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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-02-15 · 7 (15.2.1907) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
7 (15.2.1907)
Date
1907-02-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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8h. 7 Dr. JBiocD ö MocoenscvNN. Seile 113 findet im Tempel, XVIII., Schopenhauerstraße 39, die Trauung des Fräulein Ilona G e r st l mit Herrn Robert Peterselka, dem Sohne des Herrn ersten Kantors Max Peterselka, statt. Jüdischer Schulverein für den iX Bezirk Grüne Thorgasse 19a. Aufruf! Unser seit mehr als 5 Jahre bestehender Verein hat auch im abgelaufenen Jahre vorzügliche Erfolge auf dem Gebiete des Religionsunterrichtes aufzuweisen, wie dies sowohl von Seite der löblichen israelitischen Kultusgemeinde durch eine namhafte Subvention, als auch des Herrn Schulinspektors Prof. Kanitz und anderer maßgebender Faktoren anerkannt wurde Unseren steigenden Ausgaben für Lehrer und Miete, die Schülerzahl nimmt stetig zu, stehen unbedeutende Einnahmen an Schulgeldern gegenüber, so daß wir trotz der namhaften Subvention der löblichen Kultusgemeinde auf Beiträge von Mitgliedern angewiesen sind. Wir hoffen, daß sich in Wien noch Glaubensgenossen finden, die einem Vereine, der so eminent nützlich wirkt, zur Konsolidierung verhelfen und bitten dringend um Beitritt als Mitglieder und Spenden. Von dem Erfolge dieses Aufrufes hängt der Bestand unserer Schule ab. Hochachtungsvoll Der Vorstand. Jüdische Toynbee-Halle, XX., Othmargasse 46 (Eintritt frei für jeden Erwachsenen. — Beginn der Vorträge an Wochentagen halb 8 Uhr. Samstag sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Dr. I. Samuely, l., Fischerstiege 6 gelangen lassen.) Wochen Programm: Freitag, 15. Februar 1907: Bibelvortrag. Religionslehrer Josef Pick. — Samstag, 16. Februar: Konzert. — Sonntag, 17. Februar: „Wie die Eisenbahn entstand." Oberrevident Strach. — Montag, 18. Februar: „Die Tatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens." Professor Dr. Wilhelm Jerusalem. — Dienstag, 19. Februar: Literarischer Abend. Redakteur Siegfried Fleischer. — Mittwoch, 20. Februar: „Ein soziologischer Spaziergang durch die Bibel." Dr. Guttmann. — Donnerstag, 21. Februar: „Reminiszenzen aus dem Polenaufstande 1863." M. Fuchsgelb. — Freitag. 22. Februar: Bibelvortrag. — Samstag, 23. Februar: Konzert. Arrangement: Oberkantor Alfr. König —' Sonntag. 24. Februar: „lieber Seide" (mit Skioptikon). Herr- Siegfried Schneck. Bildungshenn der Jüdischen Toynbee-Halle XV., Herklotzgasse 21. In der Reihe der' bisherigen Veranstaltungen nimmt der am 9. Februar d. I. musikalisch-deklamatorische Abend insoferne einen hervorragenden Platz ein, als die Leistungen der Mitwirkenden sich hoch über das gewöhnliche Niveau erhoben und das enthusiasmierte Publikum mit seinen Beifallsbezeugungen tatsächlich wahrhaft hervorragende künstlerische Leistungen zu lohnen hatte. Das Arrangement des Abends lag in den bewährten Händen des Herrn Ingenieurs Baß. Ein junges Talent, der 10jährige Pianist Poldi Birkenfeld, entzückte durch seine überraschende Fertigkeit und empfindungsvollen Vortrag. Das Streichquartett der Herren Leo Rety (1. Violine), Robert