Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 18 (3.5.1907)
- Date
- 1907-05-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 302 Dr. Zölocb's MocbenscdrlN. Nr. 18 Kultusgemeinde Prag 600 Kr., Kultusgemeinde Drohobycz 1000 Kr., Kultusgemeinde Klausenburg, Kultusgemeinde Kolomea und Sammlung von Herrn Salomon Zwiebel Foltiszeny je 500 Kr., Kmtusgemeinde Essegg 400 Kr., Kultusgemeinde Przemysl, Knltusaemeiude Saatz, Kultusgemeinde Krakau, Kultusgemeinde Storozynetz, Kultusgemeinde Lemberg und Kultusgemeinde Serajewo je 300 Kr., Sammlung von Herrn Erdhein und Adlersberg, Podwolozyska, 400 Kr., Kultusgemeinde Ungwar, Kultusgemeide Olmütz, Kultusgemeinde Miskolez, Kultusgemeinde Tarnow, Kultusgemeinde Kecskemet, Kultusgemeinde Kolin, Kultusgemeinde Jglau, Kultusgemeinde Rohathn, Kultusgemeinde Rzeszow, Kultusgemeinde Großwardein und Jüdischer Frauenhilfsverein Kimpelung je 200 Kr., Kultusgemeinde Dees 160 Kr., Kultusgemeinde Ujvidek 160 Kr., Sammlung Zion-Verein Zastawna 140 Kr., Hilfskomitee Radautz, Kultusgemeinde Zastawna, Kultusgemeinde und Zion-Verein Bojan, Kultusgemeinde Nagy-Karoly, Kultus gemeinde Brody, Kultusgemeinde Sanok, Kultusgemeinde Sambor, Kultusgemeinde Jaroslau, Kultusgemeinde Oedenburg und Kultusgemeinde Podwolozyska je 100 Kr., Kultusgemeinde 61 Kr., Herr Dr. Deutsch in Lugos 67 Kr., Kultusgemeinde Sadagora, Kultusgemeinde Dorna Watra, Kultusgemeinde Ezortkow, Kultusgemeinde Debreczin, Ortsgemeinde Nagy-Karoly, Kultusgemeinde Zaleszcyki und Sammlung der Herren Locker und Weinrauch, Solotwina je 50 Kr., Kultusgemeinde Ezudyn 40 Kr., Kultusgemeinde Virovitica und Herr Dr. Ferdinand Katz in Rohatyn je 80 Kr., Kommerzielle Kreditanstalt in Rohatyn 95 Kr., Herrn Professor Dr. Brann, Breslau, 20 Kr., Herrn G. Ramler, Kgl. Weinberge Kr. 18.60, Sammlung von Herrn A. Silbermann, Storozhnetz, 15 Kr., Rabbiner Schloil. Sassow, Kr. 14.40, Radautz, Unterstützung des Herrn Josef Rudich und Herrn Max Lenke in Wien je 10 Kr., Herr Albert Pacht, Dorna-Watra, 8 Kr., Herr Rabbiner Dr. Zuckermandel, Breslau, 6 Kr., Fräulein Erna Abbe und Erna Teig in Prag 5 Kr., Goldenzweig und Dawidowicz, Bosnien, 280 Kr„ Bukarester Hilfsverein durch Herrn Last in Folticzeny 1000 Francs, Hilfsvercin deutscher Juden durch die Kreditanstalt in Wien Kr. 3537.75, Shnagogengemeinde Breslau, 1500 (sage fünfzehnhundert Reichsmark), Alliance Jsraslite in Paris dnrch Herrn Astruc 1600 Francs, Israelitische Allianz Wien 1000 Kr. Bemerkt wird, daß der Suczawaer Mustkverein unter Mitwirkung seines geehrten, Obmannes, Sr. Hochwohlgeboren k. k. Landes- Regierungsrat Herrn Dr. Basylius Ritter v. Duzienskiewicz, ein Konzert veranstaltet hat, besten Neinerträgnis im Betrage von Kr. 430.40 dem Hilfskomitee ebenfalls als Spende überwiesen wurde. London. Dr. Max Nordau hat sich in einem Interview mit dem Redakteur des hiesigen „Jewish Expreß" ausführlich und rückhaltslos über die Aufgaben des nächsten Zionistenkongresses ausgesprochen. Seine Ausführungen gipfelten in folgenden Sätzen: Ich bin tief davon überzeugt, daß der Zionismus in Palästina realisiert werden kann, der Weg dazu muß über eine Reihe politischer Konzessionen, wie Eisenbahnbauten u. A. führen. Dadurch erlangen wir den legalen Eingang nach Palästina. Es wird jetzt viel über die „praktische" Arbeit in Palästina „geschrieben", was aber darunter zu verstehen sei, hat niemand erklärt. Bodenankauf in Palästina für Nationalfondsgelder scheint mir denn doch nicht sicher genug. Diejenigen, diedaszionistischeGeld für palästinensische Zwecke ausgeben wollen, sind höchst „unpraktisch". Diese Herren haben schon bewiesen, daß sie unpraktisch sind und zwar bei der Verausgabung der Gelder, die für Pogromopfergesammel t wurden; Die Geldgebahrung muß Männern übertragen werden, die wirklich praktischen Sinn mit Interesse für die Gesamtbewegung verbinden. Ueber die Jto äußerte sich Dr. Nordau folgendermaßen: Meine Beziehungen zur Jto haben sich nicht geändert. Es ist falsch, zu behaupten, daß sie dem Zionismus schadet; es kann uns doch nicht etwa unerwünscht sein, wenn in einem Territorium die Juden ruhig leben. Dr. Nordau erklärte, er werde nach Basel gehen, sei aber fest entschlossen, nicht zu präsidieren. Er werde dort sprechen und kämpfen, verteidigen, und angreifen müssen, alles das sei ihm als Präsident nicht recht möglich. London. Die jüdische