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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-04-26 · 17 (26.4.1907) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
17 (26.4.1907)
Date
1907-04-26
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 268 sr. rsloev's Wlycoenscvrln. Nr. 17 im Bureau der „Israelitischen Allianz zu Wien", I., Weihburggaffe 10, vormittags zwischen 9 und 1 Uhr, gegen Bestätigung in Empfang genommen oder per Postsparkasse (Clearing- Konto Nr. 8152). Bilduugsheim der Jüdische» Toyubee-Halle XV., Herklotzgässe 21. Der Vortragsabend am 20. d. M., mit dem der derzeitige Vortragszyklus zum Abschluß gelangte, erbielt geradezu festlichen Charakter. Die Zuhörerschaft bereitete dem Redner Herrn Dr. Josef Jerusalem am Schluffe seiner meisterhaften Ausführungen über die „Entstehung des Rechtes" eine regelrechte Ovation. Der Redner bewies, wie schwankend oft Recht und Rechtsbegriffe in den verschiedenen Zeiten waren, und schloß mit einem innigen Appell an die Zuhörerschaft, sich angesichts der kommenden Wahlen der Pflichten und der Verantwortlichkeit bewußt zu sein, die heute jedermann durch die Abgabe seiner Stimme bei der Wahl von Männ-rn übernimmt, die berufen sind, neue Gesetze, neues Recht zu schaffen. Hellen Beifall fand auch Fraulein Marie Heller als Rezitatorin, die eine Anzahl reizender Gedichte mit gediegener Kunst zum Vortrage brachte. Mendelssohn's Violinkonzert durch Herrn Leo Nett mit Virtuosität vorgetragen, bildete den würdevollen Schluß des reichen Programmes. Von Seite des Präsidenten der Tohnbee-Halle Herrn Dr. Josef Smmrely wurde dem Lokalkomitee, insbesondere dem Obmanne Herrn Ober-Revidenten Strach und Herrn Ing. Baß, welch letzterer sich um den musikalischen Teil der Vortragsabende reiche Verdienste erworben hatte, der Dank der Vereinsleitung ausgesprochen. Die Vortragsabende werden im Herbste ihre Fortsetzung finden. Israelitischer Hilfsverein „Maskil el Dol" für die westliche» Bezirke Wiens. In der am 7. April l. I. abgehaltenen 33. ordentlichen Generalversammlung erstattete der^ Präses Herr Sam. Mohr eingehenden Bericht über die segensreiche Tätigkeit des Vereines und hebt die dankenswerte Mtthilfe der Vorstandsdamen ganz besonders hervor. Besondere Erwähnung verdient eine Neuerung, welche über Anregung der verehrten I. Vizeprasidentin Frau Dr. G r u n w a l d eingeführt wurde, die Armen des Bezirkes während der strengen ZahreSzett mit Kohlen zu beteilen, Bei der vorgenommenen Wahl wurden Herr Samuel Mohr zum Präsidenten, Frau Dr. Margarethe G r u n w a l d zur I. Vizeprästdentin, Herr Hermann Weinberger zum DL Vizepräsidenten, Herr Isidor Gehlbard zum Schriftführer, Herr Hermann Strach zum Schriftführer-Stellvertreter, Herr Jsidvr D u s ch i n s k y zum Kaffaverwahrer, -Frau Anna P i ck zur Kaffierin, Frau Clara Jurberger zur Kafsierin-Stellvertreterin, Herr Salamon Beer und Herr Samuel Steiner zu Konttolloren; ferner zu Ausschußmitgliedern die Damen: Frau Dr. Olga Schick. Frau Dr. Frieda N a tz l e r, Frau Babette Stern, Frau Berta Kirschmann, Frau Sofie D u s ch i n s k y, Frau Dr. Eugenie Frank, Frau Stefanie Strach, Frau Dr. Gisela P o l l a k, Frau Mitzi Grabkowitz. Frau Friederike Hirsch und Herr Emanuel Schnabl einstimmig wiedergewählt. Wie». Die Musikschulen M. Adler und C. Kopal veranstalten Sonntag, den 28. d. M., Abends 7 Uhr, im Neuen Frauenklub, 1. Bezirk, Tuchlauben Nr. 11, ein Schülerkonzert, bei welchem sowohl klassische, als auch moderne Compositionen zur Aufführung gelangen. „Tomech Ewjouim"-Berei» zur Ausspeisung armer, zugereister Israeliten. Dieses ob seiner ersprießlichen Tätigkeit auf dem Gebiete wahrhafter Humanität und Menschenliebe so populär gewordene Wiener Wohlfahrtsinstitut erfreut sich von Jahr zu Jahr eines größeren Aufschwunges und ist es insbesonders die Leitung des Vereines, an dessen Spitze Oberkantor M. Schorr steht, die durch ihr rast- und selbstloses Bemühen das Institut zu fördern und auf seiner Höhe zu erhalten bestrebt ist. So wurden an dem verflossenen Peffachfeste im eigenen Ausspeiselokal des Vereines, EL, Große Schiffgasse 21, nicht weniger als 560 Personen, darunter eine große Anzahl hier garnisonierender jüdischer Soldaten — stets unter Aufsicht von Vorstandsmitgliedern — Abends und Mittags mit Freitisch bedacht und hiebei besonderes Gewicht darauf gelegt, diesen Enterbten des Glücks und fern von der Heimat Weilenden