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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-01-04 · 1 (4.1.1907) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
1 (4.1.1907)
Date
1907-01-04
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 1 Dr. Ltocv ü Mocdenscvrtti, Seite 15 Literat«?. Leopold Kompert^s gesammelte Werke, 5 Bde. Verlag Max Hesse, Leipzig (12 Nt.) Unter den deutschen Schriftstellern, die sich mit der Schilderung von Typen aus dem jüdischen Volksleben befassen, steht nach dem Urteile der hervorragendsten Kenner der Literatur in erster Reihe ein Dichter, der die eigentümliche Denk- und Lebensweise der böhmischen Juden im vormärzlichen Ghetto mit dem milden Strahle seines Geistes beleuchtete: Leopold Kompert, dessen warmherzige, poesievolle und dabei objektive und lebenswahre Erzählungsform sich mit vollem Rechte die Bezeichnung der Klassizität erworben hat. Wahre, echte Menschenliebe, sowie Versöhnung der Völker und Rassen sind durchwegs die Leitmotive seines Schaffens. Mit allen Fibern seines edlen Dichtcrherzens strebte er darnach» die Scheidewände zwischen den Menschen zu beseitigen, damit durch gegenseitiges Verständnis, gegenseitige Nachsicht und Milde die schroffen Gegensätze ausgeglichen werden, die das Leben der Individuen wie der Völker verdüstern und verkümmern. Die Ausgabe wird eingeleitet durch eine Komperts Leben und Schaffen eingehend schildernde Abhandlung aus der Feder des Wiener Gelehrten Dr. Stephan Hock, und wird nicht nur allen denen willkommen und wertvoll sein, die in die Wesensart geistiger und sittlicher Tendeuze'l des Judentums durch einen berufenen Kenner sich möchten einführen lassen, sondern Leopold Kampe ts Erzählungen werden auch alle diejenigen erfreuen, die überhaupt Empfänglichkeit besitzen für die prächtigen und frischen Schöpfungen eines großen und freien Geistes, der mit Recht zu den begabtesten deutschen Novellisten gerechnet wird. Zehn Jahre Zionismus. Wer sich schnell und doch gründlich über die modernste Bewegung des Judentums orientieren will, dem raten wir die im Verlage der „Welt" in Köln, Ubierring 23, erschienene Broschüre „Zehn Jahre Zionismus" zu lesen. Die Broschüre zeichnet nicht nur in knappen Zügen ein übersichtliches Bild der Geschichte der zionistischen Bewegung, sie informiert auch ebenso klar wiezutreffend über die innere Entwicklung der zionistischen Idee, ihre nationale und politrsche Grundlage und ihre ethische und soziale Bedeutung. Der vornehme, von jeder Tendenzmacherei freie Ton des Büchleins macht seine Lektüre auch dem Gegner angenehm, ein Literaturverzeichnis und eine übersichtliche Aufstellung zionistischer Zeitungen und Institutionen gewährt schätzbares Material. Wir ersehen daraas, daß zionistische Landesverbände in allen Teilen der bewohnten Erde bestehen und daß die Bewegung heute über mehr als 30 Zeitungen in allen Weltteilen verfügt. Die Broschüre ist im Vergleich zur hübschen Ausstattung überaus billig (ö Pfg.) und jedenfalls sehr lesenswert. „Flatternde Nebel" von Alfred Nathan. Wieder erfreut uns der Dichter, dessen „Ebbe und Flut" von reicher Begabung zeugte, mit einer Gedichtsammlung, die uns wie seelenvollste Stimmungsmalerei anmutet; gerne liest man die Gedichte nochmals und entdeckt Schönheiten in ihnen, die uns die Gewißheit geben, daß sie dauernden Wert haben. Perle reiht sich an Perle, jede ein Bijou. Der Dichter kennt das Leben, schildert seine Hohen, seine Tiefen, weiß ergreifende Herztöne anklingen zu lassen, wenn es gilt, Freud und Leid, das seine Seele durchbrbt, zu schildern. Die „Flatternden Nebel" sind minder schwermütig gehalten als die früheren Gedichtsammlungen des Autors, es schien, als ob sie sich im Sonnengold einer freudigen Lebensauffassung in hellleuchtende, strahlende Atome lösen sollten; da, am Tage, als das Buch, das der geliebten Mutter gewidmet war, erschien, traf des Autors Herz ein schwerer Schlag. Die, die ihm das Teuerste auf Erden, war eines plötzlichen Todes gestorben, und düster umflatternde Nebel umhüllen die Seele des Dichters wie einst, da sein Buch „In kranken Tagen" erschien. Hoffen wir, daß Trauer und Schmerz freudiger Lebensauffassung weichen werden! I. Barber. Zur Geschichte der Brille. Berlin. Der bekannte Augenarzt Profeffor Dr. I. Hirschberg hielt vor einigen