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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-05-10 · 19 (10.5.1907) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
19 (10.5.1907)
Date
1907-05-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 320 Vr. Llocb's Mocbenscbrm. Nr. 19 Wir Hatten zu Ihrer Verfügung unsere Militärpapiere — einige von uns stehen augenblicklich noch unter den Fahnen — und andere Schriftstücke, die dazu angetan find, die außerordentlich kritische Lage zu offenbaren, in die wir durch die gegen uns gerichteten Erläffe versetzt worden sind. Genehmigen Sie u. s. w. . . ." Herr Bratianu hat noch keinen Bescheid ergehen lassen. Berlin. Das Zentralbureau für jüdische Auswanderungsangelegeuheiten erhält folgende Zuschrift: „Von einer „Auskunftsstelle für jüdische Auswanderer nach Südamerika und den Südstaaten der Union", Berlin NW., Unter den Linden 53, unterzeichnet A. Meyerowitz, erhalten wir soeben ein Zirkular, worin von einem Briefe Kenntnis gegeben wird, den ein „Rabbiner Dr. Hoffmann" namens der „Union Jsraöltte Argentina" an den Norddeutschen Lloyd gerichtet hat. In diesem Briefe wird von der Errichtung eines israelitischen Einwanderungs-Auskunsts- und Arbeitsnachweisbureaus „Kosmos Calle Caugelle 2360" in B.-Ayres Mitteilung gemacht, dem der genannte Rabbiner Dr. Hoffmann Vorsicht. Im Jntereffe der Sicherheit und unbedingt notwendigen Zuverlässigkeit solcher Bureaus erlauben wir uns, Ihre Aufmerksamkeit darauf zu lenken, daß uns bekannt ist, daß ein aus Ungarn stammender A. Hoffmann, der sich vor einigen Jahren in Straßburg i. E., in Basel, Zürich, Luzern rc. herumtrieb und eine Menge Schwindeleien beging, sich jetzt in Buenos- Ayres als „Rabbiner Dr. Hoffmann" aufhält. Vermutlich ist er mit dem Schreiber obigen Briefes identisch. Es wäre sehr bedenklich, das Schicksal unserer jüdischen Emigranten einem solchen Manne anzuvertrauen. Auf Grund dieses Briefes wandte sich das Zentralbureau für jüdische Auswanderungsangelegenheiten telegraphisch an die Direttion der „Jka" in Buenos-Ayres, um über die Zuverlässigkeit des Dr. Hoffmann Erkundigungen einzuziehen. Die telegraphische Antwort lautet, daß Dr. Hoffmann nicht empfohlen werden kann und die „Union Jsraöltte Argentina", aus die er sich beruft, ohne jede Bedeutung ist." Das Zentralbureau hält es für seine Pflicht, im Interesse der jüdischen Auswanderer diese Tatsachen der Oeffentlichkeit einstweilen mttzuteilen und wird es sich angelegen sein lassen, wettere Erkundigungen einzuziehen. Aus der territorialiftischen Bewegung. Berlin. Die hiesigen Territorialisten haben einen „Israel Zangwill-Klub" gegründet und zu ihrem Obmann den Herrn Dr. Simonsohn gewählt. Dieser Klub entfaltet eine rührige Propaganda des territorialiftischen Gedankens speziell unter der jüdischen Jugend Berlins. Paris. Hier wurde eine neue Ortsgruppe der Jüdischterritorialistischen Organisation gegründet. Der Territorialismus gewinnt hier jeden Tag an Boden. In allen jüdischen Kreisen wird dieser Bewegung großes Interesse entgegengebracht. Ekaterinoslaw (Rußland). In der Residenz Usfischkins wurde Mitte April eine Massenversammlung abgehatten, in welcher die dortigen Vertreter der Jto Referate über die Ziele und Realisierung des Territorialismus gehalten haben. Trotz der Anwesenheit von vielen Gegnern aus dem Palästinisch-zionistischen und bundistischen Lager wurden die Referate von der überwiegenden Majorität der Versammlung mit großem Beifall ausgenommen und Resolutionen im Sinne der territorialistischen Lösung der Judenfrage angenommen. In derselben Versammlung wurde der Jtovereiu konstituiert und ein Ausschuß, bestehend aus 8 bewährten Gesinnungsgenossen, gewählt. Odessa. Das von der Jtokonferenz in Kiew eingesetzte Organisationskomttee behufs Einberufung und Vorbereitung eines allrussischen Jtokongresses hat den Kongreß