Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 14 (5.4.1907)
- Date
- 1907-04-05
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 240 Dr. Biocb ö MocvenscdrlN. Nr. 14 verzichteten auf die momentane Unterstützung, da sie der Hilfe nur zur Wiederherstellung ihrer Existenz bedürfen werden. Nach den Feiertagen wird eine von der Czernowitzer Filiale der „Israelitischen Allianz" ernannte verläßliche Kommission sich nach den rumänischen Orten begeben, um den Schaden genau zu erheben und für die notwendige Hilfe Vorschläge zu machen. Im ganzen hatten nach dem Berichte des Lokalkomitees der „Allianz" in Jtzkany während 10 Tage zirka 2600 jüdische Flüchtlinge auf österreichischem Boden geweilt und für Rechnung der „Allianz" Unterkunft und Verpflegung gefunden. Mit vieler Aufopferung und Hingebung haben die ganze Zeit sich dort der Unglücklichen angenommen die Herren Samuel und Max Hellmann, Markus Grünberg, Leiser Peretz, Adolf Goldberg und Max Dische, ferner das Komitee des „Zion"-Vereines Hermann Peretz, Adolf Grünberg, Adolf Hellmann u. a., sowie die Damen Frl. Regina Weinberg, Jda Pollatschek, Sofie und Karoline Klein. Unabhängig von dieser Aktion für die dem österreichischen Gebiet benachbarten Orte wird von Bukarest aus seitens der Wiener Allianz im Einvernehmen mit den anderen Organisationen eine Hilfsaktion für die inneren Orte Rumäniens geleitet, die durch die Exzesse geschädigt wurden. Zur Linderung der momentanen Not hat die „Allianz" dem Bukarester Komitee zunächst einen Beitrag von 5000 Franks überwiesen. Die weitere Hilfe wird nach zuverlässiger Feststellung des Schadens an deu einzelnen Orten gewährt werden. Spendeneingänge. Die Hochherzigkeit unserer Glaubensgeuoffen hat sich auch bei diesem traurigen Anlasse bewährt. Obwohl die „Allianz" einen formellen Aufruf noch nicht veröffentlicht hat, sind bis zum 3. d. aus Oesterreich zu Gunsten der Opfer der rumänischen Exzesse bereits Spenden in der Höhe von ca. 48.000 Kr. eingegangen, darunter Albert Landau 2000 Kr., A. Stern u. Sohn 1000 Kr., Israelitischer Humanitätsverein „Eintracht" B'nai B'rith 1000 Kr., Israelitischer Humanitätsverein „B'nai B'rith, Wien" 2000 Kr., kais. Rat Alois Lemberger 1000 Kr., M. u.. I. Mandl 1000 Kr., Leopold, Adolf und Richard Lieben 2000 Kr. S. Katzau 1000 Kr., S. Trebitsch u. Sohn 1000 Kr., I. Stein 1000 Frcs.; von den auswärtigen österreichischen Gemeinden eine Sammlung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde K r a k a u im Betrage von 1415 K. 6 H. Von uichtjüdischer Seite gingen der Allianz zu : Von Meßtorff, Behn u. C. 1000 Kr., Graf Nikolaus von Desfours-Walderode 200 Kr., „Un catholique“ 50 Kr., Kanonikus und bischöflicher Vikar Wenzel Wächtler in Podersam 50 Kr. Ferner hat Herr Hatvany-Deutsch in Budapest zu Händen der „Allianz" namens des von ihm geleiteten Unterstützungskomitees für das gemeinsame Hilfsweik einen Betrag von 10.000 Kr. überwiesen. Der Sekretär der Israel. Allianz, Herr Dr. A. Kaminka, hat sich nach Bukarest begeben, um im Vereine mit den Delegierten der anderen Organisationen das Hilfswerk zu regeln. Wien. (Trauung.) Sonntag den 7. April l. I. findet im Tempel, XX., Kluckygaffe die Trauung des Fräuleins Madeleine Schreiber, Tochter des Herrn Adolf Schreiber, Obmann des Brigittenauer Unterstützungsvereines, mit Herrn Dr. Maximilian Brunner statt. Wie». An der Israelitischen Kinderbewahr, anstatt, II., Schiffamtsgasse 15, gelangt die Stelle einer Kindergärtnerin zur Besetzung. Auskünfte durch die Direktion. Wien. Der israelitische Wohltätigkeits- und Krankenunterstützungsverein „M a z m i a ch I e s ch u a", „Hilfe und Heil", Wien, II., Leopoldsgaffe 29 veranstaltet am Sonntag den 7. April 1907, um 3 Uhr nachmittags im Sitzungssaale der Synagoge, II., Leopoldsgasse 29 die ordentliche Generalversammlung. Wie». (Spenden.) Für die arme Mutter des Leopold Hilsner sind uns von Frau Ernestine Kohn in Reichwaldau K 4.— zugekommen. — Für unsere unglücklichen rumänischen Glaubensbrüder erhielten wir unter sub Brünn 77 K 10,—, unter „Jsch Kematnat Jodau" K 5.