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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-05-10 · 19 (10.5.1907) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
19 (10.5.1907)
Date
1907-05-10
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Rr. 19 Dr. JBtocD’s TRUocbenacbrüt Seite 823 Das will sagen, daß Chamberlain die kostbarsten nationalistischen Eier zerschlägt, um seine Omelette damit zu backen, Er gesteht implicite ein, daß der alte, in Jahrtausend langen blutigen Kämpfen furchtbar genug in die Erscheinung getretene, zähe Gegensatz zwischen den Kelten und Germanen und zwischen den Slaven und Germanen eine psychologische Selbsttäuschung gewesen ist. Sie sind in der Tat einer Rasse und von gleichem Adel der Abstammung und der körperlichen und geistigen Beschaffenheit ein harter Schlag für den reinblütigen Adel Frankreichs vom Schlage Gobineaus und für die deutschen und schwedischen Herrenelemente in den Slavenlanden, die ihre Herrschaft über das niedere Volk iuimer eben gerade damit gerechtfertigt haben, daß der Slave, der Selbstverwaltung unfähig, der geborene Knecht sei. Und ein ebenso harter Schlag gegen die Rafsentheoretik im allgemeinen! Denn wenn die psychologisch so stark empfundenen Rassengegensätze zwischen den drei Zweigen des domo ouroxäus nichts als eine Selbsttäuschung war, dann ist die Vermutung nicht mehr ohneweiters abzuweisen, daß auch die anderen, psychologisch ebenso stark empfundenen Rassengegensätze gleichfalls nur auf Täuschung beruhen. (Fortsetzung folgt.) Neue Bücher. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Inden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden, Berlin-Halensee, Westfälischestraße 46. Redaktion: Doktor Arthur Ruppin, IIl. Jahrgang. Heft Nr. 4. Mai 1907. Inhalt: I. Abhandlungen. 1. Dr. L. C o f e r, W i e n: Armenier und Juden. 2. Anton Goldscheider, München: Die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung Preußens im 19. Jahrhundert. 3. Dr. Arthur Ruppin, Berlin: Die Einwanderung von Juden in den Vereinigten Staaten im Jahre 1905/06. 4. Dr,, Rudolf Wassermann, München: Die "Enlwmlung 'der jüdischen'Bevölkerung in Nürnberg 1806/1906." II. Statistisches Archiv. Die soziale Unruhe der modernen Juden. Die Herkunft der Juden. Die grüfischen Juden. Die jüdische Bevölkerung in Charlottenburg. Beobachtungen an jüdischen Ferienkolonisten. Israelitische Kultusgemeinde in Ungarn. Eheschließungen im Jahre 1905 in Deutschland. Jüdische Studierende an der Universität Amsterdam. Eine historische Anekdote. Folgende historische Anekdote kursiert schon seit langer, langer Zeit in Böhmen: Zur Zeit Maria Theresias verdächtigte man die Juden (natürlich unschuldigerweise), daß sie es mit den Feinden, insbesondere mit dem preußischen Könige Friedrich II. hielten. Am Hofe der Kaiserin fand eine Beratung statt, wie man sich der Juden in den österreichischen Erblanden „am besten" entledigen könnte. Hievon erfuhren die Juden und im Bewußtsein ihrer Unschuld suchten sie obige Pläne zu vereiteln. Eines Tages ließ sich beim Minister Grafen Leopold KrakovSky von Kolowrat ein Jude melden; doch der Kammerdiener wies ihn im Aufträge seines Herrn ab. Der Jude sagte: „Sie bekommen von mir fünf Dukaten, wenn Sie mir eine Audienz beim Herrn Minister verschaffen. Ich verpflichte mich, nur ein einziges Wort dem Herrn Minister zu sagen und gleich wieder wegzugehen." Der Diener berichtete dieses seinem Herrn, worauf Graf Kolowrat erwiderte : „Wenn Du fünf Dukaten erhältst, so laß ihn eintreten; aber mehr als ein Wort zu sprechen, ist ihm absolut nicht gestattet." Bald öffnete sich eine Gardinentür, der Jude trat ein, verbeugte sich tief und sagte zum Minister: „Schweigen!" Hierauf entfernte er sich mit einer stummen Verbeugung. Kurze Zeit darauf fand eine Staatskonferenz statt, der die Kaiserin persönlich präsidierte. Unter Anderem handelte es sich darum, ob die Juden ausgewiesen werden sollten oder nicht. Es wurden Stimmen pro und contra, laut. Der Graf (nachmaliger Fürst) von Kaunitz (Kounic) trat für die Juden warm ein und erklärte jene Beschuldigungen für Verleumdungen. Die Debatte wurde ziemlich lebhaft, . nur Graf Kolowrat schwieg. Dies bemerkte die Kaiserin und fragte ihn, warum er heute so nachdenklich sei. Der Graf erwiderte: „Majestät, ich denke darüber nach, wie viel Dukaten der Kammerdiener des Grafen