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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-01-25 · 4 (25.1.1907) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
4 (25.1.1907)
Date
1907-01-25
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 4 Dr. Llocb's MocdenscbrM. Sette 59 katholische Greislerstochter und ein Junge ermordet. Es geschah dies vor dem Pessachfeste und der Verdacht lenkte sich natürlich auf die Juden, welche angeblich für ihre ungesäuerten Brote oder zu rituellen Zwecken des Blutes bedurften. Das Volk revoltierte gegen die Juden und nur dem energischen Einschreiten der obrigkeitlichen Beamten und der bewaffneten Musketiere gelang es, Tätlichkeiten zu verhindern. Später wurde beider Morde ein Wüstling, namens Paul Kykla, überwiesen. Derselbe ward in Königgrätz aufs Rad geflochten; zur Richtstätte begleiteten den Mörder die Geistlichen P. Jnaz Musil und P. Franz Krejeir. Dieser Mord bildet auch das Sujet des Romans: „Judith, eine Ghettogeschichte aus Doudleb" von David Fanta. In der Nacht vom 18. auf den 19. April kam es in der Judenstadt zu Doudleb zu einer großen Schlägerei zwischen jüdischen und christlichen Rekruten. Die letzteren zerschlugen die Fenster der Judenstadt und mißhandelten mehrere Israeliten. Die Ursache lag darin, daß kein Jude assentiert worden war, und daß die jüdischen Stellungspflichtigen angeblich die katholischen verhöhnten. Die Untersuchungsakten über diese Affaire besitzt der pensionierte k. u. k. Hauptmann Herr Wenzel Kod'ousek, ein gebürtiger Doudleber, der auch eine interessante Monographie über seinen Heimatsort geschrieben. Am Samstag abends des 17. August des Jahres 1860 entstand in der Judenstadt ein großer Brand, der die Hälfte des Ghettos einäscherte. Die Doudleber Kultusgemeinde, einst eine große jüdische Ansiedlung in Böhmen, zählt heute zirka 24 jüdische Bewohner; sie hat aufgehört, eine selbständige Gemeinde zu sein und ist der Kultusgemeinde Adlerkosteletz zugeteilt. Die Vorsteher der alten Gemeinde, die zugleich Synagogenvorsteher und Matrikenführer waren, hießen Abraham Mauthner, Salomon Bär, Jsak Taußig (1814), Abraham Fleischner (1845), Aron Lederer (1847). K l a t t a u. Oberlehrer Alex. Baum. Etwas für jüdische Sommerfrischler. Mödling an der Südbahn ist bekanntlich ein Ort, den sehr viele Juden gerne als Sommerfrische frequentieren. Offenbar ist das den Ortsbewohnern nicht willkommen, da sie ein christlichsoziales Schmierblatt, die „Mödlinger Bezirksnachrichten", erhalten, als dessen Herausgeber der von Polna her berühmte Hans Arnold Schwer in Wien figuriert und dessen Lebenszweck der Antisemitismus ist. Als Probe geben wir den Leitartikel von Nr. 2 dieses Organs vom 12. Jänner: „Jüdische Schmutzkonkurrenz in Mödling. Unter der christlichen Bevölkerung von Mödling und insbesondere unter den christlichen Geschäftsleuten herrscht seit einigen Tagen gerechte Erbitterung über die Handlungsweise des jüdischen Inhabers eines sogenannten Pofelbazars und über das mehr als sonderbare Vorgehen eines christlichen Mödlinger Hausbesitzers, der die Interessen der christlichen Geschäftswelt Mödlings außerordentlich geschädigt hat. Der Fall ist folgender: Seit etwa V/<> Jahren betreibt ein Jude namens Diamant, im Hause Mödlinger Hauptstraße 45, ein Geschäft, in dem die meisten Waren, nach dem Muster der 25 Kreuzer- Bazare, für 25 Kreuzer angeschrieben und verkauft werden. Durch die Schmutzkonkurrenz, die mit der Errichtung dieses Geschäftes entstanden ist und seither in erschreckender Weise — allerdings durch die Indolenz vieler Christen in Mödling, die das Einkäufen bei Juden nicht lassen können — überhand genommen hat und durch den Umstand, daß der Jude, da er einen „Gemischtwarenhandel" betreibt, alle Waren verkaufen darf, werden so ziemlich alle Geschäftsleute in Mödling geschädigt. Die Erbitterung dieser Geschäftsleute machte sich bereits in zahlreichen Beschwerdebriefen Luft, welche seit geraumer Zeit der Besitzerin des Hauses, in dem sich das jüdische Geschäft befindet, zukommen und in denen der Hausfrau Vorwürfe über das Vermieten ihres Lokales an ein solches, die übrigen Geschäftsleute schädigendes Unternehmen gemacht werden. Die Hauseigentümerin kündigte