Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 15 (12.4.1907)
- Date
- 1907-04-12
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 15 m jbiocD s Mocoenscdrin. Seite 259 ferer, Kommerzialrat Leopold Hutter, von der Eifenwerksgesellschaft R. Ph. Waagner, L. und I. Biro und A. Kurz Verwaltungsrat Biro, Direktor P o l l a ck und Prokurist I u h n, von der Wechselstuben-Aktiengesellschaft „Merkur" Vizepräsident Dr. Brettauer und Direktor Heinsheime r, der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern, die Prokuristen des Röhrenwalzwerkes Albert Hahn L e w y und Bettelheim, die Industriellen Emil v. Neumann, K r a ß l, v. Schmidt, Robert Kern, M. Z w e i g, Heinrich E g e r, Vizepräsident der Israelitischen Alliance Doktor Wahrmann, Dozent Dr. Straffer, Dr. Kraus; aus Budapest: Gemeinderat Dr. F e l e k i, Dr. A d l e r, Doktor Ehrenhaft u. v. a. Aus der Eisenbranche waren die hervorragendsten Firmen vertreten. Nach Absolvierung der rituellen Zeremonien durch Oberrabbiner Dr. M. Güdemann und Oberkantor Singer unter Assistenz des Kantors Jurberger hielt Baurat Wilhelm Stiaßny als Präses des Vereines zur Unterstützung israelitischer Handwerker und Kleingewerbetreibender dem Verblichenen, welcher Vorstandsmitglied des Vereines war, einen ergreifenden Nachruf. Am Grabe sprach noch Dr. Szamek als Obmann des Vereines Leopoldstädter Kinderschutz. Erwähnenswert ist, daß gerade vor 18 Jahren am nämlichen Tage der Vater des Verblichenen in seiner Vaterstadt Mißlitz unter großen Ehrenbezeugungen zur Erde bestattet wurde und die dortige israelitische Gemeinde, die wegen des nahen Festes durch eine Deputation nicht vertreten sein konnte, an die Familie ein in wärmsten Tone gehaltenes Beileids-Telegramm sandte. Ingenieur Fritz Golwig. Am 1. April fand auf dem Zentralfriedhofe unter großer Beteiligung, namentlich von Vertretern der elektrotechnischen Industrie, das Leichenbegängnis des am 28. v. M. verstorbenen Repräsentanten der Wiener Zentrale der Elektrizitäts-Aktiengesellschaft Ganz & Co., Herrn Fritz Golwig, statt. Der Leichenfeier wohnten als Vertreter des Eisenbahnministeriums die Bauräte Wolfgang Freiherr v. Ferstel und Wenzel Burger bei. Die Direktion der Aktiengesellschaft Ganz L Co. in Budapest war durch den Prokuristen Ingenieur Szuk und die Oberingenieure Fuchs und Witt, die Leobersdorfer Fabrik dieser Gesellschaft durch Prokuristen Hugo Engel und Direktorstellvertreter Fähnrich vertreten. Das Wiener Bureau der Firma Ganz & Co. war vollzählig erschienen mit dem Oberingenieur Roth an der Spitze. Viele Persönlichkeiten der elektrotechnischen Industrie, der Finanz und aus der Gesellschaft waren erschienen. Die religiöse Zeremonie wurde vom Präsidenten des Tempelvereines IX. des Bezirkes Gottlieb Bettelheim, vom Vorstande dieses Vereines, Isidor T r e b i t s ch, und vom Kultusvorstande Samuel Steiner geleitet. Hierauf hielt Rabbiner Dr. G e l b h a u s eine ergreifende Trauerrede, in welcher er die Verdienste des allzufrüh Dahingeschiedenen um die Wissenschaft, sein humanitäres Wirken und seinen trefflichen Charakter hervorhob. Die kantorale Funktion versah Oberkantor Kläger mit dem Tempelchor. St. Pölten. Unser Literaturverein hat am 24. März einen Ehrentag von besonderer Denkwürdigkeit gefeiert. Am Nachmittage erschien eine Abordnung des Vereins-Vorstandes mit dem Präsibenten- Stellvertreter, Herrn Kultusvorsteher Siegfried Schwarz, an der Spitze in der Wohnung des Herrn Rabbiners Dr. Schächter und überbrachte diesem das Ehrendiplom. Sodann begaben sich die Herren auf den Bahnhof zum Empfange des Herrn Rabbiners Dr. Julius Max Bach aus Wien und seiner Frau Gemahlin. Abends 8 Uhr fand im k. k. priv. Schießstattsaale eine solenne Festsitzung statt. Die Herren Vereinspräsident Rabbiner Dr. Schächter und Kultusvorsteher Siegfried Schwarz hielten Begrüßungsansprachen, worauf Herr Rabbiner Dr. Back unter wahren Beifallsstürmen eine ganze Stunde über „die allgemeine Volksschule bei den Juden" sprach. Jetzt folgte die Akademie, an der sich namentlich die Herren Hermann K r a u s z, Isidor Reiß und Otto R u p p e r t vom hiesigen Stadttheater, sowie die Damen Rosa B o n d y, Olga Reiniger und Vally Reiß hervortaten. Trebitsch. (Todesfall.) Unser hochverehrter Bürgermeister Herr Adolf Subak hat durch den am 31. v. M. erfolgten Tod seiner Gattin Frau Leopoldine Subak einen schmerzlichen Verlust erlitten. Die Verblichene hat es verstanden, ihr Haus zu einem Haus des Friedens zu