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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-12-21 · 51 (21.12.1906) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
51 (21.12.1906)
Date
1906-12-21
Page
– (sequence 15)
Language
German
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ASVwiS'ciAi^^ft*^?^' <VC^ Nr. bi Dr. Llocb's wuocbenscbrtrt. Sette 883 wurden von einem Enkel Reb Jekews, Namens Schlasaneh unterrichtet; dieser ward auch ihr Chaser-Bochur,^) der sie für die Lehrvorträge des Rabbiners vorbereitete. Somit wären wir auch am Ende unserer Erzählung angelangt. Wir haben das Leben und Treiben im alten Cheder zu schildern versucht, haben dem besten Melamed in N. ein Denkmal errichtet, wie es seiner würdig. Wie es Chajiml aus der Jeschiwah"«) erging, davon ein anderesmal. Literatur. Ein lacüaj rol (Die Quelle des Hellsehens). Eine Vision verfaßt von S. P o n i z o w s k i, Lemberg, 1906. (Hebräisch.) Es ist ein altes ästhetisches Mittel, von dem die neuhebräische Literatur des vorigen Jahrhunderts ansgiebigen Gebrauch gemacht hat: die Vision, die dem prophetischen Schrifttum abgelauscht. von Erter zur Klassizität erhoben und von Späteren, besonders von Sittenschilderern in Sm olens ky's „Haschacher" mit Vorliebe nachgeahmt wurde. Zu den Letzteren achörl auch diese Schrift, die eine krasse Schilderung mancher Zustände in den finsteren Winkeln des Ostens enthält. Die Sprache des Büchleins ist trotz der biblischen Phraseologie, wie sie bis vor kurzem allein üblich war, fließend und lebendig; wenn auch die Tendenz, die Bekämpfung der Auswüchse innerhalb des Chassidismus uns etwas veraltet scheint, so dürften manche Einzelheiten unter den Beobachtungen des Autors bei vielen Lesern Interesse erwecken. Der materielle Erfolg dieser Schrift für den Autor wäre um so wünschenswerter, als derselbe, wie dem Referenten bekannt ist, eine wirklich gründliche wissenschaftliche Arbeit über „Tie Grundlage und Entwicklung des Rabbinats" zum Drucke vorbereitet, die aus gediegene Kenntnis des talmudisch-historischen Stoffes schließen läßt und sicherlich als ein verdienstvoller Beitrag zur Geschichte der geistlichen Institutionen im Judentum zu betrachten wäre. Aber auch noch anderes handschriftliches Material besitzt der Autor, nämlich eine große Anzahl von Briefen literarischen Inhaltes von R. A. Braubes aus der Zeit seines letzten Wilnaer Aufenthaltes (geg.n 1880), deren Veröffentlichung dankbar begrüßt werden müßte. So ist in einem Briefe, in den der Referent Einblick tat, eine höchst interissaute Betrachtung über die „nationalen Bewegungen", die bei den kosmopolitischen Haskalkämpfern der bebiirischen L'teraiur Rußlands in den Seibziger-Jahren großes Staunen her orgcrufen und auch dem späteren nationalen Agitator Brandes, damals noch Verbündeter G o t t 1 o b ers gegen Smolensky. als nngehenerlich erschien. Die Freunde der hebräischen Literatur sollten Herrn Ponizowrki zu dieser Veröffentlichung nach Kräften die Mi'tel biete«. Tr. M. B. Briefkasten. Jg>>. Schischa, Kultusvorsteher, Wr.-Nenstadt. Das Vesperaewt wird „Mincha" genannt, entsprechend dem Opfer, welches im Tempel am Nachmittag dargedracht und mit „Mrucha" bezeichnet wurde. IV. B. M. Kap 28, Vers 3-8 Ueber die Bedeutung der Worte nr6 Dl'n I. B. M. III, 8 sind die Erklärer nicht eines Sinnes. Einige Kommentatoren erklären es zur „Abendseite", von dem Wind, der zur Abendzeit sich erhebt, und der sich namentlich in den südlichen Ländern nach der Hitze des Tages fühlbar macht. Andere übersetzen es „An der Ostieite", wril von Osten die Sonne aufgeht, der Tag heranbricht und heraufzieht. Auch Raschi faßt die Bezeichnung in diesem Sinne und Mendelssohn's Uebelsetzimg „an der Seite des Tages" will Wohl nur dasselbe besagen. 4fr. L. Das „Tischriicken" ist sehr einfach erklärt. Wenn um einen runden Tisch eine Anzahl Personen sitzt und jeder einzelne niit dem Daumen und dem kleinen Finger der ausgespannten Hand seitlich auf die Tischplatte drückt, so wird nicht einmal jede Hand einer und derselben Person mit derselben Kraft drücken. Es ist also zweifellos, daß die Druckkräfte, die auf die Tischplatte wirken, ungleiche sein müssen. Da sie aber auch in der Richtung nicht alle „zentral", das heißt, auf den Mittelpunkt der Tischplatte gerichtet, fixiert werden können, ja außerdem auch nach abwärts und aufwärts gerichtet sein können, so wird zuerst jeder sozusagen durch „Gegendruck" nach seinem „Gefühle" bestrebt sein, den Tisch in der Ruhelage zu erhalten; nach einiger Zeit tritt aber Ermüdung ein und dann wird sich der Trsch in der Richtung, in der die stärkeren „Drücke" wirken, bewegen. Uebrigens haben viele „Antispiritisten", so vor allen vor zirka zwanzig Jahren Cumberland, gezeigt, daß sich alle „Geisteroffenbarungen" durch geschickte Gymnastiken bewerkstelligen lassen; Geisterklopfen, Harmonikaspielen, Guitarrespielen und dergleichen wird von dem „gefesselten" Medium selbst besorgt. L. T. Die Bedeutung des rätselhaften Wortes .Makkabbi '"2"2"r2 erklärt Herr Josua Blumenthal aus Riga als eine Abbreviatur der Worte pnv ja jna rrnnö. Das klingt sehr wahrscheinlich. d-') Wiederholungslehrer. lü0) Talmud- und Hochschule. H. L. II., Rotcnfterngaffc. Bitten um Zusendung. Adresse nochmals angeben. 