deshalb dem Pofelbazar im November v. I. und der Jude Diamant war nun gezwungen, sich um ein neues Lokal umzusehen. Der Jude ging von Haus zu Haus und machte bei diversen Hausbesitzern die erdenklichsten Versuche, christliche Geschäftsleute „auszustechen". Da ihm dies lange nicht gelang, wollte er sogar durch schlaue Zuhilfenahme einiger Hintermänner ein Haus kaufen, um in demselben dann seine Schmutzkonkurrenz zum Schaden so vieler christlicher Geschäftsleute weiterführen zu können. So bot er zum Beispiel vergeblich einer alten christlichen Familie für ihr auf der Hauptstraße befindliches Haus einen sehr hohen Kaufpreis. Auch das Haus der Kleinkinderbewahranstalt in Mödling wollte er ankaufen, doch wurden auch diese Verhandlungen mit dem Juden bald abgebrochen. Während nun alle christlichen Hausbesitzer einig waren und sich dagegen sträubten, dem jüdischen Schmutzkonkurrenzunternehmen in ihren Häusern Unterstand zu geben, fand sich merkwürdigerweise der Besitzer des Hauses Nr. 37 der Hauptstraße, der Hauer Ignaz Weiß bewogen, als einziger dem Juden gegen einen entsprechend höheren Zins ein Geschäftslokal in seinem Hause zu vermieten und dadurch zum Schädiger der christlichen Geschäftsleute Mödlings zu werden. Aber noch mehr. Um für das jüdische Pofelgeschäft Raum zu bekommen, kündigte er einem seit fünf Jahren in seinem Hause etablierten christlichen Geschäftsmann, der nun gezwungen ist, mit seinem Geschäft in das Nebenhaus zu überfiedeln. Wir nageln diese Vorgänge vorläufig in diesen wenigen Ausführungen an, werden aber noch Gelegenheit finden, uns darüber noch näher zu äußern". Wir haben diesem Stimmungsbericht aus Mödling nichts hinzuzufügen, der wohl manchen Juden, der draußen Wohnung nehmen wollte, zur Ueberlegung veranlassen wird. Die Hausherren haben dort offenbar jüdische Mieter nicht nötig, sonst würden sie wohl eine Gegenerklärung in den „Bezirksnachrichten" veröffentlichen. Wir wünschen, daß sich ihnen möglichst wenige Juden ausdrängen. Eine Hypothese. Von Dr. Albert Wagner. Sind die in der Thora, Josua und Samuel zitierten Bücher Hirn naa» und "" manba naa unterdrückt worden? Wenn diese Frage bejaht werden müßte, dann wäre eine weitere Frage, ob auch deren Inhalt dem Literaturschatze des Jndentnms verloren gegangen sei, überflüssig. Daß diese zwei Schriftstücke, trotz ihrer schönen Titel, als selbständige Bücher nickt mehr vorhanden sind, ist eine alte und ich kann sagen, für jeden Freund der alten, nationalen Literatur schmerzliche Tatsache. Nun wurde in der jüngst erschienenen „Jüdischen Apologetik" von Dr. M. Güdemann die Hypothese aufgestellt, daß die oben erwähnten Bücher, von Männern, die berufen wären, den nationalen Literaturschatz, zu bewahren, unterdrückt worden sind. Erhärtet wird diese Annahme durch die im Talmud erzählte Tarsache, daß man die Absicht hatte, das Buch a'i'Dn -w, das Buch ribnp und sogar das Buch bxpim als apokryph zu erklären. Daß es bloß beim Wollen sei.« Bewenden hatte und daß die Bücher "■* rnanba und IV',1 in dieser späten Zeit nicht mehr erwähnt werden, spricht gegen die angenommene Unterdrückung, vielmehr dafür, daß sie zu Esras Zeiten nicht mehr vorhanden waren, daher nicht Gegenstand einer Erörterung sein konnten. Zwischen David, wo das “iirn nao noch erwähnt wird und Esra und Sopherim liegen nickt nur viele Jahrhunderte, sondern auch solche erschütternde Ereignisse, die den Verlust von Literaturstücken genügend erklären, ohne daß man es nötig hat, zu gewagten Hypothesen Zuflucht zu nehmen. Die Möglichkeit, daß der Inhalt jener Bücher nicht verloren ist, wäre bei der Negation der Annahme einer absichtlichen Unterdrückung nicht nur vorhanden, sondern sogar wahrscheinlich und ift an sich eine Hypothese wert. Vor allem ist darauf hinzuweisen, daß die Erwähnung dieser Bücher stets in getragener Form geschieht. So IV. Moses K. 21. nnrnK "" manba naan narr' p by» "pj-iK D’bnun ridri naian Josua K. io. K-n rrbn i-n-rr n: ap' ny nay rm wa»n dti. HD'.n -iaa by nairo Samuel II. fl. i. by nama x-n nn n®p rm.T an nabb. Hirn naa Auch ist nicht außer acht zu lassen, daß diese Zitate einem nachfolgenden Gedichte q. asi präludieren, wie bei Moses a. a. 0.

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