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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-04-05 · 14 (5.4.1907) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
14 (5.4.1907)
Date
1907-04-05
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 14 Dr JBiocb’s Moedenscdrm. Seite 241 Fräulein Hüttner, die kaum 14jährige Violinvirturfin das reizende Fräulein Gisela Katz und Hrr Ob erkantor Matyäs mit seinem prächtigen Tenor errangen wahre Beifallsstürme. Den edlen, einem tiefen Empfinden entspringenden Worten, die Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Bach an die Anwesenden richtete, ist es zu danken, daß ein Betrag von K 50.— für unsere unglücklichen Brüder in Rumänien der „Israelitischen Allianz" zugewiesen werden konnte. Krankenunterftritzungsvereerr „Lirvias Chen". Am 17. März 1907, um 6 Uhr abends, fand die XX. Generalversammlung des Vereines in dem Bethauslokale, U., Stesaniestraße 2, bei starker Beteiligung der Mitglieder statt. Aus dem Rechenschaftsberichte ist zu entnehmen, daß der Verein mit einem vermehrten Besitzstände von X 1897°30 schließt, wobei er den statutarischen Verpflichtungen nach jeder Richtung vollends entsprochen hat. Bei der am 25. März 1907 stattgefundenen Konstituierung des Vereinsvorstandes gingen aus der Wahl hervor die Herren: David K o l i e b, Obmann; Josias Goldschmidt, Obmann - Stellvertreter; Isidor Kerner, Schriftführer; Sam. Ungar, Kassier; Anton L o e w, Kontrollor. Jubiläum des Oberkantors Alfred Tauber. Am ersten Tage des Pessachfestes waren es 25 Jahre, seit Oberkantor Alfred Tauber im Tempel des Tempelvereines Wieden- Margarethen in Wien funktioniert. Obwohl sich der ^ubilar jede Feier verbeten hatte, hült es der Vorstand für eine Ehrenpflicht, dem verdienten Oberkantor, welcher mit seltener Pflichttreue seine Funktionen als Oberkantor und Chordirigent versieht, durch Ueberreichung eines wertvollen silbernen Ehrenbechers ausznzeichnen. Tauber erfreut sich durch seine musterhafte Lebensführung sein offenes, gerades Wesen der Achtung aller seiner Standeskollegen und der Gemeindemitglieder seines Bezirkes. Eine ganze Generation, welcher er im Jugendgottesdienste die Weihe der jüdischen Ges'äng<des Schir- Zion zu Gehör und Gemüt führte, ehrt in ihm den Meister des Tempelgesanges, dessen kräftiger Bariton der berufene Interpret unseres unvergänglichen und unvergeßlichen Meisters Salonion Sulzer ist. Wien. Herr Philipp Frankl, Seniorchef der Eisengroßhandlungsfirma A. Herm. Frankl u. Söhne in Wien und Budapest, ist nach längerer Krankheit hier gestorben. Der Verblichene, der zu den Begründern der genannten Firma zählte, mußte sich wegen eines Leidens bereits vor einigen Jahren von seiner geschäftlichen Tätigkeit zurückziehen. Er galt als einer der hervorragendsten Fachmänner feiner Branche und erfreute sich ob seines biederen Charakters allseits großer Beliebtheit. Das Leichenbegängnis fand Donnerstag den 4. d. M. vom Trauerhause I., Johannesgasse, unter zahlreicher Beteiligung statt. Wier». (Todesfall.) Am 26. v. M. verschied hier Frau Therese B o d n e r, eine Tochter des allseits beliebten Herrn I. M. Belf. Die Verblichene stand noch im jugendlichen Alter und kamen der Familie zahlreiche Beweise aufrichtigster Teilnahme zu. Fra» kaisert. Kat Kerta Kriiger > WMM »U BL UMiMA i*^-r Während der Drucklegung des Blattes ereilt uns die schmerzliche Trauerkunde von dem heute nachts erfolgten unerwarteten Hinscheiden der edlen Frau Berta Krüger, Gattin des bekannten praktischen Arztes, kais. Rates Dr. S. Krüge r, Präsidentin des Leopoldstädter Frauen-Wohltätigkeits-Vereines und Gründerin des berühmten Arbeiterinnenheimes und I. Lehrmädchenhortes. Der plötzliche Tod dieser edlen Frau, welche in ihrem Leben so viel Segensreiches gestiftet, wird in allen Kreisen des Wiener Judentums aufrichtigen Schmerz und ungeheuchelte Teilnahme erwecken. Wir behalten uns vor, in der nächsten Nummer eine eingehende Schilderung und ein Bild von dem Leben und Wirken dieses wahrhaft vornehmen Menschenherzens unseren Lesern vorzuführen. Wien. (Trauerkundgebung) Die letzthin stattgefundene