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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-12-21 · 51 (21.12.1906) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
51 (21.12.1906)
Date
1906-12-21
Page
– (sequence 13)
Language
German
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«t. 51 Vr. Blortz's WortzrnsthriN. Sette 881 Zionistischer Verein „Jeschurnn", TroPPan. Sonntag den 16. Dezember fand die diesjährige Makkaväe.- feier statt. Die jüdische Bevölkerung unserer Stadt füllte die Säle der Promenaderestauration; als Vertreter der Kultusstube war der Vorsteher Herr Dr. Sonnenschein, als Vertreter des jüdisch-literarischen Vereines Herr Gg. Dr. Lichtwitz erschienen. Die zionistische Ortsgruppe Ratibor hatte Gg. Herrn Zahnarzt Block entsendet. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Obmann Gg. Herrn Weinreb und nachdem Herr Kantor Schlesinger mit einem Weihelied die Menorah entzündet hatte, sprach als Festredner Gg. Herr Dr. I. Neach aus Gaya, dessen markige Rede in einem Appell an die österreichischen Juden ausklang, sich mannhaft für die Erlangung einer nationalen Autonomie einzusetzen, und einen Sturm des Beifalles entfesselte. Sodann folgte Alfred Nossig's Makkabäerfeier-Prolog, der von Herrn Ernst Wurmser, Mitglied des Troppauer Stadttheaters, meisterhaft zum Vortrag gebracht wurde. Herr Jurawetzky, Barilonist am Troppauer Stadttheater, errang durch den Vortrag zweier Arien großen Beifall. Sodann brachten zionistische Mittelschüler einen Chor nationalen Inhaltes, zu dem einer aus ihrer Mitte, Herr Bruno Singermann, die Musik komponiert hatte, mit sicherer Stimmwirkung 31t.it Vortrag. Herr Ernst Wurmser, der sich zu Zugaben humoristischen Inhaltes entschließen mußte, und Fräulein Melanie Türk, Opernsängerin des Troppauer Stadttheaters, die mit ihrer weichen, schmelzenden Stimme den Zuhörern durch den Vortrag zweier Lieder einen auserlesenen Genuß bereitete, wurden mit Beifall überschüttet. Im Nebensaale war eine Kosthalle errichtet, in der Palästinaweine aller Sorten einen reißenden Absatz fanden; die Troppauer Damen hatten dazu eine Unmenge Bäckereien und belegter Brode in der liebenswürdigsten Weise beigetragen, was ihnen len herzlichsten Dank des Festkomitees sichert. Der dem Festprogramm folgende Tanz hielt unsere in die denkbar beste Stimmung versetzten Stammesgenossen bis in die frühen Morgenstunden beisammen. Bcünn. In ungestörter, geistiger Regsamkeit und bei voller Körperfrische begeht Herr Oberlehrer Simon Jellenik mit seiner Gemalin Rosalie gedorne Loschitz am 30. d. M. das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Er fungierte als Lehrer an der israelitischen Hauptschule in Boskowitz 6, an der öffentlichen deutschen Volksschule in Pohrlitz 7 und als Oberlehrer an der öffentlichen deutschen Volksschule in Koste! 3l'/zJahre im Ganzen 44'/- Jahre im Schulfache. Sein ruhiges, taktvolles und entgegenkommendes Benehmen verschaffte ihm jederzeit Vertrauen und Hochachtung bei Eltern und Zöglingen. Während seiner Berufstättgkeit wurden ihm vielfache Belobungsdekrete von der betreffenden Distriktsschulaufsicht zuteil; bei dem Uebertritte in den wohlverdienten Ruhestand erhielt er die belobende Anerkennung des hohen k. k. Landesschulrates und die politische israelitische Gemeinde Koste! verlieh ihm das Ehrenbürgerrecht. Er ist noch einer der wenigen jüdischen Lehrer, welche hervorragendes Wissen aus hebräischer Grammatik und Literatur besitzen. Seit der erfolgten Pensionierung 1890 wohnt e.r.. in Brünn. Der große Kreis von Gönnern/ Freunden und Verwandten einigt sich in dem Wunsche, daß es dem verehrlichen Jubelpaare gegönnt sein möge, noch lange Jahre im Kreise seiner Kinder in ungestörter Gesundheit zu verleben. Tesche». Der k. und k. Hoflieferant Herr Moriz F a s a l, langjähriges Mitglied der städtischen Gemeindevertretnng. des israelitischen Kultusvorstandes und des israelitischen Freitischvereinsvorstandes, Obmann des Schulkreuzervereines und des Talmud-Tora- Vereines 2c., wurde anläßlich der heurigen schlesischen Kaisermanöver in würdiger Anerkennung seiner vtelseitigen, ersprießlichen humanitären Tätigkeit von Sr. Majestät dem Kaiser durch Verleihung des goldenen Verdien st kreuzes mit der Krone ausgezeichnet. Zn diesem Anlasse wurden demselben aus allen Kreisen der Gesellschaft die herzlichsten Glückwünsche dargebracht. Györ (Raab). Am 12. d. M. wurde im jüdischen Friedhofe ein würdiger, weihevoller und rührender