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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-11-16 · 46 (16.11.1906) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
46 (16.11.1906)
Date
1906-11-16
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 46 Dr. Llocb's Mlocbenscbrin. Sette 781 seits werden wir immer bereit sein, Ihrem jungen Vereine mit unserer auf dem Gebiete der Kolonisation Palästinas langjährig erworbenen Erfahrung zu dienen, und wir sprechen hiemit unseren innigsten Wunsch aus, daß jede für Palästina- Kolonisation bestehende Institution ihre Arbeit mit den Arbeiten der anderen, für denselben Zweck wirkenden Institutionen koordinieren soll. Mögen aus allen Ecken der Erde Energieströme ausgehen, im Lande unserer Väter sich verbindend zum Wohle und Segen unseres Volkes. Mit vorzüglicher Hochachtung Präsident: M. Ussischkin, Ingenieur. Handarbeitsausstellung. Dem „Kaiser Franz Josefs-Ferienheim" hat sich auch heuer aus den besten Gesellschaftskreisen eine Gruppe freiwilliger Helferinnen gesellt, welche, vereint mit dem Vorstand, den Sommer zur Herstellung geschmackvoller, origineller und moderner Handarbeiten benützte. Dem eminent humanitären Verein gewidmet, gelangen diese Gegenstände vom 15. bis 22. November d. I. im Bureau des Vereines, IX., Türkenstraße 17, I. Stock, zur Ausstellung und werden zu festgesetzten Preisen abgegeben. Es ist zu hoffen, daß dem edlen Zwecke aus dieser allgemein zugänglichen Exposition ein erheblicher Reinertrag zufließen wird. Jüdische Toynbee-Halle, XX., Othmargasse 46. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. — Beginn der Vorträge an Wochentagen halb 8 Uhr; Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Wochenprogramm: Freitag, 16. November 1906: Bibelvortrag. Herr Religionslehrer Leopold Weiß. — Samstag, 17. November: Konzert. — Sonntag. 18. November: „Bilder aus dem Rechtsleben.* Herr Redakteur Siegfried Fleischer. - Montag, 19. November: „Oesterreichische Geschichte." (II.) Herr Dr. Edmund Jerusalem. — Dienstag, 20. November: Naturwissenschaftlicher Zyklus. (I.) Herr Dr. H. Müller. — Mittwoch, 21. November: „Die Aufgaben der Frau in der Volkswirtschaft." Herr Leopold Spitzer. — Donnerstag, 22. November: „Sport und Judentum." Herr Direktor Ernst Le m berge r. — Freitag, 23. November: Bibelvortrag. — Samstag, 24. November: Konzert. Die diesjährige Vortragssaison wurde am 4. November mit den höchst interessanten Ausführungen des Herrn Rabbiners Doktor Feuchtwang über „Rabbi Möir von Rothenburg" eröffnet. Um das Gelingen des I. Konzertes, das am l0. d. M. stattfand, machten sich Frau Schmitz (Klavier) und Frau Raja Barber- Waldberg (Gesang) sehr verdient und ernteten stürmischen Beifall für ihre ineisterhaften Darbietungen. Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis an jüdische Hochschüler. Mit dem Anwachsen der jüdischen Bewegung sind auch die Bestrebungen, die materielle Lage der jüdischen Studenten zu bessern, allgemeiner geworden. Die maßgebenden Kreise haben erkannt, welche Bedeutung es für die jüdische Sache hat. wenn unsere Akademiker, von den drückendsten materiellen Sorgen befreit, die Möglichkeit haben, sich intensiver mit ihrem Studium und mit der jüdischen Frage zu beschäftigen. Als damaliger Obmann des L.-Khat schon Dr. S. Krenberger, der den jüdischen Studenten immer seine besondere Aufmerksamkeit widmete, ein Bureau geschaffen, welches den jüdischen Studenten unentgeltlich geistige Arbeit, insbesonders Lektionen vermitteln sollte. Das Bureau, dessen Instandhaltung mit großen Kosten verbunden war, mußte aber trotz verhältnismäßig guten Erfolges aufgelaffen werden. Indessen ruhte Dr. S. Krenberger nicht und es gelang ihm, durch das edle Mitwirken hervorragender Männer des Judentums diese gute Sache auf eine breitere, sichere Basis zu stellen. Insbesondere bat sich der jüdische Philanthrop Dozent Dr. I. Grünfeld der Angelegenheit mit besonderer Wärme angenommen. Die endgiltige Eröffnung des Bureaus, die Mitte Mai stattfand, war das Werk des Vorstandes, dem folgende Herren beitraten: Dozent Dr. Josef Grünfeld, Dr. H. Wolf. Notar Dr. I. Bermann, Dr. S. Krenberger, F. Sinqer. Hofrat W Taussig, Hofrat Dr. Zuckerkand!, I. Langer. Prof. Dr. H. Pollak, Red. S. Deutsch, Phil. I. Carniol, Phil. I. Thieb«'rger, med. G. Berliner, tech. A. Flach, jur. H. Löw. Unser gegenwärtiges Lokal, IX, Liechtensteinstraße 11 hat uns in dankenswerter Weise Herr Lucian Brunner, vollständig eingerichtet, gratis zur Verfügung