Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 20 (17.5.1907)
- Date
- 1907-05-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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L-r. Liocbs Mocbenscbrm. 'Jir. 20 Seite 832 endlich vollzogene gesetzliche Eintragung des Jüdischen Nationalfonds Ausdruck. Nach der Rede des Präsidenten wurde die Sitzung auf Nachmittag vertagt. In der Zwischenzeit fand eine Besprechung der Mitglieder des Aufsichtsrales der Bank statt, die bis nachmittags 3 Uhr dauerte. In der Nachmittagssitzung des Großen Aktionskomitees wurde zunächst die Frage des VIll. Kongrestes sehr eingehend und gründlich besprochen. Es wurde beschlossen, den VIII. Kongreß . für Mitte August einzuberufen und das Engere Aktionskomitee zu beauftragen, einen geeigneten Ort für den Kongreß ausfindig zu machen und Ort und Eröffnungstag des Kongresses baldmöglichst bekannt zu geben. Die Wahlen zum VIII. Kongreß sind von den Landsmannschaften in der Art durchzuführen, daß die Wahlprotokolle und die Schekelgelder spätestens vier Wochen vor dem Kongresse beim Zionistischen Zentralbureau in Köln eingeliefert sein müssen. Die Tagesordnung des Kongresses wurde in großen Umriffen, wie folgt, festgesetzt: 1. Tag: Eröffnungsrede des Präsidenten, Bericht des Aktionskomitees, Generaldebatte, Wahl der Ausschüsse. 2. Tag: Vorträge über die Lage der Juden in den verschiedenen Ländern. Sitzungen der Ausschüsse. 3. Tag: Referat über Palästina. Berichte der verschiedenen Ausschüsse. Spezialdebatten. Die folgenden Tage sind für die Fortsetzung der Debatten, die Generalversammlung der Bank und die Sitzungen der anderen zionistischen Institutionen bestimmt. Dabei ist eine genügende Ruhepause vorgesehen. Ueber Form und Inhalt der zu erstattenden Referate entspann sich eine längere Aussprache. Man einigte sich schließlich darauf, dem Engeren Aktionskomitee Vollmacht zu erteilen, selbst die detaillierten Anordnungen bezüglich der Referate zu treffen. Nach einer Unterbrechung, die durch Sitzungen der Boards des Jewish Colonial Trust, der Anglo Palestine Company und die konstituierende Sitzung des Direktoriums des Jüdischen Nationalfonds (Loren Lasemetb Le Jisroel), Limited ausgefüllt war, wurde die Beratung des Aktionskomitees ausgenommen. Gegenstand der Besprechung bildete die allgemeine Lage des Zionismus, die Tätigkeit des Aktionskomitees und des Zionistischen Zentralbureaus. Es war eine äußerst anregende und lebhafte Diskussion, an der sich fast alle Anwesenden beteiligten. Eine Reche von Rednern behandelte eingehend das politische Problem und forderte einen weiteren Ausbau und eine intensive Verstärkung der politischen Aktion. Es stellte sich bei dieser Gelegenheit in Hinsicht auf das positiv zu Schaffende heraus, daß eigentlich keine wesentlichen Meinungsverschiedenheiten in bezug auf die gebotenen Maßnahmen bestehen, was von mehreren Seiten mit Genugtuung konstatiert wurde. Die Debatte griff sodann über zum Verhältnis der Leitung zu den Landsmannschaften. Man vermiffe öfters.— nach der Ansicht einiger — einen sinnigeren Zusammenhang zwischen manchen Aktionen der Landsmannschaften und der Leitung. In Rücksicht auf die Finanzierung des Aktionskomitees wurde mehrfach die Aufstellung eines festen Budgets von der nächsten Kongreßperiode abgefordert. Bon anderer Seite wieder wurde darauf hipgewiesen, daß bei der schwankenden Höhe der Einnahmen und bei der Unmöglichkeit, gewiffe Ausgaben vorauszusehen, eine absolute Budgetierung fast undurchführbar sei. Als Resümee ergab sich der allgemeine Wunsch, in die finanziellen Verhältnisse ein solches System der Stetigkeit zu bringen, daß eine gewisse Vorausfixierung des Etats möglich gemacht wird. Der nächste Kongreß wird die organisatorischen Grundlagen dazu schaffen müffen. In einer abschließenden Rede gab der Präsident Aufklärungen über die bisherigen politischen Unternehmungen des Engeren Aktionskomitees und die zukünftigen Aussichten. In Hinsicht auf die Verwaltungsftagen betonte er die Schwierigkeiten, die