Akt der Pietät vollzogen. Es wurde nämlich das von der Gemeinde und der Chewra-Kadisch errichtete Grabdenkmal unseres im vergangenen Jahre verstorbenen, biederen Rabbinatsassessors Moritz Ehrlich eingeweiht. Zur Feier hatten sich außer der Witwe und der Familie des Dahingeschiedenen eine Abordnung des Gemeinde- und Chewra-Kadischa-Vorstandes und viele Freunde und Verehrer des Verblichenen eingefunden. Nach der Absingung des »LI mole rachamim« vom Herrn Oberkanlor Adolf Szanto würdigte Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Dr. Moritz Schwarz in einer gediegenen Rede die Verdienste des Verewigten, der 16 Jahre hindurch im Dienste unserer Gemeinde stehend, sich durch sein frommes und wackeres Wesen, durch seine Gelehrsamkeit und sein zweckbewußtes Wirken, besonders aber als Lehrer unserer Talmud-Tora ein Erz und Stein überdauerndes Denkmal gesetzt. Mit dem »Neuueba nechona» und Kadischgebete seitens der Söhne des Verstorbenen nahm die würdige und erhebende Feier ihr Ende. Die im klassischen Hebräisch verfaßte Aufschrift, ein poetisches Akrostichon, stammt aus der Feder unseres allgemein beliebten und wertgeschätzten Oberrabbiners. Olrnütz. (Vom israelitischen Frauenvereine.) Der hiesige israel. Frauenverein, der eine überaus segensreiche humane Tätigkeit entfaltet, hat heuer wieder 32 arme Schulkinder mit warmen Kleidern, mit Obst und Backwerk beteilt. Außerdem wurden auch 14 alte Männer und Frauen mit Geschenken bedacht. Die Damen des Komitees, die mit ihrer Präsidentin Frau Sophie Zweig und der Vizepräsidentin Frau Kaufmann nahezu vollzählig zu dem Akte der Kinderbeschenkung erschienen waren, durften befriedigt auf ihr humanes Wirken blicken, dem so viel echte Freude entstammt. Ihr Wirken fand auch in einer Ansprache des Herrn Rabbiners Dr. Oppenheim und einigen Dankesworten, die Dr. Eben namens der Gemeinde den Damen widmete, gebührende Anerkennung. Bodenbach. Karl F e l d m a n n, geboren zu Bardovka (Galizien) hat sich konfessionslos erklärt. Budapest. In Nyiregyhüza rüstet man sich, den halbhundertjährigen Bestand des „Heiligen Vereins" feierlich zu begehen. Im Rahmen des Jubiläums, das im nächsten Monat stattfinden wird, wird auch der Präsident Samuel Fried lieber, ein neunzigjähriger Greis, der seit der Gründung an der Spitze des Vereins steht, gefeiert werden. Aus diesem Anlasse wird die Geschichte des Vereins, deren Verfaffer der Prediger Dr. Jakob Silberfeld ist, und eine Festschrift von Wilhelm Perlmann erscheinen. Stanislan. Bei der am 21. Oktober 1906 erfolgten Konstituierung des israelitischen Kultusrates wurden einstimmig gewählt: Herr Kassiel Kies ler, Bankier, zum Präsidenten; zu Vorstandsmitgliedern die Herren: Dr. Elias Fischt er, Landes- und Gerichtsadvokat, als erster Stellvertreter; A. H. W e i ß h a u s, Rentier, als zweiter Stellvertreter; Jfak M. H 0 r 0 w i tz, Mühlenbesitzer, und Selig Rubinstein, Bauunternehmer. Abbazia. (T 0 d e s f a l l.) Frau Natalie Rothenberg, die Gattin des Zloczover Advokaten Dr. Leo Rothenberg, ist in ihrem 33. Lebensjahre am 18. d. M. in Abbazia nach kurzem Leiden gestorben. Znnz-Stiftung. Die Zunzstiftung unterstützt ausnahmslos nur solche Arbeiten, welche inhaltlich und methodisch die Wissenschaft des Judentums fördern. Nur Anträge, welche mit vollständigen, ein Urteil ermöglichenden Unterlagen versehen find, werden berücksichtigt. Dieselben find bis zum 1. Mai 1907 dem Unterzeichneten Vorsitzenden einzureichen. Für das Jahr 1907 sind überhaupt 1700 Mk. verfügbar. Berlin, im Dezember 1906. Das Kuratorium der Zunzstiftung: Dr. S. N e um a n n, Prof. Dr. F. Liebermann, Vorsitzender. Schriftführer. Kurfürstenstraße 126. Washington. Die eben vollzogenen Kongreßwahlen ergaben die glänzende Wiederwahl der fünf bisherigen jüdischen Volksvertreter, der Herren Julius Kahn für Kalifornien, Ph. Knvpfand und Rodenburg für Illinois, Adolphe Meyer für Louisiana und Henry Goldfogle für New-Aork. — Außerdem wurde Harry B. Wolff für Maryland gewählt, das auch im Senat durch einen Juden, Herrn Rayner vertreten ist. Feuilleton. Chajimt beim Melamed. Von Dr. F. Rich. Heinschel. (Schluß.) Nach dem Ehanukafeste begann es tüchtig zu schneien und das Wintervergnügen, wie Schneeballwerfen und Rutschen, brachte den Chederknaben eine nicht unerwünschte Abwechslung. Es war ein sehr strenger Winter und die Spezialität der Höckerweiber in der Judengasse waren gefrorene Aepsel. Ge»

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