gestalten. Dem Begräbnis wohnte eine überaus große Volksmenge bei. Unter den Erschienenen waren zu bemerken: der gesamte Kultusausschuß unter Führung des Herrn Kultuspräses Josef Taussig, die Vertretung der Chewra-Kadischa unter Führung des Obmannes Herrn Filipp Orlistein, die Vertretung der politischen Gemeinde, an deren Spitze Herr Bürgermeister-Stellvertreter S. Weist, und viele Vereine mit ihren Fahnen. Nachdem Herr Oberkantor Moritz Fuchs unter Mitwirkung des verstärkten Chores die üblichen Trauerpsalmen in ergreifender Weise exekutiert hatte, bestieg Se. Ehrwürden Herr Dr. Levy aus Brünn die Kanzel und hielt einen von poetischer Begeisterung getragenen Nachruf, der die Tugenden und Religiosität der Verblichenen feierte. Das Andenken an diese hochherzige, edle Frau wird in den Herzen aller jener, die sie kannten, fortleben. Brünn. (Verlobung.) Herr Rabbiner Dr. Ludwig Levy hat sich mit Fräulein Grete Hegne r, Tochter der Frau Jda H e g n e r und des verstorbenen Industriellen Isidor H e g n e r aus Brünn, verlobt. Hohenems. Am ersten Tage Pessach verbreitete sich die Trauerkunde, Herr Michael Menz, der langjährige Vorsteher der Kultusgemeinde, habe für immer seine Augen geschloffen. Mtt ihm ist wieder einer aus jener alten Garde dahingegangen, die mit der Geschichte und Entwicklung unserer Gemeinde eng verwachsen waren. Der Verblichene zählte zu den ältesten und angesehensten Mitgliedern der Gemeinde, in welcher er schon vor mehreren Jahrzehnten hervorragende Ehrenämter bekleidete. Von echt jüdischem Geiste beseelt, hat sich derselbe seine Ideale von Menschenliebe und Wohltätigkeit bis zum letzten Atemzuge bewahrt und unverwischbare Spuren einer segensreichen Tätigkeit zurückgelaffen. — Das Begräbnis gestaltete sich zu einer großen Trauerkundgebung. Vor dem Hause des Verblichenen, wo sich eine zahllose Menschenmenge versammelt hatte, widmete Herr Rabbiner Dr. Link dem Toten einen ergreifenden Nachruf. Schlicht und wahrheitsgetreu schilderte er den Lebenslauf des Verstorbenen, die Lauterkeit seiner Gesinnung, seine Nächstenliebe und die treue Liebe zu seinen Verwandten und Freunden. Unter den Trauerklängen der Bürgeruiusik setzte sich der endlose Zug in Bewegung. Außer den nächsten Leidtragenden, der Kultusvertretung und den Gemeindebeamte'l begleiteten der Bürgermeister mit dem Gemeindeausschuß und dem Armenrat, die k. k. Gendarmerie und die Fmanzwache mit dem Herrn Kommissär, die Gesangvereine, die Bürgermusik, beide Veteranenvereine und die Feuerwehr, zahlreiche auswärtige Persönlichkeiten, darunter Herr Bürgermeister Dr. Waibel von Dornbirn, die vielen Freunde des Verstorbenen und ein großer Teil der Bevölkerung den Toten zur letzten Ruhestätte. Ehre seinem Andenken! Karlftadt. (Trauung.) Am 7. d. M. führte Herr Siegfried Kramer, Bankier in Karlstadt, das Fräulein Elsa Stern, Tochter des Herrn Dr. Friedrich Stern. Sanitätsrat und Präses der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde, zum Traualter. Den festlich beleuchteten und äußerst geschmackvoll geschmückten Tempel füllte ein zahlreiches Publikum ohne Unterschied der Konfession, bis aufs letzte Plätzchen. Die Trauung vollzog Rabbiner Dr. S i ck, während den gesanglichen Teil Oberkantor David M e i ß l unter Mitwirkung eines eigens hiezu gebildeten Orchesters in besonders wirkungsvoller Weise besorgte, welche Leistung allgemeine und wohlverdiente Anerkennung fand. Fahnenflucht. Herr Moritz Ritter, Bürgermeister der Judengemeinde in L e i p n i k, hat am 9. d. M. seine Tochter zum Traualtar in der dortigen Kirche geführt. Kommentar überflüffig. Prag. Sonntag den 14. d. M. findet hier die Trauung der Tochter K a r o l i n e des Herrn Josef R a u s n i tz, Angestellter der Wiener israelitischen Kultusgemeinde, mit Herrn Karl Eckhardt statt. Bisenz. (P i e t ä t s a k t.) Am verfloffenen Samstag gedachte bei der Haskarah-Feier unser allverehrter Rabbiner Sr. Ehrwürden Herr Dr. Josef Hofs in einer alle Zuhörer mächtig ergreifenden Rede pietätvoll des vor wenigen Wochen Heimgegangenen Grazer Rabbiners Dr. Samuel M ü h s a m s. A.. der vor 30 Jahren in unserer Gemeinde segensreich zu Ehren Gottes und Israels wirkte und sich durch seine Gelehrsamkeit und durch seine Herzensgüte hier in unserer Mitte einen ruhmreichen Namen erworben hat. Agram. Se. Majestät verlieh dem Präsidenten unserer Kultusgemeinde Herrn Ingenieur Josef Siebenschein in Würdigung seiner allgemeinen Verdienste den Titel eines königlichen Rates.