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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-02-01 · 5 (1.2.1907) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
5 (1.2.1907)
Date
1907-02-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 84 Dr. Llocb s Mocbenscdrirr Nr. 5 derung des Defizits, eine Handlung, die unter allgemeiner Akklamation der Versammlung bekanntgegeben wurde. Es wäre zu wünschen, daß auch weitere Kreise in ausgiebigem Maße die Bestrebungen dieses segenspendenden Vereines fördern würden, da derselbe die so schwierige Armenpflege in wirklich mustergiltiger Weise übt. Wien. (Verein „I e h u d a-H a l e v y".) Samstag den 2. Februar 1907 findet im Vereinslokale, II., Rembrandtstraße 22, T. 5, um 7 Uhr abends eine Vereinsversammlung mit anschließendem Vortrag statt. Die Mitglieder werden höflichst ersucht, pünktlich zu erscheinen. Wohltätigkeits-Akademie des Brigittenauer israelitischen Wohltätigkeitsvereines. Sonntag den 3. Februar veranstaltet der Brigittenauer israelitische Wohltätigkeitsverein in den Sofiensälen zu Gunsten seiner Humanitären Zwecke seine diesjährige große Wohltätigkeits-Akademie mit nachfolgendem Tanzkränzchen. Die Abende dieses rührigen Vereines, welche nicht nur in materieller Hinsicht, sondern auch in künstlerischer und gesellschaftlicher Beziehung zu den hervorragendsten und erfolgreichsten der Saison zählen, erfreuen sich einer von Jahr zu Jahr wachsenden Beliebtheit unter dem Publikum. Heuer verspricht diese Veranstaltung einen besonders großartigen Verlauf zu nehmen, wofür das auserlesene Programm bürgt. Mit Rücksicht auf den eminenten Wohltätigkeitszwcck haben bisher ihre Mitwirkung auf das bestimmteste zugesagt: Die Damen Mila Barry, Mizzi Günther, Jenny Reingruber, die Herren Louis Treumann und Otto Treßler. Die Musik besorgt die bewährte Kapelle Johann Müller unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters. Das Arrangement des Tanzes, dem die Jugend heuer in den prächtig dekorierten Räumen der Sofiensäle in weit ausgiebigerem Maße huldigen können wird, als in den Ronacher-Sälen, die sich im Vorjahre als zu beschränkt erwiesen, hat Herr Professor Julius Singer übernommen. Die noch vorhandenen Karten, nach welchen eine sehr lebhafte Nachfrage herrscht, sind zum Preise von K 3.— in der Musikalienhandlung Knepler, im Theaterkarten-Bureau Spitzer, bei der Präsidentin Emilie Weiß, XX., Klosterneuburgerstraße 13 und bei sämtlichen Vorstandsdamen erhältlich. Das österreichische Herrenhaus. Unter diesem Titel erscheint demnächst von Dr. Gustav K o l m e r, dem Verfafier von „Parlament und Verfassung in Oesterreich", ein neues Werk bei Frommem Wien. Erster Wiener jüdischer Turnverein. Herr Herrman König Wien, versendet folgendes Zirkular, dessen Inhalt wir wärmsiens befürworten. Euer Woblgeboren! Als vor 6 Jahren die Verhältnisse in den Wiener deutschen Turnvereinen für die Juden unleidlich wurden, traten die jüdischen Studenten zusammen und gründeten einen Studenten-Turnverein. Mit ihrer empfindlichen Auffassung von Selbstgefühl und Ehre wollten sie nicht in solchen Vereinen turnen, wo Antisemitismus herrschte oder wo antisemitische Verbände sich angliederten. — Dieselben Gründe gaben auch anderen Kreisen des Judentums Anlaß, einen Turnverein aufzusuchen, wo körperliche Kräftigung ohne Opfer des Intellektes und der Ehre erreicht werden konnte; daraus ergab sich im Jahre 1900 die Notwendigkeit, den Studentenverein in einen allgemeinen und zwar den „Ersten Wiener jüdischen Turnverein" umzuwandeln. Ich habe mich bemüht, ungeachtet bedeutender materieller Opfer diese Umwandlung zu ermöglichen. Dieser Turnverein, der schon über 6 Jahre besteht und zirka 250—300 Mitglieder zählt, bietet ein Bild eifriger Tätigkeit; an seiner weiteren Entwicklung ist er nur durch den Umstand behindert, daß er ein für die derzeitigen Verhältniffe ungeeignetes Souterrain-Lokal (Mölker-Bastei 5) inne bat, das weder in räumlicher noch in sanitärer, d. h. turnhygienischer Beziehung den Anforderungen entspricht. Es muß getrachtet werden, dem Vereine eine entsprechende Turnhalle zu verschaffen, damit es ihm ermöglicht werde, sein Ziel und den Zweck, die Juden in dem ihnen aufgedrängten harten Kampfe physisch tauglich zu machen, zu erreichen. — Da heißt es mit dem Nachwuchse beginnen und aus der degenerierten Jugend gesunde kräftige, ausdauernde und selbstbewußte Männer und Frauen zu erziehen. Als Gründer und Ehrenmitglied dieses Turnvereines richte ich die Bitte an Sie: Helfen Sie mit einem einmaligen größeren Betrage mit für die Errichtung einer Turnhalle. Sie üben damit eine Wohltätigkeit, die Ihnen zum Lobe und unserer Nation zum Heile gereichen wird; der Saat, die Sie dadurch legen, wird in Zukunft reicher Segen entsprießen. Der Ausschuß wird mit Vergnügen bereit sein, falls