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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-03-08 · 10 (8.3.1907) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
10 (8.3.1907)
Date
1907-03-08
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 174 Dr. jbiocd s WiocvenscbrLrr. Nr. 10 die gleiche Werbung um einen Platz am Sedertische für dieselben. Da ich die Wahrnehmung gemacht habe, daß vielfach der gute Wille vorhanden, jedoch manche Umstände der auszuübenden Gastfreundschaft im Wege sind, so beabsichtige ich eine Zahl von Waisen zu einem Sederabende zu versammeln, wenn mirdiesdurchmildekleine Gaben ermöglicht wird. Um geneigte Verständigung bitte ich unter I. Mautner II., Obere Tonaustraße 29. Zweite allgemeine jüdische Gesellschaftsreise nach Palästina. Der zionistische Zentralverein in Wien veranstaltet am 15. April!. I. die -weite allgemeine jüdische Gesellschaftsreise nach Palästina, welche 32 Tage dauern wird, mit einem Aufenthalt von 2 Tagen in Konstantinopel, 1 Tag in Smyrna, 3 Tagen in Syrien (Beyrouth, Libanon, Damaskus), 12 Tagen in Palästina und 5 Tagen in Egypten, überdies 1 Tag im Piräus (Athen) Teilnahmspreise X 1200 und K 1400 Nähere Auskünfte erteilt der zionistische Zentralverein, Wien, IX., Türkenstraße 9. Prestburg. (R e k r u t e N-B e e i d i g n n tz.) Samstag, den 23. v. fand im großen Tempel der hiesigen orth. isr. Kultusgemeinde eine solenne Feier statt, welche den Tempel in allen seinen Räumen füllte. Um 3 Uhr Nachmittags hatten sich die Gemeindevorsteher I. Herzfeld und Samuel Löwinsohn, die Synagogenvorstände Bernhard Schlesinger und Max A b e l e s, Subrabbiner Leopold Fried mann sowie zahlreiche Gemeindemitglieder eingefunden. Seitens des hiesigen Platzkommandos war eine ziemlich große Anzahl Rekruten des gemeinsamen Heeres jüdischer Konfession) dorthin beordert worden, um vor Ablegung des Eides von dem hiezu berufenen Seelsorger auf die Wichtigkeit und Heiligkeit des Eides aufmerksam gemacht zu werden. Dieser Mission unterzog sich im Aufträge und in Vertretung des hiesigen Oberrabbiners der Direktor der orth. isr. Volksschulen und Religionsprofessor der höheren Handelsschule Wilhelm K o h n, der in markanten Zügen zuerst in ungarischer, dann in deutscher Sprache in wohldurchdachter Rede durch treffende Zitate aus der Bibel die Unverletzlichkeit und Heiligkeit des Eides den Soldaten erklärte. Die wohlgelungene Rede hatte auf die versammelten Truppen sichtlich tiefen Eindruck gemacht und in gehobener Stimmung verließen diese den Tempel. Boskowitz. Anläßlich der hundertsten Wiederkehr des Sterbetages des weltberühmten Gelehrten R. Samuel Kell (Löw) s. A., bekannt unter dem Namen seines großen halachischen Werkes „Machazith haschekel“, hat der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde den Beschluß gefaßt, das Andenken dieses großen Mannes, der sowohl durch seine große Gelehrsamkeit, wie durch seinen heiligen Lebenswandel die Bewunderung der Mit- und Nachwelt erregt hat, Donnerstag den 14. d. M., um 4 Uhr nachmittags im Gotteshause durch eine Gedenkfeier zu ehren und seinen Namen durch eine große „Machazith haschekel-Stistung" zur Förderung der jüdischen Wiffenschast und Literatur zu verewigen. Der Vorstand selbst Hat zu dieiem Zvecke eine größere Summe aus Gemeindemitteln bewilligt. Man Hofft, daß auch die reichen Nachkommen und die frommen Verehrer dieses „Großen in Israel" das Werk der Pietät unterstützen und der Stiftung namhafte Beträge zuwenden werden! Eger. Der jüdisch-nationale Verein „A b a w a t h Z i o n" in Eger veranstaltete am 3. März 1907 in den Sälen des Hotel „Kronprinz Rudolf" eine wohlgelungene Kinder-Purimfeier. Das Fest eröffnete ein Prolog von Martin Bnbrr, den Fräulein Hilda L ö w y mit tiefer Empfindung zum Vortrage brachte. Daran schlossen sich musikalische und deklamatorische Darbietungen. Ein Singspiel sorgte für Humor, lebende Bilder ließen d;e Märchenwelt lebendig werden und zauderten Szenen ans Judas