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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-05-03 · 18 (3.5.1907) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
18 (3.5.1907)
Date
1907-05-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 18 Vr. Bloch's Wochrnschrist. Seite 303 Ein Handschreiben des Kaisers Menilek n. von Aethiopien Kaiser Menilek II. von Aethiopien gilt als ein ausgezeichneter Kenner seiner nationalen amharischen Sprache und Literatur; er soll auch nicht gewöhnliches, schriftstellerisches Talent besitzen und besonderes Interesse sür europäische Kunst und Literatur an den Tag legen. Briefe schreibt der Kaiser nur in den seltensten Fällen persönlich und nur bei ganz besonders wichtigen Anlässen, so daß es nur Wenige gibt, die seine Handschrift zu Gesichte bekommen. Es dürfte daher nicht uninteressant sein, den genauen Wortlaut eines an den Wiener Sprachenkenner Ludwig Mahler, Autor der ersten Grammatik der amharischen (abessinischen) Sprache sür Deutsche, gerichteten kaiserlichen Anerkennungs-Handschreibens, durch welches Herr Mahler ausgezeichnet wurde, kennen zu lernen. Dasselbe lautet in getreuer Uebersetzung: Der siegreiche Löwe vorn Stamme Juda Menilek II. von Gottes Gnaden König der Könige von Aethiopien. Es möge gelangen an Herrn Ludwig Mahler. Ich grüße Dich! Ich habe das Mir durch Meinen Minister I l g gesandte außerordentlich schöne, ausgezeichnete Lehrbuch der amharischen Sprache richtig erhalten. Ich freue mich sehr und danke Dir bestens für den großen Dienst, welchen Du Mir und Meinem ganzen Reiche erwiesen hast. Gegeben in der Stadt Addis Adebü am 3. Jakütit des Jahres der Heils 1898 (10. Februar 1906V Die Juden in Amerika. Herr Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Leo Mauk teilt uns mit: Die eben erschienene Nr. 1 des dritten Jahrganges der Blätter sür vergleichende Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre, herausgegeben von dem Berliner Kammergerichtsrat Dr. Felix Meyer, enthält einen Aufsatz über „Die jüngste Einwanderung in die Vereinigten Staaten von Nord-Amerika" von Dr. Charles E. Stangeland, Professor der Nationalökonomie am State College of Washington. Dieser Abhandlung sei folgende Stelle entnommen: Ein berühmter europäischer Professor sagte mir einmal: „Sie haben jetzt Ihre Negerfrage, aber Sie werden auch noch die Judenfrage bekommen." Bisher ist jedoch kein Grund für die Richtigkeit dieser Annahme vorhanden, nicht mehr als in Bezug auf irgend eine andere Rasse oder eine andere Religionsgemeinschaft in unserem Lande, im Gegenteil, es scheint eher, als ob das jüdische Element unserer Bevölkerung vermehrte Kultur und größeren Idealismus brächte. In der Stadt New-Dork, wo ungefähr drei Viertel Millionen Juden leben, befinden sich allerdings hunderttausende von ihnen unter den Armen des Ostens; aber das ist nicht so sehr das Resultat der Einwanderung, als der wirtschaftlichen, kapitalistischen Entwicklung. Dasselbe gilt von den 150 jüdischen Millionären in New-Aork. Die jüdische Bevölkerung hat uns eine verhältnismäßig größere Anzahl von Gelehrten und Sozialpolitikern geliefert, als alle Einwanderer zusammen. Die Juden find auch im Trade Unionismus und der sozialpolitischen Propaganda tätig gewesen. Die jüdischen Kinder gehören zu den aufgewecktesten und intelligentesten der Volksschulen New-Z)orks. Die jungen Männer sind ehrgeizig, nicht nur um Erfolg in ihren geschäftlichen Unternehmungen, sondern auch, um sich in den gelehrten Berufen auszuzeichnen. (Hier wird in einer Fußnote auf den Bericht der Gewerbeinspektion Bezug genommen.) Das städtische Kollege in New-Zork hat hauptsächlich jüdische Studenten und auch in den Universitäten findet man viele. Dieser Zustand der Dinge ist unter den obwaltenden wirtschaftlichen Verhältnissen sicherlich ermutigend. Es ist kein Grund sür Antisemitismus vorhanden und dieser wäre nur auf Vorurteile, Neid und Geschmacklosigkeit zurückzuführen, nicht aber auf eine rationelle Ansicht von der Sachlage. Wenn das jüdische Element ohne Ideale, ohne Ehrgeiz wäre, wenn es korrumpierend auf unsere Politik wirkte, könnte man anderer Ansicht sein; aber derartiges ließe sich eher von anderen sagen, als von den Juden. Vermischtes. Kranzablösungsspenden zugunstenderChewra-Kadischain Wien 1., Deitenstettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sel. k. k. Stabsarztes Doktor M. Pafsau: Von Dr. Max Weiß K 10 —, Dr. Alexander Weiß 10.