Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 51 (21.12.1906)
- Date
- 1906-12-21
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 680 Dr. Llocb's MocbenscbttN. Nr. 61 würden Herr Bezirksrabbiner Dr. R o s e n m a n n die Kanzel und hielt eine der Feier entsprechende Predigt, schilderte die Mildtätigkeit der von echt jüdischem Geiste beseelten Freunde und Förderer, wie die selbstlose Hingebung der Vorstandsdamen für den Zweck der guten Sache. Mit einem Gebete für das fernere Gedeihen dieses edlen Vereines schloß der treffliche Redner seine Predigt. Nachdem drei Mädchen paffende, vom Herrn Religionslehrer I. Löw eingeübte Gedichte vorgetragen, schloß diese solenne Feier mit dem Absingen der Volkshymne. Nach dem Gottesdienste würden die beteilten Schulkinder zur Vereinspräsidentin Frau Henriette Grün Wald zu einer Jau*e geladen. Wiener Syuagogensänger-Berein. Die am 15. Dezember im Konzertsaale des „Hotel Bayerischer Hof" abgehaltene Chanuka-Feier (L Gründungsfest des „W iener Synagogensänger-Vereines-) gestaltete sich zu einem prächtigen gesellschaftlichen und künstlerischen Ereignis. Den großen, vornehmen Saal füllte ein glänzendes Auditorium bis auf das letzte Plätzchen. Man bemerkte unter Anderen: Den I. Vizepräsidenten der Wiener Kultusgemeinde Dr. Gustav Kohn, die Kultusvorsteher Adolf S ch r a m e k und Max Frank, den Vorsteher der Chewra- Kadischa Herrn Kann und Gemahlin, den Präsidenten der Toynbeehalle Dr. Samuely mit dem Vorstandsmitgliede Herrn Karl Freund und Sekretär Guido F u ch s g e l b, die Rabbiner Dr. E. D a v'i d, Dr. M. Grunwald und Dr. M. B a ch und Gemahlin, den Präsidenten, Vizepräsidenten und Kassier des Oesterreichisch - ungarischen Kantorenvereines Oberkantor Josef Singer, Oberkantor I. Bauer und I. Kantor S. Jurberger, Bet Haus- Sekretär Braun und zahlreiche Kantoren, Frau Professor S u l z e r, die Chordirigenten I. H e i m a n n und I. P o r t h rc. Man nahm fast jede Vortragsnummer mit dankbarem Enthusiasmus auf, überschüttete die Solisten Oberkantor Beta Guttmann und I. Kantor Don Fuchs mit wahren Beifallsstürmen und mußten die beiden Männerchöre: Das reizvolle, im leisesten Pianiffimo schwelgende „Wiegenlied" von Johannes Brahms und Eduard Griegs großangelegte „Landerkennung" (Solo Bela Guttmann), vom Chormeister Herrn Leon Erdstein mit feinstem, künstlerischem Verständnis und vornehm ruhiger Eleganz dirigiert, sowie Profeffor Sulzers ergreifend schönes Lied „Abendfrieden-, vom Komponisten unübertrefflich vollendet am Cello begleitet und vom Oberkantor B. Guttmann mit süßem Wohllaut gesungen, unter dem frenetischen Beifalle des Publlkums wiederholt werden. I. Kantor Don Fuchs begann mit einer Arie aus der Oper „Andr6 Chenier", in die er den ganzen Schmelz seiner weichen Tenorstimme legte, mußte dem begeisterten, dankbaren Auditorium noch zwei Arien zum Besten geben und schloß mit der famos gelungenen „Stretta" aus dem „Troubadour". Einen wirklich tiefen künstlerischen Eindruck hinterließ insbesondere Oberkantor Guttmann mit dem im vollen Glanze seiner herrlichen Baritonstimme gesungenen „Gebet Valentins" aus der Oper „Faust". Unseres unsterblichen Salomon Sulzers grandiosem „Hallelujah" von Professor Josef S ulzer mit hinreißendem Feuer und feinster Nüanzierung dirigiert, vom Organisten M enzer am Harmonium begleitet und von der fünfzigköpfigen Sängerschar mit Bela Guttmann als Solisten mit vollster Hingebung 'gesungen, gebührt ein hervorragender Ehrenplatz. Mit diesem einzig-artigen Meisterwerke wurde nach einem Harmoniumvortrage Prof. Storchs der Abend in würdigster Weise eröffnet und von der Zuhörerschaft mit ungekünstelter Begeisterung ausgenommen und mit M. Goldsteins stimmungsvollem „Uw'chen" (Solo: I.Kantor Don Fuchs) und I. P o rth s flottem Männerchore »llaneros halulo« vom Chordirigenten I. Löwit mit verständnisvoller Sicherheit geleitet, diese schone Cbanuka-Feier geschlossen. