Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 5 (1.2.1907)
- Date
- 1907-02-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 74 Dr. JBiocb s Mocbenscbrttt. Nr. zu liefern oder zu wiederholen. Will einer an den hohen der Seelen", wäre die Erklärung, daß sie es, eingedenk ihrer Idealismus der jüdischen Religion nicht glauben, welcher es Ziele und ihres Ranges, verabscheut, gemeinsame Sache mit gelang, durch Verkündigung der Güte aus Hordenzwei- Leuten zu machen, welche der Menschlichkeit und Gesittung beiniger Bestien die Menschheit zu machen, so wird er doch Hohn sprechen. Nur eine leider unterbliebene Klarstellung daran glauben, daß die Juden niemals solche Trottel waren, hat die Erkenntnis verhindert, daß der Schild der Christlichreligiöse Vorschriften gegen das Christentum zu schaffen oder Sozialen, auf den die Hiebe aller anständigen Politiker fallen, gar in Bücher aufzunehmen, deren Verrat durch den ersten nicht der Schild der christlichen Kirche ist. Wir wissen aber besten Täufling ihren angeblichen Bekenner« die Existenz, oft darum, wir wissen, daß die römische Kurie unmöglich billigt, gar das Leben kosten könnte. daß unter ihrem Namen in Europa wieder Mittelalter ge- Zu den Bauern, denen man das religiöse Antichristenmacht wird und so schlagen wir mit oder ohne Erlaubnis tum der Juden aufbiudcn konnte, wird Graf Sternberg und des Grafen Sternberg auf die Schlachtreihe der rückständigen viele seiner Gesinnungsgenossen auch nicht gehören. Seine Christlich-Sozialen, beileibe nicht die des Christentums, so Anschuldigungen gehören auch nur auf das politische Gebiet, lange los, als unsere schwachen Kräfte reichen, auf welchem wir sie denn auch in jeder Beziehung messen Niemand braucht uns darüber zu belehren, was wir wollen, wobei wir gar bald überzeugt sein werden, daß die tun dürfen und was nicht. Bis jetzt hat es noch jedem Höhe der Wahrheit gleich Null ist. jüdischen Politiker und Publizisten der einfache Takt und Ein oberflächlicher Beobachter könnte wohl als führendem Verstand verboten, auch nur den Schein eines Angriffes auf Grundsatz der Meinung zuneigen und es vielleicht sogar billig die christliche Religion zu richten. Ist es einmal wirklich finden, daß eine gewisse tätige Feindschaft gegen die Christen dazu gekommen, daß die römische Kurie selbst auf den Kampfunter den Juden vorhanden sei. Denn das Zeichen, unter platz getreten ist, wie es zum Beispiel in Frankreich geschah, welchem jener Byzantiner Konstantin siegte, war tatsächlich dann sind wir stets lautlos zur Seite getreten und verfür uns ein Zeichen des Elends, der Schrecken, dessen häßschwundeu. Wir haben uns nie darum gekümmert, wenn lichste Wut in der Judengasse tobte, hatte ein Kreuz um durch religiöse oder politische Tezelgeschichten christliche Luthers den Hals. Da wäre wohl der vergeltende Haß des Ner- oder Clemenceaus aufgetreten sind. An dieser Stelle selbst folgten sehr natürlich. Er besteht aber doch nicht. Die sind wir sogar dagegen aufgetreten, daß sich Juden der Be- Juden befinden sich in dieser Beziehung in der Lage eines wegung der „Freien Schule" anschließen, weil uns dies nicht Mannes, der in untergeordneter Stellung den grausamen als taktvoll erschien. Niemals ist es irgend einem Juden Launen eines mächtigen Prinzipals ausgesetzt ist, gegen die eingefallen, auf religiösem Gebiete gegen das Christentum er sich keine Hilfe weiß. Auch nur eine Miene des Zorms aufzutreten, auch auf politischem nicht, wenn die Kurie selbst oder der Feindschaft würde für den Schwachen die Veroffiziell die Führung hatte, um ihre moralische oder andernichtung bedeuten, er hat aber gar nicht den Mut zu euerweitige Macht zu vergrößern. Ganz entschieden und energisch gischem Auftreten, sondern nur Furcht, blinde Furcht des sind mir jedoch gegen jedermann ausgetreten, der unseren Ohnmächtigen, der schweigend duldet und nur durch immer moralischen oder materiellen Besitz