Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 2 (11.1.1907)
- Date
- 1907-01-11
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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51t. 2 Dr. Dlocv's Mocbenscdnn. seüe 27 Von Frau Ella Zirner - Zwieback, Winterkleider und Wäsche für 106 Kinder. Von Herrn Bernhard Reicher grüne goldgestickte Peluche- Schulchandecke für den Leopoldstädter Tempel. Die Schülerinnen des XVIII. Bezirkes für den Tempel XVIII. durch Herrn Religionslehrer M. Zeckendorf eine Besumin-Büchse aus Silber. Entnahme der Sammelbüchsen Leopoldstädter Tempel: Für die Armenanstalt.X 12.89 „ „ Chewra-Kadischa 22.44 „ „ Armen im heiligen Lande . „ 4.34 „ den Waisenverein .. 2.04 Entnahme der Sammelbüchsen Stadltempel: Für die Armenanstalt.K 40.25 „ „ Chewra-Kadischa . „ 56.68 „ „ Allianz. 2689 „ den Waisenverein.„ 132.46 „ die Armen der österr.-ung. Gemeinde in Jerusalem. . . 24.91 (Entnahme der Sammelbüchsen Tempel XV., Turnergasse: Für Arme des XV. Bezirkes. Entnahme der Sammelbüchsen Tempel XVI., Hubergasse: Für Arme. Büchsengelder in der Versorgnngsanstalt . X 42. ,7 Maskir-Neschomesgelder „ . „ 4.9 l Adolf Kraus (Nachlaß) „ . „ 2.36 Tempelspende (Ph. Bratter) „ . „ 4.— Opferbüchse „ . „ 13.88 X 41.71 281 19 139.84 38 64 67.32 Nachtrag. Von Herrn >kaiserl. Rar Leopold Sachs zum Andenken an seine verstorbenen Eltern für das Versorgnngs- und Siechenhaus. „ 2000.— „ Herrn kaiserl. Rat L-opold Sachs zum Andenken an seine verstorbene Schwester Frau Sophie Prager für den Bau der Talmud-Thoraschule .... „ 1000.— „ Herrn Oberrabbiver Dr. Güdemann für den Bau einer neuen Mikwah. „ 200.— „ Frau Hofrat Sophie v. Borkenau für den Verein „Die Brüder" im XX. Bezirk. 100.— Entnahme aus der Sammelbüchse im Betpavillon des k. k. Allg. Krankenhauses für die Instandhaltung des Betpavillons. „ 22.50 Fü r d i e Brigitte nauer Volksküche: Moritz Hermann X 20, Ignaz Rumpler K 10, Alexander Kallir K 10, Ludwig Lutterein in Lemberg X 5, F. Ernst X 5, Heinrich Socholler X 5, von einer kleinen Gesellschaft in Rothwasser durch L. Trebitsch K 4, von Sophie Hirschler X 4, Julius Borowitz X 3. Leopold Kraus X 2. Auf der Tagesordnung steht die Wahl des Präsidenten. Der Vorsitzende verliest die hierauf bezüglichen Paragraphen des Statutes und beruft die Herren Emil Horner und Baurat Marmorek zu Skrutatoren. Es wurden 30 Stimmen abgegeben, davon erhielt der bisherige Präsident Herr Dr. Alfred Stern 27 Stimmen. Das Wahlresultat wird mit lebhaftem Beifall begrüßt. Der Präsident Herr Dr. Alfred Stern richtet nach seiner Wiederwahl an die Versammlung folgende Ansprache: Meine sehr geehrten Herren! Ich fühle mich verpflichtet, Ihnen für die Wiederwahl meinen herzlichsten Dank zu sagen. Es ist selbstverständlich, daß ich mich sehr gerne den Aufgaben dieses Ehrenamtes, das ich als höchste Würde, als die höchste Auszeichnung, welche mir zuteil werden konnte, betrachte, wieder unterziehe. — Es ist mir zunächst Bedürfnis, Sie, meine Hochverehrten, nunmehr als neugewählter Präsident zu begrüßen; diejenigen Herren, welche bisher dem Vorstande angehörten, die Kollegen, welche durch Wiederwahl wieder berufen wurden und insbesondere diejenigen Herren, welche neu in den Kultusvorstand eingetreten sind. Unsere Körperschaft hat durch die Wahl der neuen Herren, die eine Fülle von Talent, Wissen und Kenntnissen auf verschiedenen Gebieten mitbringen, eine wesentliche Bereicherung erfahren und gebe ich mich der Hoffnung hin, daß die neuen Kollegen sich gewiß gerne den vielen und großen Arbeiten unterziehen werden, die unser harren. Es wird unsere und im wesentlichen meine Aufgabe sein, sie zu diesen Arbeiten heranzuziehen, und ich spreche die Bitte aus, daß auch die neugewählten Herren dem an sie ergehenden Ruse Folge leisten mögen. Meine Herren! Die Richtung, welche ich im Kuitusvorstande und überhaupt in der Gemeinde verfolge, meine Lebensführung, meine Auffaffungsweise ist Ihnen bekannt. Ich erkläre, wie ich es schon öfters getan habe, daß ich der sogenannten konservativen Richtung