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß auch Professor Ignaz B r ü l l s feiner, aber äußerst schwieriger Vokalchor „Im Holz" und ebenso Professor S u lz e rs „Nimm mich zu Dir" dem sachverständigen Teile des Publikums zu Dank gesungen würde. Nach Schluß des ofst.'.iellen Teiles holte sich der beliebte Komiker vom Carltheater Herr Richard Waldemar mit seinen humoristischen Vorträgen den stürmischen Applaus des Auditoriums. Ein besonderes Lob um das Zustandekommen dieses in jeder Beziehung äußerst gelungenen Festes gebührt noch dem Obmanne des Vereines Herrn Salo Le m berge r, welcher in seiner Begrüßungsansprache die Tendenzen des Vereines in die Worte zusammenfaß« e: „Durch Kunst zur Humanität", und dürfte dem menschenfreundlichen Zwecke des Vereines: arme, kranke und postenlose Wiener Tempelsänger zu unterst ü tz e n, aus dem Reinerträgniffe des Festabends ein hübscher Betrag zufließen. M. 8. Krakau. (40 jähriges Kantorjubiläum.) In überaus solenner Weise wurde Dienstag den 11. d. M. im hiesigen Tempel das 40jährige Jubiläum des Oberkantors Herrn Josef Fischer gefeiert. Im Tempel war fast die gesamte jüdische Intelligenz versammelt. Nach der Chanuka-Predigt umgab der gesamte Tempelvorstand den Jubilar, Tempel-Präsident Med. Dr. Jurowicz hielt eine sehr warme Ansprache an denselben und überreichte ihm im Namen der Tempel-Gemeinde eine künstlerisch aüsgeführte silberne Menorah. Im Namen des Chors sprach Herr Schanzer und überreichte einen silbernen Lorbeerkran;. Hierauf zündete der Jubilar zum vierzigstenmale die Chanuka-Lichter an. Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Mitglieder der hiesigen „Bnei-Brith Loge Solidarität", deren langjähriges Mitglied der Jubilar ist, im Tempelsaal; Herr Med. Dr. Lustgarten hielt eine warme Ansprache an den Jubilar und überreichte demselben namens der Loge ein sehr reiches Geschenk zum Andenken. Herr Josef Fischer, gleichzeitig Besitzer einer der größten hebräischen Buchdruckereien Oesterreichs, erhielt anläßlich seines Jubiläums zahlreiche schriftliche und telegraphische Gratulationen. Linz. Am Sabbat-Chanuka beging unser allverehrter und hochgeachteter Rabbiner Herr Moritz Friedmaun seinen 70. Geburtstag, dessen Wunsch es gewiß war, denselben in aller Stille zu feiern; denn niemand in der ganzen Gemeinde ahnte es, daß unser Seelsorger Herr Rabbiner Friedmann bei seiner rüstigen Körper- und Geistesfrischr dieses Alter erreicht hätte, und nur einem Zufalle ist es zu danken, daß man am Freitag abend vorher durch eine kleine Notiz in der „Tagespost" hievon Kenntnis erhielt. Am obgenannten Sabbate hatten sich aus diesem Anlasse viele Vorstands- und Gemeindemitglieder im Gotteshause eingefunden, und als der Herr Rabbiner zur Tora aufgerufen wurde, rezitierte Herr Obe'ckantor Löwensohn einen zu diesem Anlasse von ihm selbst verfaßten Mischeberach in äußerst wirkungsvoller Weise, welcher auf den Jubilar einen ersichtlichen Eindruck machte. In der Wohnung selbst erschien eine Deputation von Vorstandsmitgliedern, geführt von ihrem umsichtigen Vorsteher Herrn Benedikt Schwager, um dem Jubilanten im Namen des Gesamtvorstandes auf das Herzlichste zu beglückwünschen. Auch die Beamten und Diener der Kultusgemeinde fanden sich als Gratulanten ein und der Sekretär und Religionslehrer Herr S. Piskatz richtete im Namen dieser, sowie in seinem eigenen Namen an den greisen Jubilar eine herzliche Ansprache. Auch viele