bedrohte. Daß die christangestrengtere Arbeit, Sittlichkeit und Tüchtigkeit sein Los liche Kirche diese Absichten hat, können wir unmöglich glauben zu verbessern trachtet. Der Wolf klagt nur immer das und lassen uns deshalb auch nicht zurückhalten im Wider- Lämmchen an, es hätte ihm das Wasser getrübt, er stand gegen verbrecherische Freibeuter, welche eine falsche klagt an, um das arme Ding zerreißen zu können. Aber Flagge führen, die wir sonst unbedingt respektieren. Die das Lämmchen wird aus Hoffnung auf Erbarmen immer falsche Meinung, daß wir anders wohin zielen, als gegen stiller, immer bescheidener. Hochmögender Graf! Sie und unsere Feinde und Feinde des Rechtes konnte nur durch die die anderen Christen in Oesterreich sind vierzig gegen einen fehlende Erklärung der Kirche entstehen. Wenn Graf Sternvon uns. Wir sind froh, wenn es Frieden gibt. Wir beug, der uns manchmal wohlwollend behandelt, worauf wir wagen es gar nicht, an einen Kampf der Juden gegen das dankend verzichten, sich auf den Standpunkt wirklicher Ge- Christentum zu denken, wir bluten hilflos im Kampfe der rechtigkeit stellen würde, wofür wir dankbar wären — wenn Christen gegen das Judentum. er oder ein Anderer Wahrheit und Klarheit schaffen wollen, Die Juden aber stehen nach Graf Sternbergs Ausdann würden sie eine Erklärung der Kurie über die Christlichspruch als treibende Kraft hinter allen antiklerikalen Par- Sozialen verlangen, statt falsche antisemitische Schlagworte teieu. Wahr ist, daß die Juden bei allen Gelegenheiten zu als Brandgranaten in die Menge zu schleudern, finden sind, wo es gilt, Freiheit, Fortschritt, Recht und I. U pri mn y. Bildung zu schützen. Wir hoffen, daß auch Graf Sternberg - bei dieser Gelegenheit zu finden ist und jeder anständige . »r, Mensch in Oesterreich und daß sie Gefolgschaft und Beitrag IDOITI j&DriTl£l£Kt OCS /sLCÜCttS. der Juden gerne zur Kenntnis nehmen. Wahr ist ferner, daß die Juden bei allen Parteien zu finden sind, welche die Der Fall Hilsner und der Prozeß contra Deckert. Gleichberechtigung aller Menschen und Staatsbürger zu Druckfehler-Berichtigung, fördern geneigt sind, von den Katholiken bis zu den Fetischt . „ , , „ . anbetern, wenn es welche im Reiche gibt. Die Gleichberech- ■tfj .^cr Sitzung des Parlamentes wurde eine tigung ist ein Grundsatz, der von den Völkern in den Revo- Interpellation überreicht von Dr. Ofner an den ^ustizmimster, lutionen mit Strömen von Blut erkauft wurde und welchen betreffend den Fall Hilsner. Die Interpellanten fragen, ob der alle kultivierten Menschen mit Aufmerksamkeit und Tapfer- ^ustizimmster das Aktenmaterml unter seiner unmittelbaren Aufkeit bewachen. Da kommen nun Leute, welche die Beuteprüfen und, im Falle er sich uberzeugt, daß die notwendigen gelüste der untersten geistigen Schichten aufftacheln und Voraussetzungen gegeben sind, die Generalprokuratur zum Anihnen einen Teil der Bevölkerung ausliefern wollen. Die auf Wiederaufnahme des Prozesses veranlassen will. Juden und alle anderen Anwälte der Gerechtigkeit treten In dem Leitartikel der letzten Nummer befand sich ein diesen eigennützigen Pöbelführern aus wohlberechtigtem, sinnstörender Druckfehler, den wir hier richtigstellen wollen. Es eigenen Interesse energisch entgegen. Sie können nichts heißt dort von den Unternehmungen, welche in dem Prozeß dafür, daß diese Schwindler es wagen auzugeben, sie conto Deckert und Genossen vor der Oeffentlichkeit sich enthüllt kämpften im Namen der christlichen Religion. Durch diese s haben: Falschmeldung der Judenfeinde als angebliche Sendlinge ber^V? „Es war offenbar, man wollte die Bevölkerung für Erchristlichen Kirche sieht der Kampf gegen sie aus wie einst eignisse erziehen, wie sie ein Jahr später im Prozesse Kampf gegen chre fälschlich vorgeschützten Auftraggeber.^ Hilsner in Erscheinung getreten." Sache der Kirche, welche den stolzen Titel führt „Mutter^» Es sollte richtig heißen, einige Jahre später.