Arbeiterpartei in Rußland (S. S.) versendet folgendes Zirkular: „Nachdem das Zentralkomitee der Zionistisch-Sozialistischen Arbeiterpartei (S. S.) in der Sitzung vom 20. Februar den Bericht über die Verhandlungen der russischen Jto-Konferenz entgegengenommen hatte, hat es die jüdische Arbeiterpartei für nötig gefunden, folgende Erwägungen zu fixieren und zur Kenntnisnahme der^Jnteressenten zu bringen. Aus den Beratungen der russischen Jto-Konferenz hatte das Zentralkomitee der Zionistisch-Sozialistischen Arbeiterpartei die Ansicht herausgetragen, daß es der territorialistischen Sache nutzbringend wäre, wenn der territorialistische Autonomiebegriff, der sich im territorialistischen Lager herausgebildct hat, präziser definiert und darüber eine Verständigung unter allen Territorialisten erzielt wäre. Das Schlagwort politische Autonomie oder Autonomie kurzweg, das allem Anscheine nach eine große Rolle in den Verhandlungen der Jto mit den verschiedenen Regierungen gespielt hat, ist ein verfehlter und gerade in unserer Sache kaum fördernder termlnus teodnleus. Sowohl das Ausmaß wie die Qualität der zu gewährenden Rechte werden hier ganz unberücksichtigt gelassen. Daß solche Unklarheit viel Schaden bringen und große Schwierigkeiten bei der Verfolgung des territorialistischen Zieles bereiten muß, liegt auf der Hand Sich auf die angeführten Erwägungen stützend, hat der im Februar vorigen Jahres einberufene Parteitag der S. S. bei der Festlegung unseres Programms das durch die Verhandlungen zu erstrebende Ziel dahin definiert, daß für die Realisierung des Territorialismus Rechte auf ein zusammenhängendes Territorium zu erlangen wären, die die Ansiedlung und Konzentrierung der großen jüdischen Massen garantieren sollen. Diese Rechte müssen uns die wirtschaftliche Freiheit garantieren, die Freiheit, in großen Massen und nach einem einheitlichen Plane zu kolonisieren. Hier wird also nicht die politische, sondern die ökonomische, die eminent soziale Seite des territorialistischen Zieles hervorgehoben. Was wir nötig haben, ist nach unserer Meinung, ein ökonomisches Monopol, das in einem freien Lande bei allen übrigen günstigen Bedingungen. vielleicht auch auf privatrechtlichem Wege erlangt werden kann. Die Autonomie sowohl in der Gegenwart wie in der Zukunft ist dem Lauf der Entwicklung zu überlassen. Nach unserer Meinung können wir uns durch ein Stück Papier keine Autonomie in der Zukunft sichern. Wir müssen den jüdischen Wanderern (und darunter ist der größte Teil des jüdischen Volkes gemeint, da dem Gros derselben die Emanzipation in Rußland ebenso wie in Galizien und Rumänien keine radikale Abhilfe bringen kann) wir müssen diesen Wanderern einen aufnahmefähigen Arbeitsplatz schaffen, einen Platz für produktive Arbeit, der selbstverständlich nur durch eine großangelegte Kolonisation geschaffen werden kann. Das ist zunächst alles, was der Territorialismus zu erstreben hat." Ein jüdisches Mitglied des Oberhauses von Transvaal. Aus Johannesburg wird gemeldet, daß Max Langerm a n n, der Präsident der israelitischen Kultusgemeiuden von Transvaal als solcher ins Oberhaus berufen wurde. Er ist unter den vom König von England ernannten fünfzehn Mitgliedern des Transvaal-Oberhauses der einzige, der nicht in England oder in Südafrika geboren wurde. Herr Max Langermann, von Geburt ein Bayer, kam schon als junger Mann nach Kimberley. Nach der Entdeckung der Goldfelder in Transvaal ging Herr Langermann nach Johannesburg, woselbst er bald zu einer führenden Rolle gelangte. Vor dem Jameson-Einfall gehörte er dem Reformkomitee an; als solcher wurde er auch nach der Besiegung Jamesons mit den anderen Reformern von der Transvaaler Regierung angeklagt, nach Pretoria in das Gefängnis gebracht und zu 2000 Pfund St. Buße verurteilt. Herr Langermann gehört seit mehreren Jahren zu den einflußreichsten Mitgliedern des Johannesburger Gemeinderates. Seine Gattin ist Präsidentin des jüdischen Waisenhauses, für welches Herr Langermann den Grund und Boden, sowie eine Summe Geldes gestiftet hatte. Ferner stehen die Langermann auch noch an der Spitze einer Anzahl anderer gemeinnütziger oder wohltätiger Anstalten. Wie das englische Wochenblatt „South Africa" in einer Charakterskizze der neuen Oberhausmitglieder schreibt, nimmt Herr Max Langermann hervorragenden Anteil an den öffentlichen Angelegenheiten des Transvaal.