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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-11-16 · 46 (16.11.1906) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
46 (16.11.1906)
Date
1906-11-16
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 786 Dr. Llocb's MlocvenscvrtN. Nr 46 wirten. Die übrigen Herren Herausgeber verbleiben nach wie vor als Vertreter des Katholizismus, bezw. Protestantismus in ihrer Funktion und die Redaktion wird bemüht sein, den wissenschaftlichen Plan des Werkes in seiner Ganze durchzuführen. Schon in der nächsten Zeit werden weitere, bereits in Druck befindliche Hefte der zweiten Serie des Werkes, der „Monumenta Talmudica", erscheinen und über nicht unwesentliche Punkte des Programmes dieses Werkes die erforderlichen Aufschlüffe bringen. Auch erfahren wir, daß die hebräischen und aramäischen Stellen und Quellen in Berücksichtigung vielfach geäußerter Wünsche nunmehr in der Quadratschrift des Urtextes erscheinen werden- Im Zusammenhang mit dem Ausscheiden Altschuls hat sich auch der Lreis der Mitarbeiter erweitert und aus der Liste der neu Beigetretenen wollen wir nur z. B. die Herren Kustos Dr. Pick in Berlin und LandeSrabbiner Dr. Placek in Brünn erwähnen. Wir teilen^Jhnen dies alles mit, da wir der Ueberzengung sind, daß Ihr Gewährsmann, Herr Profeffor Sulzbach, einer Irreführung zum Opfer gefallen ist. Wir rechnen zuversichtlich, daß Sie diese unsere berichtigenden Zeilen in Ihrem Blatte erscheinen laffen und zeichnen Hochachtungsvoll Akademischer Verlag Dr. W. Schultz & Komp. Dr. W. Schul tz." Einem Schreiben des Herrn Profeffors S u l z b a ch in Frankfurt a. M. entnehmen wir folgende Stellen: „Es ist wahr, daß ich die erste Lieferung der „Monumenta" anders beurteilt habe als die zweite. Ich begrüßte das Unternehmen, weil ein solches für die jüdische Wiffenschaft von großem Vorteil sein kann. Daß ich die Arbeit selbst sehr günstig beurteilt habe, wird der nicht sagen können, der sie gelesen hat. Die Reihe von Fehlern, die ich konstatiert habe, kann man doch nicht für eine günstige Beurteilung ins Treffen führen. Wenn ich die Pille überzuckerte, so geschah e8, um einem jungen Unternehmen nicht gleich bei seinem Jndiewelttreten den Garaus zu machen; die Kritik kann ja bewirken, daß das Folgende sorgfältig gearbeitet wird. Anders mit der zweiten Lieferung, die das Unternehmen zu einem tendenziösen macht und sogar so weit geht, spätere babylonische Einflüsse auf die Agada für solche auf die Bibel geltend zu machen. Ich will nicht sagen, daß absichtliche Täuschung hier vorliegt, aber mindestens läßt sich hier doch ein Maß von Unkenntnis und Unwissenschaftlichkeit erkennen, das man bei Führern eines solchen Unternehmens nicht erwarten darf. Hiermit war für mich das ganze Unternehmen gerichtet und dem habe ich Ausdruck gegeben. Was die Vermutung des Herrn Dr. Schultz betrifft, ich sei durch Herrn Dr. Altschüler irregeleitet worden, darin irrt er sich gewaltig. Ich kenne Herrn Dr. Altschüler persönlich gar nicht; ich habe drei Briefe von ihm erhalten, einen in Bezug auf meine erste Rezension und dann noch zwei über ein von ihm geplantes Unternehmen, dem gegenüber ich aber fremd bin und bleibe. Ich habe gar keine Ursache, für Herrn Dr. Altschüler eine Lanze zu brechen oder in seinem Streite mit der Leitung der Monumenta auf seine Seite zu treten, das sind alles Dinge, die mich nichts angehen. Sie, geehrter Herr Doktor, dürfen von diesem Briefe jeden Ihnen gut scheinenden Gebrauch machen. Hochachtungsvoll Sulzbach." Neue Bücher. Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde. Organ der Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg und der Gesellschaft für Sammlung und Konservierung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judentums in Wien. Herausgegeben von Dr. M. Grunwald. Das soeben ausgegebene, den Jahrgang 1906 dieser nunmehr vierteljährig erscheinenden Zeitschrift beschließende 20. Heft der ganzen Reihe enthält einen 34 Seiten starken Auszug aus der in der russischen Monatsschrift „Wos'chod" erschienenen Schilderung der Juden in Teheran von M. Abeshus. Der beschränkte Raum der „Mitteilungen" nötigte die Uebersetzerin Frau Dorothea Weissenberg in Elisabcthgrad, sich auf die Darstellung des für die Volkskunde Wichtigsten, des Volkscharakters und der Lebensweise, der Erwerbsverhältnisse, religiösen und profanen Bräuche, der Sitten und Unsitten zu beschränken, obgleich auch der übrige Inhalt der mehr als dreimal so