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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-11-16 · 46 (16.11.1906) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
46 (16.11.1906)
Date
1906-11-16
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 46 Sette 786 L)r. JBlocb s MlocbenscvrM. studiert!" Nach Baba ist ein Apikoros wie einer jener, welche sprechen: „Was nützen uns die Rabbinen, sie haben uns niemals einen Raben zu essen erlaubt, und niemals eine Taube zu essen verboten." Nach R. Papa ist ein Apikoros wie etwa jener, welcher (höhnisch) ausruft: „Diese Rabbinen"! P» pan -an naxn- Andere Gesetzeslehrer erklärten einfach: „Der da schmäht die Gelehrten!" Dr. Büchler in der vom Rektor Schwarz herausgegebenen Programmschrift der „Israelitischtheologischen Lehranstalt" stellt folgende These auf (S. 187): „Alle beziehen sich auf den die Lehrer geringschätzenden, öffentlich höhnenden Ahroniden; und wir werden hiernach den Satz des R. Simon b. Eleazar in b. Sabb. 32 a, wo die Ammähaares die Synagoge und die Toralade geringschätzig benennen, gleichfalls auf die Ahroniden beziehen." Klar und verständlich ist der Satz allerdings nicht. Soll das bedeuten, daß derlei geringschätzende Aeußerungen lediglich dem Ahroniden übel vermerkt werden? Oder will es besagen, daß nur Ahroniden dazu fähig waren? Güdemann weiß davon nichts, daß die ahronidische Abstammung ein wesentliches Merkmal des Apikoros gebildet hätte. Er sagt: „Eine derartige Opposition oder Fronde hatte schon seit der Berührung des jüdischen Volkes mit dem Griechentum, also lange vor Paulus, Anhänger gefunden." Die Prädisposition der „Ahroniden" für diese Ketzerei ist Güdemann noch unbekannt. Wenn man jedoch den wisssenschastlichen Tiefen nachdringt, welchen die von der jüngsten Programmschrift der Wiener „Jüdisch-theologischen Lehranstalt" enthüllte, völlig neue Erkenntnis entquillt, so gelangt man zu der Entdeckung, daß das Unvermögen, talmudische Termini korrekt zu lesen, ein seltsames Quiproquo geschaffen hat, welches zur Erheiterung aller fachgenössischen Freunde eines gesunden Humors im Gedächtnis festgehalten zu werden verdient. In Sanh. jer. an der angezogenen Stelle heißt es: Apikoros ist „wie jener, der sagt: Dieser Schriftgelehrte!"*); oder „wie jener, der sagt: Diese Rabbinen!" Das Wort „K'han" (wie jener) hat Herr Professor Büchler gelesen: „Kohen" der Priester und solcher Art enthüllte sich ihm die „ahronidische" Abstammung des Apikoros. Zur Orientierung sei die Originalstelle wörtlich zitiert: 'T pni' *n pan pS'» naxn pa nax rn^rn »xnao px naxn pa narr nrr ,mrS Büchler übersetzt: „R. Johanan sagt: Ein Ahconide, der (höhnisch) sagt: Dieser Lehrer da;" „R. Eleazar meint: Ein Ahronide, der sagt: Diese Gelehrten da." Das kommt davon, daß der Talmud noch immer unpunktiert gedruckt wird! Das Wort p dieser, jener pl. diese, jene ist in Talmud nicht gar so selten. Wir erinnern an nw an Sabbath 32 b Pess. 50 b; mn an b. Bathra 21 a; ans '«an Erubin 104 b Sanh. 85 b; Ntaa staan p jer. Nedarim VI.; und an unzählige andere Stellen. In einem Privatschreiben, welches uns dieser Tage von einem gelehrten Freunde aus Deutschland zuging, heißt es nicht mit Unrecht: „Diese Programmschrift ist mehr als eine Bloßstellung, sie ist ein öffentliches Aergernis!" Sehr geehrter Herr Redakteur! In Nummer 43 der „Oesterr. Wochenschrift" wird darauf hingewiesen, daß Professor A. Büchler in seinem Buche: „Der galiläische Amhaarez des zweiten Jahrhunderts" die Baraitha: pS’an Str n»p mnp nrrm nanS nxiaa nrrnw nnx ntpxa nrcya it Sr vaia ->na?p rranp nrrm caiaS nxaa im Sr falsch übersetzt habe. Ich erlaube mir zu bemerken, daß die Uebersetzung Büchlers richtig ist und verweise hiefür auf eine Autorität, die gewiß niemand anfechten wird. Es ist kein Geringerer als R a b 6 n u Chananel. Zuvörderst möchte ich darauf aufmerksam machen, daß der in der „Oesterr. Wochenschrift" zitierte Text ein anderer ist als der von Büchler in seinem Buche zitierte und übersetzte. Hierin, *) xnsv px Einige Erklärer fassen das Wort im Sinne von „Buch"; es soll bedeuten: „Dieses Buch" (die Bibel). denke ich. dürfte auch die Ursache des