gestellt. Trotz der vorgerückten Saison konnten wir im Vorjahre mehr als 20”/,, der vo rgemerkten Studenten mit Stunden versorgen. Dabei mußten wir auch wiederholt konstatieren, welcher Ausbeutung der jüdische Hochschüler als Hauslehrer ausgeliefert ist, obwohl er an Tüchtigkeit den anderen gewiß nicht nachsteht. Unser Verein hat es sich zum Grundsätze gemacht. ans einem allerdings sehr mäßig angesetzten Minimum des Honorars unbedingt zu bestehen, um nickt die Position und Selbstachtung unserer Studenten zu untergraben. Wenn sich »nfer Verein durch allseitiae Förderung entsprechend entwickelt, dann können von hier aus die Bedingungen, unter denen der jüdische Hochschüler seine kostbare Zeit opfert, im Jntereffe der Studentenschaft gebessert werden. Wenn auch ein Studentenkomitee sämtliche Arbeiten unentgeltlich leistet, so ist doch die Tätigkeit des Vereines mit großen Geldopfern verbunden« Eine Reihe bedeutender Männer ist bereits unserem Vereine beigetreten; bei dem edlen Zwecke, den unser Verein verfolgt, und bei dem geringen Mitgliedsbeitrag (X 3. -jährlich) hoffen wir, daß alle, die für die Sache des Judentums und für die Entwicklung der Studentenschaft Interesse haben, unsere Vereine deitreten werden. Beitrittserklärungen sind zu senden an den Verein für v entgeltlichen Arbeitsnachweis an jüdische Hochschüler IX.. Liechtensteinstraße 11. Wien - Ottakring. Der Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder des XVI. und XVII. Bezirkes veranstaltet Sonntag den 25. November d. I. um halb 3 Uhr nachmittags im Carltheater eine Theatervorstellung. Zur Aufführung gelangt die Operette „Der Bettelstudent". Karten zu dieser Vorstellung sind an der Kaffe des Carltheaters und beim Obmanne Herrn Leopold Trebitsch, XVI.. Ganglbauergaffe 38, zu haben. Dieser Verein speist täglich 110 Kinder aus und wirkt in den verarmten Bezirken seit acht Jahren sehr segensreich, weshalb derselbe bei den Glaubensgenoffen allenthalben Unterstützung verdient. Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten. Der enorme Andrang von Knaben, welche fick aus allen Ländern der österr.-ungar. Monarchie um Aufnahme an den Verein wenden, und die bedeutenden Auslagen, welche die Bekleidung und Versorgung des dermaligen Standes von über 8<i0 Zöglingen erfordern, haben den Vorstand des genannten Vereines zu dem Beschlüße genötigt, die Aufnahme von Knaben während der Monate Dezember und Jänner zu sistieren. Pohrlitzer in Wien. Nach langen Bemühungen ist es endlich gelungen, den „Humanitären Geselligkeitsverein der Pohrlitzer^ in Wien" zu gründen. Am 3. November d. I. konstituierte sich derselbe und wählte in den Ausschuß die Herren: D r. Benjamin N a s s a u, Elkan Bauer, Sigmund B o n d i, Dr. Karl Steiner, Gabriel Frankl, Wilhelm E l l i n g e r. Dir. Dr. Moriz Brunner und Louis Donnebaum. Gesellige Zusammenkünfte finden an den Samstag-Abenden nach dem 1. und 15. eines jeden Monates im Vereinslokale (Restauration Bondi, I., Schottenring 29) statt. Wien. (Spende.) Für die Hinterbliebenen der russischen Judenmaffakres sind uns aus Slobodka von Herrn Koppelmann X 4.—, Herrn Ringler X 2.40, Herrn Pomeranz K 3.— zugekommen. Wien (Warnung.I Seit längerer Zeit suchen zwei „Herren" bessere jüdische Familien, insbesondere am Kai, auf, um angeblich für eine arme jüdische Familie, die delogiert werden soll, deren Kind erblindet ist rc.. milde Gaben zu „sammeln". Ein Sammelbogen wird präsentiert, auf dem reichlich schon eingetragen ist. Mitunter teilen beide „Herren" die Arbeit und gehen einzeln. Sie berufen sich immer aus eine bekannte Persönlichkeit, die sie schickt, ohne etwas Schriftliches vorzeigen zu können, und zeigen eine besondere Suada. Wir erwähnen, daß diese „Sammlungen" keinerlei Berechtigung haben und der Gebrauch des populären Namens nichts als ein Schwindel ist. Wien-Moridsdors. Die israelitische Kultusgemeinde des Wiener XXI. Bezirkes hat durch den Heimgang des Kaufmannes Herrn Dr. Leopold Grünwald einen schweren Verlust erlitten. Der Verstorbene, der sich ursprünglich einem wissenschaftlichen Berufe, dem Studium der Theologie und Philosophie, gewidmet und in beiden Fächern die. Prüfungen mit großem Erfolge abgelegt hatte, widmete sich nichtsdestoweniger dem kaufmännischen Berufe. Allein in allen Lebenslagen bewährte er sich als ein Mann von reicher Bildung und hohem sittlichen Ernst und nahm regsten Anteil an der Förderung jüdischen Wiffens und eine seiner Lieblingsi

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