Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 3 (18.1.1907)
- Date
- 1907-01-18
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 Dc. JBiocD ö iWlocDenscDrm. ütuc 61 Rosalie Perlcs: Die russischen Juden in Königsberg i. Pr. Dr. Julius Reiner: Die Sendung Muhammeds. S. Me»sels: Aus Benjamins Cheder-Jahren. Samuel M e i s e l s: Ein Traum. Mitteilungen aus dem Deutschen Bureauder„AllianceJsra6liteUniverselle". I. Di.e Knabenschule derAlliance inMogador (Marokko). (Spezialbericht der „A. I. U.") II. Knabenschule der Alliance in Bagdad. (Spezialbericht der „A. I. U.") III. Das Schulwesen der Alliance in Saloniki. (Spezialbericht der „A. I. II.") IV. a) Borträge über die „Alliance Jsraelite Universelle", d) Justzrat Dr. Veit Simon, Berlin, c) Rabbiner Dr. Freund, Görlitz, ä) Jacob H. Schiff, New-Zork. e) Handelsminister Straus, New-Aork. k) Notizen. Gin jüdischer Liederabend. Dr. Phil. Wilhelm Schram, kais. Rat, mähr. Landesbibliothekar und k. k. Konservator. Vaterländische Denkwürdigkeiten. Ein Buch für mährische Geschichtsfreunde, II. Band. Zumeist nach handschriftlichen Quellen verfaßt. Verlag des Verfassers. Brünn, 1907. „Der neue Psafffenfpiegel", Parasites ultramontana. Gesammelt und herausgegeben von Spectator. Verlag der Internationalen Buchhandlung in Zürich. Die russische Revolution und die russische» Juden. Vortrag, gehalten am 5. Dezember 1906 in der Versammlung des Zentralvereines deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens von Dr. Paul Nathan. H aasenstein u. V o g l e r, A. G. B e r l i n 8. 42. KriefkaAerr. Bukarest. Eantacuzene, der Bürgermeister von Bukarest, und seine Getreuen erwidern nur den Besuch, de» ihnen s inerzeit Lueger, dem Kaiser zum Trutz, mit seinen allerschönsten Paladinen abstattete. Man wird ihnen das auf den Glanz hergerichtete Wien zeigen und sie absolut nicht merken lassen, wie kotig unsere Straßen sind, wie elend der Tramwayverk-hr und wie verrobt die Bewohner infolge der christlichsozialen Propaganda. Natürlich kostet der Empfang wieder ein Heidengeld, das man bei den Subventionen für V^lksbildungsvereine ersparen wird. Auf die Bankettreden sind wir nicht neugierig. Der Schneider ist Zeremoni-nnieister beim Empfang am Bahnhof, und wo der Mann eifrig dabei ist, sind Ansbrüche antisemitischen Blutwahnsinns nicht zu vermeiden. Mau wird wahrscheinlich in dickster Freundschaft in dickster Feindschaft gegen die Juden schwelgen und dann inoffiziell einträchtig zum Wimberger gehen, um die arische Moral zu begießen. Dichter. In aller Eile hat sich nach den letzten Angriffen in der Presse auf einmal der Landesausschuß zusammengetan, um den Dichterpreis für Antisemiten zu vergeben. Hätten es die Herren nicht so plötzlich nach Publizierung des Falles getan, so hätten sie sich weniger verdächtig gemacht. Jetzt setzten sie unter dem Vorsitz des unvermeidlichen Geßmann einige Größen sechsten Ranges zusammen, um über die eingelanfenen Stücke zu beraten. Wenn man diesen Pflanz zu Ende treibt, ohne die Sache einschlafen zu laßen, wie es wahrscheinlich ist, wird man in Wien noch Gelegenheit zur Heiterkeit haben, wenn ein bedauernswertes Theater den Ausfluß christlichsozialer dramatischer Literatur znr Aufführung bringen sollte. Budapest. In Ungarn treibt der Antisemitismus schon recht , nette Blüten. Nach dem Abgeordneten der Volkspartei Karl Hencz, der die Juden nur im beschränkten Ausmaß zum Universitätsstudium zulassen will, kommen nun die antisemitischen Angriffe in der Unabhängigkeitspartei auf den ausgeschlossenen Abgeordneten Benedek, wegen dessen Freundschaft zu einzelnen Juden der Demokratenpartei. Die Juden, die mit solcher Begeisterung oft gegen ihr Interesse bei den Wahlen für die Koaliticnsparteien eingetreten sind, werden sich hoffentlich diese Sächelchen merken.. A. B. in I. In der heutigen Nummer finden sie die Antwort auf den Mumpitz, die sie hoffentlich zufriedenstellen wird. Besten Gruß. N. B. Daß der „Simplicissimus" die Abgeschmacktheit begeht, von Zeit zu Zeit Witze und Illustrationen im Stil des radikalantisemitischen „Kikeriki" zu bringen, haben wir schon wiederholt bemerkt. In der Sucht nach Unparteilichkeit werden die schwachen Juden so angegriffen, wie die Mächtigen der Erde, die darüber lachen, während wir darunter leiden. Zuschriften aus Leserkreisen werden hoffentlich die Redaktion des Münchener Blattes darüber belehren, daß Illustrationen, wie die gemeingehässige in der vorletzten Nummer, absolut nicht am Platze sind. G. Sp. Erledigung der Stiftung erfolgt erst in 14 Tagen. B. K. Wiederholt werden wir ersucht, darauf aufmerksam zu machen, daß in Brünn keine bessere Koscher-Restauration existiert und daß ein tüchtiger