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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-03-22 · 12 (22.3.1907) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
12 (22.3.1907)
Date
1907-03-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sette 200 Dr. »locb’s Mocbenscbrlrr. Nr. 12 leben verstünde in diesen alten Wundergarten, für unS moderne Welschen neu geschaffen würde, ein solches Buch müßte in Hunderten von Judeuherzen die verloren geglaubte Liebe zu ihrem Volke wiederwecken. Ein solches Buch würde vielleicht dort wirken, wo eindringlichste politische Propaganda wirkungslos absällt. Neues Leben, neues Wiffen, neue Poesie und Kunst regt sich überall im Judenvolke. Vielleicht kommt bald der begnadete Mann, der uns die alte Dichtung wieder schenkt, uns allen, die wir die Sprache unserer Ahnen verloren haben. Den Künstler, der dieses Buch uns schmücken soll, weiß ich schon zu nennen. Es kann kein anderer als Lilien sein, der mit einem solchen Werke neuen Ruhm für sich und neue Ehre für das Judentum schaffen könnte. Das sind die Träumereien, die die verstaubten Folianten des allen Trödlers in mir weckten. Karl I u st i u s. Korrespondenzen. Konstituierung der Bezirkskommissionen. Bei der Konstituierung der Bezirkskommissionen wurden solgende Wahlen vorgenommen: Für den I. Bezirk: Obmann: Dr. Edmund Kohn, I., Landesgerichtsstraße 13; Obmann-Stellvertreter: Samuel Heit, I., Rudolfsplatz 10; Schriftführer: Dr. Jakob L ö w i n g e r, I., Zelmkagaffe 10. Für den II. und XX. Bezirk: Obmann: Dr. Josef Winternitz, II., Praterstraße 13; Obmann-Stellvertreter: Dr. Ernst Rosenthal, XX., Wallensteinstraße 24; Schriftführer: Albert Saborsky, kais. Rat, II., Praterstraße 34. Für den III. und XI. Bezirk: Obmann Dr. Jakob O r n st e i n, XI., Hauptstraße 94; Obmann-Stellvertreter: Max Markus, HL, Dißlergafse 8; Schriftführer: Adolf Unger, UI., Hauptstraße 59. Für den IV., V. und X. Bezirk: Obmann: Adolf Lichtblau, kais. Rat, V., Wienstraße 12; Obmann-Stellvertreter: Karl Seligmann, X., Quellengaffe 139; Schriftführer: Franz Frankl, V, Schönbrunnerstraße 125. Für den VI. und VII. Bezirk: Obmann: Dr. Jakob Engel, VH., Mariahilferstraße 59; Obmann-Stellvertreter: Hermann Liebermann, VL, Mariahilferstraße 49; Schriftführer: Leo Bauer, VII., Westbahnstraße 7. Für den VIEL und IX. Bezirk: Obmann: Donat Ziffer er, H, Maximilianplatz 6; Obmann-Stellvertreter: Gottlieb Beitelheim, IX, Kolingaffe 5; Schriftführer: Jakob Modern, VIII., Feldgaffe 10. Für den XII. bis XV. Bezirk: Obmann: Samuel Mohr, XII., Schönbrunnerstraße 289; Obmann-Stellvertreter: Anton Pick, XV., Mariahilferstraße 140; Schriftführer: Samuel Bernhard, XV., Mariahilferstraße 144. Für den XVI. und XVII. Bezirk: Obmann: Leopold Trebitsch, XVI., Ganglbauergaffe 68; Obmann-Stellvertreter: Dr. Jakob Deutsch, XVII., Hauptstraße 78; Schriftführer: Sigmund Schicki er, XVI., Ottakringerstraße 63. Für den XVIII. und XIX. Bezirk: Obmann: Anton K o r e tz, XVIII., Staudgaffe 13; Obmann-Stellvertreter: Doktor Ignaz Winter, XVIII., Lacknergaffe 74; Schriftführer: Heinrich Lederer, XIX., Gebhardtgafle 3. „Moutefiore", Krauken-Uuterstützungs-, Witwensutb Waiseufond-Vereiue. In der am 30. Jänner l. I. stattgefundenen Generalversammlung des Witwenfondes wurden die Herren Julius Beck, Samuel Löwinger, Julius Mühlrad und Lajos Weiß in den Vorstand gewählt. Am 12. d. fand die außerordentliche Generalversammlung des Maukenvereines statt; zu Beginn derselben widmete der Vorsitzende Obmannstellvertreter Herr Leopold Weinwurm dem verstorbenen Obmanne und Ehrenmttgliede Herrn Josef P o l l a k einen tiefempfundenen Nachruf, den die Versammelten in großer Ergriffeuhett anhörten. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl wurden mit großer Mehrheit die Herten Ignatz Beckmann, Johann Böhmer, Leopold Blaß, Arnold Guttmann, Arnold Hirsch, Edmund H o f m a n n, Adolf Marmore k, Moriz Neumann, Theodor Raubitschek, Ignaz S e m b er g e r, Emanuel Taub und Leopold W e i n w u r m in den Vorstand, die Herren Moriz Kaiser und Josef O r n st e i n als Ersatzmänner und die Herren Alfred Mattersdorf und Osw ald Tauber zu Revisoren gewählt. Nach dem Wahlakte hielt, stürmisch begrüßt und wiederholt durch Beifall unterbrochen, das sich großer Beliebtheit erfreuende, sehr verdienstvolle Vereinsmitglied Herr Moriz B o n d i eine Ansprache an die Versammlung; er hob die Bedeutung der eben vollzogenen Wahlen für die Zukunft des Vereines hervor und feuerte die neuen Vorstandsmitglieder zu reger, humanitärer Tätigkeit an. Es sprach hierauf das in der Versammlung anwesende Ehrenmitglied des Vereines Herausgeber der „Oesterr. Wochenschrift" Herr Dr. Josef B l o ch in fesselnder Weise über die im Judentume tief wurzelnde Humanität und gedachte der edlen Ziele dieses Vereines; endlosen Beifall erntete der Redner für seine trefflichen Ausführungen und wurde ihm durch den Vorsitzenden der Dank der Versammlung ausgesprochen. Am 17. d. fand die Konstituierung des Vorstandes beider Vereine statt; in den Krankenverein wurde zum Obmann Herr Leopold Weinwurm, zum Obmannstellvertreter Herr Edmund H o f m a n n, zum Kassier Herr Ignaz Beckmann, zum Schriftführer Herr Arnold Hirsch und zum Kontrollor Herr Arnold Guttmann gewählt. Der Vorstand des Witwenfondes wählte zum Obmann Herrn Ignaz Semberger, zum Obmannstellvertreter Herrn Julius Beck, zum Kassier Herrn Emanuel Taub, zum Schriftführer Herrn Leopold Blaß und zum Kontrollor Herrn Samuel Löwinger; weiters wurde Herr Tobias P ö ck in den Vorstand kooptiert. Vierzig Jahre Wohltätigkeit. Einer der ältesten Wohltätigkeits-Vereine Wiens begeht im Laufe dieses Jahres die vierzigste Wiederkehr seiner Gründung. Es ist das der Kranken-, Witwen- und Waisen-Unterstützungverein »LdeseL setiel 6M68«, welcher dieses seltene Jubiläum begeht, und es sei hier gestattet, einen Rückblick auf den Werdegang und die Entwicklung dieses Vereines zu werfen. Es wird den Leser dieser Zeilen gar eigenartig anmuten, wenn wir ihm sagen, daß der Gründer dieses gut jüdischen Vereines ein — Christ gewesen ist. Im Jahre 1867 war es, als der zu jener Zeit in der Judengasse etabliert gewesene Wirt, Herr Johann Kropf — ein gut gläubiger Christ — der nun schon längst das Zeitliche gesegnet hat, den Impuls zur Gründung dieses Vereines gab, und das kam so: In seinem Lokale war damals die sogenannte „Alte Kleider-Börse" etabliert, und von allen Gegenden Galiziens, Ungarns und Mährens strömten die Leute herbei, um an dieser „Börse" ihre Einkäufe an alten Kleidern — natürlich behufs Wiederverkaufes — zu besorgen. Es waren zum allergrößten Teile arme jüdische Hausierer, welche das Material für die „Börse" herbeischafften und aus diesen armen Hausierern rekrutierte sich der Stamm des Vereines »Obessä seüel emes« und der Gründer desselben, der christliche Johann Kropf, hat mit dieser sublimen Idee viel Segen gestiftet, denn keiner wußte besser wie er, wo diesen armen Juden der Schuh drückte und daß diese Bedauernswerten im Falle einer Erkrankung geradezu verkommen mußten, während dieselben, wenn sie dem Vereine beitraten, sich durch Einzahlung von 10 Kreuzer pro Woche soviel sicherten, um mit ihren Familien wenigstens vor Hunger geschützt zu sein. Der Verein blühte und gedieh denn auch in erfreulicher Weise und hat im Laufe der Jahre ein ansehnliches Vermögen gesammelt, trotzdem derselbe nicht nur seinen Verpflichtungen den Mitgliedern gegenüber in der penibelsten Weise nachkam, sondern in häufig gegebenen Fällen, im wahren Sinne des Wortes „Chesed" übte und damit Millionen von Tränen trocknete. Der Verein hat seit seiner Gründung verschiedene und bedeutungsvolle Phasen durchgemacht, doch haben es die jeweiligen Präsidenten mit dem Wohle der Mitglieder allezeit ernst und ehrlich gemeint und sind die Namen: Kropf, Fried, Mittler und Beer wohl unvergänglich in den Annalen des Vereines verzeichnet. Unter dem seinerzeitigen Präsidenten Herrn Jakob Mittler wurde der Witwen- und Waisenfond gegründet, welcher den Hinterbliebenen eines verstorbenen Mitgliedes den Betrag von 300 Kronen sichert, während die Abfertigung früher bloß 100 Kronen betrug und

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