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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-02-15 · 7 (15.2.1907) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
7 (15.2.1907)
Date
1907-02-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 7 Dr. BLoch's Wochenschrift Seite 111 kurzer Zeit ganz andere Erfolge erzielt werden als durch das bisherige, viele Millionen fruchtlos verschwendende System der Philanthropie. Die Aktionen unserer Palästinakommission find planmäßig darauf gerichtet, Grund und Boden in Palästina, solange er noch zu mäßigen Preisen erhältlich ist, in jüdische Hände zu bringen (Palästinapflanzungsverein), neben der Förderung der bestehenden jüdischen Kolonien (Bildung von Kreditgenossenschaften, Lehrfarm, landwirtschaftliche Versuchsstation) große leistungsfähige Plantagenunternehmungen ins Leben zu rufen (Agrikulturgesellschaft), Kunstgewerbe und Hausindustrie zu ententwickeln (Bezalel), das Land industriell zu erschließen (Jndustriesyndikat), wobei unsere Palästinabank mit dem immer weiter sich ausdehnenden Netz ihrer Filialen alle diese Aktionen auf das nachhaltigste stützt und fördert. Mit der Entwicklung der genannten Unternehmungen werden einer beständig steigenden Zahl von in Palästina ansässigen und dahin zuströmenden Juden Erwerbsmöglichkeiten geschaffen, wobei das neugegründete Jnformationsbureau in Jaffa durch seine beratende Tätigkeit bemüht ist, die Art und Stärke der Einwanderung nach Möglichkeit mit den im Lande herrschenden Verhältnissen in Einklang zu bringen. Diese kraftvolle Betätigung aus allen Gebieten jüdischen Lebens hat sich als die wirksamste Propaganda für die zionistische Idee erwiesen. Der Vorwurf der Utopie ist fast gänzlich verstummt und täglich strömen der zionistischen Organisation neue Anhänger zu. Allein in unserem Distrikt haben sich von 1905 bis 1906 die Schekeleingänge um 50 % gehoben. In immer weitere jüdische Kreise dringt die Erkenntnis, daß es außerhalb des Zionismus kein Judentum gibt. Es gibt zwar viel „Jüdisches": „jüdische Philanthropie, jüdische Religiösität, jüdische Wissenschaft rc.," aber es gibt nur eine große Synthese des Judentums: den Zionismus." Der Zionismus ist die politische, soziale und kulturelle Renaissance des jüdischen Volkes. Er ist die Liebe zur jüdischen Freiheit. Er ist das Heimgesühl für den jüdischen Boden. Er ist der Stolz auf. unsere Geschichte. Der Zionismus ist die ideale Forderung an jeden Stammesgenossen, die sittliche Pflicht eines jeden Juden. Wer Jude sein will, hat sich zum Baseler Programm zu bekennen und die neue jüdische Volkssteuer, den Schekel, zu entrichten! Mit Zionsgruß: Das Jnnerösterreichische Distriktskomitee, IX., Türkenstraße 9: Dr. Isidor Margulies, Obmann. Emil Stein, Schriftführer. Adolf Böhm. Dr. Paul Weisen grün. Heinrich L e der e r. Max Markus. Leo van Joung. Dr. Leopold Meisel. Schule zur Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen. Die bereits seit längerer Zeit geplante Errichtung eines jüdischen Pflegerinnenheimes wird demnächst zur Ausführung gelangen. Ein neu zu gründender Verein soll die Verwaltung dieses Heimes, sowie die Geldbeschaffung übernehmen, wobei von Seiten der Wiener israelitischen Kultusgemeinde eine Subvention zu erwarten steht. Die unter Aufsicht einer bereits engagierten Oberin stehenden Schülerinnen werden im Spital der israelitischen Kultusgemeinde ihren Unterricht erhalten und nach erlangter Ausbildung in diesem Spitale und in der Privatpflege ihre Tätigkeit finden. Die Auswahl unter den sich zu diesen Stellungen meldenden Bewerberinnen muß naturgemäß eine ziemlich strenge sein; doch bietet sie den ausgebildeten und tüchtigen Pflegerinnen eine dauernde Versorgung. Die vorbereitenden Arbeiten liegen in Händen der Vereinigung „Eintracht", IX. Universitätsstraße 4. Brünn. In einer der letzten Sitzungen unseres Kultusvorstandes lag ein Gesuch des Deutschen Schulvereines wegen Subventionierung dieses „nationalen" Schutzvereines vor. Der Präsident Dr. H. Fialla sprach sich in entschiedener Weise gegen die Subventionierung dieses Vereines aus und begründete die Abweisung dieses Gesuches damit, daß wir Juden von den Deutschen nichts zu erwarten haben. Die Herren sind, ob sie sich deutsch-liberal oder deutsch-fortschrittlich nennen, alles, nur nicht liberal. Dr. Fialla wies darauf hin, daß der „Tagesbote", das Organ der Deutsch-Fortschrittlichen, sich weigerte, zugunsten der russischen Juden einen Aufruf zu bringen. Der Antrag des Präsidenten Dr. Fialla wurde abgelehnt! ' Unsere Herren im Vorstande sind halt noch immer nicht geheilt. Olmütz. Soeben gelangt ein Bericht über die Entwicklung der Olmützer israelitischen Kultusgemeinde in der Verwaltungsperiode 1905 und 1906, welcher von dem Präsidenten Herrn Dr. I. Eben erstattet wurde, zur Versendung. Aus diesem Berichte ist vor allem eine besonders starke Zunahme der Zahl der Steuerträger zu entnehmen, was wir aus folgenden Zeilen, die am Schluffe des Berichtes stehen, ersehen können: 2000 Seelen zählt heute unsere aus kleinen Anfängen hervorgegangene Gemeinde. Sie umfaßt 550 kräftige Steuerträger, und seit der kurzen Zeit ihres Bestandes — der kaum anderthalb Jahrzehnte zählt — erzählen uns 42 edle, humanitäre Stiftungen mit einem Fonde von K 62.000 von dem echt jüdischen Geiste, der alle beseelt. Ebenso lobend wird im Berichte die feierliche Würde des Gottesdienstes erwähnt und allen Beamten der Gemeinde die Anerkennung ausgesprochen, wobei noch zu bemerken wäre, daß die Kultusgemeinde daran geht, eine allgemeine Gehaltserhöhung ihrer Beamten in kurzer Zeit durchzuführen. Prag. (Vom jüdischen Schulverein für Böhmen.) Hoch erfreulich ist das Interesse, welches sich für den jüdischen Schulverein, dessen Gründung in Prag beschloffen worden ist, allenthalben kundglbt. Als Beweis dafür, daß diese Idee auch weit über die Grenzen Böhmens hinaus vollem Verständnis und den lebhaftesten Sympathien begegnet, registrieren wir die Tatsache, daß Herr Professor Arnold W. Braun aus Meran — ein im 90. Lebensjahre stehender Gelehrter — dem jüdischen Schulverein X 10.— als Mitgliedsbeitrag zukommen ließ. Das bei der gründenden Versammlung gewählte Exekutivkomitee arbeitet bereits an den Statuten des Schulvereines, welche wohl gegen Ende dieses Monates zur Einreichung gelangen dürsten, so daß der jüdische Schulverein mit Anfang April seine Tätigkeit wird beginnen können. Wir werden an dieser Stelle über den weiteren Fortgang der Arbeiten regelmäßig berichten. Aus dem letzten Jahresbericht des amerikanischen General-Einmandernngs-Kommissärs. Laut dem Jahresbericht des General-Einwanderungs- Kommissärs Frank P. Sargent brachte das am 30. Juni 1906 beendete Fiskaljahr einen Rekord in der Einwanderung. Während dieser Zeit vermehrte sich die Bevölkerung der Vereinigten Staaten durch Zulassung von 1,100.735 Einwanderern, außer 65.618 Nichteinwanderern, die in den Häfen ankamen, was im ganzen 1,166.353 Zulassungen ausmacht. Der Ueberschuß über den Rekord des letzten Jahres von 1,059.755 (1,026.499 Einwanderer plus 33,256 Durchreisende) betrug 106.598. Während des Fiskaljahres 1905 wurden 11.480 Einwanderer zurückgewiesen und während des letzten Jahres 12.432. Unter den Einwanderern, das sind diejenigen, die sich in den Vereinigten Staaten Niederlassen wollen, waren 764.463 männliche und 336.272 weibliche. „Ohne Ausnahme", sagt der Bericht, „haben uns in diesem Jahre diejenigen Länder, von denen wir früher den größten Teil unserer ausländischen Bevölkerung erhielten und die von Rassen bewohnt find, die der unsrigen nahe verwandt sind, mit einer viel kleineren Anzahl versehen, als im Jahre 1905, und zwar Irland 17.950, England 15.218, Schweden 328!, Deutschland 3010, Dänemark 1229 und Schottland 1111 weniger als im Jahre 1905. Andererseits sind die vier bedeutendsten Zunahmen: Italien mit 51.641, Rußland mil

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