Tagen in Berlin einen Vortrag: Die Geschichte der Erfindung der Brillen. Dr. Hirschberg konstatierte in diesem Vortrage, daß auch im Talmud keine Angaben über Brillen Vorkommen. Herr Oberrabbiner I. Ho rowitz in Also-Kubin schreibt nun an den „Pester Lloyd": Im Talmud, Traktat Kelim XXX, 2., werden verschiedene Glasgerätschafien aufgezählt, unter diesen auch ein Apparat „Spekular". Spckular ist laut Erklärung der Kommentare ein Seyglas, welches eine optische Täuschung hervorbringt. Maimonides, oer im XII. Jahrhundert gelebt, tommentiert diese Stelle, wie folgt: „Spekular wird aus Glas, Berylium oder Edelstein verfertigt, ist ourchsichtig, wodurch man den Gegenstand nicht an der wirklichen Stelle und nicht in derselben Größe erblickt, wie er wirklich ist." Nach Raschi, der im XI. Jahrhundert gelebt, handelt es sich um den Glasspiegel, „der auch von unseren Frauen benützt wird." Das Wort Spekular kommt übrigens als Mittel zur Verbesserung der Sehkraft im Talmud noch öfter vor. Es unterliegt keinem Zweifel, oaß die Glasspiegel, deren Erfindung dem englischen Franziskanermölich Johannes Pechau ans dem Xlll. Jahrhundert zugeschrieben wird und die Vergrößerungsgläser, die zu Brillenzwecken dienten, ebenso wie die Knnstzähne den Talmüdweisen bekannt waren. Rnach Sehr geehrter Herr Redakteur! In der letzien Nummer Ihrer geschätzten ..Wochenschrift", S. 9;)l—i las ich Dr. Eärentheils Feuilleton, der Rnach betitelt, in welchem mit Fragezeichen auf eine alte Nikolsburger Sage hingewiesen wird. Gestatten Sie mir, hierzu das Wort zu ergreifen Eine bibliographische Seltenheit berichtet über jenes Ereignis. Das Schristchen ans 12 Bildern bestehend, ist a'Yi nn betitelt, in Nikolsburg (1785) gedruckt, nach Benjacob Thesaurus 544 Nr. 91 auch Frankfurt a. O. 1794 in zweiter viel, jüdischer deutscher Auflage. Das sehr selten gewordene Schristchen erzählt die Geschichte jenes zweiundzwanzigjährigen „Ruach", p nj?» n'NV nn* rrno »td ntMJö 2112V bp'3 na N2V Die Verfasser sind mir sonst unbekannte Männer: R Abraham den Reubeu t:**n und Abraham Zebi b. Jsak Löb, wahrscheinlich aus Nikolsburg! Mit vorzüglicher Hochachtung! Jamnitz (Mähren), 30. Dezember 1903. Rabbiner Dr. A. Marmor st e i n. Neue Bücher. Unsere Orientreise. Febuar-März 1906. Ihren Freunden und Bekannten gewidmet von Hermann und Therese König. Krieflmstrrr. Alex. Wittels, Stanislau Bereits von anderer Seite gemeldet rmd publiziert. Bl. i. R. Ursprünglich sind die Aussichten des Freisinns, also auch der Juden im Deutschen Reiche nicht schlecht gestanden. Die unvermutete Unterwerfung der Boudelzwarts hat aber die Situation des katholischen Zentrums bedeutend gebeffert. Dieses Zentrum ist zwar offiziell tolerant, wie es die Katholiken überall sind, wo sie sich in der Minderheit befinden; inoffiziell aber ist es antisemitisch und es gibt darunter viele Radauantisemiten ärgster Sorte. K. 3)., II., L. F. i. W. Frage 20, K. a. Rh. Dankend abgelehnt. A. W. in E. In der nächsten Nummer. M. M. in D. Wird der zuständigen Stelle zur Beratung vorgelegt werden. Wir ersuchen unsere geschätzten Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der laufenden Abonnementsgebühr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Beträge motte man fick der in letzter Nummer beigelegten Posterfagscheine bedienen. Die Administration der ..Orsterr. Wochenschrift \ Kundmachung Es wird hiemit zur Kenntnis gebracht, daß ausschließlich die nachbenannten Verkaufsstellen für Koscherfleisch unter der besonderen Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinates der Kultusgemeinde stehen: Im I. Bezirke Ignaz Weinstein Seitenstettengasse b; 11. 4«. Ltpschütz Krummbaumgaffe 2; 11. Alexander Fuchs Untere Augartenstraße 7; II. Ignaz Gerstl Malzgasse 5; II. Nathan Lnslig Leopoldsgasse 49; II. Ignaz Reiß Leopoldsgaffe 3t; III. Wilhelm Schäfer Adamsgasse 20; III. n Jnlins Gold Viadukt 42; V. Johann Fleischhacker Schönbrunnerstraße 15; IX. S. Burghäuser Bindergasse 6 n XIV. Ernst Fachs Franz Rieder Ignaz Reift Sechshauserstraße 35; - XVI. XX. " Hofferplatz 10; Klosterneubu-gerstr. 10 » Nu;- für die hier genannten Verkaufsstellen übernimmt das ehrwürdige Nabbinat die Verantwortlichkeit in Betreff de» SaschruS. Der Vorstand der israel. Kultusgememde Wien.

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