auch auf ftemdem Boden die heiligen Sederabende möglichst weihevoll, gastlich und angenehm zu gestatten. Da jedoch die Anforderungen an den Verein — wie schon aus der angeführten Zahl der am Peffachfeste Betcilten ersichtlich — sich fortwährend steigern und die Vereinsmittel zu erschöpfen drohen, sieht sich die Leitung veranlaßt, demnächst mittels besonderer Zuschriften an unsere mildtätigen Glaubensgenossen mit der Bitte heranzutreten, den Verein in Würdigung seiner so segensreichen Leistungen durch regen Beitritt oder Spendenzuweisungen zu unterstützen nnd solcherart dem unseren notteidenden und unterstützungsbedürftigen Stammesgenossen zum Wohle gereichenden Werk echter, unverfälschter Nächstenliebe zum weiteren Aufbau und zur weiteren Entwicklung zu verhelfen. Wien. Anläßlich der silbernen Hochzeit des Ehepaares Jakob und Anna Goldner fand am verflossenen Samstag im Tempel des XX. Bezirkes in der Kluckygasse ein solenner Gottesdienst statt, den Herr Oberkantor Josef B a s s e r, assistiert vom Chorpersonale, in besonders weihevoller Weise zelebrierte. Als der Jubilar zur Thora gerufen wurde, erstrahlte das Gotteshaus im Lichterglanze und widmete Herr Goldner einen namhaften Betrag für humanitäre Zwecke. Ebenso spendeten die Tempelvorsteher Josef Wünsch und Adolf Feuer recht nennenswerte Beträge für verschiedene humanitäre Institutionen. Nach beendigtem Gottesdienste verfügte sich der Tempelvorstand korporativ unter Führung seines Obmannes Herrn Hermann Eltbogen, sowie die Kantoren B a s s e r und Roman in die Wohnung der Jubilare. In einer tiefempfundenen Ansprache pries Obmann Herr E l t b o g e n das harmonische Familienleben des Ehepaares und deren Verdienste ans religiösem, wie humanitärem Gebiete. Herr und Frau Goldner dankten in bewegten Worten. Dem Jubelpaare sind zahlreiche schriftliche, wie telegraphische Glückwünsche zugegangen. N. Ch. Bade». (Moses Mirsky.) Den Sabbat-Gottesdienst am 20. d. M. hielt im Tempel der israelitischen Kultusgemeinde Baden auf Einladung des Kultusvorstandes Moses M i r s k y ab. Dieser von der göttlichen Natur reichbeschenkte Knabe erweckte mit seinem gottesdienstlichen Vortrage die Bewunderung aller andächtigen Zuhörer, die den Tempel bis auf das letzte Plätzchen füllten. Sein „Kabolas-Schabbos“ und „Mussaf“- Vortrag war die Leistung eines -vollendeten Kantors und haben seine Ruhe und Sicherheit im Vortrage das höchste Erstaunen hervorgerufen. Der Wohlklang und die Reinheit seiner wundervollen Töne waren herzerquickend und hörte man diese mit geschlossenen Augen, glaubte man das Morgenlied eines Waldvögeleins zu vernehmen, das, unbekümmert um seine Umgebung, seine Töne hervorschmettert. Möge seine künstlerische Laufbahn ungestört fortlaufen und er eine Zierde Israels werden. Feuilleton. Geschichte des Ordens Knei Kriß in Deutschland 1883—1907. (Schluß). In dem Auftuf heißt es weiter: „Diese Erkenntnis, gepaart mit Liebe zum angestammten Volkstum, hat denn auch unter den verschiedensten Völkern zu volkstümlichen Sammlungen geführt, die in erfreulicher Anzahl blühen. Das gilt von Völkern und Stämmen, welche noch eine geschloffene Volksgemeinschaft darstellen, mehr oder minder politische oder literarische Selbstständigkeit aufweisen. Um wie viel ernster muß sich erst ein Volksstamm an solche Aufgabe gemahnt fühlen, wenn er, ohne jene Selbständigkeit zu besitzen, auch die literarische.mehr und mehr einbüßt, wenn diese Aufgabe also für ihn geradezu zu einem Gebot der Selbsterhaltung wird. Und wenn anderswo moderne Bildung und Großstadtluft das Volkstum gefährden, wo wüten sie verheerender als in der Judenheit? So oft Israel der Väter Erbe bedroht sah, sammelte es sorgfältig und übersichtlich seine Schätze, den Seinen den Stolz am Besitze zu stärken und die Treue in seiner Verteidigung gegen den äußeren Feind. Unser gesamtes Schrifttum gibt davon beredte Kunde. Hier gilt es nur, nicht sowohl denkend zu schätzen und zu schützen, was unsere Väter lehrten, als liebend zu ersoffen und zu erhalten, was sie lebten. Wie unser Schrifttum, so soll auch unser Volkstum uns ein Bollwerk nach außen und nach innen sein! Die Wissenschaft, die uns unser. Schrifttum neu erschlossen und damit neu geschenkt, soll durch stille Arbeit, fern von den Kämpfen des Tages, auch unser Volkstum wieder erobern, sie soll in Zeiten der Erschlaffung und Zersplitterung

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