—, von dem seit mehreren Jahren existierenden Beth- Hamidrasch - Verein „Ohel Abraham", IX., Grünethorgaffe 28 den Betrag von K 26.08. Ein interessantes Konzert. Es war ein schöner und origineller Gedanke, welcher dem atu Samstag den 23. v. M. im Festsaale des „Hotel Continental" zugunsten der Wiener Jüdischen Toynbee-Halle veranstalteten Konzerte zugrunde lag: Von jüdischen Künstlern Werke jüdischer Meister zum Vortrage bringen zu lassen. Vom unermüdlichen Präsidenten der Toynbee-Halle Herrn Dr. I. Samuely angeregt und von einem rührigen Komitee, an dessen Spitze der Präses-Stellvertreter Herr Karl Freund stand, mit Geschick durchgeführt, ward diesem Unternehmen ein glänzender künstlerischer und gesellschaftlicher, dem edlen Zwecke ein schöner finanzieller Erfolg zuteil. Ein vornehmes Publikum füllte den Saal bis auf das letzte Plätzchen und lohnte mit enthusiastischem Beifall die ausgezeichneten Leistungen der Kunstkcäfte, die sich gerne und uneigennützig in den Dienst der guten Sache gestellt hatten. Das verständnisvoll gewählte Programm war überaus reichhaltig. Pianist Roderich Baß, der schon lange einen achtunggebietenden Platz in der Kunstwelt einnimmt, leitete den Abend ein und erntete insbesondere für den Vortrag eigener Komposition rauschende Anerkennung. Der herrliche Mezzo-Sopran der Frau Raja-B arber Waldberg kam in Liedern von Rubinstein, Goldmark und Brüll zu schönster Geltung. — Eine ganz grandiose Wirkung übte auf die Zuhörerschaft die Kunst des Fräulein Viki Baum, die der Harfe die herrlichsten Melodien entlockte. Hierauf sang Moses M i r s k y mit seiner glockenreinen Stimme deutsche und hebräische Lieder; er wurde stürmisch akklamiert. Den zweiten Teil des Abends leiteten Violoncello-Piecen des Hofmusikers Professor Joseph S u l z e r ein, welche durch die Virtuosität des Vortrages einen Ohrenschmaus bildeten. — Als ernster, denkender Künstler von bedeutendem Können erwies sich neuerdings Herr Oberkantor Bela Guttmann, der, vom Komponisten begleitet, mit seinem herrlichen Bariton, schlicht und ohne Mätzchen B r ü l l'sche Lieder und Arien brachte. Und nun kam ein Debüt: Der Wiener Synagogensänger-Verein. Unter Professor Joseph S u l z e r s meisterhafter Leitung brachte diese neue Chorvereinigung Brülls Chor „Im Holz" und Altmeister Salomon Sulzers Psalm 111 für Baritonsolo, Chor, Harfe und Orgel mit überwältigender Wirkung zum Vortrage. Man wußte nicht, ob man mehr das herrliche Stimmateriale, die musikalische Sicherheit oder Sulzers treffliche Schulung der Sänger bewundern soll. Als Solist bewährte sich Herr Kantor Julius Smotritzky, der durch seine kräftige und klangvolle Stimme angenehm auffiel, während Frl. Viki Baum den Harfen- und Herr Organist M e n z e r den Harmoniumpart verdienstvoll übernommen hatten. — Den Abschluß des Abends bildeten heitere Vorträge des Schauspielers Max Pallenberg, einer der Talentiertesten von der jüngeren Garde. — Die Befriedigung der Konzertgäste war eine ungeteilte und es ist zu erwarten, daß wir, angeregt durch den Erfolg, einer derartigen Veranstaltung in größerem Rahmen in der nächstjährigen Saison begegnen werden. Wie wir hören, hat der Vorstand der „Toynbeehalle" aus dem Reinerträgniffe des Abends einen ansehnlichen Betrag den Wohlfahrtszwecken des Synagogensänger-Vereines gewidmet. — Nicht unerwähnt sollen die Verdienste des Sekretärs Herrn Guido Fuchsgelb bleiben, der sich hingebungsvoll um das Zustandekommen und die Durchführung des Abends bemühte. »Jüdischer Bildnngs- und Geselligkeits-Verein" für den XVI. und XVII. Bezirk. > XVI, Hubergasse 8. Einen genußreichen Abend bot uns der „Jüdische Bildungsverein für den 16. und 17. Bezirk" Donnerstag den 21. v. M. Herr Heinrich Jork-Steiner las meisterhaft eigene Dichtungen vor, die einen tiefen, nachhaltigen Eindruck aus die Anwesenden zurückließen Hoffentlich wird Herr Heinrich Jork- Steiner recht bald Anlaß nehmen, seine edle Kunst in den Dienst der hehren Idee, die diesem Vereine zu gründe liegt, zu stellen.