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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-04-12 · 15 (12.4.1907) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
15 (12.4.1907)
Date
1907-04-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 15 Dr. JBlocb s Mocbenscdrirr. Sette 249 verlogen darstellen — diesem Manne zollt Dank und Anerkennung die Filiale der Israel. Allianz zu Wien und der grössere und bessere Teil der Israel. Gemeinde in Triest. Mit innigem Grosse der glückliche Dolmetsch dieser Gefühle Q. Ztrkowltz.« Obcrrabbiner S. R. M e l l i: nvvmp oan» ibiHvob «sjA no Gratuliere aus ganzem Herzen und wünsche “[^022 'n nabö Genehmigen Sie meinen innigen Wunsch und den freundlichen Gruss. Waag Neuftadtl: Der israelitische Kultusvorstand: »Durch Geistesschärfe, llkdSfMSedl Ü88 V!886ll8 und überzeugende, lllarelssfsndß Rfiüeaewandtheit, die Ew. Ehrwürden in den sensationellen Streitschriften gegen Dr. Rohling entwickelten, ist es Ew. Ehrwürden unter dem Beistand des Allmächtigen gelungen, die Reinheit und Wahrheit unseres Glaubens vor der ganzen gebildeten Welt zu beweisen. Die hiesige israel. Kultusgemeinde schliesst sich daher der Reihe jener Körperschaften und einzelnen Glaubensbrüdern an, die Ew. Ehrwürden ihren Dank und ihre Anerkennung entgegenbringen.« Waizen: Ladislaus Reiser, Haudelskammerrat, Stadtrepräsentant und Präses des israelitischen Schulstuhles: »Ihr Auftreten voll Ritterlichkeit erfüllt mich mit Freuden und Stolz, wie es überhaupt jeden luden in allen Schichten und Rangstufen mit einem Gefühle der Ehre und des Stolzes freudig bewegt.« Zala-Egerszeg: Israelitischer Kultusvorstand, I. R o s e n t H a l: »Ich kann nur wiederholt der allgemeinen Freude und Befriedigung Ausdruck geben, die jeder human denkende Mensch empfinden muss, dass diesem Manne endlich die verdiente Züchtigung geworden.« Zrraim: Der Kultuspräses, Herr Jakob Schick, in Ausführung eines einstimmigen Beschlusses der Vollversammlung der Gemeinde vom 7. Jänner spricht den Dank aus für des Verfassers unvergängliche Verdienste um das Judentum. „Möge," so schreibt der Vorstand, „der Allmächtige Sie stärken, auf der betretenen Bahn fortzufahren, daß Sie nicht erlahmen, für unsere heilige Sache in Wort und Schrift einzustehen." * * * Die interessanten und spannenden Begebenheiten würden — in späterer historischer Schilderung — des kräftigsten dramatischen Effektes entbehren, wenn eine Schlußszene fehlen möchte, die wichtige Szene, in welcher seine Volksgenossen Dr. Bloch mit Steinen bewerfen. Aufgabe des wahrheitsgetreuen Chronisten bleibt es. die Daten festzuhalten und dem Gedächtnis kommender Geschlechter zu überliefern. In einer Wählerversammlnng der Zionisten oder „jüdischen Demokraten" oder „jüdischen Nationalen", wie fie sich sonst nennen, welche Montag den 11. März im „Hotel Central" abgehalten wurde, waren es außer einigen Mitgliedern der B u b okratie, ganz besonders Herr Lucian Brunner, der sich solchen Ruhm erworben; Herr Lucian Brunner, der jetzt als offizieller Bundesgenosse der Zionisten auftritt, nahm Gelegenheit. mich mit Anklagen zu überhäufen, die ich der öffentlichen Würdigung vorlegen will. Es wäre, so behauptet er, die Ehre und das Jntereffe deS Judentums bei der Führung des späteren Prozesses Rohling zunächst dadurch verletzt worden, daß ich zu meinem Rechtssreund und Vertreter eineu Arier, Dr. Josef Kopp, und keinen Juden bestellt habe. Dann sei Dr. Kopp mit 60.000 fl. zu teuer bezahlt worden. Der Prozeß Rohling-Bloch liegt nahezu zweiundeinhalb Jahrzehnte hinter uns, und Herr Lucian Brunner ist meines Wissens zu den Kosten jenes Prozesses nicht in Kontribution gesetzt worden — sowenig etwa wie zu den Kosten deS Prozesses gegen Pfarrer Dr. Josef D e ck e r t und gegen PauluS Mayer, oder bei Gelegenheit der Entlarvung Aron Brimans. An Herrn Lucian Brunner bin ich nie um einen Kostenbeitrag herangetreten, auch nicht, als