angehöre, daß ich bei aller Anerkennung alles dessen, was Fortschritt heißt, in einer Herabminderung der Kenntnisse einen Fortschritt nicht zu erblicken vermag. Namentlich eine Kenntnis, die unserer Bibel und ihres Urtextes, weiche Kenntnis und Erkenntnis einstmals als ungeheurer Fortschritt der ganzen Menschheit gepriesen wurde, ist es gerade, wodurch wir uns . jene Selbständigkeit der Auffassung, des Charakters und der Lebensführung verschafft haben, die uns immer in unserer religiösen Haltung und sonst überhaupt den richtigen Weg zeigt. Wir haben das eben vergangene Jahr mit zwei bedeutsamen Gründungen beschlossen: Mit der Gründung der Religiouslehrerbildungs-Anstalt und des israelitischen Pslegerinnen- Jnstitutes. Durch diese Gründungen ist im Großen und Ganzen die Richtung gekennzeichnet, welche die Tätigkeit des Kultusvorstandes einzuschlagen hat: Heranbildung und Pflege des religiösen Geistes der Jugend im Sinne der von unseren Vätern überkommenen Traditionen und Hebung der Wohltätigkeit, letztere allerdings in jenem bescheidenen Maße, das den Mitteln der Gemeinde entspricht. Wir müssen es uns zur Aufgabe machen, jene religiöse Duldung, die wir in höherem ethischen Sinne für uns in Anspruch nehmen, auch innerhalb unserer Glaubensgemeinschaft gegenüber den verschiedenen Richtungen in derselben zu betätigen. Wir müssen nach dieser Richtung hin berechtigten Wünschen, welchen wahre religiöse Ueberzeugung zugrunde liegt, Rechnung tragen, andererseits aber Bestrebungen, welche die Religion nur als Deckmantel benützen, energisch entgegentreten. Nehmen Sie nochmals meinen herzlichsten Dank für die aus mich gefallene Wahl entgegen. (Lebhafter Beifall.) Es wird zur Wahl des ersten Vizepräsidenten geschritten und Herr Landesschulrat Dr. G. K o h n erscheint mit 29 von 30 Stimmen gewählt. Unter dein lebhaften Beifall der Vvrstandskollegen dankt der Gewählte für den neuerlichen Beweis des freundlichen Vertrauens, insbt sonders den geehrten neuen Kollegen gegenüber fühle er sich durch die Auszeichnung zu Tanke verpflichtet. Man werde von ihm kein neues Programm erwarten, er werde in der bisherigen Richtung seiner Tätigkeit beharren und an der Seite seines Freundes, des hochgeehrten Präsidenten, die Aufgaben zu erfüllen bestrebt sein, wozu der Redner in eindringlichen Worten die Unterstützung der Kollegen sich erbittet; er schließt mit erneuertem Ausdruck des Dankes für das ihm entgegengetragene Vertrauen. (Lebhafter Beifall.) Zum zweiten Vizepräsidenten wird Baurat Th. Ritter von Goldschmidt mit 21 von 30 Stimmen gewählt. Der nengewählte Vizepräsident wendet sich an die Versammlung mit folgenden Worten: Meine Herren! Ich bin Ihnen herzlich dankbar für das Vertrauen, das Sie mir durch die Wahl zum I l. Vizepräsidenten bekundet haben. Dieser Dank gilt naturgemäß jenen Herren, welche so gütig waren, mir ihre Stimme zu geben, und ich verbinde damit den Wunsch und die Hoffnung, das; es mir durch meine Tätigkeit in meinem neuen Wirkungskreise gelingen möge, auch die anderen Herren davon zu überzeugen, daß ich der mir durch die Wahl erwiesenen Ehre nicht unwürdig bin. Wenn ich ans meine bisherige Tätigkeit im Kultusvorstande zurückblicke und einzelne Phasen derselben hervorhebe, so geschieht dies nicht deshalb, um mich ihrer zu rühmen, sondern zu dem Zwecke, um jenen Herren, welche dieselbe nicht beachtet haben, vielleicht die Ueberzeugung zu verschaffen, daß ich jederzeit die Pflichten meines Amtes ernst 13nitm1r.n1 habe. An dem Zustandekommen mancher Schöpfungen des Kultusvorstandes habe ich nicht unwesentlichen Anteil genommen. Ich verweise auf das jüngst ins Leben gerufene jüdische Pslegerinnen- Jnftitut, bezüglich dessen ich in Gemeinschaft mit meinem Kollegen Dr. Steiner vor Jahren die Initiative ergriffen habe. Ebenso habe ich, gleichfalls in Gemeinschaft mit Herrn Tr. Steiner, den Wöchnerinnen-Verband ins Leben gerufen, welcher heute eine unbestritten erfolgreiche, ausgezeichnet wirkende, gut organisierte Institution geworden ist. Auch in Bezug auf die innere