—, k. k. Stabsarzt Dr. Jg. Weiß 10.—, Henriette Frankl 10.—, Professor Jakob Reif 10.—, Sigmund Friedman» £ 10. — . Zusammen K 60.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Rosa Segall: Von Nnbenannt E 4,-, S. Entmann 5.—, S. Seidl £10.—. Zusammen E 19.-. Anläßlich des Ablebens des sel. Adolf Bauer: Von Albert Stein K 10.—, Julius Singer 5.-, Dr. Siegfried Spitzer und Frau 10.- , Rudolf Natscheradetz 20.—, Heinrich Freund £10.—. Zusammen K 55.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Theodor Brüll: Von Philipp Budie E 20.—, A. Hermann K 5. —. Zusam. K 25.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Philipp Frankl: Bon Egon Frankl K 50.—, Raphael Landauer K 20—, Vom Pathenkinde Alfred Neurath £ 10.—, Eisela und Heinrich Neurath £ 15. -, Robert Deutsch £ 20.—, Artur Neumann £ 20.-, Ludwig Brettauer £ 20.—. Dr. August Lederer £ 30.—, Dr. Samuel Löwy, Budapest £ 20.—, Adolf Hirsch für das Personal der Budapefter Firma £40. — , Dr. Oskar Bernheimer £ 20.—. Pollitzer und Wertheim £ 20.—, Dr. Karl Kraus £ 10.—. Ignaz Bruckner £ 20.-. Theodor Schrecker £. 10.—, Rudolf Weininger £ 10.—. Zusammen K 335.—, Anläßlich des Ablebens des sel. Hermann Weiser: Von Dr. Stiedry £ 20.-, Rosa Brillant £ 20.-, Alexander Kiibl £ 10.—. Zusammen £ 50.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Berta Krüger: Von Max Rosenfeld £ 10.—, Leopold Glas £ 2.—, Franz Hofbauer E 10.— , Dr. A. Czinner £ 20.—, Dr. Sigmund Seif £ 10.—. Zusammen £ 52. -. Anläßlich des Ablebens der sel. Amalia Reich: Von Leopold Altmann £ 5.—, Max Altmann £ 3.—, Ernst Altmann £ 3 —. Zusammen £ 11.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Isidor Reicher: Von seinen taubstummen Freunden, gesammelt von Adolf Ehrenhast £ 10.70. Zusammen £ 19.70. Wien. Samstag, den 4. Mai 1907, abends ya3 Uhr, findet im Restaurant G u t h, II., Stefaniestraße 14, die XXII. Generalversammlung der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" mit folgender Tagesordnung statt: 1. Mitteilungen des Vorstandes. 2. Rechenschaftsbericht. 3. Kassabericht. 4. Wahlen in den Vorstand. 5. Anträge und Interpellationen. 6. Diskussion über die Reichsratswahlen. Der Eintritt ist nur gegen Vorweisung der Einladung gestattet. Generalversammlung des Vereines zur Hebung der Gewerbe in Wien. Am Samstag den 27. April d. I. fand die zahlreich besuchte XVII. ordentliche Generalversammlung des Vereines statt, zu welcher als Delegierte des Knltusvorstandes Herr Kommerzialrat S i m o n. für den Arbeitsnachweis der Präsident des „Brne-Berith" Herr Dr. K l e m p e r e r, für den Handwerterverein Herr Apotbeker Benno Rothziegel erschienen. In Vertretung des durch eine Sitzung verhinderten Landesschulrates Dr. Gustav K o h n war dessen Bruder Mitglied Herr Theodor K o h n anwesend. Der Präsident Herr S. B r o d hielt einen die Aufmerksamkeit aller Anwesenden fesselnden und hochinteressanten Jahresbericht, der wiederholt durch allgemeinen und auch wohlverdienten Beifall unterbrochen wurde. Hervorzuheben ist aus demselben der vom Vereine angeregte und im heurigen Jahre in Wirksamkeit getretene Wiener Kredit- und Vorschußverein, der schon bis heute zirka 70.000 Kronen Kredite an Handels- und Gewerbetreibende gewährte und an dessen Spitze verdienstvolle, praktische Männer aus der Gemeinde und dem Vereine getreten sind. Weiters hat der Verein erfolgreiche Aktionen in allen wirtschaftlichen Vorkommnissen, gegen die Fleischteuerung, die Post- und Telephongebühren-Erhöhung rc., unternommen. Delegierte nach dem Gewerbe- Kongreß in Reiche uberg aus dem Vereine entsendet, vielen Gewerbetreibenden zu unverzinslichen Darlehen verholfen, belehrende Exekurfionen unternommen, 3000 Verzeichnisse, in welchen die Handwerker und Arbeiter für Lieferungen empfohlen werden, zur Verschickung gebracht, ferner hat der Verein auch die Mitarbeiterschaft in

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