Kaunitz fürs Reden bekommen haben mag, da mein Diener fürs Schweigen fünf Dukaten erhielt." Klattau. A. Baum. Notiz. Große Geldgewinnung für unsere Hausfrauen. In den nächsten Wochen wird es sich entscheiden, welche von unseren Hausfrauen einen Treffer mit den Rezepten für die „Ceres"-Preiskonkurrenz gemachc hat. Es soll jedoch in Erinnerung gebracht werden daß nur die Mehlspeiskonkurrenz von 10.000 Kronen geschloffen ist. Weitere 5000 Kronen sind bis 80. Juni mit Koch-, Back- und Bratrezepten jeder Art zu verdienen. Widmung der aufgelösten Abendbörse für Lehramtskandidaten. Vom Vorstände der israelitischen Knltusgemeinde Wien wird bekanntgegeben, dass die Zinsen der obengenannten Widmung im Betrage von K 100.— an einen israelitischen Lehramtskandidaten zur Verleihung gelangen. Die mit einem Geburts-, Armuts- und Moraiitätszeugnisse, sowie mit den Studienzeugnissen belegten Qesuche sind bis 31. Mal 1907 im Einreichungsprotokoile der israelitischen Knltusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst auch Gesnchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu Überreichen. In dem Gesuche ist anzugeben, ob sich der Bewerber in dem Bezüge eines Stipendiums befindet, bezw. wie hoch der Betrag desselben ist. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Knltusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich, vielmehr genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Eicht gehörig belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Albert Gansl’sche Widmung fQr Israelitische Arme. Am 28. Thamus, das ist am 10. Juli 1907 werden aus der Albert Gansl’schen Widmung die Jahreserträgnisse in der Höhe von K 390.— an mehrere israelitische Arme zur Verleihung gebracht. Die Bewerber um diese Stiftung haben ihre mit einem Geburtsschein;und einem Armutszeugnisse belegten Gesuche bis 31. Mal 1907 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst Gesnchsblankette unentgeltlich behoben weiden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Gesuchssteller, welche mit der Albert GansUschen Familie oder mit den Heinrich und Legt ne Kohn’schen Nachkommen verwandt sind und dies durch legale Dokumente nachzuweisen vermögen, erhalten den Vorzug. Nicht gehörig belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Benedikt Karplus'sche Gewerbescbot-Stlpendien. Am 20. Juli d. J. gelangen zwei Benedikt Karplus’sche Spendien per je K 50.— an zwei junge Leute mosaischer Konfession, welche mit Vorzugsnoten die Gewerbeschule besuchten oder besuchen, zur Verleihung. Bewerber um dieselben haben ihre Gesuche, welche mit dem Geburtsscheine, dem Almutszeugnisse und dem Nachweise, dass sie die Gewerbeschule mit vorzüglichem Erfolge besuchen oder besucht haben, bis längstens 31. Mal 1907 im Einreichnngsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst auch innerhalb der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags Gesnchsblankette unentgeltlich behoben werden können, zu überreichen. In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber im Bezüge eines Stipendiums steht, bezw. wie hoch dieser Stipendienbezug sich beläuft. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Steibematriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich, sondern genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. L. G. Goldsteln’scüe Helrats-Aasstattoiigs^StiftQng. Der Vorstand der israelitischen Knltusgemeinde Wien bringt hiemit zur Kenntnis, dass am 4. August d. J. die Zinsen der L. G. Goldstein’schen Stiftung zur Ausstattung armer israelitischer Mädchen im Betrage von K 280.— zur Verleihung gelangen. Die Bewerberinnen haben nachzuweisen, dass sie 1. der israelitischen Konfession angehören, 2. arme Waisen (vater- oder mutterlos) und 3. streng sittlich sind, sowie 4. dass sie sich im Brautstande befinden. Verwandte des seligen Stifters, des Herrn L* G. Goldstein, geh. zu Altstadt in Böhmen (ehern. Taborer Kreis), oder seiner Gattin Katharina gehör. Landauer bis zum dritten Grade, erhalten den Vorzug und muss der diesfällige Nachweis dem Gesuche beiliegen. Bewerberinnen, die sich vor dem 4. August 1907 verehelichen, haben auf die Stiftung keinen Anspruch. Die entsprechend belegten Gesuche sind im Einreichnngsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst auch Gesnchsblankette unentgeltlich behoben

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