Gastwirt in Brünn ganz gut reüssieren könnte; Herr Edmund Back ist bereit, einem solchen an die Hand zu gehen. Salcmon Fränkische Helratsstiitung. Aus der obgenannten Stiftung gelangen die einjährigen Zinsen im Betrage von K 385 an ein armes israelitisches Mädchen, welches sich im Brautstande befindet, zur Verleihung. Die Bewerberinnen haben ihre mit einem Geburts-, Armuts- und Moralitätszeugnisse belegten Gesuche bis längstens 15. März 1907 im Einreiehuugsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst aueh Gesuchsblankette während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 IJhr vormittags unentgeltlich zu beheben sind, zu überreichen. Auszüge aus den Geburts-, Traunngs- und Sterbematriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind a's Gesuchsbelere nicht erforderlich; es genügt vielmehr die genaue Angabe der betreffenden Daten. Bewerberinnen, welche sich vor der Verleihung verehelichen, werden des Bezugsrechtes verlustig. Nicht gehörig belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Elise Herzscbe Ausstatlungsstlftung. Aus der Elise Herzschen Ausstattungsstiftung fiir Bräute ist ein Platz von K 750 zu verleihen, welcher am 20. Dezember 1907 zur Auszahlung gelangt. Die Bewerberinnen haben durch Zeugnisse nachzuweisen, dass sie moralisch untadelhatte, dürftige und verwaiste Töchter jüdischer Eltern und inBöhmen oder inWien geboren sind und sich im Brautstaude befinden. Die ungestempelten Gesuche sind bis längstens 18. Februar 1907 im Eioreichungsprotokolle der israelitischen Kultnsgemeinde Wien, 1., Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Chr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Metriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht et forderlich, es genügt vielmehr die genaue Angabe der betreffenden Daten. Bewerberinnen, welche sich vor der Verleihung der Stiftung verehelichen, werden des Bezugs rechtes verlustig. Auf nicht gehörig belegte oder verspätet überreichte Gesuche kann keine Rücksicht genommen werden. Die Gesuchstellerinnen werden auf die, auf den Ankündigungstafeln der Kultnsgemeinde befindlichen Informationsbogen, betieffend die für Heiratsausstattungs-Stiftungen erforderlichen Beilagen aufmerksam gemacht. Bttel Goldschmidt’sche Stiftung für Mittelschüler. Vom Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde Wien wird hiemit zur Kenntnis gebracht, dass aus der obengenannten Stiftung für das laufende Schuljahr 3 Stipendien ä 100 K au Realschüler Israel. Konfession zu verleihen sind. Die mit dem Geburtsschein, Studienzeugnissen und einem Mittellosigkeitszeugnisse versehenen Gesuche sind bis 28. FebrUSP 1907 im Eiureichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seiteustettengasse 4, I. Stock, woselbst Gesuchsblankette während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 vorm, unentgeltlich zu beheben sind, zu überreichen. Vater- und mutterlose Knahen, ebenso Verwandte des Stifters, Herrn Moriz Ritter von Goldschmidt, oder seiner Gattin Nanette, geborene Landauer, erbalten den Vorzug. In dem Gesuche ist anzngeben, ob der Bewerber in dem Genüsse eines Stipendiums steht, bezw wie hoch der Betrag desselben ist. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Sterbematriken der Israel. Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchshelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der beuefLnden Daten. Nicht gehörig belegte oder verspätet eingelangte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Jacob Löwy’sche Famllienstlftung. Vom Kuratorium der obengenannten Stiftung wird hiermit verlautbart, dass die Zinsen derselben im Betrage von 2520 K demnächst znr Verteilung an die nächsten armen Verwandten des am 7. Mai 1864 verstorbenen Stifters, Herrn Jacob Löwy, gelangen. Die Bewerber haben ihre mit dem legalen Nachweise der Dürftigkeit und der Verwandtschaft mit dem Stifter, sowie mit einem Geburtszeugnisse versehenen Gesuche bis längstens 28. FobruaP 1907 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr vorm. Gesuchsblankette unentgeltlich verabfolgt werden, zu überreichen. Auf verspätet eingelangte oder nicht gehörig instruierte Gesuche, oder endlich aut solche von Personen, welche mit dem Stifter nicht verwandt sind, wird keine Rücksicht genommen. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs¬ und Sterbematriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich, sondern es genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Stütze der Hausfrau. Mädchen, welches tüchtig im Haushalte und kochen kann, wird zu kleiner, anständiger Familie aufgenommen. Selbes muss längere Zeugnisse besitzen. Unter R» B. an die Druckerei dieses Blattes VII., Burggasse 31.