Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 10 (8.3.1907)
- Date
- 1907-03-08
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 10 Seite 173 Dr. JSIocb’s Mocbenscd Wien. Sonntag den 10. März wird im „Jüdischen Arbeiter-Bildungsverein", II., Obere Donaustraße 57, Herr Rezitator Grob eine Vorlesung aus der jungjüdischen Literatur halten. Beginn 5 Uhr. Gäste willkommen. Wien. Der humanitäre Geselligkeitsverein der Pohrlitzer in Wien veranstaltet Samstag den 16. d. M. in den Sälen des „Hotel Zentral", II., Taborstraße 8, sein erstes Gründungsfest (Akademie und Tanzkränzchen). Bildungsheim der jüdischen Toynbee Halle, XV., Herklotzgasse 21. Aus dem reichen Schatze von Erzählungen des Talmud und Midrasch wählte Rabbiner Dr. Ka minka den Stoff zu seinen am 2. d. M. unter dem Titel „Altjüdische Sagen und Märchen" gehaltenen und beifällig aufgenommenen Vortrage. In dem nachfolgenden Konzerte trat Fräulein Laura Kllin als eine Liedersängerin hervor, die mit prächtigen Stimmitteln und gefühlvollem Vortrag das Publikum zu rauschendem Beifall zwang. Dag ihr Partner auf dem Klaviere, Herr Ingenieur Baß, dem das künstlerische Arrangement des künstlerischen Teiles des nach jeder Richtung hin als gelungen zu bezeichnenden Abendes zu danken ist, redlichen Anteil an dem Erfolge hatte, brauchte eigentlich gar nicht hervorgehoben zu werden. Die Veranstaltungen werden jeden Samstag abends bei freiem Eintritt fortgesetzt. Am 9. d. M. spricht Herr Dr. Heinrich Grün über „Das Verbrechen und seine Verhütung". Am 16. März d. I. Vortrag des Fachlehrers Herrn Kühner: „Der erste Schritt vom Wege". Am 23. März: Vortrag des Herrn Leopold Spitzer über „Henrik Ibsen und die Frauen" und am 30. März Vortrag des Herrn Karl Land eis: „Das Geld". Anmeldungen zu Vorträgen und Mitwirkungen zu Akademien und Konzerten sind an den Obmann Herrn Oberrevidenten Strach XV., Mariahilferstraße 167, zu richten. Jüdische Toynbee-Halle, XX., Othmargasse 46 (Eintritt frei für jeden Erwachsenen. — Beginn der Vorträge an Wochentagen halb 8 Uhr, Samstag sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Dr. I. Samuely, I., Fischerstiege 6 gelangen lassen.) W o ch e n p r o g r a m m : Samstag, 9. März: Konzert (Oberkantor Bela Guttmann, Klavier-Virtuose Roderich Baß, Frl. Mila Kaufmann, Gesang). — Sonntag, 10. März: Literarischer Abend. Schriftsteller Robert Bovanzky. — Montag, 1'. März: „Die Tatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens". (Fortsetzung.) Professor Dr. Wilhelm Jerusalem. — Dienötag, 12. März: (Thema Vorbehalten.) Schriftsteller Peter Kahnar — Mittwoch, 13. März: ..Infektion und Immunität". Med.-Dr. M. Laub. — Donnerstag, 14. März: (Thema Vorbehalten.) Universitäts-Professor Dr. Josef Pollak. — Freitag, 15. März: Bibelvortrag. — Samstag, 16. März: Konzert. Bei dem am Samstag den 2. März d. I. stattgehabten Konzerte fanden die vorzüglichen Leistungen der mitwirkenden Damen: Sofie K r u n a (Klavier), Valy The u mann (Gesang) und Klärchen Fröhlich (heitere Deklamation) lebhafteste Anerkennung. Sonntag, den 3. d. M., nachmittags, fand eine Purim-Jause für 3of der ärmsten Kinder statt, bei welcher die Kleinen erheitert, festlich bewirtet und mit Spielwaren und Kleidungsstücken beschenkt wurden. Jüdisches Konzert. Eine interessante Veranstaltung findet Samstag, den 23. d. M. um 8 Uhr abends im Festsaale des „Hotel Continental" statt. Zugunsten der „Jüdischen Toynbee-Halle", deren ethisch-humanitäre Wirksamkeit zur Genüge bekannt ist, wird ein Konzert abgehalten, dessen Programm, durchwegs von jüdischen Künstlern bestritten, ausschließlich Werke jüdischer Meister umfaßt. Mit der Versendung der Ein ladungen wird in den nächsten Tagen begonnen. Die Preise der Sitzplätze wurden mit K 5.—, K 4.— und K 3.