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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-01-11 · 2 (11.1.1907) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
2 (11.1.1907)
Date
1907-01-11
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Sette 34 Dr. JSlocb’s MocdenscbrtN. Nr. 2 anweifung 5, Lazar Eppinger, Budapest 5, Kübl I. 5, Gomperz Th. Dr. Hofrat 20, Jockl Johann jun. 4, Marmorek Oskar 5, Schmidt Ad. Dr. Rabbiner 5, Kohn Philipp 6, Schweiger Max 3, Goldfarb Anna 6, Perle Moritz 5, Toch Josef 5, Jenies Michel 20, Bloch Ferdinand 1v. Wien. Aer Vorstand des Tempelvereines für Wieden-Margarethen in Wien veranstaltet anläßlich des 80. Geburtsfestes Sr. k. und k. Hoheit des Herrn Erzherzogs Rainer im.Vereinstempel, V., Margarethenstraße Nr. 73, Freitag den 11. Jänner d. I., 5 Uhr Abends, einen feierlichen Fe st gottesdien st. Wien. (Literarisch-musikalischer Abend.) Der „Jüdische Arbeiterbildungsverein" veranstaltet Samstag, den 12. d. M, im Kongreßbureau, IX., Türkenstr. 9, einen literarisch-musikalischen Abend unter Mitwirkung der Herren Schriftsteller Felix Salten und Aork- Steiner, des Herrn OberkantorS Kwartiu, des Herrn Opernsängers Reisenmann, des jüd. Arbeitersängerchores, der Herren Virtuosen Jswirski-Rufsotto, Nachod, Wertheimer und vieler anderer Kunstkräfte. Beginn li2S Uhr abends. Karten sind zu haben bei den Ausschußmitgliedern jeden Abend im Vereinslokale, H., Obere Douaustraße 57, sowie an der Kassa. Wie«. (Todesfall.) Am 3. d. M. ist hier der k. k. Polizei-Agenten-Jnspektor L Klasse d. R. Herr Markus Popper im 65. Lebensjahre gestorben. Durch mehr als 44 Jahre stand der Verblichene im Staatsdienste. Sein unerschöpflicher Pflichteifer, sein lauterer Charakter, sowie seine Betätigung auf humanitärem Gebiete hatten ihm Sympathie und Wertschätzung in den weitesten Kreisen erworben. Das Leichenbegängnis fand am 6. d. M. unter zahlreicher Beteiligung statt. Vom Chorpersonale begleitet, trug Herr Kantor Smotritzkydie Trauergesänge in erhebender Weise vor, worauf Rabb. Dr. Bach eine ergreifende Trauerrede hielt, in der die ausgezeichneten Eigenschaften des Dahingeschiedenen zum Ausdrucke kamen. Am Grabe sprachen Herr Armenrat M. A. Raubits ch e k namens des humanitären Vereines „Fürsorge" und Herr Wilhelm Hecht namens des k. k. Militär-Veteranen- Vereines „Tegetthoff". Friede seiner Asche! Brüurr. (Israelitisch e Kultusgemeind e.) In der konstituierenden Vorstandssitzung wurden die Herren Dr. Hieronymus F i a l l a zum Präsidenten und Leopold Bauer zum Präsidenten-Stellvertreter einstimmig wiedergewählt. Ebenso wurden die bisherigen Obmänner der Sektionen, und zwar Gustav Tandler für die Kultus-, Regierungsrat Dr. Spitzer für die Unterrichts-, Siegmund Schwarz für die Wohltätigkeits- und Heinrich Kätscher für die Finanz-Sektion einstimmig wiedergewählt. Die Gewählten erklärten, die Mandate mit Dank anzunehmen. Jgtau (Wahlergebnis.) In der am 1. d. M. abgehaltenen konstituierenden Sitzung der am aö. Dezember 1906 vollzogenen Neuwahl der hiesigen israelitischen Kultusgemeinüe- Vertretung wurde der bisherige Kultusvorstand mit Stimmeneinhelligkeit wiedergewählt, und zwar: Zum Vorsteher Herr kaiserl. Rat Adolf Lieblich, zum Vorsteher-Stellvertreter Herr Simon Feldmann, zu Beiräten die Herren Jonas Heim, Adalbert P o k o r n Y, Wilhelm O e st r e i ch e r, Ignaz Kohn. Zu Ausschuß Mitgliedern wurden teils einstimmig, teils mit überwiegender Majorität gewählt die Herren Karl B o n d i, Josef Grünfeld, kaiserl. Rat Gustav H e llm an n, Dr. Eduard Kraus, Hermann P o l l a ck, Dr. Rudolf Schwarz, Jakob Sommer, Karl S t r a n s k y, David S u ch Y, Landesgerichtsrat Albert Lieber, Heinrich W e i ß e n st e i n, Max W u r m s o h n. Ferner wurden einstlmmig wiedergewählt: Zu Tempelvorstehern die Herren Max W u r m s o h n und Heinrich W e i ß e n st e i n; zu Tempelvorsteher-Stellvertretern die Herren Ignaz Kohn und David S u ch y. — m - Feuilleton. Ei« schlafruder Sauger. Von Oberkantor Armin Wil ko witsch in Eger. Sehr geehrter Herr Redakteur! , Gestatten Sie mir, zum Feuilleton „Ruach" des Herrn Dr. Leo Ehrentheil folgende gleichartige wahre Begebenheit Ihrem verehrten Leserpublikum wiederzugeben. Meine zwei ättesten Brüder, Israel, erster Chasan der orthodoxen Gemeinde Preßburg, und Sigmund, Oberkantor