft am 29. d. M. bei der k. k. Bezirkshauptmannschast „Floridsdorf-Umgebung" bereits beeidigt wurde. Mödling. Am 28. Mai fand im Gemeindesaale der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde eine schöne Jubiläumsfeier statt. Herrn Kantor und Sekretär Josef Benedikt wurde anläßlich seines 40jährigen Dienstjubiläums in dieser Gemeinde die ihm verliehene, von Seiner Majestät unserem Kaiser gestiftete Ehrenmedaille für 40jährige treue Dienste in Anwesenheit des Kultusvorstandes Seiner Ehrwurden Herrn Rabbiner Dr. Bardowicz und des Beamtenkörpers durch den Herrn Vorsteher Ignaz B e l a i mit einer warmempfundenen und gehaltvollen Ansprache feierlichst überreicht. Nach Ueberreichung derselben gratulierte unser ehrwürdiger Rabbiner Dr. Bardowicz in einer warmen und geistdurchwehten Rede. Daran schloffen sich die herzlichen Gratulationen sämtlicher Anwesenden. Zum Schluffe überraschte der Herr Vorsteher Belai den Jubilar mit einem ihm von der Gemeinde gewidmeten Ehrengeschenke, bestehend aus einer sehr wertvollen goldenen Uhr, die die Initialen des Jubilars und der Gemeinde trägt, sowie einer goldenen Kette. Der Jubilar dankte sichtlich bewegt in einer längeren Rede für die ihm zuteil gewordene Ehre, in der er speziell der großen Verdienste unseres allseitig verehrten und beliebten Vorstehers Herrn B 6 l a i um die Gemeinde und der väterlichen Fürsorge ihrer Beamten gedachte, und schloß seine Dankesausführungen mit einem dreimaligen Hoch auf unseren allgeliebten Kaiser. Mähr.-Weißkircherr. Seine k. u. k. Hoheit Erzherzog Franz Ferdinand inspizierten die hiesige Militärschule. Aus diesem Anlässe erschien auf Befehl des Schulkommandos der Bezirks- und k. k. Landwehrrabbiner Herr Dr. I. Rabbinowicz, in seiner Eigenschaft als Mitglied des Lehrkörpers en parade in der Militäranstalt und schloß sich den k. u. k. Herren Offizieren an. Se. k. u. k. Hoheit geruhten den genannten Rabbiner durch eine Ansprache auszuzeichnen und ihn über die Anzahl der Zöglinge mosaischer Konfession, über Seelenzahl der Gemeinde und welche Gemeinden noch zum Rabbinate gehören zu beftagen. Holleschau. (S i l b e r n e Hoch zeit.) Am 8. Juni d.J. begeht der verehrte Kantor und Sekretär der altberühmten mährischen Kultusgemeinde H o l l e s ch a u, Herr Adolf Braunfeld, im Vereine mit seiner würdigen Gattin Frau Therese geb. Gold st ein das Fest der silbernen Hochzeit. Herr Kantor Braunfeld erfteut sich innerhalb seiner Gemeinde sowohl, als auch im Kreise seiner zahlreichen Bekannten berechtigter Verehrung und teilt die durch 21 Jahre errungene Sympathie mit seiner wackeren Frau. Mitglied einer aus hervorragenden Rabbinen und Kantoren bestehenden Familie, brachte Herr Braunfeld eine seltene Pstichttreue und volle Berufsfreudigkeit in seine Stellung mit und wird nicht nur seine berufliche Tüchtigkeit allenthalben gewürdigt, sondern man schätzt ihn als Menschen von gläubig-humanitärer Richtung. So wurzelt er in den Traditionen seiner altehrwürdigen Gemeinde und sein Haus ist — auch durch das Verdienst seiner trefflichen Gattin — vom Hauch echtjüdischen Geistes durchweht. Sissek. Am 28. d. M. feierte Stadtphyfikus Herr Dr. H. Fürst, Präsident unserer Kultusgemeinde, mit seiner liebenswürdigen Gattin in voller Geistes- und Körperfrische das Fest der Silberhochzeit. In der Bescheidenheit seines