endgittig für den 27., 28. und 29. Mai a. St. festgesetzt und arbeitet jetzt fieberhaft au der Vorberettung desselben. In ganz Rußland werden jetzt territorialistische Versammlungen abgehatten und neue Ortsgruppen der Jto gegründet. Neue Vereine und Ortsgruppen der Jto wurden unter anderen in folgenden Orten gegründet: Czerkaffy, Cherson, Ananjew, Bielostok, Wylkowischky, Krywoje, Osero, Simferopol, Uman, Berdiczew, Colaja Pristan, Skadowka, Perm und vielen anderen Orten. Glasgow (England). Auf einer von den Territorialisten einberufenen Massenversammlung hielt die bekannte Weltreisende Frau Helene Auerbach einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über den Territoriülismus. Es wurde dort ein Brief von Israel Zangwill verlesen, in welchem Zangwill unter anderem schreibt: „Nach einer achtzehnmonatlichen Tätigkeit unseres Rates zweifle ich nicht mehr daran, daß, falls die heutige Generation der Juden für unsere Nachkommen keine Heimstätte sichern wird, nur die Juden schuld daran sein werden. Was unserem Volke fehlt — das ist eine Organisation, und ich hoffe, daß Ihre große Stadt ein gutes Beispiel der guten jüdischen Organisation geben wird." Die Versammlung wurde mit einem Vertrauensvotum für Zangwill und seine Mitarbeiter geschlossen Vermischtes. Wien. Die öffentliche Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde, I., Settenstettengasse 4, II. Stock, findet Donnerstag den 16. Mai 1907, 6 Uhr abends, statt. Tagesordnung: Rechnungsabschluß über die Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde und sämtlicher unter 'Gemeindeverwaltung stehender Fonde und Anstalten für das Jahr 1906. Wien. (Trauung.) Mittwoch den 15. d. M. um 2 Uhr nachmittags findet im Tempel, H., Tempelgasse, die Trauung des Fräulein Stefanie Heimann, Tochter des Herrn Julius Heimann, Chordirigenten der israelitischen Kultusgemeinde, mit Herrn Karl Schnitzer, Sohn des Herrn Alois Schnitzer (in Firma Löwy & Schnitzer), statt. Wien. (Trauerandacht.) Der Vorstand des Mynagogen-Vereines „B e 111 s r a e l" ,nach polnisch-jüdischem Ritus veranstaltet für seinen verstorbenen verdienstvollen Obmann Herrn Salo Landau Sonntag den 12. Mai 1907, präzise 6 Uhr abends, in der Vereinssynagoge, II., Leopoldsgasse 29, eine Trauerandacht. Wien. (Jüdischer Bürgerverein „Jto" in Wien, XV.) In allen Kreisen findet dieser Verein Zustimmung und Anhängerschaft. In den Vorstand wurden kooptiert die Herren Kommerzialrat Leopold Baß und Oberrevident Hermann St rach. Weitere Beitrittserklärungen nimmt der Obmann Dir. Dr. S. Krenberger, Wien, XIII/8, Auhofstraße 221/2, entgegen. Wien. (Theologischer Verein. Ausschußwahlen.) Levi Freund, Präsident; Michael Halberst a m m, Vizepräsident; Gustav Koh n, erster Schriftführer; Abraham B r a w e r, zweiter Schriftführer; Josef Löwy. Kassier; Harry T o r c z y n e r, I. N. F. Kommissär. Wieru (Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischenJsraeliten, Wien, IX., Grüne Thorgaffe 28.) Im Laufe des Monates Juni gelangen seitens des „Vereines zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten" Prämien aus dem Erträgniffe der Sigmund Edlen von Wertheimstein-Stiftung für Handwerksgehilfen israelitischer Konfession zur Verleihung. Bewerber um diese Prämien haben ihre mit dem Arbeitsnachweise belegten, stempelfreien Gesuche bis längstens 10. Juni l. I. in der Kanzlei des genannten Vereines, IX., Grüne Thorgasse 28, einzureichen. Hoflieferant Adolf Schramek. Dem Eigentümer der seit nahezu vierzig Jahren bestehenden Kohlen-Engros-Firma Adolf Schramek, Herrn Adolf S ch r a m e k, wurde der Titel eines k. u. k. Hoflieferanten verliehen. Diese Auszeichnung gilt nicht nur der renommierten Firma, sondern auch dem Eigentümer Herrn Kultusvorsteher Adolf Schramek, der durch seine zahlreichen Wohltätigkeitsatte bekannt ist.

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