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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-02-15 · 7 (15.2.1907) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
7 (15.2.1907)
Date
1907-02-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Ne. 7 Wr. Llocv s Mocvenscvrm. Gebe 115 hier wirkte, hat vor ungefähr zwanzig Jahren, schon im vorgerückten Alter stehend, durch fleißiges Selbststudium die Rabbinatsprüfung abgelegt und wirkt seither als Rabbiner der hiesigen Kultusgemeinde und als Religionslehrer an den beiden Volks- und Bürgerschulen. Herr Rabbiner Stein hat sich nicht nur bei seinen Glaubensgenossen, sondern in allen Schichten der Bevölkerung ohne Unterschied der Konfession die größten Sympathien erworben. Es wird deshalb das bevorstehende Jubiläum seinen zahlreichen Verehrern und Freunden ein willkommener Anlaß sein, Herrn Rabbiner Stein ihre Wertschätzung zu bezeugen, und es werden insbesondere von seinen Glaubensgenossen Vorbereitungen getroffen, um das 40jährige Amtsjubiläum ihres Seelsorgers würdig zu begehen. Hrlfsverein der Deutschen Inden. Ein Mann namens Leib Weinstein aus Beresowka, Bezirk Ananjev, Gouv. Cherson, ist im Sommer 1906 ausgewandert. Er begab sich nach Rotterdam, wurde jedoch dort wegen Krankheit zurückgewiesen und nach Krakau zurückgesandt. In Krakau ist er aber nicht eingetroffen und jede Spur von ihm ist verloren gegangen. Wir wenden uns daher an die Oeffentlichkeit und bitten jeden, der von dem Verbleib des Leib Weinstein Kenntnis haben sollte, uns gütigst umgehend davon Mitteilung zu machen. Nagyszombat. Der Lehrer Salomon Kohn, welcher volle 42 Jahre ununterbrochen eine Zierde der israelitischen Schule war und die ungeteilte Liebe und Verehrung der gesamten Bevölkerung unserer Stadt sich erworben hat, nahm nun Abschied von der Schule. Auf Initiative des Schul- und Gemeindevorstandes fand dem Jubilar zu Ehren in dem prachtvoll geschmückten Festsaale der Schule eine solenne Abschiedsfeier statt. Zu derselben hatte sich ein nach Hunderten zählendes Publikum ohne Unterschied der Konfession -ingefunden. Die Kommune war durch den Magistrat, das erzbischöfliche Obergymnasium durch den Direktor und Vizednektor, die evangelische Schule durch ihren Direktor vertreten. Die Lehrer der Pozsonyer israelitischen Sckulen mit ihren Direktoren, die Lehrer der Galgoczer israelitischen Schule mit ihrem Direktor, die Lehrer der hiesigen orthodoxen Schule und mehrere andere Deputationen sind zur Begrüßung des in den Ruhestand tretenden Pädagogen erschienen. Um 10 Uhr erschien der Jubilar in Begleitung einer entsendeten Deputation und seiner Familie im Festsaale und wurde mit Applaus empfangen. Der Gememdepräses Herr S. Diamant eroffnete mit einer wohldurchdachten Rede das Fell. Die Schuljugend stimmte unter der Leitung des Lehrers Herrn Somlö ein Lied an. Hierauf folgten die Begrüßungen. Die Schülerin der IV. Klasse Terka Adler sprach unerschrocken im Namen der Schuljugend den Dank und Glückwunsch. Während sie sprach, wurde das wohlgelungene Bild des Jubilars enthüllt. Der verdienstvolle Schulpräses Herr Dr. Frommer sprach im Namen des Schulstuhls, Rabbiner Herr Stein im Namen der Gemeinde, die gewesene Schülerin des Jubilars, Frl. Laura Herzog, dipl. Lehrerin, in geistreichen Worten im Namen der gewesenen Schüler, der Lehrer Herr Neuhauser sprach gedankenreiche Worte im Namen der Kollegen, Herr Direktor Berger aus Pozsony sowie Herr Direktor Vajda aus Galgocz rührten durch ihre ausgezeichneten Reden die Versammlung zu Tränen, Herr Hugo Matzner sprach im Namen des Jugendvereines. Frau Josefine Koppel, die greise, ehrwürdige Präsidentin des israelitischen Frauenvereins, durch ihre Intelligenz und durch ihr echt jüdisch suhlendes Herz eine Zierde der Frauenwelt, zeichnete den Jubilar mit einer geistreichen Ansprache aus; ihr schloß sich die für den Kinderbekleidungs-Verein mit Hingebung tätige Präsidentin Frau Therese Seßler mit schöner Rede an. Aus verschiedenen Gegenden Ungarns und des Auslandes langten sehr viele Begrüßungstelegramme und Begrüßungsschreiben ein. Dem Jubilar wurde eine Menge schöne Geschenke überreicht. Auf alle an ihn gerichteten Ansprachen erwiderte der Gefeierte. Am Abend fand Konz-rt und ein Tanzkränzchen statt. Neumark (B ö h m e n). Unter überaus zahlreicher Beteiligung sowohl der jüdischen als auch der christlichen Bevölkerung wurde der hier