Sitzung des Gesamtvorstandes der Wiener Spar- und Kredit-Gesellschaft gestaltete sich zu einer Trauerkundgebung für das kürzlich verstorbene Mitglied Josef Pollak (Inhaber der Firma Pollak u. Neuron). Vor Begiun der Sitzung ergriff der Obmann Herr Richard Rappaport das Wort, gedachte wärmstens der Verdienste, welche sich der Verstorbene als Mitbegründer und erster Obmann des Vereines erworben hat und hob noch besonders hervor, daß derselbe trotz seines in letzter Zeit nicht mehr so festen Wohlbefindens immer noch im regsten Interesse für den Verein als Beirat und Zensor gewirkt hat. Herr Rappaport gab auch der Versicherung Ausdruck, daß der Verein dem Verstorbenen stets ein treues Andenken bewahren wird. Die Anwesenden hatten sich, sichtlich gerührt, von den Sitzen erhoben und wurde der einstimmige Beschluß gefaßt, diese Trauerkundgebung abgesondert von den geschäftsmäßig vorzunehmenden Sitzungsbeschlüfftn zu protokollieren. Der Verein hat bereits vordem ein tröstendes Kondolenzschreiben an die Familie des Verstorbenen gerichtet. Prag. (Einheitlicher Lehrplan für den Religions-Unterricht.) Am 25. März fand die Fortsetzung der von dem Vertreter der mosaischen Konfession im Landesschulrate für Böhmen Herrn Dr. Ludwig Bendiener einberufenen Enquete zur Beratung eines vom Landesschulrate den Gemeinden in Böhmen anzuempfehlenden einheitlichen Lehrplanes für den israelitischen Religionsunterricht statt, wobei der Plan für die Bürgerschulen durchberaten und fertiggestellt wurde. Äroß-Euzerskorf. Bei der am 19. März im Beisein eines Reg erungsvertreters vorgenommenen Wahl des provisorischen Vorstandes für die neu errichtete Kultusgemeinde Groß-Enzersdorf wurden nachbenannte Herren gewählt: Josef Winkler, Heinrich Reichsfeld, Markus R o s e n b a u m, Max Hahn, sämtlich aus Groß- Enzersdorf, und Dr. Lazarus Langer aus Eßlingen. Bei der am 27. d. M. vorgenommenen Konstituierung des Vorstandes wurden Herr Max Hahn zum Präses und Herr Josef Winkler zum P aies-Stellvertreter gewählt. Die neu errichtete Kultusgemeinde Groß-Enzersdorf umfaßt den ganzen Gerichtsbezirk Groß-Euzersdorf und ist gemäß Verordnung des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht mit 1. April 1907 aktiviert. Baag-Ujhely Am 2. April verschied im 87. Lebensjahre Herr Benjamin Stern, Vater des Rabbiners Dr. M. L. S t e r n in Triesch, des Profeffors Dr. Simon Stern in Saaz und des Tuchhändlers Adolf S t e r n in Wien. Literat«». Der Kampf zwischen Judentum und Christentum in den ersten drei christlichen Jahrhunderten. Von Dr. Ignatz Ziegler, Rabbiner in Karlsbad. Berlin, M. Poppelauer 1907. Die ursprüngliche Identität und allmälige Scheidung des Judentums und Christentums ist eine der merkwürdigsten Ereignisse der Weltgeschichte. „Die Zeit", sagt Joel, „in welcher das Judentum aus seinem Schoße die Religion entließ, welche heute die Weltherrschaft hat, wird niemals aufhören, in hohem Grade die Teilnahme des Forschers herauszufordern." Heute beschäftigt dieses Problem die weitesten Kreise. Und wie im Jahrhundert nach dem Tode Jesus die gnostifchen Gelehrten das Judentum bekämpften und die Verleugnung des jüdischen Ursprungs des Christentums auf ihre Fahne geschrieben haben, so bildeten sich viele ein, daß das Christentum unabhängig vom Judentum entstanden sei. Es ist das Verdienst der theologischen Forschungen, diesen Irrtum so gut wie möglich verscheucht zu haben. Aber da drängen sich uns Fragen auf, die eine Antwort erfordern. Es sind dies besonders drei Fragen, die in diesem Buche besprochen und erörtert werden. Verfasser will, „daß der Jude auch die jüdische Auffassung über die Entstehung des Christentums und über das Judentum jener Tage kenne und in sich anfnehme. Verfasser kann dieses umso leichter erreichen, da er den Stoff mit viel mehr Sachlichkeit behandelt, als viele von den christlichen Theologen und Historiker, die über diesen Gegenstand geschrieben und gesprochen haben. In dem Buche sind die Resultate der neuesten Forschung populär besprochen, und trotz einiger Fehler ist es lesens- und empfehlenswert.

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