4l. L. — w. Dankend abgelehnt wegen Ueberfüllung. Horabio P. Das geschah in mehreren Artikeln amerikanischer Blätter, wie wir seinerzeit ausführlich mitteilten. Der Zweck wareine radikal-antisemitische Beleuchtung der rumänischen Judenfrage. Anonyme Einsender. I. Wir billigen ihren persönlichen Standpunkt absolut nicht; niemand hat da« Recht, aus welchem Grunde immer aus dem Judentum auszutreten, sei er nun religiös oder nicht. Es handelt sich nicht um eine Religionsgenossenschaft, sondern um ein kämpfendes Volk und jeder, der Übertritt, ist ein schimpflicher Ueberläufer. 2. Nehmen wir anonyme Zuschriften niemals auf. 3. Ihr Vorschlag, Kinder nicht in der Religion zu unterrichten, weil sie noch nichts davon verstehen ist verfehlt, hat eine falsche Motivierung und würde bei der Ausführung furchtbare Folgen haben. Notiz. Die Perles-Kalender. Die Hofbuchhandlung Moritz P e r l e s in Wien, I., Seilergaffe 4, ist bekanntlich die führende Firma auf dem Gebiete der Kalenderliteratur. Unentbehrlich sind für Fachleute die Taschenkalender, die die wichtigsten Vorschriften und Behelfe für die Praxis enthalten: die Kalender für Aerzte, Apotheker, Touristen. Landwirte, Lehrer, Eisenbahner, Mühlenbauer, Weinhändler rc. Nicht minder unentbehrlich haben sich für die schöneren Ehehälfte» die Kalender für Hans und Küche bewiesen: die HauSfranenkalender, das Haushaltnngsnotrzbnch, das Haushaltungsbuch rc. Der Küchenblockkalender gibt gute Ratschläge für die täglichen Mahlzeiten. Der Illustrierte österreichische Volkskalender, redigiert von Rud. Holzer, bewährt seinen alten Ras als gediegenes literarisches Jahrbuch. Für ästethische Anregung sorgt ein effektvoller Kunstkalender: Ein Jabr in Bildern. Portemonnaiekalender, Damenalmanach, Schreibunterlagskalender, Blockkalender in verschiedenen Ausstattungen sorgen für die Bedürfnisse des eleganten Publikums und der Geschäftswelt. Da die Hofbuchhandlung Moritz Perles in Wien, I., Seilergasse 4. einen vollständigen Kalenderkatalog auf Verlangen portofrei und unentgeltlich versendet, so hat jedermann G.legenheit, die Wahl nach seinem Bedarf zu treffen. Brigittenarrer israel. Uni er stützungsverein. Aufruf! Noch nie war der Ruf nach Hilfe berechtigter als diesmal. Eine ungeheure Armut starrt uns entgegen, wir sollen helfen und können es nicht. Verzweifelte Väter ringen mit der Not. können für ihre Kinder kaum die Nahrung erwerben und Obdachlosigkeit droht einzutreten. Nicht schrecklich genug können wir das große Elend schildern mit dem unser Bezirk, der Bezirk der Enterbt! n des Glückes, heimgejnchl ist. Wer das nicht mitansieht, der hat keinen Begriff von Armut, und mitten in dieser steht unser Verein da, dem Sturme der unzähligen Bittsteller preisgegeben, mit seinen schwachen Kräften soll er die Hungerigcn speisen, sie vor Obdachlosigkeit schützen. Diesir großen Ausgabe wäre er nicht gewachsen, wenn nicht edle Wohltäter mithelfen würden, diese heilige Mission zu erfüllen, und aus diesen! Grunde wenden wir uns an Euer Hochwohlgeboren mit der ergebenen Bitte, Ihr Scherflein zu diesem guten Zwecke beizntragen, und Sie werden die Befriedigung darin finden, Line große Wohltat ausgeübt zn haben. Für den Vor st and: Adolf Schreiber, Obmann. Hermann Eltbogen, JosefWünsch, Obmann des Tempelvereines. Armenrat. Spenden übernimmt Herr Obmann Adolf Schreiber, XX.. Klosterneuburgerstraße 19. und werden die Beträge in den jüdischen Blättern ausgewiesen. IrraelMsebe Kultusgemelnde Wien. Io Angelegenheit der magistratischen Kundmachung, wonach ans der Theobald Uffenheimer’schen -Stiftung 4 Plätze ä K 275.— für je einen israelitischen Hörer der medizinischen, juridischen und der philosophischen Fakultät der Wiener Universität, sowie der k. k. technischen Hochschule zu verleihen sind, sei hervorgehoben, dass die Gesuche bis längttena 31. Dezember 1906 irn Einreichungsprotokolle der Magistrats- Abteilung XIII zu überreichen sind, die Verleihung jedoch durch den Vorstand der Wiener israelitischen Xultusgemeinde stattfindet Den Interessenten werden alle erforderlichen Auskünfte (über Beilagen etc.) im Stiftnngsamte der Wiener israelitischen Kullusgemeinde erteilt.

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