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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-02-15 · 7 (15.2.1907) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
7 (15.2.1907)
Date
1907-02-15
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Gettr 114 Dr. Llocb s MocbenscDrirr. Nr. 7 Die Cotillon-Quadrille, welche von 900 Paaren getanzt wurde, zeigte dem Zuschauer ein herrliches, farbenprächtiges Bild und die vielen, reizenden Mädchenknospen und schönen Frauengestalten, welche nach den feurigen Weisen der Wiener Walzermusik im Tanze auf- und abwoglen, boten ihm einen unvergeßlich schönen Anblick. Erst gegen 3 Uhr früh lichtete sich das Gedränge ein wenig und nun konnte sich die Jugend mit vollem Eifer dem Tanzvergnügen widmen. Mit dem Morgengrauen endete diese in jeder Hinsicht gelungene Veranstaltung. Das Reinerträgnis ist recht ansehnlich. Der gesamte Vereinsvorstand, sowie das Komitee mit Herrn Dr. Jacob Roth als Obmann haben sich um den Abend Verdienste erworben. Der Brigittenauer Frauenverein bat durch diesen alle Erwartungen übertreffenden Erfolg neuerdings glänzend bewiesen, welch großer Beliebtheit seine Veranstaltungen in der Wiener Gesellschaft sich erfreuen, umsomehr, als es bei der Kürze des heurigen Faschings sehr schwierig war, ein derartig allgemeines Jntereffe im großen Publikum für eine Wohltätigkeits-Veranstaltung zu erwecken. Israelitischer Humanitäts-Verein zur Ausstattung heiratsfähiger Mädchen Wien, II., Große Sperlgaffe 34. Dieser Verein ist nun ins Leben getreten, nachdem seine Statuten von der Behörde genehmigt worden sind. Er stellte sich die humanitäre Aufgabe, seinen Mitgliedern im Falle Verheiratung einer Tochter (den weiblichen Mitgliedern auch im Falle der eigenen Verheiratung) eine Heiratsausstattung zu gewähren und zwar: a) So viele Kronen als der Verein Mitglieder zählt, b) Einen Betrag aus dem Vereinsfonde, nach Maßgabe der Vereinsmittel, der Bedürftigkeit des Mitgliedes entsprechend. In Anbetracht der Gemeinnützigkeit und unerläßlichen Notwendigkeit dieser humanitären Bestrebung hofft der Vorstand mit aller Zuversicht, die geneigte Unterstützung zu finden, um welche er hiermit dringend ersucht. Als Präsident fungiert Herr I. Gelber, als Schriftführer Herr Gustav Wessely. Verein jüdischer jugendlicher Arbeiter Wiens. Samstag den 16. d. M., 8 Uhr abends, findet im Saale des zionistischen Zentralvereines, IX., Türkenstraße 9, eine Purimfeier mit Musik, Gesangsvorträgen und Rezitationen statt. Das Festkomitee. Wie«. Der Witwen- und Waisen-Uuterstützungsverein „Rasche Hilfe" veranstaltete Mittwoch den 6. d. M. in den Saallokalttäten „zum gold. Widder" eine Wohltätigkeits-Akademie mit Tanzkränzchen. Vor Beginn der Vorträge hielt der Obmann des Fest-Komitees Herr Max Wagner eine herzliche Begrüßungsansprache, die in ein Hoch auf Se. Majestät dem Kaiser ausklang und mit begeistertem Beifall ausgenommen wurde. Aus dem reichhaltigen Programme seien die Vorträge des Herrn Hugo I u h m, Mitgliedes des Berliner Hebbel- Theaters, die mit klangvoller Tenorstimme gesungenen Lieder des Herrn Michael Strix, Mitgliedes der k. k. Hofoper, die Gesangsvorträae des Herrn Adolf Lehmann, des Violinvirtuosen Herrn Emil Zelnik und schließlich die heiteren Vorträge der Naiven des Raimundtheaters Frl. Anny A l t h o f lobend erwähnt. Wieu-Ottakriug. Donnerstag den 7. Februar 1907, abends 6 Uhr, fand in I. Hdrwats Restaurant die achte ordentliche Generalversammlung