Lion (2. Violine), Karl Fisch! (Cello), Rudolf Weist (Viola) brachte in künstlerischer Vollendung Mozarts „Dissonanzen-Quartett" zum Vortrage. In Herrn Leo Rety, der durch seine Violinvorträge geradezu begeisterte, hatte das Publikum Gelegenheit, einen jungen Meister der Geige kennen zu lernen. In ihrer herzigen, eindrucksvollen Art bestritt Frl. K a tz den literarischen Teil des Abends durch Deklamation ernster und heiterer Gedickte. Zum Schluffe hatte Herr Ing. Baß Gelegenheit, zu zeigen, daß er nicht allein auf dem Klaviere, sondern auch auf dem Flügelhorn etwas Tüchtiges zu leisten verstehe. Am 16. Februar d. I. spricht Professor Frank über „Klein leben aus der Geschichte". Anschließend folgt ein Konzert des Quartetts Baß, in dem Herr k. k. Kommerzialrat Leopold Baß die l. Violine, Fräulein Grete Baß die 2. Violine, Herr Ing. Fritz Baß das Horn und Herr Hans Baß das Klavier zngeteilt hat. Beginn der Vorträge genau halb 8 Uhr abends. Eintritt frei, ohne Kartenzwang. Anmeldungen zu Vorträgen und Mitwirkungen bei Akademien, literarischen Abenden und Konzerten find an Herrn Oberrevidenten S t r a ch (XV., Mariahilferstraße 167) zu richten. Moses Mirsky, der zwölfjährige Wundersänger. Wir hätten bereits Gelegenheit, in N mmer 5 unseres Blattes die hervorragenden und so seltenen Fähigkeiten dieses phänomenalen jugendlichen Künstlers zu betonen und ergänzen unseren Bericht vom 1. d. M. dahin, daß M. Mirsky in hiesigen kompetenten Kunstkreisen — denen sich derselbe vor kurzem vorgestellt und Proben seines besonders exzellenten Talents vor ihnen abgelegt hat — wahres Erstaunen und gerechte Bewunderung hervorrief und nur der Mangel an einem geeigneten Saale es war, der sein öffentliches Auftreten bisher verzögerte. Nunmehr ist dieses Hindernis behoben und auf Anregung obgenannter Examinatoren findet demnächst deffen erstes Gesangskonzert, u. zw. am Montag den 18. d. M. im großen Saale des „Baierischen Hof" statt und sind die hohen Erwartungen, die sich von künstlerischer Seite an dieses Konzert knüpfen, vollauf berechtigt. Das reichhaltige Programm enthält unter Anderem Lieder von Beethoven, Mozart, Schubert, Rubinstein, Gumbert und last not least auch traditionelle Tempelgesänge mit Klavierbegleitung. Kein Freund der gesanglichen Kunst versäume es, dieser Produktion anzuwohnen denn der Reinertrag ist der Ausbildung des jungen Wundersängers gewidmet. Heiterer Künftlerabend Die Nachfrage um Karten für diese zu Gunsten des Vereines zur Errichtung und Erhaltung von Horten für schulpflichtige Kinder i n W i e n a m 21. d. M. in den Sofiensälen stattfindende Veranstaltung ist eine ungemein rege, so daß der Sofiensaal an diesem Abend ein vornehmes gesellschaftliches Bild bieten wird. Ein gediegenes künstlerisches Programm, der Devise des Abei-ds entsprechend, wird mannigfache Ueberraschungen bringen. Die wenigen noch verfügbaren Karten werden im Vereinsbureau IX., Universitätsstraße 4 (nachm. 