eS sich darum handelte, das italienische Parlament durch eine Denkschrift für das Schicksal der rumänischen Inden zu interessieren oder den Brüsseler Kongreß „pro Armenia“ durch Vorlage einer umfangreichen Aktensammlung zur Behandlung der rumäuischeu Judenfrage zu bestimmen. Also Herr Brunner hat keinen Anlaß, die Höhe dieser Prozeßkosten zu bemängeln, noch weniger diese Bemängelung an meine Adresse zu richten. Weder auf die Bestellung Dr. Kopp'S noch auf seine Honorierung hatte ich einen entscheidenden Einfluß. Herr Wilh. v. Gutmann, damals niederösterreichischer Landtagsabgeordneter, übertrug die Prozeßführung seinem Kollegen Herrn Dr. Josef Kopp, er verpflichtete fich aus eigenem zur Zahlung der Vertretungskosten, die daS k. k. Landesgericht mit dem Betrage von 60.000 fl. bemessen hat. Das Buch, welches Herr Dr. Josef Kopp über diesen Prozeß verfaßte, ist ein klassisches Werk, wurde in viele Sprachen übertragen und erwarb sich auch in Kreisen der Professoren und Fachmänner hohes Ansehen; eS bildet ein Kompendium der eigentlichen jüdischen Apologetik. Die wissenschaftliche Information erhielt er ausschließlich von mir. wir arbeiteten 3 Jahre nahezu täglich 5 Stunden; Niemand außer mir kümmerte sich um den Fortgang des Prozesses, niemand zog auch nur eine Erkundigung ein über seine interessanten wechselreichen Phasen. Gegenüber von Lügen, die man sich heimlich zuflüstert, über angebliche Summen, die ich aus Anlaß deS Prozesses Rohling von irgend welcher Seite erhalten hatte, muß ich laut erklären, daß mir für die Arbeit während dieses Prozesses von keiner wie immer gearteten Seite irgend ein Honorar oder Geschenk zugewendet worden ist. Ich hatte solches auch von Niemanden zu verlangen und zu beanspruchen. Das Autorhonorar für das Buch gehörte selbstverständlich auch nur Herrn Dr. Kopp. Der Prozeß Rohling-Bloch bildet ein nicht unrühmliches Kapitel in der Geschichte der Juden in Oesterreich — außer Prof. Rohling ist Herr Lucian Brunner der einzige, der au der Prozeßführung etwas zu mäkeln gefunden hat. Herr Lucian Brunner erzählte ferner: „Dr. Bloch kann nicht der Vertreter der Judenfchast sein. Ich erinnere mich, wie ich als Bräutigam einmal im Parlamente war und anhörte, wie Dr. Bloch gegen die Aufhebung seiner Immunität sprach, es handelte sich damals um den Prozeß Rohling, um nicht vor die Schranke» des Gerichtes zu kommen." Die Versammlung hat diese Mitteilung mtt den üblichen Zurufen: „Hört", „Hört" beglettet. Ich habe die Mühe nicht gescheut, das stenographische Protokoll des Abgeordnetenhauses aus der Universitätsbibliothek nachzuschlagen, um den Lesern ein Urteil über die Mitteilungen deS Herrn Lucian Brunner zu ermöglichen. In dem stenographischen Protokoll vom 5. Februar 1884, S. 11401 heißt eS wörtlich: Interpellation des Abgeordneten Dr. Bloch au de» Obmann deS Immunität saus schuffes: „Ich erlaube mir, an den Herrn Obmann deS Jmmunitätsausschusses die Interpellation zu richten, wann endlich die Angelegenheit der vom k. k. Prof. Rohling in Prag wider mich eingebrachten Ehrenbeleidigungsklage, welche bereits den Todeskampf der Verjährung ringt und Gefahr läuft, in den sorgsamen Händen des Herrn Berichterstatters den letzten Rest von Lebenskraft auszuatmen, aus die Tagesordnung deS hohen HaufeS gelangt? Ich ersuche dringend, daß die Augelegenheü mtt Beschleunigung erledigt wird. Stenographische- Protokoll vom 13. Februar 1884, S. 11465. Auf der Tagesordnung steht der Antrag des JmmnuitätSausschusses, den Abgeordneten Dr. Bloch wegen Ehreubeleidigung, begangen gegen den k. k. Professor Rohling in Prag, auszuliefern. Der Präsident verkündet: Für dm Ausschußautrag hat fich der Abgeordnete Dr. Bloch zum Worte gemeldet. Aus dieser Rede zittere ich Ihnen zwei Sätze, S. 11468: „In dem Schlußantrage stimme ich mit dem Herrn Berichterstatter vollständig überein. Es ist ein Gebot der Ge-

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