des Vereines zur Ausspeisnng armer israelitischer Schulkinder des XVI. und XVII. Bezirkes statt. In dieser Generalversammlung wurde die Anregung eines Kinderhortes in Ottakring beschlossen, als Zweiganstalt des bestehenden Ausspeisungsvereines. Als Gäste waren nebst einem zahlreichen Publikum die Herren Dr. S a m u e l y, T a u s s i k und Kultusvorsteber Frank erschienen, welche in warmen Worten für die Schaffung des Kinderhortes in Ottakring eintraten und das musterhafte Wirken des Ansspeisungsvereines in Ottakring hervorhoben. Dieser Verein speist täglich 112 Kinder aus, wirkt seit acht Jahren wahrhaft segensreich in diesen verarmten Bezirken und verdient allenthalben von den Glaubensbrüdern unterstützt zu werden. In dieser Generalversammlung wurden folgende Herren und Damen für das Jahr 1907 in die Vereinsleitung gewählt: Leopold Trebitsch zum Obmann; Markus Glücksmann zum Obmann-Stellvertreter; Benno Kahane zum Kassier; Sigm. Schickler zum I. Schriftführer; Othmar Katz zum II. Schriftführer; Hermann Schosberger und Samuel Fischer, Fruchthändler, zu Revisoren; Moritz Auspitz, Samuel Fischer, Buchhändler, Dr. Hermann Modern, Carl Schnabel, Adolf Goldberger, Bernard Mandelbaum, Frau Rosalia Modern, Frau Szidonie Becker als Vorstandsmitglieder. Wien-Floridsdorf. (Hebräischer Fortbildungskurs für Mittelschüler.) Der vom Herrn Bezirksrabbiner Dr. M. R o s e n m a n n mit Beginn des Schuljahres errichtete Fortbildungskurs für Mittelschüler hat sich glänzend bewährt. Sonntag den 10. d. M. vormittags fand die Semestralprüfung aus dem durchgenommenen Stoff statt, welche ein sehr günstiges Resultat ergab. Herr Bezirksrabbiner Dr. Rosen mann und Herr Obmann Max N e u m a n n sprachen dem Kursleiter Herrn Bürgerschul- und Talmud- Thora-Lehrer Jonas E i b e n s ch L tz die vollste Zufriedenheit aus. Eger. Am verflossenen Samstag hielt Se. Ehrw. Herr Dr. Proßnitz auf Einladung des Vereines „Ahavas Zion" einen Vortrag im Saale der Restauration Heller vor einem großen, distinguierten Publikum. Das Thema lautete: „Streifzüge durch die jüdische Geschichte". Redner begann mit dem Verhältnisse, wie die Judenheit sich zur griechischen Literatur stellte; wie die palästinensischen Israeliten und die in Alexandrien lebenden griechische Sitten und Bildung auffaßten; kam sodann auf die arabische Literaturepoche und nannte die jüdischen Geistesheroen jenes Zeitalters. Endlich kam er auf die christlichgermanische Literatur und hob hervor, welches Verdienst sich das Judentum um diese erworben. Der Vortrag des Herrn Dr. Proßnitz, der über eine Stunde währte, wurde mit vielem Beifall ausgenommen, wozu Redner allseits beglückwünscht wurde. Prag. (A f i k e I e h u d a.) Es gereicht uns zur ganz besonderen Freude, feststellen zu können, daß dieser Verein unter der Aegide seines Präsidenten des Herrn Rabbiners Dr. Alad. Deutsch eine auffallend lebhafte Tätigkeit entwickelt und mit den von ihm veranstalteten Vorträgen ganz bedeutende Erfolge erzielt. Besonderem Interesse begegnete der letzte Vortrag eines heimischen Gelehrten, des Herrn Rabbiners Professor Dr. N. Grün. Der Vortragende hat in überaus anziehender, hie und da durch kernige und doch fein pointierte, ironische Bemerkungen gewürzter Weise eine Auslese ebenso interessanter. wie lehrreicher Reminiszenzen an die alte Prager Ghettoaemeinde geboten. D'e Erörterung der Bedeutung des damaligen Oberrabbiners Opvenheimer und seiner weltberühmten Bibliothek, welche ihr literarisches