Mißverständniffes liegen. Büchler zitiert nach Bechoroth 30 b: nnx n»xa nrra nrrm pxn nrS nxro in" Sr pS»an iS nrmp nrrm nanS nx®:® im Sr raia nep iS nnwp und übersetzt: „Eine Frau heiratete einen Chaber und band ihm die Gebetriemen an die Hand, heiratete später einen Amhaarez und band ihm Zöllnerknoten an die Hand". Das hier sehr wichtige Wörtchen •iS' fehlt im Texte der „Oesterr. Wochenschrift". pS'an iS nraip kann nur bedeuten: „Sie bindet ihm (dem Manne) die Gebetriemen". tv ist die nähere Ortsbestimmung. Büchler verweist auf die Zusammenstellung der verschiedenen Lesarten in Schwarz' Tosfifta. Er entscheidet sich in seinem Buche für die Lesart in Bechoroth 30 b sicherlich nur deshalb, weil er da für feine Auffaffung und Uebersetzung an Rabßnu Chananel eine Stütze hat, der in seinen Erklärungen zu Aboda zara 39 a die Baraitha folgendermaßen wiedergibt: n®xa mrra nrrm caiaS nxtwi nai ljmia pS*an iS nnsnp nrrm nanS nxaa© H* Sr caa 'nrp iS nn®ip. Unter nrop oder Sr pS-an iS msnp N' versteht also Rabßnu Chananel irmia s'S'an iS mwip „sie band ihm die Tefillin um den Arm". Selbstverständlich ebenso: Sie band ihm die caa mwp an die Hand. Für die Aufnahme dieser Zeilen bestens dankend, zeichnet hochachtungsvoll Dr. I. Täglich t. Nachschrift der Redaktion. Rabßnu Chananel übersetzt nicht vt Sr „an die Hand", sondern hatte die Lesart arnia In Schwarz' Tossifta findet sich keine Zusammenstellung der verschiedenen Lesarten in Bezug auf den in Rede stehenden Wortlaut, nur die Bemerkung, daß die Zöllner den Personen, die den Zoll erlegt haben, als Zeichen hiefür Marken <pni®*p) gegeben haben. Die Behauptung des Herrn Einsenders, daß dem Zöllner seine Frau die Zollmarken „selbstverständlich" „an die Hand band", überliefern wir den Fachmännern. Vielleicht findet sich ein Rabßnu Chananel auch für den „ahronidischen" Charakter des Apikoros. Zur Erläuterung des caia *r®P wird uns notiert: Jeder in Siam lebende Chinese hat einmal in drei Jahren eine geringfügige Kopfsteuer zu entrichten. Wenn er diese bezahlt hat, bindet der Steuereinnehmer ihm um das linke Handgelenk eine Schnur, die mit einem Knoten und einem behördlichen Siegelabdruck befestigt wird. Dieses „Armband" gilt für den Chinesen als Quittung und muß von ihm einen Monat lang getragen werden. Die „Monrrmenta Judaica" des Herr» Dr. Hoüitscher. Wien, den 6. November 1906. „Verehrliche Redaktion! Sie haben in der 43. Nummer Ihre- Blattes eine Besprechung der in unserem Berlage erscheinenden Monumenta Judaica aus der Feder des Herrn Professors Sulzbach in Frankfnrt a. M. gebracht. Wir unserseits haben zu derselben bloß zu bemerken, daß eben dieser Gelehrte vor kurzer Zeit im „Israelit" in Frankfurt a. M. in der Feuilleton-Beilage Nr. 96 über dieses Werk ganz anders geurteilt hat. Wir sehen aus den Schlußworten seiner vom Sachlichen bald abweichenden Ausführungen, daß er eine rege Korrespondenz mit einem Herrn gepflogen haben muß, den er Tr. Moritz Altichiiler neimt. Lediglich der Name, den wir eben aussprachen, veranlaßt uns. Ihnen heute mitzuteilen, daß es einen Dr. Moritz Altschüler nicht gibt, sondern nur einen Moiczen Altfchul. Wir unserseits haben mit diesem Herrn jede geschäftliche Verbindung abgebrochen, die Redaktion der „Monumenta Judaica" jede wissenschaftliche. Er ist von der Herausgeberschaft des Werkes amoviert. Die Redaktion sah sich hiezu durch die übereinstimmenden Urteile sämtlicher katholischer, evangelischer wie auch jüdischer Gelehrten bestimmt, die insgesamt gerade jene Partien des Werkes, die der Wirksamkeit des Genannten entsprangen, auf das Schärfste mißbilligt und darauf hingewiesen haben, daß der große, von Dr. Hollitscher ausgearbeitcte Plan unter solchen Umständen nicht verwirklicht werden kann. Da aber das Werk auf dem Grundsätze anfgebaut ist, daß jede der in Betracht kommenden Konfeffionen in gleicher Weise unter den Herausgebern vertreten ist, trat an die Stelle des Ausscheidenden Herr Landesrabbiner-Stellvertreter Dr. S. Funk in Boskowitz als Herausgeber in die Redaktion ein. Mit ihm zusammen wird Herr Rabbiner Dr. D. Feuchtwang als Hauptmitarbeiter

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