aus der räumlichen Entfernung der Mitglieder des Engeren Aktionskomitees erwuchsen, und stellte fest, daß in finanzieller Beziehung das jetzige Zentralbureau wesentlich billiger arbeite als das frühere. Speziell aber führte er Klage darüber, daß durch den oft geringfügigen und schleppenden Eingang der Schekelgelder die Arbeiten der Zentralleitung erschwert würden und daß hier unbedingt eine durchgreifende Reform einzusetzen habe. Alle Projekte, die im Laufe der Debatte vorgelegt wurden, wurden teils dem Engeren Aktionskomitee, teils den zuständigen Kommissionen zur Ueberprüfung und eventuellen Vorlage an den Kongreß übergeben. Der dritte Tag wurde zunächst ausgefüllt mit einer Reihe von Sitzungen der Finanzinstitute. Hierauf begann u:n 12 Uhr die Debatte über den Jüdischen Nationalfonds. Die zurücktretende Verwaltung des bisherigen Zentralbureaus des Jüdischen Nationalfonds in Wien erstattete einen ausführlichen Bericht über die Entwicklung und Verwaltung des Nationalfvnds und die gesammelten Erfahrungen und gab auf Grund ihrer Beobachtungen schätzenswerte Winke für die zukünftige Ausgestaltung. Herr Kremenezky ergänzte diesen Bericht durch eine Reihe persönlicher Beobachtungen und Anregungen. Er wies insbesondere auf die Bedeutung der Einzelinitiative bei der Propaganda, speziell der Selbstbesteuerung, hin. Herrn Kremenezky wurde der besondere Dank für seine langjährige hingebungsvolle Arbeit ausgesprochen. Nachmittags fand zunächst die Generalversammlung der Anglo-Palestine Company statt. Mit besonderer Freude nahm die Versammlung die Mitteilung des Präsidenten zur Kenntnis, daß in Hebron eine neue Filial-Agentur der A. P. C. eröffnet worden sei. In der Fortsetzung der Debatte über den Nationalfonds gab das Direktorium die Erklärung ab, daß es sich konstituiert habe und demnächst Mitteilungen über die Art der Verwaltung, der Propaganda und Verwendung des Nationalfonds machen werde. Das Direktorium seinerseits hat eine Reihe von Vorschlägen, die beim Aktionskomitee eingereicht und dem Direktorium übergeben worden sind, insbesondere die Palästina betreffenden (Bezalel, Kiriath Sefer, Verwaltung der Nationalfondsgüter)^ so lange zur definitiven Begutachtung zurückgestellt, bis Herr Dr. Arthur Ruppin, der demnächst im Aufträge des Engeren Aktionskomitees und des Direktoriums des Nationalfonds nach Palästina reist, über diese Fragen dem Direktorium Bericht erstattet haben wird. Dann folgt die Debatte über Palästina. Herr I. H. Kann leitete die Debatte mit einem Berichte über seine Reise ein. Eine Reihe von Rednern berührte die Frage der Kolonisation und Kulturarbeit in Palästina und der Beziehungen zu den anderen dort wirkenden jüdischen Organisationen. Am Ende der Debatte wurde ein Antrag des Herrn Sokolow, dem hebräischen Gymnasium in Jaffa eine Subvention von Frks. 500 seitens des Aktionskomitees zu bewilligen, einstimmig angenommen. Im Anschluß an die Debatte über das Waisenhaus sprach die Versammlung den Frauenvereinen in Südafrika und Australien, die mit so gutem Erfolge die Sammlungen für das Waisenhaus unternommen haben, den Dank des Aktionskomitees aus. Die darauffolgende Debatte über die Abänderung des Organisationsstatuts wurde eröffnet durch ein Referat des Herrn Rechtsanwalts Dr. Hantke. Bei dieser Gelegenheit berichteten die anwesenden Vertreter des Wilnaer Zentralkomitees der ruffisch-zionistischen Organisation über eine grundlegende Reformierung ihrer Landesorganisation und ihre gegenwärtige systematische Ausgestaltung der Propagandaarbeit. Mit einer Ansprache des Präsidenten, die mit einem Dankesvotum erwidert wurde, schloß die Sitzung. Ein Heine - Denkmal auf einem Besitztum des deutschen Kaisers. Bekanntlich hat Wilhelm II. das Schloß Achilleion auf Corfu gekauft, das frühere Schloß der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich. Die Heine-Hasser im Deutschen Reich sind dadurch von einem schweren Mißgeschick betroffen worden. Sie haben bisher dem monumentalen Blödsinn zum Siege verholfen, daß