Denkmal in dem großen Werke des jüngst verstorbenen Berliner Gelehrten Steinschneider gefunden hat, gab der versammelten Zuhörerschaft Veranlassung, den Manen dieses großen Gelehrten unserer Zeit eine spontane Ehrung durch Erheben von den Sitzen darzubringen. Wir wollen hoffen, daß der Verein Afike Jehuda auch weiterhin seinen Zwecken mit gleichem Eifer Nachkommen wird, wozu ihm die bisherigen Erfolge seiner Veranstaltungen reichlich Ansporn zu geben geeignet sind. U. Innsbruck. Allgemeine und aufrichtige Teilnahme erregt das frühzeitige Hinscheiden des Kaufmannes Herrn Emil D a n n h a u s e r, der nach kurzem Leiden im 38. Lebensjahre verschieden ist. Der Heimgegangene, durch Bildung des Herzens und des Geistes ausgezeichnet, hat trotz seines jugendlichen Alters bereits eine große Popularität sich erworben. Das freiradikale Sonntagsblatt „Tiroler W a st l" widmete dem Verstorbenen folgenden Nachruf: „Nasch geht der Tod den Menschen an" heißts irgendwo, und dieser fürchterliche Spruch ist selten so grausam wahr geworden, wie vorige Woche, als der unerbittliche Kleichmacher den jungen kraftstrotzenden Dannhauser inmitten der Blüte seines Lebens ohne vorherige Anmeldung mit einer unheimlichen Gespensterhaftigkeit den Reihen der Lebendigen über Nacht entrissen hat. Wenn das auf dem natürlichen Weg möglich gewesen ist, wer darf dann hoffen, daß er die nächste Stunde überlebt. Das hat jeder mit Schrecken gedacht. wie sich die Trauerkunde in der Stadt verbreitet hat, und jeder ist mitten in seinem Lebenslauf gleichsam still gestanden um sich furchtsam umzuschauen, ob nicht vielleicht auch ihn der Tod tückisch beschleicht. In dieser allgemeinen Furcht hat jeder mit aufrichtlgem Mitg fühl an den alten, grundbraven Dannhauser gedacht, von dem keiner was Schlechtes, wohl aber jeder was Gutes und Liebes zu sagen weiß. Wo ist da die ausqleichende Gerechtigkeit über den Sternen geblieben, mußte jeder bonge fragen, wenn das Schicksal einen solchen Mann, ein solches Muster von allen Bürgertugenden, mit dem schwersten Leid, das einen solchen Vater treffen kann, lawinenartig überschütten durfte? Das frng sich jeder, und keiner wußte eine Antwort darauf, und darum und weil der so jäh Verstorbene ein so braver, bescheidener Mensch war, der seiner Lebtag keinem was zu Leid aetan. fühlte man förmlich das Mitleid der ganzen Bevölkerung wie einen tröstenden, linden Lufthauch dem Hause Dannhauser znströmen und alle die großen und reichen Verdienste, die sich der unglückliche, schmerzgebengte Vater als Gemeinderat durch volle 24 Jahre in schönster Uneigennützigkeit um das Wohl unserer Stadt erworben, wurden gleichsam wieder lebendig und wuchsen wie ragende Palmen am Trauerhaus hinan, um das namenlose Leid darin mit ihren friedlichen Zweigen zu umgrünen und den Trauernden das Leben wieder lieb und wert zu machen. So schönes blühte aus dem Verderben und das mag den Schwergetroffenen Trost und neuen Lebensmut geben." Pisek. (Trauung.) Sonntag den 17. Februar d. I. findet im hiesigen israelitischen Tempel die Trauung des Herrn Max S t i n g l, Hotelbesitzer in Marienbad, mit Fräulein Jda Spitz, Tochter des Fabrikanten Herrn M. Spitz, statt. Postelb erg. Am 3. März l. I. begeht der Seelsorger der hiesigen Kultusgemeinde, Herr Rabbiner Wilhelm Stein, das Jubiläum seiner 40jährigen Amtswirksamkeit bei dieser Kultusgemeinde. Herr Wilhelm Stein, der zunächst als Kantor

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