Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 3 (18.1.1907)
- Date
- 1907-01-18
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 3 Dr. Dlocd s Mocvenscvrm. Seite 47 Vermiscbtes. Wien. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde hat an das gewesene Vorstandsmitglied kais. Rat Wilh. P o l l a k nachstehendes Schreiben gesendet: Wien, 9. Jänner 1907. Sr. Hochwohlgeboren Herrn kaiserlichen Rat Wilhelm P o l l a k, Wien. Euer Hochwohlgeboren! Hochgeehrter Herr kaiserlicher Rat! In Ihrer langjährigen Tätigkeit als Mitglied des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde, welchem Sie seit Einverleibung der ehemaligen Vororte-Kultusgemeinden bis zu Ende vorigen Jahres angehörten, haben Sie, hochgeehrter Herr kaiserl. Rat, den mannigfachen Agenden unserer Gemeinde stets reges Interesse entgegengebracht und Ihre aus dem Gebiete des öffentlichen Lebens erworbenen reichen Erfahrungen in den Dienst des Judentums gestellt. Insbesondere haben Sie Ihr Augenmerk der Friedhof- Kommission, deren Obmann-Stellvertreter Sie waren, zugewendet, und manche Verbesserung auf diesem Gebiete ist Ihrer Anregung zu danken. Bei Beurteilung der Bedürfnisse der ehemaligen Vororte-Kultusgemeinden haben Sie die Erfahrungen verwertet, welche Sie als einstiger Vizepräsident der Sechshauser Kultusgemeinde gewonnen hatten. Stets sind Sie für Ihre Anschauungen nach bester lieber" zeugung eingetreten und so dürfen Sie sich bei Ihrem dermaligen Scheiden aus dem Kultusvorstande sagen, nur das Beste im Interesse der Gemeinde angestrebt zu haben. Mit dem Ausdrucke der vorzüglichsten Hochachtung Erster Sekretär: Der Präsident: Dr. Liebe n m. p. Dr. Alfred Stern m. p. Wie wir erfahren, wurde kaiserl. Rat Pollak seitens der niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer ins Kuratorium der Kaiser Franz Joseph-Stiftung zur Unterstützung des Kleingewerbes Wiens, I., Rathaus, entsendet. Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe.) Am Sonntag den 20. Jänner l. I. findet im Festsaale des Niederösterr. Gewerbevereines, I., Eschenbachgasse 11, präzise 7 Uhr abends, eine Plenarversammlung des Vereines mit folgender Tagesordnung statt: 1. Erster Bericht des Präsidenten „über die Kaiser I u b i l ü u m s - A u s st e l l u n g 1908". 2. Vortrag des Hof- und Gerichts-Advokaten Doktor Friedrich E l b o g e n: „Gerichtssaalbildcr". 3. „G e w e r b e, Wirtschaft und Leben in meiner Tropenheimat." (Mit 60 Skioptikon-Bildern.) Von Fräulein Hilda Sykora. Damen und andere Gäste willkommen! Wien. Sonntag den 6. d. M. fand die Vermählung des Herrn Felix Pollak Edlen v. Parnegg mit Fräulein Else Hirsch statt. Der Bräutigam ist ein Sohn des Präsidenten des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft, Herrn Leopold Pollak Edlen v. Parnegg, die Braut eine Tochter des Herrn Karl Hirsch, und Nichte des verstorbenen Vizepräsidenten der Wiener Kultnsgemeinde kaiserl. Rat Moriz Hirsch. Die Trauungszeremonie, welcher die Angehörigen und intimsten Freunde der beiden Familien beiwohnten, wurde im Hause der Brauteltern durch Oberrabbiner Dr. Güdemann und Oberkantor Singer vollzogen. Wien. Der Humanitätsverein der Trebitscher in Wien, IX., Eisengasse Nr. 14, veranstaltet am Sonntag den 27. Jänner d. I. um 2(4 Uhr nachmittags im Wiener Bürgertheater eine Theater-Wohltätigkeitsvorstellung. Zur Aufführung gelangt: „Lady Windermercs Fächer (Das Drama eines guten Weibes)" von Oskar Wilde. Wien. Der allgemein beliebte und geachtete Bethausvorftehtzr des Synagogenvereines „Beth Israel" Herr I. M. B e l f vollendete am 8. d. M. sein sechzigstes Lebensjahr und zugleich seine 25jährige Wirksamkeit als Vorstandsmitglied. Diese Gelegenheit gab dem Vorstande des Synagogenvereines „Beth Israel" Anlaß, den verdienstvollen Vorsteher durch die Veranstaltung einer Jubiläums-Feier zu ehren, welche am Samstag den 12. d. M. in der Vereins-Sy.iagoge gelegentlich des Gottesdienstes im Beisein des Gesamtvorstandes stattfand und würdig und imposant verlief. Der Jubilar wurde feierlichst zur Thora aufgerusen, bei welcher Gelegenheit er sowohl als auch seine Söhne namhafte Spenden machten. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Mayersohn hielt an denselben eine inhaltsreiche, von jüdischem Geist durchdrungene Ansprache, in welcher er die edlen Charakterzüge des Jubilars, sein echt jüdisches Herz und seine bisherige selbstlose Tätigkeit im Dienste der heiligen Institution in beredten herzlichen Worten schilderte. Hierauf rezitierte Oberkantor Herr M. Schorr meisterhaft einen von ihm für diese Feier verfaßten wohlgelungenen Mischeberach und wurde der Jubilar seitens des Vorstandes und der zahlreich anwesenden Andächtigen aufs herzlichste beglückwünscht. Jüdische Toynbee-Halle, XX., Othmargafse 46. W o ch e np ro g r a m m: Samstag, 19. Jänner 1907: Konzert (Schumann-Feier). Arrangement: Frau Raja Barber- W a l d b e r g und Frau Schmitz. — Sonntag. 20. Jänner: „Die Philosophie des Erfindens." E. L ö w y, Ingenieur des k. k. Patentamtes. — Montag. 21. Jänner: ..Die Tatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens". (VII.) Prof. Dr. W. Jerusalem. — Dienstag, 22. Jänner: „Die Entwicklung und Bedeutung des Bankwesens." Oskar Fischer. — Mittwoch, 23. Jänner: „Die ansteckenden Kinderkrankheiten und ihre Verhütung." (I.) Dozent Dr. I. Z a p p e r t. — Donnerstag, 24. Jänner: „Erziehungsstätten für das Vorschulalter." (II.) Direktor Max Fischer. — Freitag, 25. Jänner: Bibelvoctrag. Lehrer Josef Pick. — Samstag, 26. Jänner: Konzert. Arrang-ment: Oberkantor Bass er. — Eintritt frei für jeden Erwachsenen. — Beginn der Vorträge an Wochentagen halb 8 Uhr, Samstag sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Jüdische Toyubeehalle — Bildungsheim. XV., H e r k l o tz g a s s e 21. Am 12. d. M. hielt Hof- und Gerichtsadvokat Dr. I. Jerusalem in gewohnt formvollendeter und geistreicher Weise seinen Vortrag über „Arbeit". Reicher Beifall eines verständnisinnigen Publikums lohnte die gehaltvollen Ausführungen. Herr Ingenieur Baß heimste für den musikalischen Teil des Abends, den er mit künstlerischen Klaviervorträgen ansfüllte, die Lorbeeren ein. Am 19. d. M. spricht Hochschul-Professor Dr. Ehrmann über „Die Juden in Abeffynien". Im Anschlüsse an diesen Vortrag folgen Deklamationen ernsten und heiteren Inhaltes. Wien. Der Vorstand des Mädchen- und Fraueu-Dereines „Krankenbesuch" („Bikur Chaulim") suchte in der diesjährigen Generalversammlung die Tätigkeit des Vereines nach ihrem jetzigen Stande zu entwickeln und erhielten die Anwesenden den vortrefflichen Eindr ck der fortschreitenden Leistungen. Erhöbt wurde derselbe noch durch die erhebende Ansprache des Rabbiners Dr. D. Feuchtwang. Besonderes Interesse erweckte die Mitteilung, daß fich die Mitgliederzahl bis auf 1000 erhöhte. Die Vorsitzende erklärte, daß dies gewiß für einen Wohltätigkeitsverein ein bedeutendes Ereignis sei und daß wir trachten wollen, dementsprechend unsere Arbeitskraft zu verstärken und forderte die anwesenden Mitglieder auf. aktiv, das heißt als Spitalsbesucher, dem Vereine beizutreten. Der gewählte Vorstand konstituierte sich wie folgt: Frl. Lea Bondi, Präsidentin; Frau Fanni Biederer, I. Vizepräsidentin; Frl. Betty Seuchtmann, II. Vizepräsidentin; Frau Frieda Wittmann» l. Kassierin; Frau Dr. Minna Baum, II. Kassierin; Frl. Emma Frommer. I. Schriftführerin; Frl. Jlka Schulz, II. Schriftführerin; Frl. Pauliue Singer, III. Schriftführerin und die übrigen Ausschußmitglieder. Neugewählt wurden in den Vorstand Herr C. Heinemann, Herr Heinrich Engel und Herr I. Steiner. Sonntag den 20. Jänner findet im I. Bezirk, Seitenstettengasse 2, eine Spitalsbesncher-Versammlung statt. Neuanmeldungen zum Spitalsbesnch werden dort gern entgegengenommen. Wien. Der „Jüdische Bildung s» und Geselligkeits-Verein" für den XVI. und X VII. Bezirk, XVI., Hubergasse Nr. 8, hält Sonntag den 20. Jänner 1907, präzise halb 5 Uhr nachmittags, im Cafe Renaissance, XVII., Ottakringerstraße 1 (Hernalsergürtel) die konstituierende Generalversammlung ab. Tagesordnung: l. Begrüßung durch den Obmann des vorb. Komitees. 2. Vortrag Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Jul. Max Bach: „Welteroberer in ihrer Stellung zu den Juden". 3. Verlesung der Vereins-Statuten. 4. Wahl des Gesamtvorstandes a) Nominierung des Ehrenbeirates, b) Wahl des geschästsfübrenden Ausschusses. 5. Anträge und Interpellationen.