Wesens lehnte das Jubelpaar alle ihm zu Ehren geplanten Ovationen ab und verlebte den Festtag fern von unserer Stadt im Kreise seiner nächsten Verwandten in stiller Zurückgezogenheit. Der Vorstand der Kultusgemeinde und das Rabbinat gratulierten auf telegraphischem Wege ihrem ehrwürdigen und unermüdlichen Präsidenten. Herr Dr. Fürst gehörte zu den Mitbegründern unserer Gemeinde. Gemeindewohl und Gemeindeinteresse fanden stets sein wärmstes Wohlwollen und trug wesentlich bei zum Ausbau unserer Gemeinde-Institutionen. Antisemitische Gasthöfe in Innsbruck. Ein Freund unseres Blattes schreibt uns: In dem Verzeichnis antisemitischer Gasthöfe und Hotels vermisse ich das „Hotel Kreid" am Margaretenplatze. Der Eigentümer dieses großen Hotels ist ein leidenschaftlicher Judenfeind, bei ihm finden die regelmäßigen Zusammenkünfte der Schönerianer statt und „Hotel Kreid" ist im Vereine mit dem Feigenkaffeefabrikanten Gedeon v. Hiebler die finanzielle Stütze des antisemitischen Blattes „Deutsche Tiroler Stimmen". Es wäre somit nichts weniger als angezeigt, solchen Feinden das Geld hinzutragen, was hiermit zur Kenntnis gebracht wird. Groißenbrnnn. (Ehrenbürgerernennung.) Die Gemeinde Groißenbrunn bei Marchegg hat den in Schützen- und Jägerkreisen allgemein bekannten und geschätzten Herrn Albert Mandelbaum in Würdigung seines vieljährigen humanitären und gemeinnützigen Wirkens das Ehrenbürgerrecht einstimmig verliehen. Przemysl. Am 5. d. M. ist einer der geachtetsten hiesigen Bürger, Herr Mayer Osias Gans, Chef "des gleichnamigen Großhandlungshauses, im Alter von 75 Jahren zu Grabe getragen worden. Der Verstorbene war Mitglied des hiesigen Gemeinderates seit dem Bestehen desselben und hat durch 20 Jahre das Ehrenamt eines Kultusrates und Synagogenobmannes bekleidet Wahre Frömmigkeit, strenge Rechtlichkeit und grenzenlose Wohltätigkeit kennzeichneten diesen braven Mann. Letzteres bewies er auch dadurch, daß er der hiesigen Kultusgemeinde einen namhaften Betrag vermachte mit der Bestimmung, daß die jährlichen Zinsen desselben an seinem Jahrzeittage unter Ortsarme zu verteilen sind. Die Sympathie, deren sich der Verblichene bei Lebzeiten erfreute, gab sich bei seinem Leichenbegängnisse kund! dasselbe fand unter ungeheurer Beteiligung der hiesigen Bevölkerung statt. Die Leiche wurde in die Synagoge getragen, wosebst Hochwürden Rabbi Moses Meisels den Hesped hielt, und hierauf beigesetzt. Belgrad. Die hiesige israelitische Kultusgemeinde baut einen neuen Tempel. Anläßlich der Grundsteinlegung hat die hiesige israelitische Kultusgemeinde eine Festlichkeit arrangiert, zu welcher auch Se. Majestät König Peter I. eingeladen worden ist. König Peter I. hat dieser Einladung unserer Gemeinde bereitwilligst Folge geleistet und erschien persönlich in Begleitung seiner Minister und des Präsidenten der Belgrader städtischen Gemeinde am Orte der Grundsteinlegung, welchen zeremoniellen Akt er eigenhändig vollzogen hat, indem er bei dieser Gelegenheit seinen besten Wünschen für das Wohlergehen der hierländischen Juden freundlichen Ausdruck gab. König Peter I. hat auch anläßlich des im vorigen Winter veranstalteten Balles des hiesigen israelitischen Frauenvereines durch seinen Besuch seine geneigte Sympathie für die hierländischen Juden bekundet.

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