Gemeindemitglieder und eine ganze Reihe von Schülerdeputationen gratulierten ihrem allverehrten Rabbiner und Lehrer, der bereits durch mehr als 23 Jahre in treuester Pflichteifüllung das Amt eines Rabbiners in hiesiger Gemeinde versieht. Butsckowitz. Sonntag, den 16. Dezember l. I., fand hier eine von der jüd. Schuljugend veranstaltete Cbanukafeier statt, welck e zu einem wahren jüdisch-patriotischen Feste sich gestaltete. Nack dem Mincha-Gottesdienste wurden die Chanukalichter von dem Realschüler Fritz Kobn. Sohn des hiesigen Herrn Dr. meä. Max Kohn, angezündet. Sämtliche Schulkinder trugen präzise Gedichte aus jüdischer Sagen- und Mykhenwelt vor, welche von dem zahlreich erschienenen, distinguierten Publikum mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurden. Zuletzt bestieg Herr Kantor und Religionslehrer E. Rosenfeld das Podium und hielt an die Kinder eine schöne Ansprache, worauf die Volkshymne angestimmt wurde. Al? der offizielle Teil des Festes zu Ende war, dankte unser Kultusvorsteher Herr Ignatz Stiaßny im Namen des Vorstandes und der Gemeinde dem Neligionslehrer und den Schülern für das Gebotene. Hierauf wurde den Kindern eine opulente Jause verabreicht, woran sich ein musikalischer Abend anschloß, um den sich die Fräuleins Elsa Bondp. Frieda Stiaßny, Henriette Lerchenfeld (Straßnitz), Irma Prager, Olga Kantor und die Herren Bruno Stiaßny und Paul Bondy besonders verdient machten. Andrychau. Sonntag den 16. Dezember fand unter großer Beteiligung des Vorstandes und der Gemeindemitglieder eine Chanukafeier statt. Nachdem die Chanukalichter angezündet und der Lloauo Zur von den kräftigen Stimmen der Schuljugend unter Leitung des Herrn Kantors I. Weiß gesungen worden war, hielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. G. Rosenmann die Festrede, worin er über die Bedeutuna des Chanukofestes für die Jugend sprach. Sodann trugen die Schulkinder sehr schöne Deklamationen und passende Chanukalieder vor. Mit Dankesworten an die erschienenen Vorstands-, Schulkomitee- und Gemeindemitglieder iür deren Mühe und Sorge für die Pflege des jüdischen Unterrichtes und mit Absingung der Volkshymne schloß die sehr schöne und gelungene Feier. Sämtliche Vortragende ernteten reichen Beifall. Hierauf lud der Präses der Gemeinde Herr Ferdinand Starnberger die ganze Schuljugend in den großen Kultussaal, wo sie eine mit Tee, Backwerk und verschiedenen Früchten gedeckte Tafel erwartete. Ung.-Brod. Sonntag um 5 Uhr abends veranstaltete das hiesige jüdische Privatgymnasium Sr. Ehrwürden des Herin Rabbiners Dr. Moritz Jung eine solenne Makkabäerfeier mit nachstehendem Programm. I. Anjünden der Chanukalichter durch Herrn Oberkantor mit Chorbegleitung. 2. Vortrag über die Bedeutung des Chanukafestes gehalten von Leo Jung, Quintaner, Sohn Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners. 3. Abwechselnde Gedichte, hebräisch im Urtexte, als auch in deutscher Sprache mit Chanukamotiven, vorgetragen von sechs Schülern des Gymnasiums. 4. Festrede, gehalten von Religionsprofessor der Anstalt, Herrn Benedikt Katz, autor. Rabbiner, Schwager des Herrn Rabbiners. 5. Dankrede des Herrn Karl Beck, Ausschußmitglied des Privatgymnasiums, an Se. Ehrwürden. 6. Schlußwort des Herrn Jakob S. Schön an die Kinder und Ermunterung derselben durch den Hinweis, daß alle Anstrengungen des ganzen Lehrkörpers, wie auch der Förderer nichts fruchten, wenn die Schüler ihre Aufgabe vernachlässigen sollten. 7. Mit Absingung des Moaus Zur Jesclmosi endete die schöne Feier. Anwesend waren der ganze Lehrkörper der Anstalt mit dem Herrn Direktor k. k. Landesschulrat Dr. A. Wrcöka und viele Gemeindemitglieder. Jakob H. Glück.