Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 44 (2.11.1906)
- Date
- 1906-11-02
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr -i4 L>r. Dlocb s Mocbenscdrtn, Seite 751 mationen getaufter Jude, gegenübergestellt. Diese Kandidatur wird dem Sozialdeuiolraten Dr. Gech vielleicht zur Stichwahl verhelfen. R. A. Eine jüdische Seite an dem grandiosem Witz von Köpenick gibt es auch. Bekanntlich dürfen in Deutschland Juden nicht Offiziere werden und selbst Reserveoffiziere gibt es unseres Wissens nur zwei, deren Ernennung geradezu Aufsehen in der ganzen Welt hervorrief. Als Grund, aus dem Juden zu höheren militärischen Laufbahn nicht zugelassen wrrden, wird angegeben, daß die Disziplin Gefahr laufe, da den Juden die Mannschaften nicht Folge leisten würden. Siehe da, es kommt ein Schustergehilfe, ein paar Tage nach seiner Emlassung aus dem Zuchthaus, wirft sich in Hauptmannsuniform, und obwohl er um kein Barthaar schöner ausschaut als eine schäbige Vogelscheuche, gehorchen ihm nicht nur die Elitesoldaten der Garde blindlings, sondern auch die Polizei und Gendarmerie. Soweit ist es also mit der Ausrede her, mit welcher man die Juden als Offiziere in Deutschland ablehnt. Wien. Wie es wirklich mit der Krankheit Luegers steht' wissen wir nicht besser als die Zeitungen. Unkontrollierbare Gerüchte melden allerdings im Gegensätze .zu den Blättermeldungen eine bedeutende Verschlimmerung. Wie dem immer sei, wenn Lueger aus Gesundheitsrücksichten die Geschäfte für immer wird niederlegen müssen, da halten wir eine Verschlechterung des Regimes auf jeden Fall für sehr wahrscheinlich, mag nun von den Favorits Porzer, Geßmann, Steiner oder Weißkirchner an die Spitze gestellt werden. Denn der Nachfolger wird nicht die geistige Kapazität Luegers, des Einäugigen unter Blinden, haben, sondern wird seine Herrschergewalt durch den Gegensatz des Verstandes, den Antisemitismus, erhalten und stärken müssen. Man kann sich leicht ausmalen, was da die .Zukunft bringen wird. N. B. Die Schönerianer, denen die Juden an staatsbürgerlichen Reckten weit nachgestellt sind, leisten sich wirklich schon das denkbar Möglichste an frechem und dummem Hochverrat. Das bewiesen sie erst neulich durch ihren Antrag im Parlament, worin sie mit Ausdrücken triefender Loyalität, die in ihrem Munde eine Verhöhnung bedeuten, den Kaiser von Oesterreich aufforderten, die Jnfianien des ehemaligen deutschen Reiches römischer Nation den Hohenzollern zurückzustellen. Was die Herren eigentlich hindert, m:t ihrer tiefen Sehnsucht nach Deutschland hinüberzugehen, wissen wir nicht. Vielleicht die Furcht vor den deutschen Irrenhäusern. bereits im Braut st an de befindet, sind bis 15. November 1906 im Einreichungsprotokolle der israel. Kultusgemeinde Wien. I., S e i t e n st e t t e n g a s s e 4, I. S t o ck, während der A m t s st u n d e n zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Später einlangen de Gesuche werden nicht berücksichtigt. Wien, im Oktober 1906. Tie Kuratoren der Fanni Jeiteles-Stiftungen. Konkurs. Bei der israelitischen Kultusgemeinde in Stadt Kanitz (Mähren) gelangt die Stelle des Tempeldisners u. Chewra-Schames zur Besetzung. Gehalt 400 Kronen, freie Wohnung und grössere Emolumente. Offerte mit Angabe des Alters und Familienstandes sind bis 15. November einzureichen. F iedrsch FiscSiar, Kultusvorsteher. Konkurs. Bei der Gbewra - Kadischa und Kultusgemeinde in Misteil)acb ist die Stelle eines Liberers und Tempeldieners mit 1. Jänner 1907 zu besetzen. Für diesen Funktionär ist nebst freier Wohnung im Friedhofsgebäude (Zimmer und Küche) ein lix.er Gehalt von 500 Kronen systemisiert. und können Bewerber, die eine Profession ausüben, sich nebst den üblichen Nebenemolumenten noch ein entsprechendes Nebeneinkommen beschaffen. Bewerber, welche befähigt sind, als Aushilfs-Vorbeter verwendet zu werden, erhalten den Vorzug. Gesuche sind bis 30. November 1906 an den Vorstand der Cbewra-Kadischa zuhanden des Obmannes Hermann LSffier in Mistelbach zu richten. Eingesendet. Konkurs. Auf vielseitige Anfragen geben wir bekannt, daß die Selcherei des Herrn Gabriel Fischer, I I. Große Schiffgasse 18, unter der Aufsicht unseres Rabbiners Ehrwürden Herrn S. Fürst steht. Wien, Marcheschwan 5667 (Oktober 1906). Der Vorstand des Ad aß Jisroel (Schiffschul) Danksagung. Füs die zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme, welche mir uud meinem Hause anlässlich des schweren Unglücks, das uns getroffen hat, zugekommen sind, erlaube ich mir auf diesem Wege herzlichst zu danken. Rabbiner M. Mayersohn. Israelitische Kultusgemeinde Wien. Aus den Zinsen der Fanni I e i t e l e s'schen Stiftung für Hörer der medizinischen Wissenschaften gelangen für das Schuljahr 1906/07 vier Stipendien ä K lb8.— an israelitische Hörer der medizinischen Fakultät zur Verleihung. Bewerber haben ihre Gesuche, belegt mit Studien-, Geburts-, Moralitäts- und Mittellogkeitszeugniffen bis lö. November 1996 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgeineinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. B ewerber, welche i in abgelaufenen Schuljahre im Genüsse d i es e s Stipendiums standen, haben bei Fortdauer ihrer stiftbriefgemäßen Kompetenz und Würdigkeit den Borzug. Später einlaugende Gesuche werden nicht berücksichtigt. Israelitische Kultusgemeinde Wien. Aus den Zinsen der Fanni Jeiteles'schen Heirats-Ausstattungs- Stiftung gelangt der Betrag von K 588.— an eine arme hier ansässige Braut israelitischer Konfession für das Jahr 1906 zur Verleihung. Die Gesuche, belegt mit Geburts-, Sitten- und Mittellosigkeitszeugnissen, ferner mit dem Nachweise, daß die B e w e r b e r i n sich Am israelitischen Tempel in Meran (Tirol) gelangt die Stelle eines jungen, unverheirateten, stimmhegabten, musikalisch gebildeten -- . Kantors der auch ein Koreh sein muss, zur Besetzung. Derselbe muss auch eine sehr hübsche Handschrift besitzen und die Verpflichtung übernehmen, täglich 3 bis 4 Stunden schriftliche Arbeiten in der Stiftungskanzlei zu versehen. Mit dieser Stelle ist ein Jabresgehalt von 1200 Kronen, die üblichen Emolumente und vollständige freie Verpflegung (exklusive Wohnung) in den Monaten Oktober bis einschliesslich April verbunden. Eigenhändig geschriebene Offerte mit Zeugnisabschriften, Photographie, ärztlichem Gesundheitsattest und Angabe von Referenzen sind bis zum 15. Dezember a. c. zu richten an das Kuratorium 25S der „Königswaiter-Stiftung“ in Meran. Jurist und Philosoph tüchtiger Philologe und Mathematiker, langjähriger Instruktor mit besten Erfolgen, erteilt Gymnasiasten gewissenhaften Unterricht. Gefällige Zuschriften au Adolf LÖWy, II., Eberlgasse 3. Autorisierter Religionslehrer für Volks , Bürger- und Mittelschulen, unterrichtet gründlich nach dem vorgeschriebenen Lehrplane. Erfolg verbürgt. Zuschriften|an „TÜ öliger Pädagoge11 postlagernd III., Löwengasse. G. Israelitisches Töchter - Pensionat Ausbildung Im Haushalte, Buchhaltung u. Stenographie Frau Elise Holzbock Breslau, XIII., Kaiser Willielinstrasse 9 Vorzügliche Referenzen im In- und Anslande. — Prospekte aut Wunsch. — Während der grossen Ferien Aufenthalt im Gebirge.