verstorbene, allgemein hochgeachtete Rabbiner Se. Ehrw. H. Aron Samuel B o n d y zu Grabe getragen An der Bahre des Hingeschiedenen hielt Herr Rabbiner Adolf Urbach aus Neugedin einen tief empfundenen Nachruf, in welchem er vor allem das tiefe talmudische Wissen Dr. Bondys hervorhob und dessen schlichtes, bescheidenes Wirken in seiner Gemeinde als Seelsorger sowie seine Herzensgute in beredten Worten schilderte. Der Verstorbene, der im 66. Lebensjahre stand, war ein eifriger Sprachforscher und erfreute sich in gebildeten Kreisen deswegen allgemeiner Hochachtung und Beliebtheic. Er hinterläßt einen Sohn, der in der Schweiz das Amt eines Rabbiners versieht. Die hiesige Gemeinde wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Zürich. Sonntag den 3. Februar hielt in der zionistischen Ortsgruppe Zürich Dekan Prof. Dr. Konrad guiter einen Vortrag über „Palästina und seine Zukunft". Wir Juden hatten da Gelegenheit, einen Redner zu hören, auf den dessen Gemeinde, sowie die zürcherische Hochschule mit Recht stolz ist. Mit einer rhetorischen Begabung, wie sie selten ist, ließ er das heilige Land vor unserem geistigen Auge erstehen, zeigte uns herrliche Gegenden, zauberte uns ihre Fruchtbarkeit und ihr Altertum vor Augen und schloß mit dem Wunsche, daß es der jungjüdischen Bewegung gelingen möge, ba§ Land wieder zur Blüte zu bringen. Warmer Beifall dankte dem verehrten Redner, der sich mit seinen Ausführungen die Herzen der Zuhörer im Sturm errungen hatte. Der Vortrag wird allen in steter Erinnerung bleiben. Hannover. Die hier'elbst neugeschaffene Rabbinerstelle ist von dem Vorstande und der Repräsentanten-Bersammlung einstimmig Herrn Rabbiner Dr. Freund in Ostrowo übertragen worden. Breslan. Dem ausgegebenen Jahresbericht des jüdischtheologischen Seminars geht die vierte Fortsetzung der Geschichte der Juden in Schlesien von Dr. M. B r a n n voraus, welche die Zeit von 1437 bis 1526 umfaßt. Die Anstalt zählte im Berichtsjahre 31 Hörer. Mit Rabbinats-Diplomen entlassen wurden vier. Von ehemaligen Hörern wurden vier in Aemter berufen. Die Seminar-Bibliothek umfaßt 17.409 Druckwerke in 23.250 Bänden und 212 Handschriften. Straßburg. Herr Regierungsrat Nelken ist zum Geheimen Regierungsrat ernannt worden. New Aork. Herr Simon Gugenheim in Denver ist von der Volksvertretung des Staates Colorado zum Mitglied des Senats gewählt worden, dem außer ihm nur noch ein Glaubensgenosse, Herr Isidor R a y n e r, angehört. Pisa. Herrn Rabbiner B e n e d e t t i ist der Orden der Krone von Italien verliehen worden. Frankfurt a. M. Der ehemalige Direktor der israelitischen Realschule, des „Philanthropin" Dr. Hermann Berwald, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Der Dahingeschiedene, der sich eines ausgezeichneten Rufes als Pädagoge und Schulmann erfreute, stand von 1872 bis 1900 an der Spitze der im Jahre 1804 gegründeten Anstalt. Vorher war er in Berlin — u. ci. als Lehrer an der Religionsschule der Jüdischen Gemeinde — tätig. Bei seinem Rücktritt von der Leitung des „Philanthropin" (1. April 1900) wurde wieder ein Berliner Schulmann, Dr. Adler, zu seinem Nachfolger erwählt. Leipzig. Bei den Wahlen der israelitischen Religionsgemeinde wurden die ausscheidenden Mitglieder des Vorstandes und der Repräsentanz wiedergewählt; es find dies die Herren Professor Dr. Adler und Generalkonsul Schreiber, sowie die Herren I. Felsenstein, A. Goldschmidt, I. Harmelin, Max Löwenberg, S. Rosenstock, 91. Ulanperl und H. Wittner. Poris. Salomon Reinach, der Vizepräsident der „Alliance Jsraelite" und der „Jca", ist zum Präsidenten der Akademie der Wissenschaften und der schönen Künste gewählt worden. Reinach, der Direktor des Museums von St. Germain ist, übersetzte Schopenhauer und St. Augustine ins Französische und veröffentlichte ein Handbuch der klassischen Philosophie, sowie mehrere Abhandlungen. New-Aork. Das „Beth Israel Hospital" erhielt für den Anbau eines Flügels je Doll. 5000 von Jakob H. Schiff. Adolph Lewisohn, S. Bachrach, Uriah Herrmann und S. I. Silvermann und Doll. 2500 von Mortimer Schiff; in Summa 37.500 Dollars — 150.000 Mark. London. (Verlobung.) Unser geehrter Mitarbeiter Herr Rabbiner Dr. Carl D u s ch i n s k y aus Kostet hat sich am 9. d. M. mit Fräulein Blanche B a r n e t t, Tochter des Mr. P. Barnett, Rentier und Vorsteher der Bayswater Synagoge in London, verlobt.

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