umfangreichen Originalarbeit, die sich auch mit der inneren und äußeren Geschichte der persischen Juden, ihren rechtlichen Verhältnissen, dem Wirken der „Alliance Jsraelite" u. dgl. beschäftigt, verdiente, einem weiteren Leserkreise bekanntgemacht zu werden. Den Schluß des Heftes bildet die Bücher- und Zeitschriftenschau, kritische Referate von Dr. S. Weissenberg. X. „Ost und West". Illustrierte Monatsschrift für modernes Judentum. Herausgegebcn und redigiert von 'Leo Winz (Verlag von „Ost und West", Berlin W. 8, Leipzigerstraße 31/32). Inhalt des Heftes 8/9: Moritz Goldstern: Geistige Organisation des Judentums. Dr. B. Münz: Moritz Lazarus' Lebenserinnerungen. Rabb. Dr. Freund: Die sozialistische Strömung in der Volksliteratur der russischen Juden (Schluß.) G. Kutna: Paul Roger-Bloche (mit sechs Jllu strationen). Viktor Klemperer: Der Graf von Charolais Benjamin Segel: Schuld und Sühne. Dr. Theodor Zlocisti-. Vom jüdischen Kinde (mit zwei Illustrationen). Siegber: Salier: Lied der Vertriebenen. (Gedicht.) Jakob Beymel: Ne'ilah. (Noten.) Theodor Zlocisti: Nei'lah. (Gedicht.) W. M a g i d e y (mit vier Illustrationen). Dr. Max Steif, Raußnitz: Die Ironie in der Bibel. Maria H e l lm ut h: David und Bathseba. Drama. Unser Bericht über die Kolonien in Argentini-n. Literarisches. Miszellen. „Altneularrd". Monatsschrift für die wirtschaftliche Erschließung Palästinas. Herausgegeben von F. Oppenheimer, S. S o s k i n, O. Marburg. Berlin W. 15, Pfa!zburgerstraße 83. 111. Jahrgang. Heft Nr. 9, September 1906. Inhalt: Dr. L. S o f e r: Die Bekämpfung der Maluria. Davis Tri et sch: Informationen über Cypern. Prof. Dr. G. Schweinfurth: Die Entdeckung des wilden Urweizens in Palästina. Dr. I. Thon: Pflanzungsverein „Palästina". Satzungen des Pflanzungsvereines „Palästina". Palästina und Nachbargebiete. Zeitschrist für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden, Berlin-Halensee, Westfälische Straße 46. Redaktion: Dr. Arthur Ruppin, il. Jahrgang. Heft Nr. 11, November 1906. Inhalt: Abhandlungen. 1. W. Smelianski, Jaffa: Die jüdische Bevölkerung in Jaffa. 2. Doktor Arthur Ruppin, Berlin: Ergebnisse der Volkszählung in Preußen. 3. Arnold Wadler, München: Die Juden in Serbien. 4. Dr. Jakob Thon, Berlin: Schulbesuch christlicher und jüdischer Kinder in Baden. 11. Statistisches Archiv. Jahresbericht der Jewish Colonization Association. Die Zahl der Juden in Tripolis. Einwanderung von Juden in Argentinien. Austritte und Uebertritte zum Judentum in Deutschland im Jahre 1904. Die jüdische Volksbewegung. Unter diesem Titel versendet die Zionistische Vereinigung Berlin ein knappes Schriftchen (16 Oktavseiten), das uns sehr berusen^erscheint, die schon seit Jahren sich vollziehende Annäherung der verschiedenen jüdischen Organisationen noch mehr zu befördern. Es zeichnet und rechtfertigt die Absichten und Hoffnungen des heutigen offiziellen Zionismus in einer so ruhigen, akademischen und sachlichen Weise, daß es viele Vorurteile und Widerstände zerstreuen wird, die bieder groben Bewegung bisher entgegenwirktcn. Die russischen Pogrome sprechen eine zu beredte Sprache, als daß man der Massenemlgration entgegenarbeiten könnte; und daß es politisch, wirtschaftlich und psychologisch kein Land gibt, das sich als Einwanderungsland für die Ostjuden mit Palästina vergleichen ließe, das steht heute unter Freunden und Gegnern fest. Schließlich ob erwünscht oder nicht: daß eine dichte Siedlung der Ostjuden, die seit jeher ein Volk nur ohne Land, darstellten, in Palästina auch wieder ein jüdisches Volkstum strengen Sinnes neu schöpfen würde, das läßt sich nicht wohl bestretten. KrirfkaZe«. „Eii» jüdischer Leser." Es wurde nicht behauptet, daß die Apostel „sämtlich ehetos lebten". Das wäre ur der Tal zum Teile unrichtig und Sie hätten mit Ihrer Ueberwetsung Recht. Zum mindesten von den Aposteln Petrus, Philippus und Paulus wissen wir, d a tz s i e i m E h e st a n o gelebt. Das berichtet schon Clemens von Alexandrien im zweiten Jahrhundert ut seinem Slromat., und im dritten Buche der Histor. Ecc». des Eusebius lesen wir: „Petrus und Philippus haben Kinder gezeugt, ja Philippus hat auch feine Töchter wieder verheiratet. Auch Paulus trägt kein Bedeiiken, rn einem seiner Briefe seine Gattin zu grüßen, welche er, um seinem Dienste' leichter nachzukommen, nicht mit sich herumführen konnte." Und im achten Buche seiner Stromat. erzählt Clemens von Alexandrien: «Man sagte,

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