Vergangenheit vor die Blicke der Kinder. Den Glanzpunkt des Festes bildete ein von Herrn Oberkantor Armin Wilkowitsch verfaßtes Purimspiel, d-ssen melodische Partien der Dichter selbst in Musik setzte. In treuer Anlehnung an den althistorischen Text gelang es dem Verfasser, die Meg llah deni Verständniffe der Kinder nahezubringen und dramatiscbe Wirkungen zu erzielen. Eine vorzügliche Charakterisierung der Personen belebte das Stück, dessen Sprache an der Väter Worte gemahnte. Von beaeisterteu Mitt.lschü ern gespielt, wirkte es zündend itrb bleibt i:. den jugendlichen Seelen der Zuhörer als flammendes Dokument echtjüd'scheu Empfindens. Re'cher Beif ll lohnte den Dichter, der mehrmals auf die Bühne gerufen wurde Das Fest war gut besucht und bat hoffentlich dazu beigetragen, den Kindern Stolz und Freude am Judentume auzuerziehen. Prag. lVerein jüdischer Hochschüler „Lar Loch ha“, Prag.) Die am 4. März 1907 abgehaltene Generalversammlung hatte folgendes Wahlergebnis: Obmann: pbil. Leo Eisner; Obmann-Stellvertreter: Ml. Viktor Kellner: Kassler: cand. ing. Ernst Löwy; Bibliothekar: Emerich Hoffmann, 8t,uä. cheni.; 1. Schriftführer: stud. jur. Fritz Steiner; 2. Schriftführer: cand. ing. Oskar Bergmann; Zeitungsverweser: stud. Ing. Viktor Pollak. Prag Der Lundesausschuß gewährte der israelitischen Volksschule zu Nachod eine Subvention von 300 und der israelitischen Volksschule zu Klattau eine Subvention von 200 Kronen pro airno 1906. Straßttitz Fräulein Albertine Löw, Tochter des Herrn Kultusvorsteher Carl Löw in Prerau, hat sich mit Herrn Ingenieur Berthold Winter, Sohn des Herrn Isidor Winter in Straßmtz, verlobt. Dresden. Am 15. Februar starb hier Herr Albert Wolf, der die schönste und reichhaltigste Sammlung von kunsthistorischen Denkmälern des Judentums besaß. Ueber 50 Jahre sammelte der Ve.storbene mit größtem Fleiß und tiefem Verständnis, so daß seine Zusammenstellung jüdischer Münzen, Urkunden, Kultusgegenstände, Bilder usw. einen sehr hohen Wert besitzt. Die ganze Sammlung schenkte der edle Verstorbene auf Veranlassung des Buchhändlers Louis Lamm-Berlin der Berliner jüdischen Gemeinde, die nunmehr das reiche Erbe antritt. Auch schriftstellerisch ist Albert Wolf mit großem Erfolg hervorgetreten. Seine Abhandlungen über jüdische Künstler, jüdische Münzen usw., die in angesehenen Zeitschriften erschienen, sind in jeder Beziehung mustergiltig. Eine Reihe von Arbeiten blieb unvollendet. Wolf zeichnete sich auch durch unermüdliche Wohltätigkeit aus. Feuilleton. Rorrvlre Avlrel oder Gin Werk der Uorselinng. Aus dem Englischen von Amelie Steinhaus. Seine Landsleute erinnern sich Rouvke Arbels noch ganz genau. Rouvke nannten sie ihn, weil dieser Name ihm an seinem achten Lebenstage, anläßlich jener Zeremonie, die ihn in die jüdische Gemeinde einführte, beigelegt wurde. Arbel war sein Spottname und ist die jüdische Uebersetzung für Aermel. Das bezieht sich aus Rouvens unvergeßliche Angewohnheit, den Aermeln seines Schafspelzes jene Obliegenheiten zuzumuten, die sonst nur dem Taschentuch zufallen. Das war zur Zeit, als er in Kropowetz, seiner Vaterstadt, bei Peretz dem Branntweiner gedient hat. Doch seither waren vier Jahre vergangen. Inzwischen hat sich Rouven sehr verändert. In Amerika ist er ein anderer geworden. Einer, der einen modernen Rock trägt, in dissen Seitentaschen stets ein Taschentuch prangt. Sein Gesicht ist allerdings unverändert geblieben: derselbe finstere Blick, dieselben Blatternarben, die eingefallenen hochroten Wangen, die Höckernase, die kleinen grauen Augen, die so schüchtern und treu dreinblicken. Doch der Unterschied zwischen ftnem Rouven vor vier Jahren und dem jetzigen ist so groß, daß seine Mutter, die in Kropowetz einen schwunghaften Handel mit gebratenen Kartoffeln betreibt, seine Photographie, mit der er sie kürzlich überraschte, im ersten Impuls anipeien wollte und sie von sich stieß, wie das gottlose Bildnis eines heidnischen

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