Euer Wohlgeboren es wünschen, behufs Auskunstserteilung vorzusprechen. Hochachtungsvoll Herrman König. Die jüdischen Kinderhorte. Von Tag zu Tag wachsen die Sympathien, denen der im Vorjahre begründete „Verein zur Errichtung und Evhaltung von Horten für schulpflichtige Kinder in Wien", dessen Sitz sich IX., Universitätsstraße 4 befindet, begegnet. In den drei Horten, welche der Verein bisher erhält, sind 170 arme jüdische Kinder untergebracht und schon für die nächste Zeit ist die Errichtung zweier weiterer Horte für 100 Schützlinge in Aussicht genommen. Die Vereinsleitung ist gezwungen und bemüht, an alle Besitzenden zu appellieren, damit ihr auch die nötige finanzielle Unterstützung zuteil wird. Eben hat sich ein Komitee konstituiert, das sich aus den vornehmsten Kreisen der Residenz rekrutiert und durch Veranstaltung eines „Heiteren Künstlerabend" großen Styles dem Vereine Geldmittel verschaffen will. Am 21. Februar werden die S o f i e n s ä l e dem erwähnten Zwecke dienstbar gemacht und nach den bisher getroffenen Vorbereitungen dürfte sich das Fest zu einem Clou der Saison gestalten. Ein erlesenes künstlerisches Programm, bestritten von den Lieblingen des Theater- und Konzeripublikums, mehrfache in Wien noch nicht zu Gehör gebrachte Darbietungen und schließlich während des Tanzes eine Kabaret-Vorstellung im kleinen Sofiensaale werden dem Publikum geboten werden. Mit der Versendung der Einladungen wird in den nächsten Tagen begonnen. Anfragen oder Vormerkungen für Logen und Sitze, die nach der Reihenfolge des Einlangens Erledigung finden, wolle man an das Vereinsbureau, IX., Universitätsstraße 4, gelangen lassen. Dören. Der Unterstützungs-Verein für arme jüdische Zu ge r e i st e, II., Obere Donaustraße 47, veranstaltet Sonntag den 3. Febuar 1907, präzise 7 Uhr abends, im Vereinslokale, Wien, II., Große Schiffgasse Nr. 21 eine ordentliche Generalversammlung. Wien. Löbliche Redaktion! In Nr. 4 Ihrer geschätzten Zeitschrift ist ein Bericht über einen Vortrag enthalten, den ich am 12. v. M. im „Jüdischen Volksverein Prag" gehalten habe. Das Referat ist leider so ungenau und teilweise entstellend, daß ich Sie höflich ersuche, mir wenigstens die Berichtigung einiger tatsächlicher Unrichtigkeiten freundlichst zu gestatten. Ich habe nicht gesagt, daß die Orangengenossenschaft in Petah-Tikwah einen eigenen Sensalen an der Londoner Börse hat, sondern nur, daß sie direkt durch einen Sensalen dieser Börse verkauft. Das Beispiel aus dem Genossenschaftsleben Dänemark enthält unrichtige Ziffern. Die Zahl der Meierei- Genossenschaften 1904 war 1042, der Umsatz landwirtschaftlicher Produkte stieg von 1897 bis 1903 von 106*2 ans 161-6 Mill. Kronen. Ich habe nicht von Hypothekar-Genossenschaften in Palästina gesprochen, sondern im Gegenteil gesagt, daß bei dem türkischen Bodenrecht die Agrarkreditfrage äußerst schwierig ist und einer zionistischen Kommission zum Studium übergeben wurde. Mit bestem Danke für Ihre Freundlichkeit empfehle ich mich hochachtungsvoll Adolf B ö h m. Wien. („Jto".) Die Wiener Territorialiften veranstalten Mittwoch den 6. Februar d. I. um 7'/2 Uhr abends im Saale des «Oesterreichischen Eisenbahn-Clubs" einen Vortragsabend. Herr Schriftsteller Jagues Jäger, Mitglied der „Geographischen Gesellschaft" und Mitglied des „Oesierreichisch-ungarischen Kolonialvereines, wird über „Auswanderung und Kolonisation" sprechen. Der Vortrag wird durch Skioptikonbilder wirksam illustriert werden und dürften insbesondere die Aufnahmen von Galvestone und Texas besonderes Interesse finden. Die noch vorhandenen Eintrittskarten wolle man reklamieren bei Herrn Dr. Dagobert Rybaczewski, II., Stefaniestraße 14, Telefon Nr. I 8 4 5 7. Wien. Der Humanitäre Verein der Mattersdorfer in Wien, im Juni 1906 gegründet, hielt am Samstag den 26. Jänner 1907 im Restaurant Pinkas, II., Lilienbrunngasse 9 seine erste Generalversammlung ab. Es wurden gewählt: Präses: Dr. Ludwig Breuer, I., Stefansplatz II; Vizepräses: Julius Lei tu er; Schriftführer: Samuel Koppel; Schriftführer-Stellvertreter : Simon L a ck e n b a ch e r; Kassier: Moriz L e i t n e r; Ausschüsse: Ignaz Bauer, Hermann Groß, Richard Hessel, Em. Hönigsberg, Dr. Armin K o h n, Sigmund L ö w y, David N e u f e l d, Heinrich P o l l a k, Michael P o l l a k, Moriz Rose nb e r g e r, Moriz Schneider, Jakob S t e i n h o f; Revisoren: Jakob Pinkas, Eugen Zöllner. Das Vergnügungskomitee des Vereines veranstaltet am 24. Februar a. c. im Prachtsaale des „Bayerischen Hof" eine Wohltätigkeits-Akademie mit anschließendem Tanzkränzchen, welche einen umso größeren Erfolg verspricht, als bedeutende Kunstkräfte ihre Mitwirkung zugesagt haben. Wien. Für den jüdischen Friedhof in Lussin" Piccolo sind uns unter „Brünn 77" X 3.— zugekowmen'.

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