— festgesetzt. Vormerkungen für Karten wolle man schriftlich an den Vorstand des Vereines gelangen lassen. Wien. (Konzert Moses Mirsky.) Der bei seinem ersten Debüt hier mit Begeisterung aufgenommene 12-jährige Sänger Moses Mirsky veranstaltet, vielseitigen Wünschen entsprechend, am 14. d. M. ein Konzert im großen Musikvereinssaale. Die erstaunlichen Mittel, der seelenvolle Vortrag dieses jungen Wundersängers lassen mit sicherer Zuversicht erraten, das weite Kreise sich für die künstlerischen gesanglichen Gaben dieses kleinen begnadeten Künstlers interessieren werden, und dürste der Konzertabend für Sänger und Publikum ein glanzvoller werden. Milwirkende: Professor Joseph S u l z e r, k. u. k. Hofmufiker (Cello-Virtuos): Professor Richard P a h l e n (Klavier-Virtuos). Karten im Großen Musik-Vereinssaal, I., Karlsplatz 6, bei K. Kehlendorfer, I.. Krugerstraße 3 und im Hotel Kronprinz, Asperngasse 4, zu haben. Wien. (WienerSynagogensänger-Verei».) Dieser rührige künstlerisch-humanitäre Verein hielt kürzlich in Herlingers Saal „Zum goldenen Widder" seine erste ordentliche Generalversammlung ab, an der sau iämtliche Wiener Tempclfänger teilnahmen. Der Obmann. Herr S. Lembe rger, konnte in seinem Rechenschaftsberichte mit Befriedigung von der gedeihlichen Entwicklung des Vereines Mitteilung machen, welche insbesondere durch die in jeder Beziehung äußerst gelungene Ebannka-Veranstaltung im „Bayrischen Hof" gefördert wurde. Für ihre moralische und werktätige Unterstützung der Bestrebungen des Wiener Synagogensäugcr-Vereines gebühre dem allverehrten l. Vizepräsidenten der Kult»? gemeinde Herrn Dr. Gustav K o h n u. d dem Sekretär Herrn fai). Rat Dr. Lieben der innigste Dank der Vereintzleitung. Aber auch gegenüber dem Chordirektor Prof. Joseph S u l z e r, welcher sich in selbstloser, aufopferungsvoller Weise in den Dienst der künstlerischen Ziele des Vereines gestellt habe, wolle die Leitung ibre Dankesschuld abstatten, indem sie ihn zum Ehrenmitglieds des Vereines Vorschläge (mit stürmischem Beifall angenommen). Nach Eiteilung des Absolutoriums wurden sodann in die Vereinsleitung gewählt: Herr S. Lemberger als Obmann, die Herren M S t r i k s und H. T h i e m a n n als Obmann-Stellvertreter, Herr I. Kreisler als Schriftführer, Herr A. Goldenb e r g als Kassier, die Herren Dr. L e m p o r t und S. Redlich als Revisoren und die Herren Hirsch, H i r s ch m a n n, I. Me st l er, M. R e i ch, S ch o r r, M. S ch w a g e r und E. W o d a k als Vorstandsmitglieder. Wien. Die am 28. Februar in den Sofiensälen zur Feier des XXV. Semesters des Vereinsbestandes veranstaltete Festakademie der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler war einer der glänzendsten und bestbesuchten Abende der Saison. Unter den zahlreichen Ehrengästen befand sich auch Se. Spektabilität der Herr Dekan der philosophischen Fakultät Professor Dr. Friedrich Jodl. Der künstlerische Erfolg der Akademie war, wie vorausgesehen wurde, ein bedeutender. Die Darbietungen der Künstler, der Damen: Elizza, Keplinger, Schapira nnd Walde, sowie der Herren: Treumann, Gregori, Eibenschütz und Pahlen fanden lebhaften Beifall. An die Akademie schloß sich ein Tanzkränzchen an, dessen Arrangement Herr Professor Julius Singer besorgte. Akademische Verbindung „Kadimah" Die Chargenwahlen der akademischen Verbindung „Kadimah" für das Sommersemester 1906/7 ergaben folgendes Resultat: cand. med. Felix Deutsch*, cand. ing. Ernst Reizes**, stud. ing. Anton Diamant ***. Jüdische akademische Verbindung „UnitaK", Wien VIII/, Auerspergstraße 21. Das Ergebnis der Chargenwahlen für das S. S. 1907 ist folgendes: «and. jur. Bernhard Markus*, cand. med. Max Platschek **, F*, cand. med. Moritz Tischler ***. Akademische Verbindung „Libanons«", Wien, III., Gärtnergasse 3. Die Chargenwahlen für das Sommersemester 1907 ergaben folgendes Resultat: med. Gustav I e l l i n e k *, ing. Rudolf Lindner **, F*, med. vet. Walter Kulka ***. Humanitärer Verein der Eisenstädter. Der am 28. Februar im „Hotel Zentral" abgehaltene erste Abend des jungen Vereines hatte einen derartigen Zuspruch an Landsleuten und Freunden aufzuweisen, daß der Saal und Nebenräume die Menge der erschienenen Gäste kaum fassen konnten. Das Komitee war mit Rücksicht auf die nicht unbedeutenden Kosten einer derartigen Veranstaltung etwas zaghaft an seine Aufgabe herangetreten, der Erfolg war aber ein alle Erwartungen übersteigender, so daß dem wohltätigen Zwecke ein ziemlich bedeutender Ertrag zufällt. Das flotte, höchst animierte Tanzkränzchen entschädigte die junge Welt reichlich für das etwas zu schmal ausgefallene Programm der vorausgegangenen Akademie, aber auch in dieser Hinsicht soll die kommende Veranstaltung eine glänzende Genugtuung bilden, dafür wird Sorge getragen werden. LI - r. Sederabenb. Seit Jahren gewährt mir dieses geschätzte Blatt Gastfreundschaft zu dem Zwecke, die Herzen für die verwaisten Kinder zu erwärmen, denen der eigene Sedertisch durch das Schicksal verwehrt ist. Auch in diesem Jahre gestatte ich mir