in Warasdin, waren als zarte Bürschlein mit überaus schönen und klangvollen Diskantsiimmchen begabt. In unserem großen Bet-Hamidrasch wo mein seliger Vater seinen ständigen Bet- und Lernsitz hatte, sangen sie im Chorus der Gemeinde Keduschah oder Hallel. und ihre Stimmen klangen so glockenhell aus dem „lärmenden" Chaos, daß oft viele Balbattim mit ihrem lauten Gesang innehielten, um den süßen „Negunim" des Reb Awremele Melameds „Jünglach" zu lauschen. Daß die Kunde von den „wohlsingenden" Jünglach zu Ohren des städtischen Chasans bald auch drang, erscheint begreiflich; allein der Chasan der Nachbargemeinde Mariampol erfuhr von den jungen Sängern und eines Tages stand Ncb Note Chasan vor unserem Vater und warb eindringlich um die Jungen. Er versprach ihnen „goldene Berge" und der reiche Fang entging dem Meister nicht, der zu Singen und Sagen sich gut verstand. Nach einigen Monaten erlangte mein älterer Bruder von seinem Meister einen kurzen Urlaub und kam „über Sabbat" nachhause. Es erging an ihn die ehrenvolle Einladung, in der großen Synagoge Kabbolath Sabbat zu beten, ein Gebet, wozu man noch nicht „Bar- Mizwah" sein muß. Nach dem Abendmahle kamen zu uns viele Balbattim, um den jungen Sänger zu seinem großen Erfolge zu beglückwünschen. Den Gästen wurde, wie schon allgemein üblich, mit geschwellten Erbsen und Sabbatobst aufgewartet. Da frug einer der Anwesenden den Bruder: „Sag, Jriwolleben, warum sieht Du so blaß aus? Bekommst Du denn in Mariampol nicht genügend zum Essen?" „Zum essen bekomme ich schon genug und sogar Leckerbissen dazu"' erwiderte mein Bruder, „dieweil ich der Liebling der Gemeinde bin, aber dafür kann ich nur sehr schlecht schlafen!" Auf die allgemeine Frage: „Warum?" fuhr er fort: „Unser Tenor Markus ist wohl kein so großartiger Sänger. Ost kommt ihm während des Solosingens gewaltig das Gähnen und er muß das Solo momentan lassen. In der Nacht aber, so er in den harten Schlaf kommt, hebt er plötzlich mit voller Stimme zu singen an. Und da singt er so gefühlvoll, so innig und herzerschütternd, daß er einen Stein zu erweichen vermöchte. Daß mir, dem auferlegt ist, mit dem schlafenden Sänger ein gemeinschaft» liches Bett zu teilen, dabei die Sinne vergehen, werdet Ihr mir gerne glauben. Und so schlafe ich oft Nächte lang nicht." Nach einigen Jahren erzählten bei uns in Kalwaria die Bochurim auch, daß ein Mann in Bet-Hamidrasch übernachte und um die zwölfte Stunde, hinter dem Ofen schlafend, ganz Rosch-Haschono-Mussoh mit gewaltiger Stimme aufführte. Es dürfte wieder der Tenor Markus gewesen sein. Neue Bücher. Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde. Organ der Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg und der Gesellschaft für Sammlung und Konservierung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judentums in Wien. Herausgegeben von Dr. Max Grunwald. Berlin. Calvary & Co. Heft XXI. Jahrg. 1907, Heft 1. Inhalt: Ginsburger, Dr. M., Jüdische Volksmedizin im Elsaß. — Feuchtwang, Dr. D., Epitaphien auf dem Gräberfelde zu Nikolsburg. — Weißenberg, Dr. S., Zeitschriften und Bücherschau. Vear book of the Central Conference of American Rabbis. Volume XVI. Edited by Tobias Schanfarber and Samuel Hirshberg, secretaries of the Convention. Containing the proceedings of the Convention held at indianapolis, ind., July 1 to 5. 1906. KriefkaZerr. BY. Der Angriff ist viel zu scharf, um gebracht werden zu können. Besten Dank. Hofrat. Daß Geßmann zum Hofrat ernannt worden ist, ist weiter nicht verwunderlich. Seit dem Vergani zum kaiserlichen Rat ernannt worden ist, braucht uns weiter nichts zu überraschen. Auch ist eine Kritik m diesen Fällen nicht angebracht, weil diese Ernennung durch den Kaiser erfolgt ist, natürlich über Vorschlag der Regierung, welche sich die mächtige parlamentarische Partei der Zukunft ködern will. Daß man der Bevölkerung glauben macht, wre es das „Deutsche Volksblatt" auch schon tut, daß ver Monarch den Antisemitismus ausdrücklich billige, ist eine Sache, welche vielleicht unsere Abgeordneten zur Sprache bringen können. Freie Schule. Wir nahmen schon wiederholt Gelegenheit, zu bemerken, daß die Juden in diesem sonst tüchtigen und unterstütznngswerten Verein nichts zu suchen haben. Schon aus dem einfachen

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