4—6 Uhr) abgegeben. Der Beginn der Akademie ist für präzise 9 Uhr festgesetzt. Aufnahme von skrofulösen Kindern. Die Aufnahme von skrofulösen Kindern zur Entsendung in die Kolonien Hall und Darkau hat bereits begonnen und wird am 5. März geschlossen. Später einlaufende Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Eltern und Vormünder haben mit den Kindern persönlich zwischen 4 und 7 Uhr nachmittags im Vereinsbureau des „Kaiser Franz Josefs-Ferienheim", IX., Türkenstraße 17, behufs Anmeldung zu erscheinen. Wien. (Die Lese-undRedehalle jüdischer Hochschüler in Wien) veranstaltet Donnerstag den 28. Februar l. I. in den S o f i e n s ä l e n zur Feier des XXV. Semesters eine Festakademie mit anschließendem Tanzkränzchen. Hervorragende Kunstkräfte haben ihre Mitwirkung zugesagt. Das Reinerträgnis ist dem Studenten-Unterstützungsfonds und dem Vereine für Arbeitsvermittlung für jüdische Hochschüler gewidmet. Kartenverkauf im Vereinslokale, IX., Grüne Thorgasse 34, von 3—5 Uhr. Wien Eine Deputation des Rabbinerverbandes in Böhmen, bestehend aus dem Präsidenten Prof. Dr. Adolf K u r r e i n -Teplitz, Vizepräsidenten Prof. Dr. Stern -Saaz und Vorstandsmitglied Prof. Dr. B i ach -Brüx, wurde Sonntag den 10. d. M. um 11 Uhr vormittags von Sr. Exzellenz dem Herrn Minister für Kultus und Unterricht empfangen. Der Herr Minister hörte mit Interesse die Ausführungen der Deputation an, gab wiederholt seiner Zustimmung und Billigung Ausdruck, ließ sich eingehend über die Einzelheiten Bericht erstatten und nahm die Petition wohlwollend entgegen mit der Bemerkung, die berechtigten Wünsche der Rabbiner in Böhmen tunlichst zu fördern. Die Audienz währte längere Zeit. Die Deputation begab sich auch zum Referenten Herrn Sektionsrat Dr. P i l a t i, der die Sache eingehend mit den Herren erörterte. Wohltätigkeits-Akademie. Sonntag den 3. Februar fand in den Sofienfälen die diesjährige große Wohltätigkeits-Akademie des Brigitten au er israel. Frauen- Wohltätigkeits-Verein es statt. Dieselbe nahm einen sehr animierten Verlauf. Ein überaus distinguiertes Publikum, deffen Zahl wert über 2500 Personen betrug, erfüllte die lichtdurchflofsenen Räume der Sofieiisäle. Das auserlesene Programm wurde von der beliebten Kapelle Johann Müller durch den glänzeuden Vortrag einiger Musikstücke eröffnet. Hierauf brachte Fräulein Jenny Reingruber mebrere heitere Gedichte zum Vortrag. Nun sang Herr Otto Treßler, von rauschendem Applaus belohnt, einige Kuplets. Herr Lorns Treumann entfr sielte mit seinen besonders gelungenen Darbietungen wahre Beifallsstürme. Sodann folgte der Clou des Abends: Frau Mizzi Günther und Herr Otto Treßler sangen zwei entzückende Duette Diese Novität auf künstlerischem Gebiete, welche man hier zum ersten Male öffentlich hörte, erntete nimmer endenwollenden Beifall. Auch die Lieder, welche Frau Mrzzi Günther hierauf sang, riefen jubelnden Applaus hervor. Zum Schluß trug Fräulein Milla Barry einige reizende Kuplets vor, welche das Publikum iwt überreichem Beifalle lohnte. Nach der Akademie trat der Tanz, dessen Arrangement dem bewährten Tanzmeister Julius Singer oblag, in seine Rechte, soweit in dem dichten Menichengewoge von Tanz die Rede sein konntet Das Komitee hielt feinen Einzug und eröffnete den Tanz, an der Spitze folgende Paare: Frl. Charlotte G o l d n e r—Herr Tr. Max S a x l, Frk. Anna L ö w e u h . ck-Herr Bod ane tz ky, Frl. W i n t e r n i tz-Herr Alfred Dukes, Frl. Trude Schwär z—Herr Leicht.

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