Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 49 (7.12.1906)
- Date
- 1906-12-07
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Sette 846 Dr. BlocD’s Mocvenscdrirr. Nr. 49 samkeifcn und Perversitäten jeder Art, gemeine Unterschlagungen und Diebstähle waren an der Tagesordnung, und wiewohl die Sperlinge die Verbrechen schon von den Dächern herunterpfiffen, so geschah den Uebeltätern dennoch nichts, weil ihre hochgeborenen Verwandten zuhause sie mit skrupelloser Korruption beschützten. War denn der Fall Podbielskis, dessen Frau vor den angeblich blinden Augen ihres Ministergemahls an einer Firma beteiligt war, die den Staat direkt ausraubte, etwas anderes als ein Stück sumpfiger Unmoral? Und diese Gesellschaft voll verlumpter Defraudanten, korrupter Wollüstlinge, ist die Beschützerin des Antisemitismus und wagt es, dre armen ruffischen Juden, die von den edeln Junkern Gastfrcundichast zu verlangen wagten, unter der Angabe mitleidslos in Not und Elend hinausznstoßen, daß die preußische Moral durch jüdischen Geist verdorben werden könnte. In der afrikanischen Sonne wird nun die preußische Moral in ihrem ganzen Schmutz beleuchtet. M. I. Zum Jubiläum der Rettuiigsgesellschaft und ihre Auszeichnung durch die große goldene Salvatormedaille ist es interessai t, die Erinnerung aufzufrischen, daß die gegenwärtigen Vertreter des christlichen Sozialismus im Rathause diesem ersten und größten Humanitären Institute seiner Art vor Jahren die Subvention entzogen haben, weil es ihnen zu liberal war. Kaltblütig hü ten sie die Rettungsgesellschaft, um die Wien im In- und Auslande beneidet wird, aus Parteigründen geopfert, wenn nicht die jüdische Nächstenliebe eingegriffen hätte, wenn nicht Juden durch reiche Beiträge den Fortbestand der großartigen Schöpfung Mundy's ermöglicht hätten, die eine Wohltat und Notwendigkeit sondergleichen für die Stadt ist. Es hätte den Barrierestöcken nur ähnlich gesehen, we»n sie ihren traurigen Mut behalten hätten. Aber sie wagten beim dock nickt, gegen ein Institut aufzutreten, an dem sich wahre jüdische Nächstenliebe glänzend betätigt hat. Deutschnationaler Student. Wir haben die entsprechenden Verfügungen bereits getroffen. N. F. Das Sekretariat des Kolonisationsvereines befindet sich II., Gredlergasse 9, wo sie alle Auskünfte bereitwillig erhalten. Gesellschaftsreisen nack Palästina veranstaltet der Zionistische Zentralverein, IX., Türkenstraße 9. Dr. Marg, Brünn. Ihr Antrag wird vom Verein im Einverständnis mit der Organisation durchgeführt und in längstens acht Tagen erledigt. M. Mandl in D. Beim Beziehen eines neugebauten Hauses wird ein Cbanukath habbajith dadurch veranstaltet, daß in demselben bei einem frommen Mahle der Psalm 30 von dem Kantor rezitiert wird. Dr N. in M. W. In mehreren Nekrologen war die Abstammung des Dichters erwähnt. Notiz. XXV. k. k. Staatslotterle für gemeinsame Militär-Wohltätigkeitszwecke. Am 20. Dezember 1906 findet die Ziehung der XXV. k. k. Staatslottene für gemeinsame Militär-Wohltätigkeitszwecke statt. Diese Lotterie ist reich ausgestattet und bietet den Teilnehmern sehr günstige Chancen. Die Gcwinstsumme belauft sich auf. 812.880 Kronen, die Trefferzahl beträgt 18.389, darunter ein Haupttreffer von 200.000 Kronen, ferner Tr-ffer zu 40.000 K. 20.000 K n. s. w., welche sämtlich bar ausgezahlt werden. Der Reinertrag ist zur Unterstützung zahlreicher, wohl ätiger und gemeinnütziger Anstalten bestimmt. Lose ä 4 E sind in Tabaktrafiken, Wechselstuben, bei Postämtern, Steuerämtern re. erhältlich. Zur gefälligen Beachtung! Wirersuclien diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnementssrelffihr im Rückstände sind, die zur Einliebung derselben von uns versendeten Postauf träge gefälligst honorieren zn wollen. nift Administration- Israelitische Kuitusgemeinde Wien. Das Unterzeichnete Kuratorium verlautbart hiemit, dass die Jahreserträgnisse der Jakob Fiscbelschen Stiftung im Betrage von tk 400 an bedürftige und würdige Personen israelitischer Konfession, welche mit dem am 18. Mai 1893 verstorbenen Herrn Jakob Fischei oder mit einem Bruder oder mit einer Schwester desselben in absteigender Linie blutsverwandt sind, zur Verleihung gelangen. Die Bewerber haben ihre mit Dokumenten über diese Verwandtschaft und mit einem legalen Armutszeugnisse belegten Gesuche bis 3t. Dezember 19C6 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst auch Gesuehsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Bewerber, welche ihre Verwandtschatt und ihre Bedürftigkeit nicht entsprechend nachweisen können oder verspätet einschreite n, werden nicht berücksichtigt. Wien, 1. Dezember 1906. Das RuratOriüm der Jakob Fischel’schen Stiftung. Dr. Adolf und Emanuel Stern'sehe oUnny für hlgorosantei. des Medizin und Chirurgie. Aus den Zimea der med. Dr. Adolf und Emanuel Stern’s eben Stiftung tiir israeliti? che Rigorosanten der Medizin oder Chirurgie der Wiener Universität gelangen für das Jahr 1907 sechs Plätze zu je K 206 als Beitrag zur Bestreitung der Rigolt sei. laxen zur Verleihung. Bewerber haben ihre mit den Zen nissen über ihre Studien an der medizinischen Fakultät der k. k. Wiener Universität, sowie mit einem Geburts- und siittellosigkeitszeugnisse versehenen Gesuch bis zum 31. Dezember 1906 im Einreichuugsprotokolle der israelitischen Füll, i-tineinde Wien, 1.. Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst auch Gesuehsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstundeu zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. In dem Gesuche ist anzugeben, c b der Bewerber in dein Genüsse eines Stipendiums steht, bezw. wie hoch der Betrag dieses Stipendiums ist. Auszüge aus den Metriken der israelitischen Kultus gemeinte Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich; es genügt vielmehr die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht entsprechend belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Josef Spitzer’sche Stiftung. Der Vuistand der israelitischen Kultusgemeinde in Wien verlantborl hiemit, dass aus den Zinsen der obigen Stiftung ein Betrag von zusammen K. 252 an 3 oder 4 in Wien wohnhafte arme, des Ernährers beraubte jüdische Familien zur Verleihung gelangt. Die Bewerber bezw. Bewerberinnen haben ihre mit dem Nachweise, dass der Ernähr er, sei es durch Tod oder Krankheit oder durch sonstige Umstände der Familie entzogen ist, sowie mit einem Armutszeugnisse versehenen Gesuche bis 31. Dezember 1906 im Einreiehmigspi otokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, 1., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben weiden können, während der Amtsstundeu zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matiiken der israelitischen Kuitusgemeinde Wien sind als Gesüchsbelege nicht erforderlich; es genügt vielmehr die genaue Angabe der betreffenden Daten. Auf verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Israelitische Kuitusgemeinde Wien. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Wien bringt hiemit zur Kenntnis, dass am 20. Februar 1907 aus den Jahreszinsen der Ignaz Banm’öchtn Aimenstiitung zehn Plätze im Betrage von je K 40 an arme Personen jüdischer Religion zur Verleihung gelangen. Bei der Verleihung der Stiftung wird vor allem auf Verwandte des Herrn Ignaz Baum von väterlicher oder mütterlicher Seite, sodann auf diejenigen, welche zwar in Wien wohnhaft, aber aus der Vaterstadt des Stilteis, Bielitz, gebürtig sind, endlich auf verheiratete und mit zahlreichen Kindern versehene Bewerber Rücksicht genommen. Die mit einem Armutszeugnisse und Geburtsscheine belegten Gesuche sind bis längstens 31. Dezember 1906 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kuitusgemeinde Wien, woselbst auch Gesuehsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matiiken der Israel. Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich; es genügt vielmehr die genaue Angabe der betreffenden Daten. Auf nicht gehörig belegte oder verspätet überreichte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. David Nemnann’scbe Stiftung. Am 7. Adar, d.!. am 21. Februar 1907, als am Sterbetage des seligen Herrn David Neumann gelangen die Zinsen aus der David Neumanu’schen Stiftung im Betrage von K 400 an Verwandte des Stifters oder seiner Gattin Helene zur Verleihung. Die mit dan legalen Verwandtschafts- und Armutszeugnissen belegten Gesuche sind bis 3t. Dezember 1906 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I.. Seitenstettengasse 4. I. Stock, woselbst auch Gesuehsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstundeu zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge ans den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich; es genügt vielmehr die genaue Angabe der betreffenden Daten. Auf später eingelangte oder nicht gehörig belegte Gesuche wird keine Rücksicht genommen.